Pflegekräfte gegen Buyx, Quandt und Ciesek

»… Von den Kolleg:innen wer­den Verschlechterungen ihrer Arbeitsbedingungen per Tarifvertrag gefor­dert. Damit blockiert der Charité-Vorstand aktu­ell Fortschritte in den Verhandlungen.

Deshalb ruft ver.di ab näch­ster Woche zum Streik auf. Am Montag fin­den begrenz­te Streikaktivitäten statt. Von Mittwoch bis Freitag (2.09.–4.09.), ruft ver.di zu umfas­sen­den Streikmaßnahmen auf, die einer deut­li­chen Einschränkung im Krankenhausbetrieb füh­ren kön­nen. ver.di stellt für den Zeitraum sicher, dass aus­rei­chend Personal für die Behandlung von Notfällen bereit gestellt wird. Es ist mit deut­li­chen Einschränkungen bei plan­ba­ren Behandlungen zu rechnen.

Mit dem ange­kün­dig­ten Warnstreik erhö­hen die Beschäftigten den Druck auf den Charité-Vorstand, die aktu­el­le Blockadehaltung zu über­win­den. Seit Beginn der Tarifbewegung im März haben sich mehr als 400 Beschäftigte neu in ver.di organisiert.

Die Arbeitgeberseite begrün­det Ihre Verweigerung der Weiterentwicklung des Tarifvertrags und der Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Kolleg:innen mit der aktu­ell vom Bundestag beschlos­se­nen Verschlechterungen der Krankenhausfinanzierung durch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz und das Krankenhausanpassungsgesetz. Die aktu­el­le Koalition im Bund trägt damit direkt zum tarif­li­chen Konflikt bei.

„Die Beschäftigten sind nicht bereit, die Krise der GKV-Finanzierung und die Kürzungspolitik der Bundesregierung mit ihrer Gesundheit und ihren Arbeitsbedingungen zu bezah­len. Wir for­dern die Charité als Arbeitgeberin auf, gute und gesun­de Arbeitsbedingungen über die­sen Tarifvertrag wei­ter­hin im erfor­der­li­chen Ausmaß abzu­si­chern“, erklärt ver.di Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer…«

Gericht auch hier parteiisch

Laut rbb hat das Arbeitsgericht Berlin eine einst­wei­li­ge Verfügung zugun­sten des Charité-Managements erlas­sen. Dadurch soll die Notdienstregelung erheb­lich aus­ge­wei­tet werden.

»… Verdi spricht in einer Pressemitteilung von einer "skan­da­lö­sen Einschränkung des Streikrechts". Aus Sicht der Gewerkschaft wür­de die von der Charité gefor­der­te Notdienstbesetzung fak­tisch zu einer Aufrechterhaltung des Normalbetriebs führen.

An der Charité sind nach Angaben des Unternehmenssprechers etwa 7.000 Pflegekräfte tätig.«

Im Aufsichtsrat der Charité sit­zen unter ande­rem Alena Buyx und der Spitzenkandidat der CDU zu den Abgeordnetenhauswahlen, Stefan Evers. Ebenfalls ver­tre­ten ist das Vorstandsmitglied der Bayer AG, Stefan Oelrich. Ihm ver­dan­ken wir die kla­ren Worte auf dem Berliner World Health Summit 2021:

»Ich sage immer ger­ne: Wenn wir vor zwei Jahren eine Umfrage in der Öffentlichkeit gemacht hät­ten – "Wären Sie bereit, eine Gen- oder Zelltherapie in Ihren Körper zu inji­zie­ren?" – hät­ten wir wahr­schein­lich eine Ablehnungsquote von 95 % gehabt.«

Videoquelle: you​tube​.com (24.10.21)

Ein wei­te­rer Stefan, der Multimilliardär Stefan Quandt, sitzt neben Sandra Ciesek im Stiftungsrat der Stiftung Charité. Vorsitzender des Rats ist Jörg Appelhans, "per­sön­li­cher Referent der Familie Quandt und Vorstand der Johanna-Quandt-Stiftung".

Siehe auch

Kommerzielle Interessen von Charité und Labor Berlin 

Stiftung Charité – fest in der Hand der Wirtschaft

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

11 Antworten auf „Pflegekräfte gegen Buyx, Quandt und Ciesek“

  1. > Druck auf den Charité-Vorstand?

