Niemandem liegt die Studie vor. Dennoch wird allüberall eine Pressemitteilung der beiden Konzerne verbreitet.

Selbst die Überschrift ist irreführend. Auswirkungen auf PatientInnen kommen in der dpa-Meldung nicht vor. Es geht ausschließlich um Kurse und Erwartungen der Kapitalanleger:
»… Analyst sieht kolossalen Durchbruch
Im Schlepptau von Moderna und Merck schnellte zudem der Kurs des Impfstoffentwicklers Biontech nach oben. Auch die Mainzer arbeiten an Krebs-Impfstoffen auf Basis der mRNA-Technologie, die Moderna einsetzt.
Analyst Luca Issi von der kanadischen Bank RBC sprach angesichts des Erfolgs der Studie von einem kolossalen Durchbruch und hervorragenden Neuigkeiten für Patienten.
Maximilian Wienke, Marktanalyst beim Broker E‑Toro, sieht mehr als nur den Erfolg eines einzelnen Medikaments. Die Studie liefere einen wichtigen Machbarkeitsbeweis für die gesamte mRNA-Onkologieplattform. „Gelingt der Ansatz auch bei Lungenkrebs oder anderen Tumorarten, könnte sich der adressierbare Markt erheblich vergrößern“, sagte Wienke. „Der Weg von einer erfolgreichen Studie zu einem profitablen Produkt bleibt allerdings lang.“…«
Der stets bei derartigen Entwicklungen jubilierenden "Süddeutschen Zeitung" ist immerhin zu entnehmen:
»… Einzelheiten sind indes noch unklar. Die vollständigen Ergebnisse liegen nicht vor, und die Unternehmen machten zunächst auch keine genauen Angaben dazu, wie groß der Vorteil der Kombination war. Zudem wird die Studie fortgesetzt, um zu klären, ob die Behandlung auch die Gesamtüberlebenszeit verbessert. Die Daten sollen dann auf einem medizinischen Kongress vorgestellt werden, heißt es in einer Pressemitteilung…«

Zitat:
"…Es geht ausschließlich um Kurse und Erwartungen der Kapitalanleger:"
Vollkommen richtig und primär genau das ist auch nur das Ziel solcher und vergleichbarer Meldungen. Es braucht dafür also nicht einmal (mehr) die unterirdisch schlecht gemachten "Studien" der Herstellerfirmen. Allein der Glaube und das Vertrauen der Investoren muss (für kurzfristige horrende Gewinne) bedient bzw. soll möglichst längerfristig gewahrt bleiben.
Kein Problem. Wenn der Handel (*) mit Impfstoffen oder Pharmarka stockt wird halt mit Panzern gehandelt. So lief das im Hause Stinnes der 1920er Jahre, schrieb Putlitz in "Unterwegs nach Deutschland". An diesen Praktiken hat sich bis heute nichts geändert.
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