Ob die Stiko ernsthaft glaubt, das ehedem zwangsgeimpfte medizinische Personal werde sich neue Booster antun?

Ob die Stiko ernsthaft glaubt, das ehedem zwangsgeimpfte medizinische Personal werde sich neue Booster antun?

"Die Lage in Berlin ist besorgniserregend", so steht es im Protokoll der "Großen Lage" des Berliner Krisenstabs vom 1.10.20. Weil: Es gibt "288 neue laborbestätigte Fälle", wohingegen die Lage in den Krankenhäusern "nicht besorgniserregend" ist. Sorge macht der Apothekerkammer die Insolvenz eines Abrechnungszentrums, von dem ca. 80 Apotheken betroffen sind. Was wiederum hart für die Attraktivität (monetär) ist, s. den letzten Beitrag dazu. Wenigstens kann die Senatsbeamtin mitteilen, daß ihr zu dem "entstandene[n] Eindruck, dass zunehmend Personen aus dem Ausland zur Grippeimpfung nach Deutschland kommen", keine Hinweise vorlägen.
Doch nicht nur in Berlin drehen die Verantwortlichen am Rad:

Ohne Sinn und Verstand verschärft der Senat die Maßnahmen:
„"Keine fachliche Empfehlung für das Tragen einer MNB in Bürogebäuden". Berliner Protokolle (16)“ weiterlesen
»… Prinzipiell kann jeder, der einmal Windpocken hatte, an Gürtelrose erkranken…
Für Risikogruppen galt die Empfehlung bislang erst ab 50. Der Impfstoff wird in zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten verabreicht. Die Stiko hat die Impfempfehlungen eigenen Angaben zufolge nun angepasst, um die Häufigkeit von Gürtelrose zu verringern sowie Komplikationen und Folgeerkrankungen zu verhindern.«
Diese Begründung ist merkwürdig. Die Stiko weist selbst darauf hin, daß die EMA schon 2020 eine entsprechende Zulassung erteilt hat (rki.de, 6.11.25). Ein seitdem erhöhtes Risiko wird behauptet, aber nicht belegt. Die angebliche Wirksamkeit von 68,2 % ist wie das "möglicherweise geringgradig erhöhte Risiko eines Guillain-Barré-Syndroms (GBS)" nicht unbedingt ein Verkaufsargument. Beim Paul-Ehrlich-Institut ist man noch nicht auf der Höhe der Zeitenwende. Auf seiner entsprechenden Internetseite heißt es zum einzigen zugelassenen Impfstoff von GlaxoSmithKline: "Verwendung ab einem Lebensalter von 50 Jahren".

»… gegen die besonders gefährlichen Formen A, C, W und Y soll geimpft werden. 90 Prozent der Meningitisfälle hierzulande werden von Erregern der Gruppen B und C verursacht.
Die Erkrankungen kommen sehr selten vor… Die Zahlen sind rückläufig, vor allem Erkrankungen mit der Untergruppe C…«
Das Spritzgut wird "noch ein paar Monate" auf sich warten lassen, ob die Krankenkassen bezahlen, ist offen. GSK, Sanofi, Pfizer – alle sind wieder dabei. Das RKI agiert wie gewohnt:
„Abarthig“ weiterlesenDer Name der Studie steht nicht für "Ohne Kompetenz, aber Pharma-Interessen integriert". Verglichen mit dem Bericht von 2023 sind die Zahlen in allen Alters- und Berufsgruppen gesunken. Einzig bei den ÄrztInnen ist die Quote leicht auf 80,8 % gestiegen.

»… Neben der Influenza-Impfung ist für medizinisches Personal eine jährliche COVID-19-Impfung empfohlen. Innerhalb der letzten 12 Monate haben sich nur 16 % der Klinikmitarbeitenden gegen COVID-19 impfen lassen. Von allen Teilnehmenden haben außerdem 7 % noch nie eine COVID-19-Impfung erhalten…
„Selbst in Kliniken sinkt die Impfbereitschaft“ weiterlesenDas dritte jetzt freigegebene Dokument des PEI beginnt vielsagend:

Das gesetzlich mit der Prüfung von Risiken beauftragte Institut formuliert diese vorab lediglich als "theoretisch" und hat keine große Eile, sich damit zu beschäftigen. Haupttagesordnungspunkt ist folglich:
„Stiko bittet um "Amtshilfe für die Bereitstellung von klinischen Studiendaten der Impfstoffhersteller". Neu veröffentlichte Protokolle des Paul-Ehrlich-Instituts (3)“ weiterlesenVor dem Virus seien alle gleich, lautet bis heute ein Mantra der meisten Linken. Daß es Gewinner und Verlierer der Corona-Politik gebe, sei eine verschwörungstheoretische und antisemitische Saga. Im Kapitalismus gebe es immer Profiteure und diesmal machten sie den Reibach für eine gute Sache. Dahin kommt man, wenn man über ständige Beschäftigung mit vermeintlichen Menschheitsfragen und Identitätsstiftungen die Klassenanalyse vergißt.

Gestern wurde hier über eine irritierende Stellungnahme der Stiko berichtet, in der noch gar nicht vorhandene Impfstoffe empfohlen werden. Ein Leser hat den Hintergrund ausfindig gemacht:

Die Vierfach-Stoffe wirken kontraproduktiv:
„Mehr zum Stiko-Verwirrspiel der Grippeimpfung“ weiterlesenZahlreiche Medien veröffentlichten am 31.10.24 ungeprüft eine dpa-Meldung, in der es heißt:
»Jährliche erkranken etliche Menschen an einer Grippe. Bei den Impfquoten ist aber noch Luft nach oben. Ein neuer Wirkstoff soll helfen.
Zum Schutz gegen die Grippe empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) für Menschen ab 60 ab sofort einen weiteren Impfstoff. Der Influenza-Wirkstoff enthält laut einer Mitteilung MF-59, einen Zusatz, der die Impfwirkung verstärkt.«
Die diesbezüglich stets übereifrigen "RedakteurInnen" von t‑online.de ersetzten dabei das Wort "etliche" durch "hunderttausende". Am 1.11.24 korrigierte dpa: "Der neue Grippe-Impfstoff wird erst ab nächstem Jahr empfohlen und nicht ab sofort. Die Angaben im ersten Absatz wurden entsprechend angepasst". Doch auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
„Verwirrspiel mit Stiko-Empfehlung zu Grippeimpfung“ weiterlesenDas hatte ich glatt vergessen aus der letzten Sitzung am 19.3.21: "VPräs: großes Lob von Lauterbach an RKI!". Am 22.3.21 wird zur "7‑Tage-Inzidenz" gemeldet: "Leichte Anstiege in vielen BL". In TOP 4 "Aktuelle Risikobewertung" wird das RKI von seiner Teststrategie eingeholt und kalt erwischt. Die Landrätin im thüringischen Landkreis Greiz treibt es auf die Spitze; die daraus entstehende Unglaubwürdigkeit weckt Besorgnis bei Wieler. Ursprünglich komplett geschwärzt heißt es dort:

Das teilentschwärzte Dokument gibt es hier, das geleakte Dokument hier. Gelbe Hervorhebungen stammen von mir. Rot Gerahmtes war geschwärzt, blau werden Ergänzungen aus dem Leak gekennzeichnet.
„RKI-Protokolle, After-Leak (20): "Frage, was wird konkret an Verschärfung benötigt?"“ weiterlesen