    Der Vorstand ent­schei­det doch gar nichts. Und solan­ge Kliniken in pri­va­ter Hand sind kann von Versorgung kei­ne Rede sein, da ist das was ver­di mit dem Unternehmer aus­kas­pert nicht mehr als ein gespiel­ter Witz.

    1. @Erfordia: Empfehlung – mal run­ter vom arro­gan­ten Roß!

      Ihre Geringschätzung der Kämpfe der Krankenkausbeschäftigten steht in einem ful­mi­nan­ten Gegensatz zu Ihren Ausführungen über Klassenkämpfe und Arbeiterklasse all­ge­mein. Wenn Sie sich mal ein paar Minuten Zeit neh­men und recher­chie­ren, wel­chen Widerständen des Vorstands (wer auch sonst?) das Personal aus­ge­setzt war, bis es nach Jahren den ersten Entlastungstarifvertrag bun­des­weit durch­set­zen konn­te, wür­den Sie viel­leicht anders den­ken. Dabei geht es noch nicht ein­mal um Geld, son­dern um erträg­li­che Arbeitsbedingungen im Interesse auch der PatientInnen. 

      Ihr ver­mut­li­ches Bild von Arbeiterklasse mit Helmen auf dem Kopf und an den Fließbändern sowie zigar­re­rau­chen­den Patriarchen an den Firmenspitzen ist nicht mehr ganz taug­lich. Ihr eben­so von mir ver­mu­te­tes Bild die­ser Arbeiterklasse, die unter Führung der bol­sche­wi­sti­schen Partei die Diktatur des Proletariats her­bei­führt, kol­li­diert man­cher­orts eben­falls an der Realität… 

      Zustimmen wür­de ich der ver­mu­te­ten Auffassung, daß eine Überwindung des Kapitalismus ohne das Zutun der Arbeiterklasse nicht gelin­gen wird. Zu ihr gehö­ren in einem Verständnis, daß nicht vor hun­dert Jahren ste­hen geblie­ben ist, auch die vie­len Menschen in Dienstleistungsberufen. Sie müß­ten über­zeugt wer­den, daß ihre Kämpfe auch um Partikularinteressen ein­ge­bun­den wer­den soll­ten in die zur Ablösung eines unge­rech­ten und über­leb­ten Gesellschaftsmodells. Sie vor den Kopf zu sto­ßen, ist dabei der fal­sche Weg.

      1. Lieber @aa,

        es ist nun­mal so, daß die Arbeiterklasse den Kampf nur gewin­nen kann wenn sie nach mar­xi­stisch-leni­ni­sti­schen Grundsätzen geführt wird und han­delt. Das ist histo­risch bewiesen!

        Tariflöhne aus­han­deln ist eine Sache. Ob sie gezahlt wer­den, eine Andere, genau das ent­schei­den pri­va­te Interessen die hier unser gan­zes Leben bestimmen.

      2. Und noch etwas @aa: Was ich hier schrei­be, das sind ein­fach nur Fakten. Machen Sie sich doch mal klar, was Lohn im öko­no­mi­schen Sinne ist:
        Lohn ist stets ein Bruchteil des durch Arbeit geschaf­fe­nen Mehrwertes (Marx).

        So ist das was ein Unternehmer letzt­end­lich an Lohn zahlt, das Ergebnis einer eis­kal­ten Kalkulation und nicht etwa ein Zugeständnis oder das Ergebnis irgend­wel­cher Verhandlungen. Sehen Sie, die Gewerkschaften haben an den soge­nann­ten Tariflöhnen gar kei­nen Anteil. Natürlich dür­fen Sie ger­ne glau­ben, ver.di hät­te da was ver­han­delt, aber ein sol­cher Glaube ist genau­so ein Trugschluss wie der Glaube bei irgend­wel­chen Sonderangeboten im Supermarkt ein Schnäppchen gemacht zu haben.

        MFG

  2. Man soll­te halt dar­auf ach­ten die AG*s nicht noch "auf dum­me Gedanken" zu brin­gen indem man Notfallbesetzungen noch "effi­zi­en­ter" gestal­tet. Was für ein Spagat!

