Ein Broemmbär dräut

Der "Mahner und Fachmann" war der Held, der in Windeseile Millionen ver­plem­per­te, um die Berliner "Corona-Notfallklinik" auf­zu­bau­en. Sie sah nie einen Patienten sah und wur­de inzwi­schen deak­ti­viert. Dafür hat er, gemein­sam mit Christian Drosten, ein Bundesverdienstkreuz erhal­ten (s. u.). Heute macht er erneut auf Panik.

Wohl nach einem guten Rotwein weiß der Insider über den omi­nö­sen Anschlag auf die Berliner Stromversorgung, von des­sen "links­ra­di­ka­len" Tätern jeg­li­che Spur fehlt, zu berich­ten: "Es hät­te noch weit­aus dra­ma­ti­scher kom­men kön­nen, da die Terroristen auch das Trinkwasser im Visier hat­ten".

»… Eins ist aber auch klar: Wenn Mächte wie Russland Anschläge pro­fes­sio­nell ange­hen, kann es sehr schnell sehr hei­kel wer­den. Die Gefahr wird enorm unterschätzt.

Haben Sie das schon erlebt?
Ende November 2025 wur­de hier an einem U‑Bahnhof ein so prä­zi­ser Brand gelegt, dass die Züge zwei Monate lang nicht fuh­ren. Erst hieß es, das sei­en Obdachlose gewe­sen. Aber viel spricht dafür, dass ein soge­nann­ter aus­län­di­scher Wegwerfagent dahin­ter­stand, der extrem gut instru­iert war und das für ein paar Hundert Euro getan hat…

Was soll­te die Bevölkerung tun?
Sich wapp­nen, ohne Panik, aber mit vor­aus­schau­en­der Vernunft. Ich spie­le mit mei­nem Enkel Stromausfall. Dann bringt er die Notlampe und das Kurbelradio. Haushalte soll­ten Wasser- und Essensvorräte anle­gen und sich mög­lichst war­me Schlafsäcke besor­gen. Auch gegen einen guten Rotwein als Krisentröster ist nichts ein­zu­wen­den. Jetzt ist außer­dem ein geeig­ne­ter Zeitpunkt, end­lich die Keller zu ent­rüm­peln, damit sie als Schutzräume die­nen kön­nen. In Wohnblocks wäre ein Konzept gut, um in Gefahrenlagen schnell Fahrradkeller freizuräumen…

Auch soll­te man Stromleitungen mit Drohnen abflie­gen und von Satelliten aus kon­trol­lie­ren. Sinnvoll wären auto­no­me Drohnenflüge, auch über Bahnstrecken. Solche Anwendungen, ohne dass ein Pilot das Gerät sehen und steu­ern kann, sind in Deutschland aber ver­bo­ten. Das sind jäm­mer­li­che Vorschriften, die gehö­ren beseitigt…

Was täten Sie, wenn Sie das Sagen hät­ten?
Wir müs­sen alle an einem Strang zie­hen. Wenn ich ent­schei­den könn­te, wür­de ich über­mor­gen zu einer Konferenz der Ministerpräsidenten ein­la­den, um sofort eine gemein­sa­me Abwehrstrategie zu erar­bei­ten. Und ich wür­de im Bund und in den Ländern „Chief Resilience Officers“ ein­set­zen, Leiter für Krisenfestigkeit auf Staatssekretärsebene. Die soll­ten eng mit der Wirtschaft ver­netzt sein und per­ma­nent die Lage im Blick haben…«


Wer hier Drosten-Putsch liest, muß in Anlehnung an Pia Lamberty ein­deu­tig dem ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Lager zuge­rech­net wer­den (gemeint ist Stephan Pusch, Landrat der Stadt Heinsberg):

»... Auch Albrecht Broemme, ehe­ma­li­ger Leiter des Technischen Hilfswerks (THW), erhält das Bundesverdienstkreuz. Er hat­te im Frühjahr inner­halb von nur sechs Wochen ein Behandlungszentrum für 500 Covid-19-Patienten auf­ge­baut. „Dabei wäre sein Ruhestand wohl­ver­dient, denn Albrecht Broemme ist schon seit sei­nem 17. Lebensjahr im Katastrophenschutz aktiv.“…«

Auf coro­dok war damals zu lesen:

Mit der Falschinformation "Die Zahl der Infizierten und Erkrankten in Deutschland steigt täg­lich. Die Krankenhäuser sind bereits am Limit" hat­te der Senat im März begrün­det, war­um auf dem Gelände der Messe Berlin eine "Überlaufklinik" aus dem Boden gestampft wer­den soll­te. 50 Millionen wur­den dafür bereitgestellt.

In 20 bis 25 Tagen soll­te dort Platz "für bis zu 1.000 Corona-Patienten" geschaf­fen werden.

