Palantir-Partner soll Datenskandal des Berliner Senats bereinigen

Darauf muß man kommen!

»… Das Lichtenberger Bezirksamt ist eines der weni­gen in Berlin, das wei­ter­hin ein eige­nes IT-Netz betreibt und nicht am Landesbetrieb ITDZ hängt.

Crowdstrike soll die IT der Bezirke auf Schäden, Spuren und mög­li­che Hinterlassenschaften der Hackergruppe Rhysida unter­su­chen. Lichtenberg hat gegen den Einsatz des Unternehmens jedoch erheb­li­che Bedenken. Obendrein pflegt Crowdstrike eine stra­te­gi­sche Technologie­partnerschaft mit dem Unternehmen Palantir bei Angeboten für Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz (KI). Palantir ist in Europa hoch­um­strit­ten. Grund ist die Analyse-Software für Sicherheitsbehörden, die rie­si­ge Datenmengen mit KI bearbeitet.

Sind die Berliner Daten sicher bei der US-Firma?

Ferner ist das ame­ri­ka­ni­sche Unternehmen gesetz­lich ver­pflich­tet, alle erlang­ten Daten zur Verfügung zu stel­len, wenn das aus Sicht der US-Behörden die natio­na­le Sicherheit berührt oder für die Strafverfolgung nötig ist. Bislang ist völ­lig offen, ob die US-Behörden sich im Zweifel auch bei den Berliner Daten bedie­nen könnten.

Das Bezirksamt Lichtenberg befürch­tet, dass die vom Unternehmen ein­ge­setz­te Software „Falcon Agent“ einen „voll­um­fäng­li­chen Zugriff“ auf sämt­li­che Daten ermög­li­chen wür­de, auch auf per­so­nen­be­zo­ge­ne. Zudem sei zu befürch­ten, dass die Software dau­er­haft auf den Systemen ver­blei­ben könn­te, wie ein „posi­ti­ver Virus“…

Der Bezirk nut­ze das Produkt eines Konkurrenz­unternehmens von Crowdstrike, um sich gegen IT-Angriffe zu schüt­zen. „Wir wür­den also eine neue Firma auf unse­re Server las­sen, ohne den Vertrag zu ken­nen, die Dokumentation dar­über, die Inhalte“, heißt es in dem Schreiben.

Lichtenberg will Crowdstrike den Zugang zur Bezirks-IT dem­nach nur ermög­li­chen, wenn die Senatskanzlei „die gesam­te Verantwortung über­nimmt“, ein­schließ­lich aller „finan­zi­el­len Risiken und Folgekosten“…«

Kriminelle Hacker mit einem kri­mi­nel­len Unternehmen bekämp­fen zu wol­len liegt dabei durch­aus in der Logik der "Kriegstüchtigkeit". Sie ist nur her­zu­stel­len mit umfas­sen­der Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung. Und sie ist längst im Gange:

»… Allein in Bayern durch­kämmt die Polizei mit der Palantir-Software etwa 39 Millionen Personendatensätze. Das geht aus einem Papier der Konferenz der unab­hän­gi­gen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (DSK) her­vor. Laut DSK kann das Analyseverfahren prak­tisch jeden betref­fen: Straftäter, aber auch Geschädigte, Zeugen, Sachverständige oder Personen, die den Polizeinotruf genutzt haben…«

Schon jetzt führt die Polizei bun­des­weit mit Hilfe der­ar­ti­ger Systeme "Gefährderansprachen" durch. Sie betref­fen Fußballfans wie DemonstrationsteilnehmerInnen und sind mit Platzverweisen und Bewegungsverboten ver­bun­den. Hinter der Idee der "prä­ven­ti­ven Gefahrenabwehr", die vor­gibt, Straftaten vor­her­zu­se­hen, ver­birgt sich eine dys­to­pi­sche Technologie, von der die GeStaPo nur träu­men konnte.