    Aber man kann es nur immer wie­der wie­der­ho­len. Ein Gesundheitswesen kann nicht pri­va­ti­siert wer­den. Das Ziel eines "Unternehmens" ist das posi­ti­ve Betriebsergebnis. Wann "schnallt" das eigent­lich mal Eine/​r? Man könn­te genau­so gut "Rendite" mit dem Wort "Korruption" erset­zen. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun. Ich weiß es nicht. Ich chaa­be nämm­lidch gar kei­ne Aktien!

    Die Welt ist eigent­lich viel ein­fa­cher als man mei­nen soll­te. Aber viel­eicht ist ja genau das das Problem dabei.

    Gucksdu:
    https://​www​.geset​ze​-im​-inter​net​.de/​s​t​g​b​/​_​_​2​6​3​.​h​tml
    Quelle: Quelle

    Auf Anfrage erklä­re ich es sogar genau­er. Bloß glau­be ich nicht wirk­lich daß das eine/​r hören oder gar lesen (noch sach­lim­mer) möch­te. Das ist halt was Viele (fälsch­li­cher­wei­se) unter "Freiheit&Demokratie" ver­ste­hen. Nicht die Einzigen die völ­lig falsch liegen!

    Weiß jetzt wirk­lich nicht wie ich drauf kom­me, aber "Faschismus" ver­folgt poli­tisch das Bestreben, das Recht durch eine Willkürherrschaft zu ersetzen.

    1. > Weiß jetzt wirk­lich nicht wie ich drauf kom­me, aber "Faschismus" ver­folgt poli­tisch das Bestreben, das Recht durch eine Willkürherrschaft zu ersetzen.

      Nun, das tut bereits der Kapitalismus. Faschismus ist nur eine ande­re Art des Kapitalismus, bes­ser gesagt des Imperialismus.

      Und sicher doch FINE: Ein Gesundheitswesen hat in pri­va­ten Händen nichts zu suchen. Ist es aber und genau dar­aus erwach­sen säm­li­che Probleme die es damit hat.

      1. @Erfordia:

        Darüber muß­te ich jetzt tat­säch­lich lan­ge grü­beln, weil ich kein "Faschismusexperte" bin.- (kei­ne Kritik, an der Stelle)

        Der Zusammenhang besteht dar­in, daß ein Überpotential an Kapital ein Mittel zur Machtausübung dar­stellt. Anders aus­ge­drückt, eine star­ke Differenz im ver­füg­ba­ren K. bil­det den pro­por­tio­na­len Machtunterschied. "Kapital" ist in dem Bezug ein Begriff der Neuzeit, expli­zit der "indu­stri­el­len" Revolution. Unser so genann­tes libe­ral-ange­lehn­tes System schützt das Eigentum, auf einer nach oben offe­nen Skala. dadurch erreicht die­ses berei­che, in denen Wenige nicht mehr in der Lage wären, oder sind, ihr "Eigentum" (per Definition) zu schüt­zen. (oder zu behal­ten) Das über­nimmt der Staat, mit den ihm zur Verfügung ste­hen­den Mittel. Jetzt kom­me ich aber schon zu weit vom "Faschismus" ab.
        Der F. , und da leh­ne ich mich etwas an des­sen Sprachrohr "Hitler" an, ist die Vorstellung einer will­kür­li­chen, nicht rechts­ge­bun­de­nen Ordnung, in der sich "Der Stärkere" durch­setzt. Auf die Definitionen möch­te ich mich nicht wei­ter ein­las­sen, nur Eine im Umkehrschluß – Der sich durch­setzt ist der Stärkere! Es geht mehr um die Auseinandersetzung selbst als um eine Gesellschaftsordnung.

        Bevor wir Staat und Recht kann­ten, stell­ten sich "natür­li­che" Feudalsysteme ein, wel­che in der moder­nen Welt so, abseh­bar nicht mehr zu Stande kom­men kön­nen. Der oder die Feudalherren ver­füg­ten über die Güter und (!) über die Menschen – also auch die "Händler" und (bedingt) die Klerikalen.