»Woher das tech­ni­sche Material und das medi­zi­ni­sche Personal kom­men sol­len, ist aller­dings noch unklar… Der Berliner Senat will einen Amtshilfeantrag an die Bundeswehr stel­len. Sie soll beim Aufbau und Betrieb der Klinik hel­fen.«

In doppelter Zeit halbes Ziel erreicht

Nach 53 Tagen, am 11.5. "wur­de in der Messehalle 26 ein Spezial-Krankenhaus mit zunächst 500 Betten errich­tet". In der dop­pel­ten Zeit wur­de die Hälfte des Ziels erreicht. Zugegeben, in Anbetracht der Leistungen, für die Dr. mm.* C. Drosten das Bundesverdienstkreuz bekom­men soll, läßt sich die Ehrung von Albrecht Broemme nicht bemäkeln.

Am 15.4. hat­te der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses bezwei­felt,

»… dass die umfunk­tio­nier­te Messehalle je gebraucht wird. Bislang sei­en die Zahlen der am Coronavirus erkrank­ten Patienten auf den Intensivstationen über­schau­bar, sag­te Albers am Mittwoch. Viele Berliner Krankenhäusern hät­ten noch aus­rei­chend Kapazitäten, um mehr Erkrankte zu ver­sor­gen.«

Die Senatorin hielt

»…es hin­ge­gen nach wie vor für rich­tig, am Messestandort Kapazitäten für bis zu 1.000 Patienten vor­zu­hal­ten…
Sollte es nicht – oder nicht – mehr gebraucht wer­den, wür­de das Corona-Behandlungszentrum so bald wie mög­lich wie­der abge­baut wer­den.«

Das war gelo­gen. Das "Corona-Behandlungszentrum" besteht immer noch und hält sich zu Recht für die Umsetzung eines "noch nicht da gewe­se­nen medi­zi­ni­sches Konzept".

Dutzende Millionen für 84 leer stehende Betten

Am 25.7. war zu erfah­ren: "Die Klinik steht ein­fach leer."

»Laut des lan­des­ei­ge­nen Klinikkonzerns Vivantes konn­ten bereits 188 Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte gewon­nen wer­den. Sie wur­den ab Anfang Juni geschult, was nun ein­mal im Monat wie­der­holt wird.

Planungen für wei­te­ren Ausbau in Halle 25 haben begon­nen
"Es wur­den 84 Betten vom bezirk­li­chen Gesundheitsamt geneh­migt", sagt Moritz Quiske, Sprecher der Gesundheitsverwaltung. Alles wei­te­re fol­ge bei Bedarf. Die Kosten bezif­fert er auf ins­ge­samt 55 Millionen Euro – 30 Millionen für den Bau und wei­te­re 25 für die medi­zi­ni­sche Ausstattung. "Mehr als 90 Prozent der ein­ge­setz­ten Materialien sind wie­der­ver­wert­bar." Die knapp 11.000 Quadratmeter frisch ver­leg­ter Linoleumfußboden in Halle 26 gehö­ren nicht dazu. Die Messe erhal­te vom Land Berlin monat­lich eine Million Euro als „Vergütung, Bauherrenleistung und für das Facility Management", so Quiske wei­ter. Die Planungen für Halle 25, wo ein zwei­ter Teil mit wei­te­ren 300 Betten ent­ste­hen soll, "haben wie ver­ein­bart begonnen".«

Nicht genannt sind die Kosten für die Gehälter. Was mit den rest­li­chen 416 noch nicht geneh­mig­ten Betten pas­sie­ren soll, kann dann auch egal sein.

Zur Not Schönheitschirurgen und ein Stabsoffizier der Bundeswehr

In einem PR-Artikel der Zeit ("Kann Berlin Wuhan?") vom 1.4. war zu lesen:

»Albrecht Broemme war seit 84 Tagen im Ruhestand und plan­te bloß die Arbeit in sei­nem rie­si­gen Garten, als Berlins Gesundheitssenatorin ihn anrief und ihm mehr Menschenleben anver­trau­te, als er wohl je zuvor als Katastrophenmanager geret­tet hat. Ob er sich vor­stel­len kön­ne, frag­te die Senatorin, ein Notfallkrankenhaus für Corona-Erkrankte zu bau­en, inner­halb weni­ger Wochen?

Broemme ist ein fast zwei Meter gro­ßer stu­dier­ter Elektrotechniker… Jetzt, am Ende sei­nes Berufslebens, hängt es nicht zuletzt an ihm, wie vie­le der Berliner Corona-Kranken mit schwe­ren Verläufen geret­tet wer­den können.

Aus der Halle 26 des Messegeländes an der Jafféstraße, in der einst Start-up-CEOs Produkte prä­sen­tier­ten und thai­län­di­sche Tänzerinnen für Südostasienreisen war­ben, soll er eine Art Behelfsklinik machen: 1.000 Betten ins­ge­samt, davon die Hälfte im Gebäude mit 200 Zwei- bis Vierbettzimmern, die übri­gen wohl außer­halb, irgend­wo auf dem Messegelände. Die Klinik soll eini­ge Beatmungsgeräte bekom­men, zudem 600 bis 800 Ärzte und Pflegekräfte – zur Not, so hieß es, müs­se man Schönheitschirurgen, Sportärztinnen, Ruheständler und Medizinstudierende anwer­ben. Das alles inner­halb weni­ger Wochen…

