
"Hermann Feldmeier ist Arzt für Mikrobiologie, Infektionsepidemiologie und Tropenmedizin. Er lehrt und forscht an der Charité Universitätsmedizin Berlin." Wir erfahren: "Innerhalb von drei Monaten erkrankten bereits 4665 Menschen". Zweifellos bedeutet das unsägliches Leiden für die Betroffenen. Ebenso zweifelsfrei läßt sich aus den Zahlen nicht ableiten, was Feldmeier behauptet. Überhaupt, wie kommt es zu diesen Daten?
»… Nach einer Modellrechnung des WHO Regional Office für Afrika in Brazzaville sind bis Ende September zwischen 7000 und 10.000 Neuerkrankungen zu erwarten. Experten befürchten, dass die Epidemie über kurz oder lang auch auf die Nachbarländer Südsudan und Uganda überspringt. In Einzelfällen könnte der Erreger über infizierte, aber noch nicht erkrankte Reisende nach Europa gelangen…«
Wer wollte da nicht in Panik geraten? Nur: Weder trifft die Aussage über die Modellrechnung zu noch ist diese seriös.
Es handelt sich um eine Modellierung der US-Behörde "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) vom 11. Juni 2026. Darin wird vorausgesagt:
»Angesichts der geringen Isolationsquote bei Patienten mit BVD (20 %) und ohne weitere Maßnahmen liegt die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs mit mehr als 20.000 Fällen innerhalb von drei Monaten bei 65 %. Würde jedoch ein hoher Anteil der Patienten isoliert (70 %), beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs mit ≥ 10.000 Fällen innerhalb von drei Monaten nur eins zu zwanzig.«
BVD steht für "Bundibugyo virus disease". Die Berechnung hat eine horoskopische Evidenz. Nähme man sie ernst, wäre von der ersten Variante auszugehen, die sich allerdings drastisch von den offiziell gemeldeten Zahlen unterscheidet.
Die AutorInnen der Studie sind so fair, fünf erhebliche Einschränkungen zu nennen, die Feldmeier unterschlägt:
»Die Ergebnisse dieses Berichts unterliegen mindestens fünf Einschränkungen. Erstens ist die tatsächliche Zahl der durch BVD verursachten Todesfälle bis zum 24. Mai 2026 unbekannt. Einige Todesfälle durch BVD wurden möglicherweise nicht bestätigt; ebenso ist es möglich, dass andere Todesfälle fälschlicherweise BVD zugeschrieben wurden. Zweitens variieren die Schätzungen der Basisreproduktionszahl für Ebola-Erkrankungen stark zwischen den einzelnen Ausbrüchen. Der tatsächliche Wert von R0 für diesen Ausbruch könnte höher oder niedriger sein als die in dieser Analyse verwendeten Werte. Hochwertige Daten zu Veränderungen der Fall- und Todeszahlen im Zeitverlauf sind unerlässlich, um R0 genauer zu schätzen. Drittens wurden Verhaltensänderungen, die das Infektionsrisiko verringern (z. B. die Vermeidung von Kontakt mit erkrankten Personen), nicht in das Modell einbezogen, könnten jedoch dazu beitragen, das Ausmaß des Ausbruchs zu begrenzen. Viertens berücksichtigte das Modell keine Verringerung der Übertragung, die auf einen Anstieg des Anteils der Bevölkerung mit infektionsbedingter Immunität zurückzuführen ist. Angesichts der Bevölkerungsgröße der Gemeinden, in denen dieser Ausbruch auftritt, ist es unwahrscheinlich, dass diese Einschränkung die Gültigkeit der Prognosen über den in dieser Analyse dargestellten Zeitraum und die numerischen Bereiche der Fallzahlen beeinträchtigt; allerdings könnte das Modell unrealistisch große Ausbrüche prognostizieren, wenn es auf längere Zeiträume angewendet wird. Schließlich berücksichtigte das Modell keine Rückfälle nach Genesung. Diese Einschränkung dürfte diese Analyse zwar nicht beeinträchtigen, doch könnten Rückfälle über einen längeren Zeitraum hinweg wichtige Einflussfaktoren für den Verlauf der Epidemie sein.«
Das Zahlenspiel wird noch fragwürdiger, wenn zuträfe, was der Charité-Mediziner weiter mitteilt:
»Schon Monate vorher hatte sich das Virus – ähnlich einem unbemerkten Buschfeuer – in der Provinz Ituri bereits etabliert. Zu dieser Schlussfolgerung kommt eine Gruppe von kongolesischen Anthropologen, Soziologen und Epidemiologen, deren Beobachtungen kürzlich im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht wurden.«
Hier handelt es sich noch nicht einmal um eine Studie, sondern eine "Story" mit allerlei nicht belegten Vermutungen. Autor ist der deutsche Influencer Kai Kupferschmidt. Der hatte im Februar 2020, noch vor der WHO, die "Corona-Pandemie" ausgerufen und verkündet, daß "etwa eine von 100 Infektionen zum Tod führt" (zeit.de, 24.2.20). Der Panikexperte wurde 2021 so gewürdigt:

Wie gingen die Anthropologen, Soziologen und Epidemiologen laut Kupferschmidt bzw. Feldmeier vor?
