Der drakonisch Corona handhabende Michael Müller ist als Resignierender Bürgermeister wohlverdient in der Versenkung verschwunden, der aktuelle SPD-Spitzenkandidat wird von eher läppischen, aber bezeichnenden Bestechungsvorwürfen heimgesucht, und nun trifft es Franziska Giffey, gleichermaßen Corona-Extremistin wie Wirtschaftsradikale. Ihren Plagiatsskandal konnte sie aussitzen, ihre Untaten an Kindern schadeten ihr lange Zeit nicht, doch nun läßt die SPD die Selbstvermarkterin fallen.

Den ominösen Anschlag von "mutmaßlich Linksextremisten" im letzten Winter nutzt die ehemalige Senatschefin, um dem peinlich unglücklich agierenden Wegner die Schau zu stehlen.:
»… Die Täter sind noch nicht gefasst. Dennoch will Giffey, die als Senatorin auch für Energie und Landesbetriebe zuständig ist, heute einen Erfolg präsentieren.
Also legt Giffey los: Ein 93 Meter langer Zaun für 180.000 Euro sei um das Umspannwerk errichtet worden. In ganz Berlin seien seit dem Anschlag 20 Kilometer erneuert oder verstärkt worden…
Giffey redet sich in einen kleinen Rausch. Wie so oft. Dem Geschäftsführer der Stromnetz Berlin GmbH neben ihr bleiben für seinen Wortbeitrag kaum noch Dinge, die Giffey nicht bereits erwähnt hat. Er flüchtet sich schließlich in die technischen Details des Umspannwerkes – nicht ohne zu erwähnen, dass die Wirtschaftssenatorin das wohl auch gekonnt hätte: „Franziska Giffey ist ja eine Expertin für Kabel.“…«
Giffey muß ackern, um in ihrem wohlhabenderen Wahlkreis Rudow an Rande von Neukölln ein Direktmandat zu gewinnen. Denn sie ist nicht nur bei der Wahl zur Spitzenkandidatin für das Abgeordnetenhaus gescheitert, sondern konnte noch nicht einmal einen Listenplatz ergattern. Daß sie inhaltlich der CDU und den Wirtschaftsverbänden deutlich näher steht als der eigenen Partei, wurde ihr endlich übel genommen. "Um das Direktmandat kämpft sie mit allen Mitteln – und ohne Rücksicht auf die Partei, die sie fallen gelassen hat".
»… Giffey hat in den vergangenen Jahren nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie das Amtszimmer in der Senatskanzlei und nicht jenes in der Wirtschaftsverwaltung für den eigentlichen Ort ihrer politischen Bestimmung hält…
Giffey gehört zu jener Sorte Politiker, denen die Regierungsarbeit im Zweifel wichtiger ist als die SPD‑Programmatik. Es gibt diese Politiker in jeder Partei – und sie teilen ein Schicksal: Sie sind bei der Konkurrenz oft beliebter als bei den eigenen Leuten.
Giffeys Geltungsdrang kommt selbst bei vielen SPD-Funktionären nicht gut an. 2023 drängelte sie sich in einen Fototermin von Wegner und dem Kyjiwer Bürgermeister Vitali Klitschko. Beim großen Blackout Anfang des Jahres blühte Giffey im Gegensatz zu Wegner als Krisenmanagerin auf. Gleichzeitig tat sie alles dafür, um genauso wahrgenommen zu werden. Das Ende des Stromausfalls wollte sie zunächst allein in einer Pressekonferenz verkünden, nur wenige Minuten bevor eine gemeinsame Pressekonferenz mit Wegner angesetzt war…«
In einem Gespräch mit einem Unternehmer stellt sie sich gegen die SPD-Position, mit der A 100 eine "Autobahn mitten durch die Stadt" abzulehnen. »Wir müssen uns dafür einsetzen, dass wir weiter eine wirtschaftsfreundliche Politik machen.“ Alles, was der Wirtschaft schade, sei schlecht für Berlin«. Da paßt kein Blatt zwischen sie und den Positionen von CDU und AfD zu diesem Thema. »Einige Tage später wird sie auf ihrem Instagram-Account ein Video von der CDU-Politikerin Clara von Nathusius reposten, die die Vergesellschaftungspläne der Linken scharf kritisiert«.
»Doch auch in dieser schwierigen Phase ihrer Karriere liegt Demut nicht in Giffeys politischer Natur. Sie führt fort: „Aber wenn ich den Wahlkreis gegen den Abwärtstrend der SPD drehe, dann erwächst daraus auch ein Anspruch.“ Ein Senatsposten, so sieht es Franziska Giffey, müsste es dann schon sein.«
Da wird auch diesmal die Linkspartei nicht Nein sagen.
Siehe u.a. auch:
und Dutzende weitere Beiträge hier.

Sicher doch gehört um ein Umspannwerk herum ein Zaun – aus Gründen der Sicherheit und daß da keiner versehentlich in seinen Tod reinläuft.
Nur: Aus diesen edlen Gründen werden diese Zäune nicht gebaut.
Ist Giffey bei ihren "Wirtschafts-Connections" in Ungnade gefallen? Oder braucht sie noch Amtszeit, um die "Versorgungslücke" zu schließen? Andere Beweggründe für eine derartig gescheiterte Funktionärin sind nur schwer vorstellbar. Oder positioniert sie sich eindeutig gegen jegliche der oktroyierten "Reformen" des Regimes?
SPD in 2026? Kann weg, da Steigbügelhalter und neoliberaler Knecht.
"House of cards" auf deutsch.
Nur leider von Seifenoper-Dramaturgen inszeniert und mit Laiendarstellern besetzt. Wird Zeit, dieses Schmieren-Theater abzusetzen.
https://www.aphorismen.de/zitat/138250
und die kennen schon heute die Windrichtung von übermorgen.
Frau Giffey ist durchaus "Expertin": Aufsichtsratsposten bei der BVG und der Berlin Energie (Vorsitz) und der Berliner Wasserbetriebe kommen doch nicht von ungefähr…