Nach dem Anruf bezog Albrecht Broemme recht schnell ein Büro… [und] erar­bei­te­te einen Zeit- und Kostenplan: 50 bis 100 Millionen Euro sol­le alles kosten, 25 Millionen davon für Geräte, 75 Millionen für Innenausstattung, das wur­de schnell bewil­ligt. Mit ihm im Team arbei­ten ein Stabsoffizier der Bundeswehr, Senatsvertreter, Sanitätspersonal. Ob sie die Nächte durch­ar­bei­ten, wie viel Abstand sie von­ein­an­der hal­ten ist nicht bekannt. Mit Presse spre­chen sie kaum: kei­ne Zeit.«

"Kein richtiges Genehmigungsverfahren"

»Deshalb ist es auch nicht genau zu rekon­stru­ie­ren, wer von allen Beteiligten als Erstes den etwas merk­wür­di­gen Absatz 4 des Paragrafen 77 in der Berliner Bauordnung ent­deck­te, und wann. Um die Kraft des Paragrafen zu ver­ste­hen, muss man kurz nach Wuhan blicken, wo die Corona-Pandemie zuerst aus­brach, und wo auto­kra­ti­sche Strukturen behörd­li­ches Handeln weni­ger stark beschrän­ken… In Berlin, Deutschland, kön­nen bei Neubauten im Einzelfall 37 Behörden mitreden…

[Broemme] fand Paragraf 77, Absatz 4 der Berliner Landesbauordnung.

Laut Baurechtsexperte Bönker ist die­ser Passus pri­mär für gehei­me mili­tä­ri­sche Einrichtungen erdacht wor­den, viel­leicht noch für Gebäude der Bundespolizei. Er besagt aber auch, dass Anlagen, die "dem zivi­len Bevölkerungsschutz die­nen" kein rich­ti­ges Zustimmungs- oder Genehmigungsverfahren durch­lau­fen müs­sen. Bönker glaubt, dass es das erste Mal sein könn­te, dass der Paragraf für einen sol­chen Fall ange­wen­det wird. Was Gefahr bedeu­tet, was Schutz der Bevölkerung, das defi­niert die Pandemie jetzt eben neu.

Projektleiter Broemme reich­te eini­ge Dokumente bei der Senatsverwaltung ein, dar­un­ter wohl Dokumente über den Brandschutz. Die muss­te die Dokumente nicht im Einzelnen prü­fen, son­dern nahm sie nur zur Kenntnis. Broemme spar­te so Monate, viel­leicht Jahre… Auch die Krankenhausaufsicht hat inzwi­schen Wege gefun­den, von bestimm­ten Erfordernissen abzu­se­hen…

Irgendwann muss jemand für sta­bi­les WLAN sor­gen, damit Kranke mit ihren Verwandten face­timen kön­nen. Und even­tu­ell muss dem­nächst noch ein Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr gemailt wer­den, damit Soldaten hel­fen kom­men können.

"Der Schwerpunkt", sagt ein Sprecher der Bundeswehr, "liegt jetzt aber nicht auf der Einhaltung von Formalien und schö­nem Briefpapier".«

Es wird also ein Bundesverdienstkreuz ver­lie­hen für die Errichtung einer sünd­haft teu­ren, von Anfang an nicht erfor­der­li­chen "Corona-Notfallklinik", vor­bei an allen nur denk­ba­ren Vorschriften. Da muß Herr Broemme sich nicht hin­ter Dr. mm. Drosten verstecken.

*Dr. mm = Doktor mutmaßlich

Siehe auch Bundesverdienstkreuz für Drosten– was ist das eigent­lich? und Vom BER ler­nen heißt sie­gen ler­nen! sowie Kommt Impfstoff mit Panzern?.

Und:

(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

3 Antworten auf „Ein Broemmbär dräut“

  1. Gut, daß der Herr kein Drehbuchautor gewor­den ist.
    Der hät­te ja bei sei­nen dra­ma­tur­gi­schen Einfällen nir­gend­wo eine Anstellung bekommen…

  2. Rotwein mit dem Enkel

    Wenn ich in den letz­ten Jahren jedes­mal einen Rotwein als "Krisentröster" getrun­ken hät­te, wäre ich heu­te Alkoholiker. Die Preisverleihungs-Pandemie ist da noch nicht mit eingerechnet.

    Aber bit­te, wems gefällt.

  3. Tja, ver­ste­he den Kapitalismus: Da wer­den Dinge pro­du­ziert die gar kei­ner braucht, da wird mit Dingen gehan­delt die es gar nicht gibt und in der Regel lan­det dann alles auf dem Müll.

    So wie Corona-Impfstoffe, Corona-Masken, Brücken die nicht befahr­bar sind, Glasfaserkabel die irgend­wo auf einer grü­nen Wiese enden, Windräder die gar nicht ange­schlos­sen sind, Turnhallen deren Dächer bei Schneefall ein­stür­zen, Radwegbeleuchtungen die nicht funk­tio­nie­ren, Illustrierte die kei­ner liest usw.

    Fragt sich da nicht mal einer war­um das so ist!?

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