        Leider muß ich ver­mu­ten, wie ein hege­mo­nia­ler Faschismus ver­lie­fe. Durch rück­stän­di­ge Innovation, wür­de die­ser sich selbst auf­ge­ben (-> Spanien!). Die "Kapitalisten" wür­den nach­ein­an­der "aus­ge­schal­tet" wer­den. Die rei­nen Kapitalgesellschaften wür­den zunächst als Mittel zur Verfügung ste­hen, um dann zu Grunde zu gehen. Eine "eli­tä­re Inzucht" wür­de sich, genau­so wie bei "Dynastien", auch bei Dominanzherrschaft bemerk­bar machen und zur Benachteiligung des Gesamtsystemes füh­ren. (s.Antike) So sehe ich das zumin­dest, und glau­be auch daß ich gar nicht so weit falsch lie­ge dabei.

        Weil ich aber eher mit­tel­mä­ßig intel­li­gent bin, gehe ich also davon aus. daß "Die Faschisten" das irgend­wie auch wis­sen. Sie kämp­fen also, dem Kerne nach, um eine Interimsposition bei der Machtausübung. An der Stelle aber, wird's extrem spe­ku­la­tiv. Worauf wol­len "Die" hin­aus? Das bie­tet – auch in der Politik – reich­lich Stoff für "Spekulationen". (Hitler sei im Grunde "links" gewe­sen, etc.…) Es dient nicht der Sache, an der Stelle groß Herleitungen auf­zu­bau­en, denn ein Kampfmittel der (poli­ti­schen) Faschisten ist eine gewis­se "Unkompliziertheit dem Anschein nach" auf­zu­bau­en, um "ad-hoc" Masse hin­ter sich zu schaf­fen. Beispiel "Populismus".

        Faschismus und Kapitalismus haben eben­so­vie­le Gemeinsamkeiten, wie Unterschiedlichkeiten. Wenn ein "Kapitalist" sein Kapital in Gefahr sieht, schreit er ggf. auch nach dem (geschrie­be­nen und ver­bind­li­chen) Recht. Er "über­läßt" es auch nicht frei­wil­lihg den "Faschisten". Dazu füge ich ger­ne auch eine per­sön­li­che Erinnerung – wenn ich mir schon­mal die Mühe gemacht habe. Es gab, vor­wie­gend im 18. und 19. Jhrdt. anar­chi­sti­sche Theoretiker, die zu erstaun­li­chen Erkenntnissen gekom­men sind. So wider­sprüch­lich die­se auch aus­ge­fal­len sein mögen, so bestands­fest waren die ein­zel­nen "Thesen an sich" dabei geblieben.

        Die Frage, ob sich der Anarchismus damals selbst ad-absur­dum theo­re­ti­sier­te, in sei­nem fast fana­ti­schem "Wirklichkeitsbezug", bleibt mei­ner Ansicht nach offen. Aber ich habe tat­säch­lich eine ganz bestimm­te Vermutung. Jedwede Zukunft einer Gesellschaft, wie auch immer man das dre­hen und wen­den möch­te, ist vom Kompromiss geprägt. Es spielt – objek­tiv gese­hen – kei­ne Rolle ob man das "ideo­lo­gisch" aner­ken­nen will, oder ob man es zu ver­bie­ten sucht.

        Jednfalls hal­te ich, eine "Diktatur" des Proletariates zwar für stark genug einen "Faschismus" ein­zu­däm­men – mit Leichtigkeit! Doch wie weit ähnelt es dem bereits in sei­nen Auswirkungen? Und in der heu­ti­gen Zeit kommt unwei­ger­lich noch etwas hin­zu. Das poli­ti­sche Gewicht eines "Proletariats" wird ent­wick­lungs­be­dingt kei­ne Bedutung hin­sicht­lich "der Massen" haben. Somit ent­spricht das alte Mittel des klas­si­schen Kommunismus, nicht mehr der Zeit. ABER – ganz so weit sind wir noch nicht. Was wir der­zeit erle­ben, ist wie die ein­sti­ge "Utopie" bereits an unse­re Türe klopft. Eine Maschine als (hin­ter­fra­gens­wer­ter) "Dienstleister"! Aber auch das kann man vor­aus­be­stim­men – oder es zumin­dest ver­su­chen. Entweder setzt sich die "intel­li­gen­te Technologie" nie­mals durch, oder "Der Mensch" wird den Kürzeren zie­hen dabei. – Ganz kla­res Bild, jetzt schon! [Meine Meinung!]

