Dezember 2020: 9 Verstorbene mit "COVID-19, Virus ist klinisch-epidemiologisch bestätigt". Berliner Protokolle (23)

Wundersame Mathematik durch­zieht die Protokolle des Berliner Krisenstabs schon immer. Am 10.12.20 wird im Protokoll "_GroßeLagen_gesamt-final – Kopie" von einer vier­tel­stün­di­gen Telefonkonferenz festgehalten:

sowie:

Weniger ist halt mehr, wuß­te schon Pippi Langstrumpf.

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"Nur jede 4. bis 5. Person wäre tatsächlich positiv getestet". Berliner Protokolle (22)

Überraschend taucht im Protokoll des Berliner Krisenstabs vom 23.11.20 die seit Monaten beer­dig­te Verdoppelungszeit auf. Auch sonst weist der Text bedenk­li­che Zeichen von Besoffen- und Besessenheit auf:

Angela Merkel hers­elf hat­te aus der häus­li­chen Quarantäne am 28.3.20 zum Zeitraum der Verdoppelungs gepod­ca­stet: "Er muss in Richtung von zehn Tagen gehen, damit unser Gesundheitssystem nicht über­for­dert wird" (web​.archi​ve​.org; sie­he auch Angela, laß uns frei!). Damals muß­te ein Wert von fünf­ein­halb Tagen für den ersten Lockdown her­hal­ten. Inzwischen wur­de man krea­ti­ver und erfand model­lier­te R‑Werte (bereits ad acta gelegt) und neu­er­dings Inzidenzen, um einen wei­te­ren Lockdown zu begründen.

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Rücklauf ist Wachstum bei federführenden Bezirken. Berliner Protokolle (20)

Wie beim Krisenstab des RKI begei­stert man sich auch in Berlin für Rankings aller Art. Laut Protokoll der "Tagl. Früh-Telko" vom 10.11.20 liegt Berlin inzi­denz­tech­nisch auf Platz 2 hin­ter Bremen, "die Bezirke Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Mitte sind feder­füh­rend". Man befin­det sich in einem Zielkonflikt. Auf der einen Seite hat man gera­de gelock­dow­ned und hät­te ger­ne Erfolge dies­be­züg­lich vor­zu­wei­sen. Andererseits lau­te­te das lang­fri­sti­ge unaus­ge­spro­che­ne, aber kon­se­quent ver­folg­te Ziel, mit einer gewal­ti­gen Testoffensive stei­gen­de "Inzidenzen" zu gene­rie­ren. Nur auf die­sem Wege sind die ver­an­schlag­ten und teil­wei­se aus­ge­ge­be­nen Milliarden für "Impfstoffe" zu recht­fer­ti­gen (deren Umfang bis heu­te geheim ist) und die Zeit bis zu ihrer Einführung zu überbrücken.

Irgendwer wird an einem ande­ren Punkt stut­zig, ohne daß dies Weiterungen irgend­ei­ner Art mit sich bringt:

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Kohortenweise Nutzung der Tageszeiten für Einkäufe. Wahrnehmung der stattlichen Obhut. Berliner Protokolle (19)

Der November 2020 beginnt reich­lich ver­quast im Krisenstab. Im Protokoll der "Tagl. Früh-Telko" vom 1.11.20 lesen wir:

Trotz der Schwärzung ist der Urheber der genia­len Kohortenidee als Boris Palmer zu erken­nen. Hinter der Forderung nach einem neu­en Lockdown soll wohl der dama­li­ge SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich stecken. Eine ent­spre­chen­de Äußerung habe ich nicht fin­den kön­nen, wie­wohl er sonst sämt­li­che Verschärfungen abnick­te. Lustig ist, daß der Stab von einem Brief des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg aus der Presse erfährt.

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10 Paletten Corona-Schnelltest-Kits im Speisesaal. Berliner Protokolle (18)

Im letz­ten Beitrag die­ser Reihe wur­de vom Widerstand der Gesundheitsämter gegen die Politik des Krisenstabs und ihrer Forderung eines Strategiewechsels berich­tet. Am 22.10.20 froh­lockt der Stab aus­weis­lich des Protokolls "Tagl. Früh-Telko" und droht zugleich:

(Die Berichte hier sind zeit­lich etwas wirr, was dar­an liegt, daß es drei ver­schie­de­ne Protokolle des Stabs gibt. Ich bit­te dar­um, Überschneidungen zu verzeihen.)

