"Trotz dreimaliger Impfung schwer an Long Covid erkrankt"

Bitte kei­ne Häme! Unter der Überschrift „Erschießen Sie sich lie­ber, ist bil­li­ger“ ist am 11.5.24 auf rp​-online​.de zu lesen:

»Im Frühjahr 2022 erkrank­te Tim Braune, unser Chefreporter im Berliner Parlamentsbüro, nach einer Corona Infektion – trotz drei­ma­li­ger Impfung – schwer an Long Covid und ME/​CFS. Dabei han­delt es sich um Myalgische Enzephalomyelitis, das Chronische Fatigue-Syndrom, eine schwe­re neu­ro­im­mu­no­lo­gi­sche Erkrankung, die häu­fig zu einem hohen Grad an kör­per­li­chen Einschränkungen führt. Dabei kann es nach gei­sti­ger und/​oder kör­per­li­cher Überanstrengung zu einem soge­nann­ten Crash kom­men mit fol­gen­der tota­ler Erschöpfung.

Seit April ist der 49-jäh­ri­ge Familienvater vor­erst Rentner. Jetzt hat er sei­ne Leidensgeschichte auf­ge­schrie­ben: berüh­rend, scho­nungs­los ehr­lich, mit­un­ter auch ankla­gend und mit neu­en Ideen für eine bes­se­re Patientenversorgung…«

Den Spruch aus der Überschrift muß­te der Autor sich im Februar 2022 von sei­nem Hausarzt anhö­ren. Der Wechsel zu einer ande­ren Ärztin half nicht viel:

»Acht von zehn ange­frag­ten Ärzt:innen lehn­ten mei­ne Behandlung ab. Zu auf­wen­dig, kei­ne Ahnung, kei­ne Zeit.

Der Neunte über­fiel mich abends um 20.15 Uhr, ent­ge­gen aller Vorabsprachen. Ich schlief schon. Er weck­te mich mit lau­tem Rufen. Ich beschwer­te mich, er sol­le wie­der gehen, die Crash-Gefahr sei zu groß. Er blieb und mach­te mich 20 Minuten lang nie­der. ME/​CFS gäbe es nicht. „Das ist eine erfun­de­ne Krankheit.“ Und mei­ne Diagnose von der Charité, einer der besten Kliniken der Welt? „Schnickschnack, alles nur Vermutungen.“ Ich hät­te mir mei­ne Symptome ange­le­sen. Als er ging, kam eine Stunde spä­ter ein schwe­rer Zusammenbruch…

Ich bin nur noch ein Gespenst, das laut­los weint…«

Gepflegt wird er von sei­ner 85-jäh­ri­gen Mutter. "Von der Krankenkasse bekommt mei­ne Mutter einen Stundenlohn von 1,69 Euro, hal­le­lu­ja. Leben wir in Bielefeld oder in Bangladesch?".

»„Wir las­sen nie­man­den allein.“ Das sag­te Olaf Scholz als Finanzminister in der Pandemie. Dem Bundeskanzler Olaf Scholz rufen wir zu: 500.000 Langzeit Erkrankte an Long Covid und ME/​CFS füh­len sich allei­ne gelas­sen, füh­len sich im Stich gelas­sen von der Politik. In der Krise wur­de jede Muckibude, jeder Döner-Imbiss mit Tausenden Euro bedacht. Wir bekom­men von Bund und Ländern kei­nen Cent…

Und machen wir uns nichts vor: Die Mehrheit der Deutschen will von Corona, Long Covid und ME/​CFS gar nichts wissen…«


Mag sein, es ist zu viel erwar­tet von einem sehr kran­ken Menschen, daß er sich Fragen nach dem Sinn der "Impfungen" stellt oder gar nach deren mög­li­cher Rolle bei sei­nem Leiden. Hoffentlich ist er irgend­wann so weit gene­sen, daß er eini­ge Artikel sei­nes Blattes nach­le­sen kann.

