Nikolaus Busse hofft auf eine Wende und offenbart ein bezeichnendes Geschichtsverständnis auf den Spuren Madeleine Albrights.

»Die Amerikaner sind 2011 schon einmal aus dem Irak abgezogen, nur um drei Jahre später wieder zurückzukehren. Es ist also nicht gesagt, dass der Irak 23 Jahre nach Bushs Einmarsch, der zu einer Katastrophe für das Land wie die Region wurde, den letzten US-Soldaten gesehen hat…«
Das Ende der mehr als zwanzigjährigen Besatzung des Landes, beginnend mit einem Krieg auf der Grundlage von Lügen, ist Busse ein Zeichen von Schwäche. Anstatt mal endlich richtig aufzuräumen, überläßt Trump "ein arabisches Schlüsselland den Iranern, so wie er die Saudis im Kampf gegen die Huthi im Stich lässt".
Jemandem etwas überlassen kann man nur, was einem gehört. In alter Kolonialherrenart erscheint es dem "FAZ"-Mann als selbstverständlich, daß die USA nach Gusto mit militärischer Gewalt über andere Länder verfügen. Ebenso naturgegeben ist wohl, daß Saudiarabien – bis an die Zähne bewaffnet auch mit Hilfe deutscher Rüstungsschmieden – einen Krieg in einem fremden Land führt. Busse hat mit Trump keinen wirklichen Dissenz in der Hauptsache. Er hadert mit ihm, weil er inzwischen (wie schon seine Vorgänger) die Prioritäten im Kampf gegen China sieht.
Es ist ein herausragendes Kennzeichen deutscher Schreibtischmilitaristen, Kämpfe dort anzufeuern, wo sie nicht betroffen sind. Das gilt für den natürlich ganz anders zu bewertenden Krieg Rußlands in der Ukraine, den die bellizistische Journaille gnadenlos bis zum letzten Ukrainer durchziehen will. Und es gilt für den Nahen Osten, wo laut Friedrich Merz einer die Drecksarbeit tun muß.
Worin besteht für die "FAZ" die genannte Katastrophe, die durch den Einmarsch der US-Armee entstand, der auch von der BRD zwar nicht unmittelbar militärisch, aber durch die Bereitstellung von Logistik unterstützt wurde?
»… In dem Bürgerkrieg, der auf den Sturz Saddam Husseins folgte, sind im Laufe der Jahre nach Schätzungen Hunderttausende Iraker getötet worden, außerdem Tausende amerikanische Soldaten. Auch mit dem US-Abzug bleiben die Aussichten für das Land prekär, dessen konfessionelle und ethnische Trennlinien fortbestehen...«
Busse übergeht kurzerhand die Millionen Tote, die der mörderische Angriff der USA und die anschließenden Sanktionen des "demokratischen Westens" gefordert hatten und erwähnt, nicht zu Unrecht, die Opfer des Bürgerkriegs. Ein solcher liegt für ihn wohl auf der Hand, wo es "konfessionelle und ethnische Trennlinien" gibt. Daß es erst das Handeln des Westens war, durch den Millionen gut ausgebildeter und bewaffneter Soldaten des "Hussein-Regimes" sich plötzlich neue Betätigunsfelder suchen mußten und sie beim IS und anderen (para)militärischen Organisationen fanden, ist ihm kein Wort wert. Die Gruppen der warlords und anderer Kräfte speisten sich auch aus den prekären Lebensverhältnissen durch die Sanktionen, ganz ähnlich wie in Libyen, einem weiteren vom Westen in die Zerstörung getriebenen Land.
Madeleine Albright: Tod von 500.000 irakischen Kindern war es wert
Der Zynismus von Busse steht ganz in der Tradition der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright, die es 1996 lohnend fand, daß infolge des Zweiten Golfkriegs 500.000 irakische Kinder starben:
Videoquelle: youtube.com, aus dem Interview der US-Journalistin Lesley Stahl in der Sendung "60 Minutes" vom 12.5.1996. Siehe auch newsweek.com (23.3.22).

" … Es ist also nicht gesagt, dass der Irak 23 Jahre nach Bushs Einmarsch, der zu einer Katastrophe für das Land wie die Region wurde, den letzten US-Soldaten gesehen hat…« " Zitat, oben
.… jedenfalls nicht die letzte US-amerikanische Drohne.
AUTSCH!! – schon wieder wahr?
(es gibt natürlich noch andere .…)
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Lt. KI.
Busse vertritt die Ansicht, dass Geopolitik kein Hintergrundrauschen mehr ist, sondern zentrale Faktoren wie Lieferketten, Energie und Sicherheit bestimmt, auf die Europa sich militärisch und politisch einstellen muss.
In der Geopolitik gibt's keine Empathie oder dergleichen menschlichen Gefühlsregungen.
Muss man nicht gut finden, zeigt aber, mit wem man's zu tun hat und zu was sie fähig sind – Wolfowitz-Doktrin, "Whatever it takes", " Know your enemy" und so
"»Die Amerikaner sind 2011 schon einmal aus dem Irak abgezogen"
Das hört sich an, als wären die Amerikaner jetzt "nach Hause gegangen"
https://www.washingtonpost.com/world/2026/09/29/us-withdraws-forces-iraq-balance-power-shifts-iran/#:~:text=Der%20R%C3%BCckzug%20schlie%C3%9Ft,Planungen%20zu%20sprechen.
Die Priorität der USA liegt jetzt "woanders"
https://search.brave.com/search?q=USA+sichern+sich+Rohstoffe%2C+seltene+Erden&source=web&conversation=09a3b8fc597243026a82effcea2cd5274659#:~:text=Die%20US%2DRegierung,Lieferketten%20zu%20diversifizieren