        Hätten "Die Sowjets" wei­ter geherrscht, so hät­ten Sie sehr wahr­schein­lich ver­sucht, sogar dei besten "intel­li­gen­ten Maschinen" her­zu­stel­len – Oder etwa nicht? 😉 (Im Sinne, das Beste für das Proletariat zu leisten)

        Sorry, für die ver­blie­be­nen Rechtsschreibfehler. Aber, wenn ich mal genug Geld für eine*n gen­dern­den/­nicht-gen­dern­den Krrekturleser*In habe .….. 😀

  3. Bei die­sem Kabinett an Führungs-"Persönlichkeiten" und Stiftungs-Steuersparern, möch­te man um die Charité lie­ber einen gro­ßen Bogen machen, auch wenn man den Pflegekräften damit sicher Unrecht tut.

  4. da macht auch die cha­ri­té mit. IP-Transfer an Spinoffs. es geht um Kapital und Eigentum, das pri­va­ti­siert wer­den soll, um es zu vermarkten.

    04.09.2026, 11:28 Uhr – Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege
    Gemeinsame Pressemitteilung: Auf dem Weg zu neu­en Deeptech-Standards in der Hauptstadtregion: Start der gemein­sa­men Erprobung eines Rahmens für den IP-Transfer an Spinoffs

    Das Startup-Ökosystem der Metropolregion Berlin-Brandenburg stellt die Weichen auf Zukunft: Zehn Berliner Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen, die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie die Berlin-Brandenburger Startup Factory JUNI haben ein Memorandum of Understanding (MoU) zum „Berliner IP-Modell” geschlos­sen. Der gemein­sa­me Ziel- und Prozessrahmen soll die Verwertung von for­schungs­ba­sier­tem gei­sti­gem Eigentum (IP) ver­ein­fa­chen und Ausgründungen nach­hal­tig inve­sti­ti­ons­fä­hig machen.

    Entwickelt wur­de das Rahmenwerk von JUNI gemein­sam mit Berliner und Brandenburger Wissenschaftseinrichtungen. Mit dem MoU begin­nen nun die unter­zeich­nen­den Berliner Einrichtungen mit der ver­ein­bar­ten drei­jäh­ri­gen Erprobungsphase. In die­ser Phase wird auch den unter­schied­li­chen insti­tu­tio­nel­len Rahmenbedingungen Rechnung getragen.

    Transparenz und Effizienz: Zielmarke 90 Tage vom Labor zum Vertrag

    Deutschland und Europa for­schen auf Weltniveau – bei der kom­mer­zi­el­len Übersetzung fal­len sie jedoch zurück: Talente und IP wan­dern ab oder blei­ben unge­nutzt, weil kom­ple­xe und unkla­re Prozesse den Transfer ver­zö­gern, ent­ge­gen der Präferenz aller Beteiligten. Genau hier setzt das „Berliner IP-Modell” an. Für stan­dar­di­sier­ba­re Transferprozesse for­mu­liert es eine kla­re Zielmarke: Vom initia­len IP-Audit bis zur Unterschrift sol­len höch­stens drei Monate ver­ge­hen. Die Erprobungsphase wird zei­gen, wel­che insti­tu­tio­nel­len Voraussetzungen für die­ses Ziel not­wen­dig sind oder geschaf­fen wer­den soll­ten, um es zuver­läs­sig zu erreichen.

    Das Herzstück des Rahmenwerks bil­den drei klar defi­nier­te Komponenten:

    Das IP-Audit: Eine struk­tu­rier­te Bestandsaufnahme, um bestehen­de Schutzrechte und Eigentumsverhältnisse vor­ab trans­pa­rent zu erfassen.
    Die IP-Scorecard: Ein neu­tra­les Bewertungstool, das in Anlehnung an die SPRIND-Methodik den ech­ten Wettbewerbsschutz der IP in drei Stufen einordnet.
    Die Transfer-Modelle: Fünf Modelle – von vir­tu­el­len Anteilen über ech­te Geschäftsanteile bis hin zum rei­nen Nutzungsentgelt oder einer Festvergütung.