Der Virologe Christian Drosten kommt seiner Verpflichtung vorbildlich nach

So hieß es am 22.12.20:

»Der Virologe Christian Drosten ist nicht nur ein her­aus­ra­gen­der Wissenschaftler, er ist auch ein muti­ger Mann. Unermüdlich erklärt er Wissenschaft einem brei­ten Publikum, geht in Konflikte und setzt sich auch Häme und Beleidigungen aus. In sei­nem Fach ist er eine Ausnahme. 

Die mei­sten Forscher scheu­en das Licht der Öffentlichkeit und gehen ihren Arbeiten lie­ber in der Geborgenheit des Labors, des Computers oder des Schreibtisches nach. In der Corona-Krise ist das für Virologen, Epidemiologen und Mediziner nicht mehr mög­lich. Die Menschen, die über ihre Steuern oder durch den Kauf von Produkten die Wissenschaft bezah­len, wol­len infor­miert wer­den. Am besten in Echtzeit.

Der Chefvirologe der berühm­ten Charité in Berlin kommt die­ser Verpflichtung vor­bild­lich nach…«
rp​-online​.de (22.12.20)

Wüst krank, Schmidt krank – trotz oder wegen "Impfung"

War der Autor wirk­lich gut von ihm bera­ten? Im März 2022 berich­te­te Braune von der Ministerpräsidentenkonferenz. Hatte ihn stut­zig gemacht, wor­über er schrieb?

»… Wüst wur­de bekannt­lich wäh­rend eines Israel-Besuchs von einer Corona-Infektion erwischt. Deshalb nimmt der NRW-Ministerpräsident per Videoschalte aus sei­ner Isolation im welt­be­kann­ten „King David“-Hotel in Jerusalem an der Bund-Länder-Schalte mit dem Kanzler zu Corona, Ukraine-Krieg und Energiepreisen teil…

Hessens MP Volker Bouffier (CDU) knöpf­te sich Scholz‘ zuletzt Corona erkrank­ten Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt vor: „Das Verfahren ist schlicht unsäg­lich.“ Ähnlich sah es CSU-Chef Markus Söder. Er such­te sich den Gesundheitsminister als Zielscheibe aus: „Herr Lauterbach: Sie war­nen, war­nen, war­nen – und geben jetzt alles auf.“ Der SPD-Experte ver­lie­re voll­stän­dig sei­ne Glaubwürdigkeit, weil er wider bes­se­ren Wissens den schlam­pi­gen Corona-Kurs der FDP mit­tra­ge. Und auch aus Jerusalem kam hef­ti­ge Kritik. Wüst hielt Scholz vor, die Ampel tra­ge die Verantwortung dafür, dass den Ländern schnel­le Werkzeuge gegen die Pandemie mit täg­li­chen Rekordinfektionszahlen genom­men wür­den (wie Maske in Innenräumen)…

Scholz sag­te viel zu vie­le Bürger, die nicht geimpft sei­en, wür­den wei­ter an und mit Covid ster­ben. Deshalb hal­te er eine all­ge­mei­ne Impfpflicht unver­än­dert für rich­tig und not­wen­dig…«
rp​-online​.de (17.3.22)

Bereits am Vortag hat­te er hoff­nungs­voll gefragt:

»Jeden Tag eine Viertelmillion Neuinfektionen, dazu 200 bis 300 Tote – und den­noch sol­len ab 2. April fast alle Schutzregeln fal­len. Wagen die Länder beim Videotreffen mit dem Kanzler den Corona-Aufstand?«
rp​-online​.de (16.3.22)

"Mitten in wie­der stei­gen­de Infektionszahlen hin­ein will die Bundesregierung ab dem 20. März die Corona-Regeln auf brei­ter Front lockern", befürch­te­te Braune am 10.3.22 und unk­te rea­li­täts­fern "Ist Lauterbach vom Team Vorsicht ins Team Nachlässigkeit gewech­selt?".

