Vielleicht bei Hitze mal die Klappe halten?

Eine Studie zei­ge: "Examensleistungen fie­len schlech­ter aus, wenn das Thermometer in den zurück­lie­gen­den Monaten oder Jahren häu­fi­ger als üblich mehr als 27 Grad anzeig­te. Für Mathematik galt dies beson­ders". Wohl auch für die Zahlen, von denen es in dem Artikel wimmelt.

Noch eine Studie wird ange­führt, wonach "jeder zusätz­li­che Tag mit 38 oder mehr Grad im zurück­lie­gen­den Schuljahr die durch­schnitt­li­chen Testleistungen um 2,3 Prozent sin­ken lie­ßen [sic]". Jedenfalls da, wo es eher kühl war. Da "sank der Notendurchschnitt… um knapp fünf Prozent, wenn die durch­schnitt­li­chen Tageshöchsttemperaturen um 0,5 Grad stie­gen". Wo es eh heiß war, kam man nur auf 2,6 Prozent (wobei mir miß­fällt, daß die Zahl nach dem Komma nur ein­stel­lig ist).

Aus einer DAK-Umfrage wird zitiert, es hät­ten acht Prozent der Befragten ange­ge­ben, "dass sie wäh­rend der Hitzewellen im Jahr 2023 mehr Fehler mach­ten als üblich". Nicht berich­tet wird dar­aus, "dass 13,9 Prozent der Beschäftigten mit gesund­heit­li­chen Problemen bei Hitze… im Sommer 2023 des­halb beim Arzt oder in einer Notaufnahme waren". Da, wo es ein­mal um Menschen geht, wer­den die Hitzeparanoiker merk­wür­dig schmallippig.

"Ab etwa 30 Grad [nahm] das Risiko für Arbeits- und Wegeunfälle um acht Prozent" zu. In Deutschland (7,4 % in der Schweiz). Für die USA hat man sogar model­liert: "Ab 38 Grad stieg die Gefahr um zehn Prozent, ab 43 Grad um 20 Prozent – ver­gli­chen mit Werten unter 29 Grad".

»… Sinnvoll wäre sicher auch dafür zu sor­gen, dass zumin­dest jene mit der aller­größ­ten Verantwortung in gekühl­ten Räumen arbei­ten kön­nen. Krisenmanager etwa. Andrea Nakoinz hat von Mitarbeitern aus eigens gegen die Hitze ein­ge­rich­te­ten Krisenstäben gehört, dass sie in der Hitzewelle in die­sem Juni bis­wei­len spür­bar zöger­li­cher reagier­ten und lang­sa­mer ent­schie­den – weil auch ihnen die hohen Temperaturen zusetz­ten

Der Fisch fängt ja bekannt­lich am Kopf an zu schwitzen.

Ganz neben­bei wird in dem Artikel ver­mit­telt, daß, rein wis­sen­schaft­lich gese­hen, der Afrikaner wohl kaum über die Denkleistung ver­fü­gen kann wie eine deut­sche Journalistin. "Ab 40 Grad sei­en Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit extrem ein­ge­schränkt", weiß eine Expertin. Hitzebedingt hat die Autorin über­le­sen, daß schon im Titel der erst­ge­nann­ten Studie davon gespro­chen wird, daß "ein­kom­mens­schwa­che jun­ge Menschen beson­ders hart" betrof­fen sind.

7 Antworten auf „Vielleicht bei Hitze mal die Klappe halten?“

  1. Na Donnerwetter!

    Bereits im Jahr 1863 erließ der Leiter der Dresdner Gewerbeschule Karl Wilhelm Clauß, die vor­über­ge­hen­de Aussetzung des Unterrichts auf­grund von Hitze.

    Dazu ein Auszug (1) aus der Dresdner Wochenzeitung:

    »…Die Dresdner Nachrichten vom August 1863 ver­kün­de­ten das erste Hitzefrei: „Mit gro­ßer Befriedigung haben wir ver­nom­men, dass in der Schulanstalt des Herrn Direktor Clauß der Unterricht gestern Nachmittag in Anbetracht der Hitze von 25 Grad geschlos­sen wor­den ist.“

    Die Begründung zur Entscheidung des Herrn Direktor Carl Wilhelm Clauß (1829–1894) dürf­te heut­zu­ta­ge mehr als unkor­rekt, aber bestimmt noch zutref­fend sein: „Lässt sich vor­aus­se­hen, daß bei einer sol­chen Temperatur der gei­sti­ge Gewinn, den die Schüler mit nach Hause neh­men, gleich Null ist, so ver­die­nen da die Rücksichten auf das phy­si­sche Wohlbefinden der Kinder um so grö­ße­re Beachtung“. So war es jeden­falls in der Ausgabe von 12. bis 18. August zu lesen. Man wün­sche nun, „daß das lobens­wer­te Vorgehen des Herrn Direktor Clauß in den städ­ti­schen wie in den Privatschulen die rech­te Beachtung und Nachahmung fin­de“…« (1)

