
Allgemein wird Ebola als tödlichste Seuche der Welt dargestellt. Sie sieht konkret so aus: "Insgesamt nennt die WHO 3.605 laborbestätigte Fälle, darunter 1.587 Todesfälle. 651 Patienten hätten die Infektion überlebt". Akzeptieren wir einmal die Zahlen und sehen hinweg über fast 1.400 weder Gestorbene noch Überlebende. Dann begegnet uns eine erschreckende Todesrate unter Infizierten, aber alles andere als eine unter den mehr als 100 Millionen Menschen des krisengeschüttelten Landes grassierende Seuche.
Wie erbärmlich die Haltung der WHO ist (lügen läßt sich auch durch Unterlassen), ist an offiziellen Informationen der Bundesregierung ablesbar:
»… Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 21 Millionen der rund 105 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der DR Kongo auf humanitäre Hilfe angewiesen (Stand: Januar 2025). Auch die Zahl der Binnenvertriebenen stieg in den vergangenen Jahren deutlich an: Der größte Teil der Binnenflüchtlinge lebt in den östlichen Provinzen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als sieben Millionen Menschen innerhalb der DR Kongo auf der Flucht. Mehr als eine Million Kongolesinnen und Kongolesen haben Zuflucht in Nachbarländern gesucht, mehr als die Hälfte davon in Uganda (Stand: Juli 2025). Durch die anhaltende Eskalation des Konflikts im Ostkongo hat sich die Lage weiter verschärft.
Gleichzeitig beherbergt die DR Kongo selbst mehr als 520.000 Geflüchtete aus anderen Ländern, etwa der Zentralafrikanischen Republik, Ruanda, Südsudan und Burundi…«
bmz.de (Abruf 2.8.26)
Auch das weiß die Bundesregierung über die Geschichte "unserer Werte":

»Zwar baute die Kolonialmacht die Infrastruktur, etwa das Straßennetz und das Gesundheitswesen, aus. Doch der Zugang zu Bildung und Verwaltung blieb der einheimischen Bevölkerung ebenso verwehrt wie die Teilhabe an den Erträgen aus den reichhaltigen Rohstoffressourcen. Angesichts zunehmender Proteste gegen seine autoritäre Kolonialpolitik zog sich Belgien Ende der 1950er Jahre zurück und entließ die Demokratische Republik Kongo 1960 in die Unabhängigkeit. Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Land weder über ein funktionierendes politisches System noch über das notwendige Fach- und Führungspersonal für eine handlungsfähige Verwaltung.
Im Jahr 1965 kam Joseph Mobutu an die Macht. Er benannte das Land in Zaire um. Sein besonders korruptes Regime währte 32 Jahre…«
Nicht als unumstößliche Wahrheit, sondern als Anreiz für eine weitere Beschäftigung mit dem Diktator, mögen Ausführungen in dem Wikipedia-Eintrag dienen. Zum Sturz des populären Patrice Lumumba heißt es:
»... An diesem Unterfangen war Oberst Mobutu in exponierter Position mit Unterstützung der CIA und des belgischen Geheimdienstes beteiligt. Lumumba hatte geplant, die wirtschaftliche Abhängigkeit des Kongos zu bekämpfen, während westliche Staaten an der Ausbeutung der Rohstoffe wie Uran, Kupfer, Gold, Zinn, Kobalt, Diamanten, Mangan und Zink interessiert waren. Lumumba wurde nach schwerer Folterung ohne Gerichtsverhandlung erschossen.…
Anders als die bisherigen Politiker des jungen Landes fand er [Mobutu, AA] seine Machtbasis nicht in einer Partei oder einer Ethnie (also in irgendeiner Weise dem „Volk“), sondern im von ihm kontrollierten Militär und in seinem Verbündeten, den USA…
1984 wurde Mobutus persönliches Vermögen auf vier Milliarden US-Dollar geschätzt. Diese Summe entsprach etwa den damaligen Auslandsschulden Zaires. Nach einer Schätzung von Transparency International eignete sich Mobutu während seiner Amtszeit durch Korruption insgesamt rund 5 Milliarden US-Dollar an. Die ausländischen Mächte ignorierten dies aus politischen Interessen, da Mobutu ein antikommunistischer Verbündeter war…
1994 ereignete sich aber der Völkermord in Ruanda, der dem Regime Mobutus drei weitere Jahre bescheren, aber auch seinen endgültigen Zusammenbruch einleiten sollte. Das Regime wurde nunmehr wieder von den USA unter Bill Clinton und Frankreich gestützt, da beide Länder zu der Auffassung gelangten, dass aufgrund der massiven Krise in der Region „Experimente“ in Zaire nicht förderlich seien. Indes verschlechterte sich Mobutus Gesundheitszustand immer weiter…«
1997 wurde er gestürzt, ging ins Exil und starb im gleichen Jahr.