»… Die Forschenden interviewten 97 Personen, in deren Haushalt Ende Januar mindestens zwei Angehörige an Symptomen verstorben waren, die auf Ebola hindeuteten. Parallel dazu überprüften sie WhatsApp-Nachrichten und in den sozialen Medien gepostete Fotos von Beerdigungen sowie Notizen von Mitarbeitern der peripheren Gesundheitsversorgung…«
So entstand ein Buschfeuer…
»… Doch warum dauerte es fast fünf Monate, bis das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Kinshasa auf die mysteriösen Todesfälle aufmerksam wurde und der Ausbruch an die Weltgesundheitsorganisation gemeldet wurde? Und warum breitet sich die Bundibugyo-Ebola-Variante quasi unkontrolliert aus, obwohl seit Anfang Juni internationale Teams die lokalen Kräfte unterstützen?…«
Bei der Beantwortung der Frage nähert sich Feldmeier der Realität:
»… Rund ein Drittel der Bevölkerung ist auf der Flucht oder notdürftig in Camps untergebracht. Die Hälfte der 36 Gesundheitsdistrikte von Ituri wird von der Provinzregierung als gefährlich eingestuft. Diese Gebiete dürfen von medizinischem Personal nur in Begleitung des kongolesischen Militärs aufgesucht werden. Das schürt Misstrauen bei der Bevölkerung, die Uniformträger mit Banditen gleichsetzt, die ihr die Lebensmittel stehlen. Die vorhandenen Lebensmittel reichen meist nur für wenige Tage, und selbst kleine Kinder bekommen nur eine Mahlzeit am Tag. Die existenziellen Probleme drängen Fragen der Gesundheit in den Hintergrund…
Das öffentliche Gesundheitssystem im Osten des Kongo ist seit Jahrzehnten defizitär und hängt am Tropf ausländischer Entwicklungshilfe, etwa von der US-Agentur für internationale Zusammenarbeit, USAID…«
In des Autors Kosmos ist dabei nicht der Skandal, daß ein an Bodenschätzen überreiches Land von der "Weltgemeinschaft" ausgeschlachtet wird, die keinerlei Interesse zeigt, dessen Bevölkerung wirtschaftlich zu stärken, sondern daß "die Trump-Administration den Geldhahn zugedreht hat". Darüber verbreitet er sich des Längeren, ohne ein Wort darüber zu verlieren, daß auch die Bundesregierung Zuwendungen an arme Länder drastisch kürzt (während für Charité-Professoren reichlich Gelder vorhanden ist; für Subventionen der Pharmaindustrie ohnehin).