    Welche Modelle eine Einrichtung in die Erprobung ein­be­zieht und anbie­tet, ent­schei­det sie vor­ab unter Berücksichtigung ihrer bestehen­den Transferregelungen. Innerhalb die­ses Angebots wählt das Spinoff aus. Je Bewertungsstufe sieht das Berliner IP-Modell vor­for­mu­lier­te, an inter­na­tio­na­len Best Practices erfolg­rei­cher Innovationsökosysteme ori­en­tier­te Vertragsbedingungen vor. Die Standardvertragsvorlagen sowie ein Rechtsgutachten legt JUNI in den ersten drei Monaten der Erprobungsphase vor.

    Die Bandbreiten des Rahmenwerks beru­hen auf einer Analyse inter­na­tio­na­ler Transfer-Ökosysteme, die JUNI beglei­tend ver­öf­fent­licht, um Transparenz und Nachvollziehbarkeit sicherzustellen.

    Laura Möller, CEO von Juni: „Das Berliner IP-Modell ist der stra­te­gi­sche Hebel, um Spitzenforschung ohne Reibungsverluste in den Weltmarkt zu brin­gen. Wir schaf­fen damit eine inve­sti­ti­ons­freund­li­che Infrastruktur, die Gründungen ab Tag eins maxi­ma­le Planungssicherheit und die not­wen­di­ge Liquiditätsschonung ermög­licht. Das Modell und vor allem die Bereitschaft der unter­zeich­nen­den Einrichtungen kommt genau zum rich­ti­gen Zeitpunkt. Wir erle­ben der­zeit ein Momentum hin­sicht­lich der Relevanz von wis­sen­schaft­li­chen Ausgründungen und sind davon über­zeugt, dass es zu einer posi­ti­ven Dynamik bei­trägt. Die Metropolregion stärkt damit ihre Innovationskraft.“

    Dr. Henry Marx, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung: „Berlin macht vor, was noch kein ande­res Bundesland geschafft hat: Mit dem Berlin Model schaf­fen wir ein lan­des­weit ein­heit­li­ches und insti­tu­ti­ons­über­grei­fen­des IP-Modell für Ausgründungen aus der Wissenschaft. Damit sor­gen wir für kla­re Standards, mehr Transparenz und Planbarkeit – und vor allem für mehr Geschwindigkeit beim Transfer von Ideen aus der Forschung in den Markt. Das macht Ausgründungen ein­fa­cher und Berliner Start-ups zugleich attrak­ti­ver für Investorinnen und Investoren. Gemeinsam mit JUNI, den Berliner Hochschulen, der BUA, der Charité und der Senatswirtschaftsverwaltung schaf­fen wir so bes­se­re Bedingungen für wis­sen­schafts­ba­sier­te Gründungen und stär­ken den Innovationsstandort Berlin. Zugleich geben wir damit einen wich­ti­gen Impuls für die geplan­te natio­na­le IP-Strategie des Bundes.“

    Dr. Severin Fischer, Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Um als Wirtschaftsstandort wei­ter­hin inter­na­tio­nal ganz vor­ne mit­spie­len zu kön­nen, brau­chen wir exzel­len­te Rahmenbedingungen für tech­no­lo­gie­ge­trie­be­ne Ausgründungen. Mit der Deep Tech Berlin Agenda und der Berlin Transfer Bridge haben wir den Rahmen gesetzt; das Berliner IP-Modell füllt ihn nun dort, wo es für Gründerinnen und Gründer am kon­kre­te­sten wird – beim gei­sti­gen Eigentum. Es baut Bürokratie ab, erleich­tert die Mobilisierung von Investitionen durch Kapitalgeber und legt die Basis für zukunfts­fä­hi­ge Arbeitsplätze. Ein ech­ter Standortvorteil für Berlin.”

    Die Vereinbarung sieht eine drei­jäh­ri­ge Testphase vor. Während die­ses Zeitraums wird JUNI die Erprobung der jeweils ein­be­zo­ge­nen Bausteine gemein­sam mit den betei­lig­ten Einrichtungen anhand quan­ti­ta­ti­ver Kennzahlen (wie der Anzahl der Ausgründungen und der Prozessdauer) sowie qua­li­ta­ti­ver KPIs (Zufriedenheit der Gründer:innen und Transferstellen sowie die Einschätzung von Investor:innen) beglei­ten und regel­mä­ßig im Berliner Transferrat Bericht erstat­ten. Ziel ist es, das „Berliner IP-Modell“ auf Grundlage der gewon­ne­nen Erfahrung wei­ter­zu­ent­wickeln und als star­kes Gütesiegel für Innovationskraft und Investitionsoffenheit über­re­gio­nal sicht­bar zu machen.