Selbst die Bundeszentrale für politische Bildung gibt zur Kenntnis:
»… Zaire bekannte sich unter Mobutu im Kalten Krieg zum Westen. Er machte das Land zum "Bollwerk" gegen die sozialistisch-kommunistisch orientierten Nachbarländer. Mobutu war bereits beim Umsturz 1965 vom amerikanischen Geheimdienst CIA unterstützt worden. Von Zaire aus versorgten die USA seit Ende der siebziger Jahre die angolanischen Rebellen der UNITA (União Nacional para a Indepencia Total de Angola, Nationalunion für die völlige Unabhängigkeit Angolas) von Jonas Savimbi mit Waffen gegen das marxistische Dos-Santos-Regime. Das zentralafrikanische Land erhielt seine besondere Bedeutung zudem durch einen enormen Rohstoffreichtum – unter anderem besaß es atomwaffenfähiges Uran. Die USA förderten das Mobutu-Regime deshalb jährlich mit mehreren hundert Millionen Dollar. Auch die Bundesrepublik sparte nicht: Zwischen 1965 und 1991 wandte man für Zaire über eine Milliarde DM an Entwicklungshilfe auf. Gegenüber den Menschenrechtsverletzungen (unter anderem die Ermordung und Unterdrückung politischer Gegner) des Regimes schwieg der Westen…«
Kongo-Müller
Wie alle regionalen Konflikte stand auch dieser im Zeichen der Blockkonfrontation. Während sich die BRD stets an der Seite der Putschisten, des südafrikanischen Apartheidssystems und Israels befand, suchte die DDR die Nähe zu Befreiungsbewegungen. Diese grundsätzlich unterschiedliche Herangehenweise wurde im Westen stets heruntergespielt, was jedoch nicht immer gelang. Eine spektakuläre Dokumentation der DEFA über die Rolle eines Altnazis und 300 Getreuer bei der Unterstützung Mobutus konnte 1965 nicht einfach als Propaganda abgetan werden. Der Film ist u.a. auf youtube.com zu sehen; auf Wikipedia gibt es Einstiegsinformationen.

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

Es geht in den Dokumentarfilmen der DEFA darum, begreiflich zu machen daß Faschisten wie Kongomüller nur Handlanger sind um wirtschaftliche Privatinteressen durchzusetzen.
Danke für den Hinweis auf die DEFA und den Link zu YT.
Auf Anhieb konnte ich keine wissenschaftlichen Daten zu Ebola finden. Aber ich suche natürlich noch etwas weiter. Kann da jemand was dazu sagen, ggf. verlinken?
Bitte kein UNICEF/WHO/Gebrüder Grimm .… etc.
Wikipedia, Völkermord: Sonderfälle:
"Die Kongogräuel in den Jahren 1888 bis 1908 waren Taten unter Verantwortung des belgischen Königs Leopold II., die zur Dezimierung der Bevölkerung des Kongo-Freistaats durch Sklaverei, Zwangsarbeit und massenhafte Geiselnahmen und Tötungen führten und schätzungsweise acht bis zehn Millionen Tote (etwa die Hälfte der damaligen Bevölkerung) forderten. Ob der Massenmord im Kongo, trotz seiner genozidalen Ausmaße, ein Völkermord war, ist umstritten. Denn es wurde nicht planmäßig versucht, eine bestimmte ethnische Gruppe zu vernichten, sondern der Massenmord war die Folge extremer Ausbeutung."
> suchte die DDR die Nähe zu Befreiungsbewegungen.
