Sind wir nicht alle Saudis?

Selbst das desa­strö­se Ergebnis des Krieges der USA und Israels gegen den Iran nutzt die "Tagesschau" zur Förderung der eige­nen Kriegstüchtigkeit.

Sie fährt einen Experten mit dem Namen Krieg auf:

»… Golfstaaten vor demselben Problem wie Europa und NATO

Jahrzehntelang war die Sicherheitsarchitektur der Golfstaaten ein­fach: Die USA ist als wich­tig­ster Partner in den Ländern prä­sent, unter­hält Militärbasen und sorgt für die nöti­ge Abschreckung. Doch genau die­se Präsenz hat Iran als Vorwand genom­men, die ara­bi­schen Staaten am Persischen Golf mit her­ein­zu­zie­hen in den Krieg.

Für die Sicherheit in der Region kön­nen und wol­len die USA kei­ne Verantwortung mehr über­neh­men, erklärt Andreas Krieg, Professor am Kings College in London: "Nun – und das ist nicht nur ein Problem mit Trump, son­dern ein Problem der Vereinigten Staaten im Allgemeinen – zie­hen sich die USA zurück. In vie­ler­lei Hinsicht ste­hen die Golfstaaten also vor dem­sel­ben Problem, mit dem auch die NATO und die euro­päi­schen Partner kon­fron­tiert sind: Man kann sich nicht mehr auf die Vereinigten Staaten ver­las­sen und muss mehr Eigenständigkeit auf­bau­en."…«

Das neue Mitgefühl mit den isla­mi­sti­schen Regimen (mit Ausnahme des Irans natür­lich), die wie "wir" auf­ge­rie­ben wer­den zwi­schen dem isla­mi­sti­schen Iran respek­ti­ve den irgend­wie spät­kom­mu­ni­sti­schen Russen und den zeit­wei­lig unzu­ver­läs­si­gen USA, hat sei­ne geo­po­li­ti­sche Vorgeschichte. Die Taliban, umwor­ben von der schwarz-roten Bundesregierung, sind Geschöpfe des Westens im Kampf gegen die UdSSR. Heute sind sie nütz­lich im Kampf gegen Migration. Der IS ist das Ergebnis der Kriege gegen den Irak und Libyen, sei­ne Protagonisten in Syrien wer­den gehät­schelt wegen ihrer Opposition gegen den, natür­lich, Machthaber Assad. Die Scharia gilt im Iran als frau­en- und schwu­len­feind­lich (zu Recht), wäh­rend sie in Saudi-Arabien und den Emiraten eher als kul­tu­rel­le Eigenart betrach­tet wird, die nicht ganz "unse­ren Werten" ent­spricht, aber aus über­ge­ord­ne­ten Gründen eben tole­riert wer­den muß.

Es ist nahe­zu atem­be­rau­bend zu beob­ach­ten, mit wel­chen Verbiegungen sich west­li­che Leitmedien eine Parallelwelt schaffen.

3 Antworten auf „Sind wir nicht alle Saudis?“

  1. > Für die Sicherheit in der Region kön­nen und wol­len die USA kei­ne Verantwortung mehr über­neh­men, erklärt Andreas Krieg, Professor…

    Passen Sie auf daß Ihnen beim Lachen nicht die Zähne weg­flie­gen. USA und Sicherheit, Lach.

  2. 2 Jahrzehnte hat die Bundeswehr die Taliban bekämpft. Dann haben Sie mit­samt der "Verbündeten" plötz­lich die Flucht ergrif­fen. In den Medien wird lamen­tiert, wie schreck­lich ins­be­son­de­re die Frauen unter den Taliban lei­den. Die Helfershelfer der Bundeswehr vor Ort wur­den mehr­heit­lich im Stich gelas­sen, Versprechen nicht gehal­ten. Inzwischen wer­den "die Taliban" mit diplo­ma­ti­schen Samthandschuhen gar ein­ge­la­den, um ein paar unge­lieb­te ehe­mals Geflüchtete abschie­ben zu können.

    Die Verlogenheit ist widerwärtig.

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