
Judenhaß zu verurteilen sollte für Linke eine Selbstverständlichkeit sein. Sich von "Tagesspiegel", Grünen und SPD vorschreiben zu lassen, was darunter zu verstehen ist, hingegen nicht. Worin besteht der Vorwurf und weshalb meint die Linkspartei, sich distanzieren zu müssen?
In Neukölln hatten sich 1.000 Leute zu einer Kundgebung unter dem Titel "Wütend auf den Kapitalismus" eingefunden, mehr als zu jeder anderen Veranstaltung der Partei in Berlin. Unter anderem trat der Rapper Dahabflex auf.
»… Kurz vor dem Ende der Versammlung präsentierte er den Song „Stop the Genocide“ (Stoppt den Völkermord). Darin heißt es unter anderem „Yalla Yalla Intifada – Westbank, Palästina, Gaza“ sowie „Death to the IDF“ (Tod der israelischen Armee).
Beide Slogans wurden von Dahabflex deutlich erkennbar und wiederholt vorgetragen. Sie gelten als klare Gewaltaufrufe gegen den Staat Israel, dessen Einwohner und Mitglieder der israelischen Streitkräfte (IDF).
Besucher tanzen zum Israelhass
Während des Songs tanzten zahlreiche, mehrheitlich jugendliche Besucher der Kundgebung und sangen den Text mit. Eine Palästina-Flagge wurde geschwungen, einzelne Besucher vermummten sich…«
Nirgends werden Juden als Gegner benannt. Der Slogan bezieht sich auf die israelische Armee. Sie hat selbst nach Auffassung der Bundesregierung und der EU Völkerrechtsverbrechen begangen und setzt dies unbeirrt bis zum heutigen Tag fort. In ihren Gefängnissen wird gefoltert, gezielte Tötungen sind fast an der Tagesordnung, kein Nachbarland ist vor ihren Bombardierungen sicher.
Wie stets ist dies nicht einzuordnen ohne die Vorgeschichte, die allerdings nicht mit dem "Massaker der Hamas" beginnen darf. Und trefflich ist zu streiten darüber, ob die Befürwortung militanten Widerstands zielführender oder moralischer ist als das Abhalten von Lichterketten (die die Linkspartei aber auch nicht organisiert).
Gibt es wenigstens eine differenzierende Positionierung der Linkspartei, die den Terror der einen Seite gegen den der anderen abwägt? Gibt es eine Einschätzung, die das enorme Ungleichgewicht an bewaffneter und ökonomischer Macht in dem Konflikt diskutiert? Es mag sie geben in Zirkeln der Partei, in der öffentlichen Wahrnehmung spielen sie keine Rolle. Da verhält es sich ähnlich wie bei den Stellungnahmen von Ramelow zu Waffenlieferungen an die Ukraine, die ebenso Parteitagsbeschlüssen widersprechen wie die Zustimmung bzw. Enthaltung beim "Sondervermögen" zur Kriegsvorbereitung durch Landesregierungen mit Beteiligung der Linken. Selbst die wenigen kritischen Stimmen in der Partei zur Coronapolitik wurden staatstragend niedergemacht.
»Linke-Spitzenkandidatin Eralp: „Absolut inakzeptabel“
Eralp äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall. An ihrer Stelle erklärte Landeschefin Kerstin Wolter, sie sei „stinksauer über den Liedtext, der dort offenbar gesungen wurde“. Ein Aufruf zur Tötung von Zivilisten und Soldaten „geht gar nicht“, sagte sie und forderte von der Linke Neukölln Aufklärung und „Konsequenzen“.
Später bezog Eralp dann doch Stellung. „Wie meine Parteivorsitzende Kerstin Wolter verurteile ich den Auftritt in Neukölln aufs Schärfste. Aufrufe zur Gewalt und zur Tötung von Menschen sind absolut inakzeptabel“, teilte sie am Nachmittag der Deutschen Presse-Agentur mit. „Ich bin entsetzt, die Verantwortlichen hätten sofort intervenieren müssen.“
Eralp erklärte weiter: „Der Bezirksverband Neukölln hat den Sänger eingeladen, ich erwarte, dass dort aufgeklärt wird, wie es zu so einer Grenzüberschreitung kommen konnte, und dass es Konsequenzen gibt. Ich stehe klar für den Schutz von jüdischem Leben und gegen jede Form von Antisemitismus.“…«
Die als linke Linke angetretene Spitzenkandidatin signalisiert damit bereits vor der Wahl, daß sie für den Sitz auf der Senatsbank jeder noch so absurden Zuspitzung der, so ist es nun mal, Kriegstreiberparteien und ihrer Medien, devot folgt. Das Verhalten reiht sich ein in das Zurückziehen der Klage gegen das restriktive Berliner Polizeigesetz und Eralps Äußerung – zur Relativierung einer Aussage ihrer Parteivorsitzenden – die Enteignung der Immobilienkonzerne, läge nach der Wahl "auf dem Tisch" und müsse (doch wohl kompromißbereit) diskutiert werden.