Natürlich. Die Solidarität der DDR und der anderen sozialistischen Staaten hat tausenden Menschen der Welt das Leben gerettet, nicht nur in Afrika. Bauern aus Kuba studierten an den Hochschulen und Universitäten der DDR und machten ihre Praktika in den modernsten landwirtschaftlichen Betrieben der Welt: Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften der DDR, LPG.
In meinem Nachbarort war eine Schule der volkseigenen Forstbetriebe der DDR, hier lernten Vietnamesen wie man moderne Forstwirtschaft betreibt und entlaubte Wälder wieder aufforstet. Arbeiter aus Algerien und aus Mosambik qualifizierten sich zum Facharbeiter in den volkseigenen Betrieben des Schwermaschinenbau in Erfurt, Karl-Marx-Stadt und Magdeburg.
Und natürlich haben wir auch Menschen aus Nikaragua und Chile an modernen Waffen ausgebildet in den Militärakademien der DDR.
So geht Entwicklungshilfe, so geht Solidarität.
Bei der Gelegenheit, zur Doku "Kongo.Mueller":
Schlusswort im afrikanischen Sprichwort " … man sieht dem Menschen seine Wildheit nicht an". So ist es.
Viele Menschen bringen die Dinge durcheinander. Nazis waren schlechte Menschen- also sind schlechte Menschen Nazis. Das sind Narrative, vorgegebene und sich selbst entwickelnde. Über die Hälfte aller NASDAP-Mitglieder – NAZIS genannt – waren "normale Menschen", nach heutigen "Maßsstäben". Nichts weiter. Sie haben selbst niemnadem etwas "angetan". Oder doch? – Bloß dann unterscheiden sie sich auch wiederum nicht von "normalen Menschen". Man nennt den "Kongo-Müller" einen "Nazi" weil er ein völlig verrohter Mensch und Söldner gewesen ist. Man sollte etwas vorsichtiger sein, denn auch Menschen die keine "Nazis" sind können schlechte Qualitäten aufweisen. – Qui bono? Ist wohl die gute Frage danach. Und sind "Schreibtischtäter" wirklich die besseren Menschen? Vermutlich eher nicht. Der "Apparat" beauftragt und bezahlt die so genannten "Söldner". Wo ist der Mangel an Moral also größer?
Wenn "Kongo-Müller" also kein Nazi war, so kann ich "manch' Einen" – von meinem Standpunkt aus gesehen (!) – nur warnen! Wenn man allle wegen bestimmter Handlungen zu "Nazis" erklärt, verdreifacht man (schätzungsweise) die Gruppe seiner möglichen Feinde! Die wollen nämlich (meistens) nicht genannt werden, falls es noch keinem aufgefallen sein sollte. Nur eine wohlmeinende "kleine taktische Hilfe" für Leute die's vieleicht gebrauchen können.
In dem Film (youtube-Verlinkung) genügte ein einziger Blick auf den "Auftraggeber" um zu erkennen daß Der, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit KEIN NAZI war! Das läßt sich mit Sicherheit sagen. Einfach mal genauer hin sehen.
Und eins noch, zweitausend Mark in den 50'er Jahren war sehr viel Geld, bei geringen Ausgaben für Lebenshaltung. Soviel zur angeblichen "Motivation". Soviel zu (manchen?) Menschen.
@F.I.N.E
Offensichtlich haben Sie die Doku nicht angesehen.
Die Fage Nazi oder nicht geht am Thema vorbei. Dass die Täter sadistische rassistische Mörder waren sollte außer Frage stehen. Die Motivation ist völlig gleichgültig.
" .…sollte außer Frage stehen "
s.o. "…Eine spektakuläre Dokumentation der DEFA über die Rolle eines Altnazis und 300 Getreuer bei der Unterstützung Mobutus konnte .…."
Statt Sadismus habe ich verroht geschrieben. Das passt für mich besser. Ein Sadismus ist mit einem Lustempfinden verbunden. Selbst wenn die mutmaßlichen Sadisten hier lachen sollten, muß das nicht zwangsläufig ihrem Empfinden entsprechen. Diese Auseinadersetzungen um Streitigkeiten und Dominanz finden in hohem Maße auf "psychologischer Ebene" statt. Die Toten der "anderen Seite" (hierbei dann der eigenen) sehen vermutlich genauso aus wie die gezeigten. Man kann es auch einfach "Krieg" nennen. In dem Fall ein "Bürger-Krieg", weil es innerhalb der "nationalen Grenzen" statt findet.
