Dämpfer für Wagenknechts Liebäugeln mit Höcke

In Berlin gibt sich das BSW eher links­li­be­ral, Wagenknechts wie­der­hol­te Avancen an die AfD blit­zen ab, und in Thüringen hält die Fraktion gegen den Bundesvorstand ("im Vorfeld wur­de in kei­ner Weise mit uns gere­det") an einer Regierung mit CDU und SPD fest ("für Stabilität, für Frieden, für sozia­le Gerechtigkeit, für Vernunft"). Quelle: zdfheu​te​.de (17.8.26)

»Wagenknecht hat­te den Vorschlag eines Live-Gesprächs mit Höcke schon vor eini­gen Tagen gemacht. Anlass war ein Angebot Höckes, Wagenknecht in Thüringen mit Stimmen der AfD zur Ministerpräsidentin zu wäh­len. Das schlug die BSW-Gründerin aus, weil die Abgeordneten ihrer Partei im Thüringer Landtag sie wegen inter­ner Konflikte nicht wäh­len wür­den. Daraufhin griff Höcke Wagenknechts Idee auf, einen unab­hän­gi­gen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten in Thüringen zu suchen.

Ihre Antwort auf die­se Offerte blieb in dem Video vage. „Richtig ist, Thüringen braucht einen neu­en Regierungschef, der glaub­wür­dig ist und den Brandmauerirrsinn been­det“, sag­te Wagenknecht. „Nur, Herr Höcke, wir reden gera­de viel über­ein­an­der. Warum reden wir eigent­lich nicht mal mit­ein­an­der?“ Als Format schlug sie ein Live-Gespräch mit einem „neu­tra­len Moderator“ vor.

Sie bekräf­tig­te ihr Angebot an die AfD, in Sachsen-Anhalt den CDU-Ministerpräsidenten Sven Schulze „in die Wüste zu schicken“. Mit einem „über­par­tei­li­chen Ministerpräsidenten“ bräuch­te es dafür kei­ne abso­lu­te Mehrheit für die AfD, sofern das BSW in den Landtag kom­me…«

Herr Höcke, fassen Sie sich ein Herz!

Der Originaltweet (x.com, 16.8.26)

6 Antworten auf „Dämpfer für Wagenknechts Liebäugeln mit Höcke“

  1. "… in Thüringen hält die Fraktion … an einer Regierung mit CDU und SPD fest."

    Vielleicht haben die Abgeordneten noch nicht die Mindestzeit für den Rentananspruch abgesessen.

  2. Erstens benö­tig­te das BSW die AFD wegen Mehrheiten mehr als umge­kehrt. Zweitens wür­de Höcke "baden gehen" – rhe­to­risch. Daher wird es ver­mut­lich nicht so kom­men. Zu klein, das BSW. Selber nicht ganz unschul­dig dar­an. Aber "hell­se­hen" konn­te man auch nicht, weil man ja Alles Überrichtig machen woll­te. Ob sich das BSW mei­ne näch­ste Stimme dadurch ver­spielt hat, kann ich noch nicht sagen. Es bleibt lei­der dabei. Es spricht eini­ges dafür, eini­ges dage­gen. Gute Redner haben sie – unbe­streit­bar! Für mich per­sön­lich aber, zu undurch­sich­tig. Daher könn­te mei­ne näch­ste Stimme wie­der zur "Die Basis" gehen. Weil die abseh­bar nichts falsch machen kön­nen. 😉 (o.Ä.)

  3. Es war nicht anders zu erwar­ten, was in Thüringen sicht­bar ist, und was Wagenknecht als Gallionsfigur in einer exem­pla­ri­schen Qualität zum Besten gibt. 

    Für die Funktionäre (aka: Parteibonzen)) sind die mate­ri­el­len Vorteile rele­vant. Und für Wagenknecht eine Mischung aus Vorteilen und dem rea­len Risiko, dass sie in der Bedeutungslosigkeit endet. Bedeutungslosigkeit geht ein­her mit dem Verlust von mate­ri­el­len Vorteilen. 

    Das BSW war immer, ist, und wird immer eine klas­si­sche Systempartei sein. Es hat die Spieregeln der gelenk­ten Demokratie(simulation) akzep­tiert und setzt die­se um. Wagenknecht such­te eine Möglichkeit, dies als gesetzt zu akzep­tie­ren und eine für ande­re "Koalitionspartner" akzep­ta­ble Schattierung zu sein. 

    Diese Sicht nicht miss­ver­ste­hen als eine Befürwortung oder Ablehnung eines Interagierens mit der AfD (oder einer ande­ren Partei). Es ist eine Beobachtung.

    Alles wie gehabt, nichts davon ist neu. Der/​die/​das Nächste, bitte!

  4. "Brandmauern" (Ausgrenzungen) egal von wem sind IMMER der fal­sche Weg – bes­ser mit ein­be­zie­hen und sich bewei­sen lassen…

    Viele Grüße
    Walter aka Der Ösi

    1. @Der Ösi: Ich bin kein Anhänger der ver­lo­ge­nen "Brandmauern". Den Millionen ver­ga­sten Juden und den von den deut­schen Faschisten über­fal­le­nen Völker hät­te ich hin­ge­gen stär­ke­re Brandmauern gewünscht. Das "Einbeziehen und sich bewei­sen Lassen" ist etwa mit der Appeasementpolitik der west­li­chen Länder gegen­über den Nazis erwar­tungs­ge­mäß gran­di­os geschei­tert. Damit will ich die heu­ti­ge Debatte nicht gleich­set­zen mit die­ser Erfahrung. Sie soll­te aber berück­sich­tigt werden.

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