5 Antworten auf „Palantir-Partner soll Datenskandal des Berliner Senats bereinigen“

  1. https://www.t‑online.de/nachrichten/deutschland/id_101422594/hackerangriff-koennte-groessere-folgen-haben-als-bisher-gedacht.html

    Ich sage nur: Chaos Computer Club, sieht so aus: 

    https://​media​.ccc​.de/​v​/​3​8​c​3​-​w​i​r​-​w​i​s​s​e​n​-​w​o​-​d​e​i​n​-​a​u​t​o​-​s​t​e​h​t​-​v​o​l​k​s​d​a​t​e​n​-​v​o​n​-​v​o​l​k​s​w​a​gen

    🙂 So was kann ja ein­fach mal pas­sie­ren, oder nicht? Ich weiß schon, wes­halb ich am lieb­sten Fahrrad fah­re. Es gibt zwar auch Menschen in mei­nem Umfeld, mit denen ich im Golf oder einem ande­ren Produkt des Unternehmens manch­mal mit­fah­re. Soll ich ein Geheimnis ver­ra­ten? Ich fah­re ein nor­ma­les Fahrrad, kein E‑Bike und beim Radfahren oder auch nur Laufen habe ich weder PC noch Tablet noch Handy dabei. Da weiß weder der CCC, noch VW, noch sonst ein Tool, wo ich mich hin­be­we­ge. Ich kann über­all auf einer Bank sit­zen oder stun­den­lang fah­ren oder nur 5 Minuten lau­fen oder in irgend­ei­nem See schwim­men. Alles ohne Handy. 

    Aber wer bin ich? 🙂 Das weiß ich manch­mal selbst nicht. Macht nichts. Ich weiß nur, ich las­se mich zu kei­ner wie auch immer gear­te­ten "Schutzimpfung" oder zu son­sti­gen Medikamenten zwingen. 

    ~ ~ ~

  2. "Der bra­ve Bürger hat nichts zu befürchten."*

    Es sei denn, er hat­te Hausdurchsuchung und Beschlagnahmung von IT-Hardware. Die kann er danach wegwerfen.

    Zitat:

    "… dass die vom Unternehmen ein­ge­setz­te Software „Falcon Agent“ einen „voll­um­fäng­li­chen Zugriff“ auf sämt­li­che Daten ermög­li­chen wür­de, auch auf per­so­nen­be­zo­ge­ne. Zudem sei zu befürch­ten, dass die Software dau­er­haft auf den Systemen ver­blei­ben könn­te, wie ein „posi­ti­ver Virus“ …"

    Das wäre eigent­lich ein Geschäftsmodell: Staatliche Schnüffel-ware auf beschlag­nahm­ten Geräten auf­spü­ren. Beim infla­tio­nä­ren Anstieg von Hausdurchsuchungen zu Einschüchterung, sicher sehr lukrativ.

    Zitat von Inenminister Dobrindt. Unklar, ob er es von Erich Mielke geklaut hat.

  3. Passend dazu und vor allem als Reaktion auf Putins "hybri­den Krieg" gegen Deutschland: Der Überwachungsstaat, auch bekannt als unse­re Kleptokratie, wird noch umfang­rei­cher aus­ge­baut, mit Drohnen und wei­te­ren Überwachungsmaßnahmen, und vor allem an allen Verkehrsknoten. Sturmtruppen wer­den als "mobi­le Einheiten" gegen die "Russen" im Inland zum Einsatz kommen.

    Wenigstens wis­sen die Insassen nun warum.

    Schutz vor rus­si­schen Drohnen und Cyberangriffen: Der Dobrindt-Plan gegen Putins Sabotage
    https://​www​.bild​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​i​n​l​a​n​d​/​s​c​h​u​t​z​-​v​o​r​-​s​a​b​o​t​a​g​e​-​w​i​e​-​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​-​p​u​t​i​n​s​-​d​r​o​h​n​e​n​-​s​t​o​p​p​t​-​6​a​9​b​e​6​5​c​f​d​8​1​0​2​7​7​9​e​e​4​9​dbd

  4. "Lichtenberg hat gegen den Einsatz des Unternehmens jedoch erheb­li­che Bedenken"

    Deswegen? (Ich frag für nen Freund)

    https://​netz​po​li​tik​.org/​2​0​2​5​/​v​e​r​f​a​s​s​u​n​g​s​b​e​s​c​h​w​e​r​d​e​-​d​a​s​-​p​r​o​b​l​e​m​-​h​e​i​s​s​t​-​n​i​c​h​t​-​n​u​r​-​p​a​l​a​n​t​ir/

    Die Beschwerde gegen die nord­rhein-west­fä­li­sche Regelung wur­de im Februar 2026 nicht zur Entscheidung ange­nom­men (nach Änderung des Gesetzes im Jahr 2025).
    Eine Entscheidung in den ver­blei­ben­den Verfahren steht noch aus.

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