»… Das Misstrauen gegenüber der stationären Versorgung hat durchaus eine Berechtigung…
Diese Ängste der Betroffenen erklären auch die Angriffe auf Gesundheitsteams in den ersten sechs Wochen der Epidemie. Berichten zufolge verstecken sich die Einwohner, wenn sich die vermummten Seuchenbekämpfer einem Dorf nähern…
Auch die aufwändigen Rettungsaktionen erkrankter Europäer oder Amerikaner haben das Vertrauen der Einwohner von Ituri in die Hilfsmaßnahmen nicht verbessert. So war die mediale Aufmerksamkeit für den US-amerikanischen Arzt, der im Mai im Rettungsflieger nach Berlin gebracht und in einer langen Kolonne von Sicherheitsfahrzeugen in die Charité eingeliefert wurde, ungleich größer als für die Bevölkerung von Ituri…
„Das Bundibugyo-Virus traf auf eine durch 30 Jahre Vernachlässigung, Gewalt, Krieg, Unsicherheit und Ausbeutung traumatisierte Bevölkerung, die am Rande des Existenzminimums lebt“, fasst Amuda Baba vom Panafrikanischen Institut für Gemeindegesundheit und Tropenmedizin der Ituri-Provinz die Situation zusammen. Nicht allein das Bundibugyo-Virus sei der Grund für das Ausmaß dieser Epidemie, das grundlegende Problem seien die seit Jahren bekannten desolaten Lebensverhältnisse in der Region.«
Diese nachvollziehbaren Beobachtungen führen aber keineswegs zu Überlegungen, die Lebensverhältnisse zu ändern. Sie sind gewiß auch der Korruption und den anhaltenden Bürgerkriegen geschuldet. Beide Faktoren aber sind eingebettet in eine Weltwirtschaft, in der Profit das ausschlaggebende Kriterium darstellt und die es selbst den Ausgebeuteten in den Industrieländern ermöglicht, auf Kosten von Milliarden Armen zu leben. Sie sterben an Ebola oder Aids, an Unterernährung oder in mörderischen Kriegen. Die Zahl der Toten könnte dramatisch reduziert werden, wenn das Profitprinzip gebrochen würde.
Daran hat Feldmeier kein Interesse. Ihm geht es um Panikmache, die auch seinen Job erhalten hilft.
(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

Zitat:
"Zu diesem Zeitpunkt bin ich einer der am besten informierten Menschen auf der Welt über diese Variante."
Mir stellt sich die Frage, ob Herr Kupferschmidt damals auch tatsächlich gedacht hat bzw. noch immer davon ausgeht, dass diese völlig belanglosen Informaionen auch nur den Hauch von Relevanz haben könnten.
Wäre das der Fall, wäre quasi der Beweis erbracht, dass das Ausmaß der Verblendung den Grad der Informiertheit um Größenordnungen überstiegen hat bzw. übersteigt.
Diese sog. Entwicklungshelfer sind gar keine sondern sie verhindern daß sich Länder wie Kongo entwickeln können, sie tun also das Gegenteil.
Was also soll das Gefasel der Ärzte ohne Grenzen!? Das ist alles Bullshit was die uns erzählen!
@Erfordia…: Ihre hoch argumentative Einlassung ist mal wieder beispielhaft.
Was hat der Charitépropagandist mit Ärzten ohne Grenzen zu tun? Ich sehe durchaus, daß diese Organisation auch eine systemstabilisierende Wirkung hat. Dennoch würdige ich den Unterschied zwischen MedizininerInnen, die sich etwa im Gazastreifen der Todesgefahr durch israelische Terroranschläge aussetzen, um die Menschen dort wenigstens notdürftig zu versorgen, und den hochbezahlten Pharma-Agitatoren aus den Professorenriegen.
Die Verbindung zwischen Ärzte ohne Grenzen und der Charité in Berlin zeigt sich vor allem in der Personengemeinschaft, fachlichem Austausch und akademischer Vernetzung im Bereich der globalen Gesundheit. (google ki)
https://www.charite.de/service/pressemitteilung/artikel/detail/humanitaere_hilfe_als_gesellschaftliche_verantwortung/
Sehen Sie die Verbindung @aa?
Seinen Job muß dieser Herr sicherlich nicht erhalten. Der sitzt wie die sprichwörtliche Made im Speck.
