87 Jahre Gleiwitz

Sie haben schon ein fei­nes Gespür für histo­ri­sche Daten. 87 Jahre nach dem fin­gier­ten Überfall "pol­ni­scher Partisanen" auf den deut­schen Sender Gleiwitz und Hitlers Ankündigung, seit 5:45 Uhr wer­de zurück­ge­schos­sen, prä­sen­tiert die Bundesregierung einen noch durch­schau­ba­re­ren Fake.

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Fast täglich oder täglich wehrhaft. Bald gibt's richtige Geheimdienste

Dobrindt droht wei­ter mit hyste­ri­schen Eingriffen, in gekonn­ter leich­ter Sprache.

Zur unter­stri­che­nen neu­en Bedrohungslage gehört end­lich ein ech­ter Geheimdienst. Laut mit dem Gegenstand befaß­ten Quellen soll er den Namen "Generelle Stabile Polizei" tra­gen. Womit aber die frem­den Mächte noch nicht erle­digt sind, was dem Minister fast nächt­lich oder nächt­lich Alpträume ver­schafft. Doch ein wehr­mach­ter Staat kann die not­wen­di­gen Entscheidungen treffen:

„Fast täg­lich oder täg­lich wehr­haft. Bald gibt's rich­ti­ge Geheimdienste“ wei­ter­le­sen

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht der Putin vor der Tür

Der Kinderwunschspruch wie das Plüschtier pas­sen aus­ge­zeich­net zur neu­en kon­junk­ti­vi­ti­schen Story der ein­ge­bet­te­ten Journalisten. "Nun aber wird Kabelsketal zur Bühne eines der bis­lang per­fi­de­sten Anschlagsversuche auf Deutschlands Infrastruktur".

Eins muß man den Diensten las­sen: Der Name des Schauplatzes für das Stück knüpft geschickt an ande­re Kindergeschichten an (Bullerbü, Lummerland, Panama). Die Story greift zudem das Kanon-Prinzip auf.

„Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht der Putin vor der Tür“ wei­ter­le­sen

Von der israelischen Regierungssprache gelernt

Und in wel­cher Tradition steht diese?

»... „Bei all sei­nen Plänen bezüg­lich der Ukraine hat sich Putin im Wesentlichen geirrt“, sag­te Selenskyj. Der Präsident und die Russen hät­ten unter­schätzt, wie ent­schlos­sen die Ukrainer um ihre Unabhängigkeit kämp­fen. „Unsere Hartnäckigkeit ist für sie eine Nummer zu groß.“ Putin habe Russland groß machen wol­len, heu­te gebe es lan­ge Schlangen an den Tankstellen. Seine Soldaten wür­den von Kiews Armee auf dem Schlachtfeld „zu Dünger“ gemacht…«

Dass diese Öffentlichkeit zu dem Ergebnis kommt: Aber wir wissen, was ist, aber wir machen nicht wirklich was draus.

War da nicht was mit einem bös­ar­ti­gen Sprengstoffdrohnenfund am Flughafen? An des­sen Aufklärung Behörden und Dienste mit Hochdruck arbei­ten? Es gibt dazu schier nichts. Der aktu­el­le Stand ist ables­bar an den Ausführungen des wohl stu­pi­de­sten Bundesministers, seit­dem Karl Lauterbach aus dem Amt schied.

»"Russland macht es einem sehr, sehr leicht, aktu­ell einen Verdacht zu haben. Aber es macht es einem auch sehr, sehr schwer, den Beweis zu füh­ren", sag­te der CSU-Politiker am Mittwoch am Rande sei­ner Sommerreise auf der Wartburg bei Eisenach…

"Die Beweisführung, die Kette, die muss schlüs­sig sein", erklär­te der Minister. "Und danach müs­sen dann aber auch die Konsequenzen so ein­deu­tig sein, dass wir nicht in der Situation kom­men, dass die­se Öffentlichkeit zu dem Ergebnis kommt: Aber wir wis­sen, was ist, aber wir machen nicht wirk­lich was draus."…

Man arbei­te mit Hochdruck an der Aufklärung. "Wir sind mit einem enor­men Aufgebot auch aus den Diensten her­aus an die­sem Thema dran", sag­te er. Man dür­fe jedoch lau­fen­de Maßnahmen nicht gefähr­den. Er gehe davon aus, "dass wir da im Bereich von Maßnahmen, die wir gera­de durch­füh­ren, auch Resultate haben, die uns wei­ter­hel­fen". Er wer­de die Öffentlichkeit "zum gege­be­nen Zeitpunkt" über alle Erkenntnisse infor­mie­ren…«
n‑tv.de (19.8.26)

FAZke: Nicht überhastet und unvorbereitet in den Krieg ziehen

Vor zwei Tagen erwähn­te ich einen Gastkommentar der "FAZ", der hin­ter der Superbezahlschranke stand ("FAZ" spielt schon mal den Rußlandfeldzug durch). Ein Leser hat den Text auf  archi​ve​.is gefun­den. Darin erör­tert der Kriegsvölkerrechtler Klemens Fischer die Möglichkeiten, den NATO-Bündnisfall aus­zu­ru­fen. Wir lesen:

»Seit dem Beginn des Ukrainekriegs pas­sie­ren soge­nann­te Drohnenvorfälle an Europas Flughäfen oder ande­ren Orten mit kri­ti­scher Infrastruktur. Jeder für sich genom­men liegt jeden­falls unter der Erheblichkeitsschwelle, die das Völkerrecht für einen Kriegsfall aus­lö­sen­den Angriff ver­langt. Nach dem Leipziger Vorfall wird aber nun – vor allem in der öffent­li­chen Debatte – die Frage gestellt, ob nicht jetzt die rote Linie über­schrit­ten sei…

Ein wesent­li­cher Teil die­ses Dilemmas ist die Frage der Täterschaft. Nahezu in allen erwähn­ten Fällen gibt es nur Vermutungen, es fehlt eine geschlos­se­ne Beweiskette…

„FAZke: Nicht über­ha­stet und unvor­be­rei­tet in den Krieg zie­hen“ wei­ter­le­sen

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