Schon zwei Monate zuvor weh­klag­te er:

»Kein Zeitplan für die Impfpflicht, ver­fehl­te Impfziele, knapp wer­den­de Testkapazitäten und eine gewal­ti­ge Omikron-Viruswelle vor Augen – Kanzler Olaf Scholz und sein Gesundheitsminister Karl Lauterbach gera­ten wegen ihrer Corona-Politik zuse­hends unter Druck.«
rp​-online​.de (13.1.22)

Eingangs bat ich dar­um, von Häme abzu­se­hen. Sollte Herr Braune, was ihm zu wün­schen ist, sich bald erho­len, wäre aller­dings eine Rechtfertigung fäl­lig, wenn nicht eine Entschuldigung. Wer ohne jeg­li­che Recherche unhin­ter­fragt eine kri­mi­nel­le Tat so dar­stellt, steht dafür in der Pflicht:

»Da der Impfschutz für Kinder und Jugendliche mit der Zeit eben­falls nach­lässt, emp­fiehlt die Ständige Impfkommission jetzt auch Booster für 12- bis 17-Jährige. Die drit­te Impfstoffdosis soll­te in einem Mindestabstand von drei Monaten zur vor­an­ge­gan­ge­nen Impfung ver­ab­reicht wer­den, teil­te die Stiko mit.«


Braunes Kernkompetenz lag weni­ger bei Corona als beim Putin-Bashing. Eine schö­ne Schlagzeile von ihm lau­te­te am 8.2.22 "Biden gibt Nord Stream 2 zum Abschuss frei – doch Scholz folgt nicht". Er beklag­te: "Ausgerechnet bei Nord Stream 2 springt Olaf Scholz wie­der nicht über sei­nen Schatten." Der Zauderer brauch­te halt ein Weilchen. Deutlich län­ger dau­ern aller­dings die bis­lang ergeb­nis­lo­sen Ermittlungen zu den Sprengungen der Nord-Stream-Pipelines. Sie fan­den ein gutes hal­bes Jahr nach der Abschußfreigabe Bidens statt.

(Hervorhebungen in blau nicht in den Originalen.)

6 Antworten auf „"Trotz dreimaliger Impfung schwer an Long Covid erkrankt"“

  1. ".. »„Wir las­sen nie­man­den allein.“ Das sag­te Olaf Scholz als Finanzminister in der Pandemie. Dem Bundeskanzler Olaf Scholz rufen wir zu: 500.000 Langzeit Erkrankte an Long Covid und ME/​CFS füh­len sich allei­ne gelas­sen, füh­len sich im Stich gelas­sen von der Politik. In der Krise wur­de jede Muckibude, jeder Döner-Imbiss mit Tausenden Euro bedacht. Wir bekom­men von Bund und Ländern kei­nen Cent…

    Und machen wir uns nichts vor: Die Mehrheit der Deutschen will von Corona, Long Covid und ME/​CFS gar nichts wissen…« .. "

    In Betroffenenberichten wird immer wie­der deut­lich wie sehr die­je­ni­gen auf sich allein gestellt waren und sind bezüg­lich Ursachenforschung und (Selbst-)Behandlung.

    Die Pharmaindustrie und ihre poli­ti­schen Handlanger kön­nen ver­su­chen den Mantel des Schweigens aus­zu­brei­ten, zu ver­tu­schen und zu ver­dre­hen, was das Zeug hält, doch egal was sie tun: vie­le Betroffene wer­den zu Experten ihrer eige­nen Erkrankung, weil nie­mand sonst es sein kann. Einige davon berich­ten über ihren Genesungsprozess im Internet, sie­he z.B. Youtube). Diese Aufklärung wird Früchte tragen.