Vielleicht leidet er an Geltungssucht und bildet sich ein, bei der Inszenierung einer angeblichen Pandemie eine ganz große Nummer zu spielen. Vielleicht ist er korrupt und hat sich der Pharmamafia verschrieben. Vielleicht hat er auch nur jeglichen Bezug zur Realität verloren und schmeißt deshalb mit Zahlen aus sinnlosen "Modellrechnungen" um sich. Vielleicht hat er das krankhafte Bedürfnis, anderen Menschen Angst einjagen zu müssen, sie zu terrorisieren, sie wie Versuchstiere zu behandeln. Das Corona-Regime hat uns gezeigt, in welche Richtung das geht. Vielleicht mangelt es ihm an jeglicher Empathie.
Was auch immer das Problem dieses Herrn sein mag, normal ist das meiner Meinung nach nicht, was der veranstaltet, schon gar nicht für einen Naturwissenschaftler.
https://www.hrw.org/de/news/2019/11/25/dr-kongo-entwicklungsbanken-verwickelt-menschenrechtsverletzungen-durch
Es sind nicht nur die Kampagnen ( und deren Auswertungen) auf den sogenannten sozialen Medien. Ursache und Wirkung lässt sich nicht trennen.
Entwicklung, Investition.…was sind das für verheißungsvolle Begriffe, die für wenige viel, die meisten nichts bedeuten.
"Daran hat Feldmeier kein Interesse. Ihm geht es um Panikmache, die auch seinen Job erhalten hilft."
Dasselbe gilt für die Nato und Co
Ohne Panikmache und nachfolgende Kriege wären die alle ihre Jobs los
Und Bomben sind anscheinend doch gut für's Klima
Die Modellierungen sind "genau so schön" wie bei der Corona-Pandemie
"So entstand ein Buschfeuer…"
"Hier handelt es sich noch nicht einmal um eine Studie, sondern eine "Story" mit allerlei nicht belegten Vermutungen"
In etlichen "Stories" wird dies aber ebenfalls erwähnt.
Ituri ist bekannt für Cobalt-Minen
Auf dem langen Weg zu ihren Angehörigen an "arbeitsfreien Tagen" hätten sie das Virus verbreitet
Aufgetretene Fälle wurden als Typhus deklariert
Blutproben wurden erst später gezogen, mussten in ein Labor nach Kinshasa geschickt werden, Ergebnisse waren aber "nicht eindeutig"
"Eine Verkettung unglücklicher Umstände"
Wenn die Lebensverhältnisse geändert würden, wären die Menschen dann noch bereit " für 'n Appel und 'n Ei" (für unsere Verhältnisse) in den Minen zu schuften?"
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Kai Kupferschmidt
https://transition-news.org/gegen-fehlinformationen-impfen#:~:text=Kupferschmidt%20befasst%20sich%20insbesondere%20mit%20der%20Arbeit%20von%20Sander%20van%20der%20Linden
Original aus "Science"
https://www.science.org/content/article/can-people-be-inoculated-against-misinformation
Seine rührseligen, widersprüchlichen öffentlichen privaten Storys mit dem geplatzten Kondom, HIV-Infektion oder doch nicht, lasse ich jetzt mal außen vor.
Aber das sind genau die Typen, die wissen, was sie zu erzählen haben und bei "Science" anhand Faucis E‑Mails dessen Rolle während der Pandemie sowie seine Beziehungen zu verschiedenen US-Präsidenten beleuchten/analysieren
https://www.science.org/content/article/i‑am-what-i-am-fauci-s-private-notes-reveal-scientist-navigating-science-politics-and
(ganz nach unten scrollen: About the author)
Treffen mit Fauci
https://www.sueddeutsche.de/wissen/aids-forscher-anthony-fauci-die-dunkelsten-jahre-meines-lebens‑1.3423393
Kupferschmidt beschreibt Fauci später als vertrauenswürdige Quelle
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Wen es doch interessiert:
https://www.pv-archiv.de/journalismus/kai-kupferschmidt/hiv/#:~:text=Doch%20trotz%20allem,gewesen%20sein%20mag.