Wenn man sehen kann warum man tunlichst, kriegerische Auseinanderzsetzung besser vermeiden sollte, kann das meiner Meinung nach nur förderlich sein. Das Gegenteil, so etwas nicht zu filmen oder gar zu zeigen ist allerdings auch ein Standpunkt den man akzeptieren muß. Die meisten "guten" Dokumentationen – so es also welche geben kann – erkennt man daran daß zwei Seiten, zumindest beleuchtet werden. Darüber hinaus ist es, meiner Meinung nach jedenfalls, wichtig die Interessen der Konfliktparteien aufzuzeigen. Ein pures "Das ist gräßlich" trägt zu wenig zur Vermeidung von Kriegen bei – Ist aber auch schonmal was! So viel ist natürlich klar.
Und "rassistisch" äußern sich die "Kämpfer". das steht außer Frage. Aber glauben sie denen alles? Für ihre Opfer spielt es leider keine Rolle mehr.
Habe den "Wikipedia-Eintrag" gelesen.
"… wechselte ab Oktober 1933 in die Hitlerjugend, wo er von 1934 bis zum Abitur 1938 als Fähnleinführer diente. Ab Sommer 1938 meldete er sich als Vorzeitig Freiwillig Dienender …"
Er war, erziehungsbedingt bestimmt irgendwie Nazi. Trat aber wohl bewußt nicht der Waffen-SS bei. – Scheisskiste! Möglicherweise wollte man ihn dort nicht annehmen, zu der Zeit. Das wäre aber Spekulation. Es liegen also wohl keine Daten diesbezüglich vor. Sollte das so gewesen sein, wird er es verheimlicht haben.
Warum ich ihm seinen Rassismus nicht 100%'ig abnehme, liegt daran daß er den U.S. gedient hat. Einer lügt sowieso, entweder "Wikipedia" oder Müller. Der behauptet Oberleutnant der Wehrmacht gewesen zu sein. Wikpedia sagt Öberfähnrich. Ohne mich auszukennen, scheint mir das doch ein Unterschied zu sein.
Seine "Statements" scheinen mir sehr pragmatisch gefasst zu sein.
Mag sein daß die Person bestimmte "Aufträge" abgelehnt hätte, Aber ich wäre mir nicht sicher daß er mit "weißen" Personen unbedingt besser verfahren wäre. Mit "Skrupellos" liege ich nicht falsch. Wäre es anders hätte er wohl versucht einen anderen Beruf auszuüben. Er schildert an einer Stelle die Geschichte des "Autoverkäufers", und wie er angeblich wieder davon abkam. – Naja.…..
Danke für den Link zum Film. Sehr interessant, dieser Einblick in den westdeutschen Militarismus und Kolonialismus der Nachkriegszeit. Eine probate Arznei gegen die "gute, alte BRD"-Nostalgie.
danke. auch wenn ich oftmals wegesehen musste. Diesen Teil deutscher Verbrechen kannte ich bislang nicht.
Immer noch meine Frage: Werden die Opfer nicht ein zweites Mal entwürdigt, wenn sie so gezeigt werden? Ich finde ja.
Und ja. Die Scham bleibt. Stolz Deutsch zu sein? Mögen sie in der Hölle schmoren.
Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Patrice_Lumumba
" … 1976 Dokumente veröffentlicht, die nahelegen, dass US-Präsident Dwight D. Eisenhower schon im August 1960 der CIA den Befehl erteilt habe, Lumumba mittels Gift zu liquidieren. So kam im September ein CIA-Wissenschaftler unter dem Namen „Joseph Schneider“, bei dem es sich in Wirklichkeit um den Leiter von MKULTRA, Sidney Gottlieb, handelte, in der kongolesischen Hauptstadt Léopoldville an, um tödliche biologische Materialien (z. B. Anthrax, Tuberkulose, Tularämie) zu übergeben. Die Verschwörung wurde aufgegeben, angeblich … "