Wie stets wird abge­stellt auf die stei­gen­de Zahl der "Neuinfektionen"; über Erkrankungen wird nicht berich­tet. Es wird alles unter­nom­men, um eine stei­gen­de Inzidenz zu generieren:

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"Die Anwesenden können die Zusammenhänge nicht ausräumen". Berliner Protokolle (17)

Was immer die "besuchs­be­zo­ge­ne 'Geschwister-Regelung'" gewe­sen sein mag, über die sich der Krisenstab am 13.10.20 unter­hielt, so kann man doch die Irritation der BeamtInnen bei der "tägl. Früh-Telko" nach­voll­zie­hen:

Einig ist man sich über den Wert der Massentests und "bit­tet Presse und Medien dar­um, die erhöh­ten Kapazitäten nach Hinzunahme von Reserven des DRK-Blutspende-Dienstes und der Deutschen Bahn wahr­zu­neh­men und offen­siv dar­zu­stel­len".

Erfreut zeigt man sich am 15.10.20 über zusätz­li­che Rechte der Bundeswehr:

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"Keine fachliche Empfehlung für das Tragen einer MNB in Bürogebäuden". Berliner Protokolle (16)

"Die Lage in Berlin ist besorg­nis­er­re­gend", so steht es im Protokoll der "Großen Lage" des Berliner Krisenstabs vom 1.10.20. Weil: Es gibt "288 neue labor­be­stä­tig­te Fälle", wohin­ge­gen die Lage in den Krankenhäusern "nicht besorg­nis­er­re­gend" ist. Sorge macht der Apothekerkammer die Insolvenz eines Abrechnungszentrums, von dem ca. 80 Apotheken betrof­fen sind. Was wie­der­um hart für die Attraktivität (mone­tär) ist, s. den letz­ten Beitrag dazu. Wenigstens kann die Senatsbeamtin mit­tei­len, daß ihr zu dem "entstandene[n] Eindruck, dass zuneh­mend Personen aus dem Ausland zur Grippeimpfung nach Deutschland kom­men", kei­ne Hinweise vorlägen.

Doch nicht nur in Berlin dre­hen die Verantwortlichen am Rad:

Ohne Sinn und Verstand ver­schärft der Senat die Maßnahmen:

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"Wichtig hier Attraktivität der Impfleistung für die durchführende KV-Ärzteschaft (monetär)". Berliner Protokolle (15)

Als der Berliner Krisenstab am 25.9.20 zusam­men­trat und 18 (acht­zehn) posi­tiv gete­ste­te PatientInnen auf den Intensivstationen ver­mel­de­te, beschäf­tig­te er sich aus­weis­lich der Protokolle der "Früh-Telkos" mit wich­ti­ge­ren Fragen:

Entgegen der Erzählung einer furcht­ba­ren Pandemie, in der wir alle unser soli­da­ri­sches Scherflein bei­zu­tra­gen hät­ten, sorgt sich das Gremium um mate­ri­el­le Anreize für die durch­füh­ren­de Ärzteschaft. Da steht der Tod vor der Tür und das Gesundheitspersonal muß man zum Jagen tra­gen? Ob sie sich das wirk­lich selbst geglaubt haben? Dabei liest man doch flei­ßig Zeitungen:

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9. ÄnderungsVO der SARS-CoV 2‑IfSVO mit Laufzeit von zwei Tagen. Berliner Protokolle (14)

Ein Beispiel dafür, wie die Selbsthypnose in den Entscheidungsgremien um sich griff, ist im Protokoll des Berliner Krisenstabs zur inter­nen Lage vom 23.10.20 zu lesen:

Neukölln auf dem Level von Berchtesgaden! Das muß schlim­mer sein, als wenn Hertha BSC gegen den FC Bayern ver­liert. Die Panik führt zu merk­wür­di­gen Entscheidungen, die wie vie­le ande­re kei­nen Bestand haben werden:

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Krisenstab als Nebenregierung. Umerziehung der Ämter. Berliner Protokolle (13)

In wel­chem Maße sich der Berliner Krisenstab als Nebenregierung ver­stand, der sei­ne Linie kon­tra­fak­tisch durch­set­zen woll­te und es auch tat, wird an einem Protokolleintrag der "Früh-Telkos" vom 28.8.20 deutlich:

An die­sem Tag wur­den "ins­ge­samt 21 Intensivpatienten" ver­mel­det, es gab 77 neue "Fälle". Dennoch wur­de der Senat gedrängt, die Regeln zu ver­schär­fen. Selbst defi­nier­te grü­ne Ampeln und sin­ken­de Inzidenzen stan­den dem nicht ent­ge­gen. Bezeichnend ist der Rückgriff auf "Vorgaben aus der MPK" (die dies­mal aus­blie­ben) anstatt auf das tat­säch­li­che Geschehen in der Stadt.

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