Ihr ist diese Einschätzung des "Tagesspiegel" wichtiger
»Innerhalb der Berliner Linken gilt der Neuköllner Kreisverband wegen seiner Position zum Krieg im Nahen Osten als problematisch. Immer wieder hatten Vertreter und Mandatsträger mit Israelkritik auf sich aufmerksam gemacht, den Vorwurf des Antisemitismus aber weit von sich gewiesen.«
als jener Umstand:
»Neben den Auftritten von Dahabflex und der Rapperin Antifuchs gab es von Lösch moderierte Gespräche mit Kandidierenden der Linken in Neukölln und Treptow‑Köpenick. Daneben traten zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft auf, unter anderem Deborah Feldman und Matthias Lilienthal, Intendant der Berliner Volksbühne. Parteiangaben zufolge besuchten rund 1000 Menschen die Kundgebung.«
Als ähnlich "problematisch" gelten dem Mainstream Linke im Wedding, die recht erfolgreich gegen die Ansiedlung von Rheinmetall mobilisieren.
Getragen wird das Vorgehen der Linkspartei von Vorstellung, daß der Faschismus vor der Tür stehe und deshalb die "demokratischen Parteien" zusammenstehen müßten. Deshalb seien Abstriche von linker Politik unabdingbar. Das zeugt davon, daß weder ein nachvollziehbares Verständnis von Faschismus greift noch eine Vorstellung davon, in welchem Maße die "demokratischen Parteien" an der Aushöhlung von sozialen und freiheitlichen Rechten ihres eigenen Gesellschaftssystems arbeiten. An eine Systemalternative zu Ausbeutung und Krieg ist aus ihrer Sicht schon gar nicht zu denken. Selbst linken Linken sind die Kriterien von Interessen oder gar Klassen innen- wie geopolitisch weitgehend abhanden gekommen.
Es geht ihnen um Gefühle und vermeintliche Gewißheiten (Ausländerjagen ist doof, wir sind bedroht von Autokraten, Klimawandel erzeugt zehntausende Tote und Pandemien Millionen, Identitäten jeglicher Art sind das Größte) und mitunter liegen sie dabei gar nicht so falsch. All das ersetzt keine Analyse, und so fügt man sich ein in das Spielchen, wer auf den Regierungsbänken Platz nehmen darf, um letzten Endes das umzusetzen, was die "Experten" der wirtschaftlich Mächtigen vorgeben.

Protestsongs, das sind nicht die die im Radio gespielt werden. Protestsongs, das sind die die NICHT gespielt werden.
Wenn Barry McGuire's "Eve of Destruction" nicht zur Propaganda gepasst hätte die ohnehin seit 1917 vom Weltuntergang faselte wäre das nie im Radio gelaufen.
Bei all dem pausenlosen Geschreie der Qualitätsmedien und der Staatsparteien verstummt jeglicher Hinweis darauf, daß es auch um den Zugriff auf sehr viel Gas und Öl geht. So ist das in unserer Kleptokratie.
> …verstummt jeglicher Hinweis darauf, daß es auch um den Zugriff auf sehr viel Gas und Öl geht.
Was heißt hier "auch"!? Es ging schon immer NUR darum! Nur diese Gier ist was die Gründung des Staates Israel angetrieben hat. Purer Zionismus!
Zionismus: internationale chauvinistische Ideologie und rassistische, expansionistische und politische Praxis der jüdischen Bourgeoisie. Die Anfänge des Zionismus reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück.
@Erfordia…: Man kann gar nicht so sehr müde sein, wie man gähnen muß.
Stimmt @aa. Es macht nicht den geringsten Sinn, auch nur einem Satz in tagesschau oder heute ein Fünkchen Wahrheit abgewinnen zu wollen.
Wie erholsam war doch noch vor wenigen Jahren ein Urlaub am Atlantik, kein Internet, kein Radio, kein Fernsehen. Und 2 Wochen später zurück in Deutschland konnte man beim ersten Anschalten der Tagesschau nur feststellen, daß man überhaupt gar nichts verpasst hat.