    Neben JUNI und den bei­den Senatsverwaltungen haben in den ver­gan­ge­nen Wochen unter­zeich­net: Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, Berliner Hochschule für Technik, Alice Salomon Hochschule Berlin, Universität der Künste Berlin und Weißensee Kunsthochschule Berlin.

    Unterstützt wird das Berliner IP-Modell zudem von füh­ren­den Venture Capital Investoren, wie HV Capital, Cherry Ventures und Earlybird, sowie spe­zia­li­sier­ten Kapitalgebern wie Amino Collective, Prototype und Positron Ventures.

    Die Charité – Universitätsmedizin Berlin bringt ihre seit 2023 auf­ge­bau­te Erfahrung mit der Standardisierung und Weiterentwicklung des IP-Transfers an Spinoffs in die gemein­sa­me Erprobung ein. Ihre auf den Empfehlungen der Deutschen Hochschulmedizin basie­ren­den „Fast Track Spin-off Terms“ sind bereits als rechts­ver­bind­li­cher Rahmen in Charité und BIH (Berlin Institute of Health at Charité) ver­an­kert. Im Rahmen des MoU erprobt die Charité ins­be­son­de­re die Weiterentwicklung der Prozessschritte IP-Audit und IP-Scorecard sowie gemein­sa­me Standards für die Evaluierung und Erfolgsmessung. Die dar­aus gewon­ne­nen Erkenntnisse sol­len in die Weiterentwicklung anschluss­fä­hi­ger Transferstandards ein­flie­ßen. Über die kon­kre­te und zeit­li­che Umsetzung wei­te­rer Elemente wird im Einklang mit den not­wen­di­gen Gremien- und Zustimmungsprozessen entschieden.

    Das Modell ist ab sofort unter http://​www​.ber​lin​mo​del​.eu öffent­lich ein­seh­bar. Weitere Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen kön­nen dem MoU beitreten.

  5. Zitat Stefan Olbrich, Vorstandsmitglied der Bayer AG und Aufsichtsrat-Mitglied der Charite, auf dem Berliner World Health Summit 2021:

    „Ich sage immer ger­ne: Wenn wir vor zwei Jahren eine Umfrage in der Öffentlichkeit gemacht hät­ten – "Wären Sie bereit, eine Gen- oder Zelltherapie in Ihren Körper zu inji­zie­ren?" – hät­ten wir wahr­schein­lich eine Ablehnungsquote von 95 % gehabt“.

    Ich weiß jetzt nicht, was man dar­an „ger­ne sagen“ kann, aber offen­sicht­lich war auch Herr Olbrich (neben Frau Buyx und Frau Ciesek) ger­ne mit dabei, eine gan­ze Bevölkerung bezüg­lich des wah­ren Charakters und der damit ver­bun­de­nen schwe­ren bis töd­li­chen Nebenwirkungen der angeb­li­chen „Covid-Schutzimpfung“ hin­ter die Fichte zu füh­ren, um mit­tels einer Lüge eine gerin­ge Ablehnungsquote zu erreichen.

    Denn es war kei­ne neu­ar­ti­ge "Impfung" (oder mit den Worten von Frau Buyx "…so ein ele­gan­tes Verfahren…"), son­dern genau die­se "inji­zier­te Gen- oder Zelltherapie" (und das ist KEINE Impfung!), ein­deu­tig gekenn­zeich­net dadurch, mit­tels gen­tech­no­lo­gi­scher Vektoren (Lipid-Nanopartikel mit modRNA-Fracht oder gen­tech­nisch ver­än­der­te Viren) kör­per­frem­de RNA/​DNA in unse­re gesun­den Zellen zu schleu­sen (Transfektion oder gen­tech­no­lo­gi­sche Infektion) und die­se zur Produktion kör­per­frem­der Proteine zu zwingen. 

    Eine hoch­ge­fähr­li­che, toxi­sche bis töd­li­che Angelegenheit, was von Anfang an klar war, aber lei­der erst durch die desa­strö­se Realität welt­weit bewie­sen wer­den mußte.

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