  2. Häme ist in der Tat nicht angebracht.
    Egal ob man die­se Erkrankung
    https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​M​y​a​l​g​i​s​c​h​e​_​E​n​z​e​p​h​a​l​o​m​y​e​l​i​t​i​s​/​C​h​r​o​n​i​s​c​h​e​s​_​F​a​t​i​g​u​e​-​S​y​n​d​rom
    als psy­cho­so­ma­tisch (vul­go: "erfun­den"), "Long-" oder "Post-Covid" bezeichnet.
    Dass er "Post-Vac" nicht ein­mal erwähnt legt den Verdacht nahe, dass er es ent­we­der "leug­net" oder für extrem unwahr­schein­lich hält (zumal der Schwurblauterbach die "Impfung" ja sogar zum "Schutz" vor "Long-Covid" hoch­ge­jazzt hatte).
    In sei­nem Fall müss­te man befürch­ten, dass eine "Post-Vac"-Diagnose bei ihm sogar einen Verzweiflungs-"Crash" aus­lö­sen würde.
    Haben (frei­wil­lig) "Geimpfte" immer­hin ihre (ein­ge­impf­te!) Gewissheit, dass sie eine trotz­dem auf­ge­tre­te­ne "Covid-Infektion" (egal wie schwer der Verlauf war) nur des­we­gen über­lebt haben – so bleibt ihnen bei der egal-von-was-Post-Variante nur die dif­fu­se Wut gegen "irgend­je­man­den" (immer­hin nicht mehr en vogue: die "Ungeimpften" – ohne die die "Pandemie" bereits viii­iel frü­her been­det gewe­sen wäre). 

    Seine Empathie gegen­über Leidensgenoss(inn)en scheint ziem­lich selek­tiv: Irgendwas mit "Covid" sollt's schon sein.
    Immerhin hat er sei­ne pri­vi­le­gier­te Position erkannt, erwähnt die "allein­er­zie­hen­de Krankenschwester, die ihr Leben aufs Spiel gesetzt hat, um Corona-Erkrankte zu ret­ten" und beschert der Gemeinde der Rechtgläubigen damit ein Zuckerli: "Corona" ist also doch in der­sel­ben Liga wie (Rheinische?) Pest und Ebola!

    1. @Kassandro
      "Dass er "Post-Vac" nicht ein­mal erwähnt legt den Verdacht nahe, dass er es ent­we­der "leug­net" oder für extrem unwahr­schein­lich hält (…). 

      Auch mög­lich, dass die Rheinische Pest eine auch nur ange­deu­te­te "Post-Vakzin-artig daher­schwur­beln­de Krankheitserzählung" gar nicht erst ver­öf­fent­lich hät­te. Die RP ver­tritt ein sehr umschrie­be­nes und recht über­sicht­li­ches Meinungsspektrum.

      Die im Artikel lobend erwähn­te Ärztin Dr. Anna Brock schreibt auf ihrer Website:

      "Seit mei­ner im Beruf erwor­be­nen Covid Erkrankung mit nach­fol­gen­der Post-Covid-Symptomatik und im Verlauf lei­der auch Post-Vakzin-Syndrom gilt mein beson­de­res Interesse den Krankheitsbildern ME/​CFS, Post-Covid und Post-Vakzin."

      https://​anna​-brock​.de/

      1. @Seins…
        Danke!
        Das erklärt bei­des viel!
        Die Pest (rhei­ni­sche Version: "Glaube ist bis heu­te eine Haltung zur Gegenwart."
        https://​rp​-online​.de/​p​a​n​o​r​a​m​a​/​7​5​-​j​a​h​r​e​-​r​p​/​h​a​l​t​u​n​g​/​d​i​e​-​r​p​-​i​s​t​-​z​e​i​t​u​n​g​-​f​u​e​r​-​c​h​r​i​s​t​l​i​c​h​e​-​k​u​l​t​u​r​_​a​i​d​-​5​7​0​3​4​821 ), die ihrem ehe­ma­li­gen Angestellten das Gnadenzubrot mög­li­cher­wei­se nur nach (leich­ter?) Endredaktion gewähr­te und die "allein­er­zie­hen­de Krankenschwester" als min­der­pri­vi­le­gier­te Version der sym­pa­thisch ehr­li­chen (beken­nen­des "Vakzin"-Opfer!) Anna Brock.

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