    >>> https://​dawo​-dres​den​.de/​2​0​2​4​/​0​8​/​2​2​/​e​r​f​i​n​d​e​r​-​d​e​s​-​h​i​t​z​e​f​r​e​i​w​a​r​-​e​i​n​-​d​r​e​s​d​n​er/

  2. Möchte nicht wis­sen wel­che Temperaturen in den Studios von Tagesschau und Heute so vorherrschen.

    50°C wäre mei­ne erste Schätzung.

  3. Witzig. Jetzt wird schon das Brodt gecovert…
    Quasi eine Mini-Playback-Show.
    Und was es alles für lusti­ge Berufe gibt. "Krisenmanager". Wie lan­ge dau­ert denn da die Ausbildung ? Wieviel kann man damit ver­die­nen (wahr­schein­lich eine gan­ze Menge; an Krisen kann man sich i.d.R. dumm & däm­lich ver­die­nen) ? Kann man sich da auch spezialisieren ?
    Aber da muss schon was dran sein. Denn den Verfassern des Artikels, der 'Studien' und der 'Umfrage' muss offen­sicht­lich das Gehirn geschmol­zen sein.

  4. Kälte bremst das Denken eben­falls. Und sicher: Ab einer bestimm­ten Temperatur kommt das Denken kom­plett zum Erliegen. 

    Die Spezies Mensch ver­fügt über eine gran­dio­se Anpassungsfähigkeit. Diese ist aller­dings nicht von einem auf den näch­sten Tag zu erwer­ben. Wenn daher die kli­ma­ti­schen Bedingungen sich ändern, dann passt sich die Spezies an oder "stirbt aus". Dies soll nicht als Urteil dar­über ver­stan­den wer­den, ob kli­ma­ti­sche Veränderungen (weit­ge­hend) auf den Menschen zurück­zu­füh­ren sind oder nicht. Man beach­te den "Butterfly Effect". Wer will sicher unter­schei­den, was defi­ni­tiv men­schen­ge­macht und was "zufäl­lig" geschieht? Oder gar bei­des in Kombination?

    Im Übrigen ist die Menschheit dabei, dank der "Leader-Eliten" das Aussterben durch Gewalt und "akzep­ta­ble" Atomschläge aus deren spe­zi­el­ler Sicht zu beschleunigen.

    1. > Die Spezies Mensch ver­fügt über eine gran­dio­se Anpassungsfähigkeit.

      Richtig! Nennen wir es die Produktion mate­ri­el­ler und kul­tu­rel­ler Güter. Das ist, was Mensch von Tier unterscheidet!

      Denn ohne die­se Produktion, die stets gesell­schaft­lich erfolgt, ist Spezies Mensch gar nicht über­le­bens­fä­hig. Da hät­te er nichts zum Kleiden, kei­ne Schuhe, kei­ne Behausung und nichts zu Essen. 

      Während ande­re Spezies (Pflanzen, Tiere, Einzeller, Hefen, Pilze, Bakterien) nur unter bestimm­ten kli­ma­ti­schen Bedingungen leben kön­nen und aus­ster­ben wenn sich die Bedingungen dra­stisch ändern, ist der Mensch dank sei­ner pro­duk­ti­ven Fertigkeiten dazu in der Lage auch unter extre­men Bedingungen zu über­le­ben und auch den Bestand der Art zu sichern.

      Es lebe der Mensch, es lebe die Produktion. Eine Produktion die dar­auf aus­ge­rich­tet ist, mate­ri­el­le und kul­tu­rel­le Bedürfnisse der Menschen zu befrie­di­gen. Was sie unter heu­ti­gen Bedingungen lei­der nicht ist.

      @O'Mikron

  5. Vielicht wur­de das Thermometer falsch abge­le­sen, oder die Zahl, gar das Datum falsch überliefert?
    Egal – hört sich nicht so an als sei man vom Eifer der Schüler "über­zeugt". Den Schülern das "Lernen-wol­len" aus­re­den ist natür­lich leich­ter als ihr Interesse zu wecken.
    Bleibt die Frage übrig, war­um Menschen wirk­lich Lehrer wer­den wol­len? – Oder nich .…

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