Was mir zu den Gruenen .….. äh .…. Linken wollt' ich ja schreiben, spontan einfällt ist so eine alte Textzeile. Und ich komm nicht mehr drauf wie der Titel heißt. Die geht etwa so:
Individueller Lebensstil,
nie zu wenig lieber viel zu viel,
ich will den Luxus und ich will das Geld,
will den Luxux, will das geld
Das Geld! Das Geld! …
Also meine Assoziationen manchmal … tz .… – seltsam!?!
"Heute ist Punk eher eine Musikrichtung, die der reinen Unterhaltung dient." 😉 – Scheint so. – Oder eher?
nachgeschenkt:
Ha! Mir sind die ersten zwei Zeilen des Liedtextes wieder eingefallen. Nee, die erste mußte ich "recherchieren", fiel mir nicht mehr ein nach all der Zeit. Immer schön ehrlich bleiben. (wenn gehe) Aber ich habe sie gefunden. Passt sehr gut, wie ich finde. Geht so:
Nach Oben buckeln, nach unten treten
in zwei Wasser pissen, hinterher beten .…
Das scheint mir die beschriebene Situation gut wieder zu geben. Ja, manches Stöckchen wird gerne "apportiert" – Zu Diensten! 😀
in zwei Wasser pissen? (Wasser ist immer Einzahl)…wohl eher ins Weihwasser pissen
Getragen wird die Linkspartei (auch andere sogenannte Oppositionskräfte) von ihrem unauslöschlichen Traum, endlich als demokratietragende, ‑bewahrende, ‑rettende und zu jeder Schandtat breite Kraft akzeptiert zu werden. Dazu gehört die restlose Vernichtung der Marx´schen kategorialen Grundgedanken (23,42,43,44 isb.). Die überleben derzeit nur in Nischen (hi-und wi in der RLS). Wenn die Mehrwertmasse abnimmt und die Kompensationsmechanismen nicht mehr anwendbar sind, scheinen umgekehrt proportional die Verblödungsmasse mit Moralschmalzabsonderung zuzunehmen.
> Dazu gehört die restlose Vernichtung der Marx´schen kategorialen Grundgedanken
Genau das ist die Auftrag den Die Linke zu erfüllen hat!
PS: __Die Juden__gibt es nicht. Es gibt Menschen verschiedener Religionen und Menschen die an bestimmte Götter glauben. Was Menschen jedoch wesentlich unterscheidet ist ihre kulturelle und gesellschaftswissenschaftliche Weltanschauung, ihre Klassenzugehörigkeit und ihre Nationalität.
@Erfordia…: Und ihre Fähigkeit, Phrasen zu dreschen und zu blubbern.
Wehe wenn sich all diese Phrasen als wahr erweisen @aa.
Was wird von dem Abklatsch einer SPD mit woken-Elementen erwartet. Sie verhält sich opportunistisch, den Rüssel in die Versorgungsfuttertröge eintauchend.
Und nun der Bogen zur geforderten Vergesellschaftung: Wohl kaum mit einem neoliberalen SPD-Abklatsch.
> Und nun der Bogen zur geforderten Vergesellschaftung: Wohl kaum mit einem neoliberalen SPD-Abklatsch.
Der Begriff Vergesellschaftung ist schwammig O'Mikron. Denn auch Privatunternehmen sind Gesellschaften (außer Einzelunternehmen).
Mithin ändert die Vergesellschaftung eines Privatunternehmen gar nichts am Privateigentum der Produktionsmittel und damit auch nichts an den Zielen der Produktion.
https://kodoroc.de/2026/08/31/linke-ueber-jedes-stoeckchen-in-die-regierung-springen/
"47 Töpfe mit roten und gelben Blumen stehen vor dem Rathaus in Kaiserslautern. Bei einer Mahnwache steht jeder einzelne Topf symbolisch für einen statistisch errechneten Hitzetoten dieses Sommers. Mit dabei sind verschiedene Vereine und Initiativen: KlimaLautern, der Naturschutzbund NABU Kaiserslautern und Mitglieder der Omas gegen Rechts Kaiserslautern, die sich bei der Aktion als „Omas gegen Hitze“ für mehr Hitzeschutz einsetzen. Auch Privatpersonen sind zu der Mahnwache gekommen. …"
Hauptsache ist gegen… zu sein. Bei aller berechtigtenKritik, an Stadtpolitik usw. ist das wirklich lächerlich. Merken sie das nicht?