CDU/​SPD: Durchpeitscher und Verfassungsfeinde

Natürlich konn­ten auch die Abgeordneten der Regierungsfraktionen nicht über­schau­en, wor­über sie in Sachen "Gesundheitsreform" abstimm­ten. Bis zuletzt wur­de auf den hun­der­ten Seiten des Entwurfs Wesentliches ver­än­dert. Das (Weh-)Klagen von MdBs der Grünen und Linken ist inso­fern berech­tigt, wenn auch hier eher popu­li­sti­sche Taktik als Handlungswille wirkt. Erinnert sei dar­an, wie das Infektionsschutzgesetz an einem Tag durch Bundestag, Bundesrat und Bundespräse gepeitscht wur­de. Die Linke lei­ste­te sich dabei das Glanzstück, im Bundestag dage­gen zu stim­men und es im Bundesrat zu begrü­ßen. Der erbärm­li­che Auftritt dort ist im Video auf Neulich im Bundesrat zu sehen.

Nicht nur im Rahmen der von der Verfassung nicht vor­ge­se­he­nen Ministerpräsidentenkonferenz mit ihren anma­ßen­den und anti­de­mo­kra­ti­schen Beschlüssen haben sich Grüne und Linke als Scharfmacher her­vor­ge­tan. Bis heu­te gibt es kein kri­ti­sches Wort dazu. (Siehe auch Linkspartei spuckt Geringverdienenden ins Gesicht.)

Aktuell set­zen SPD und vor allem CDU zu neu­en Verfassungsbrüchen an:

Nicht nur der Volksentscheid in Berlin zur Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen wird mit Füßen getre­ten und kri­mi­na­li­siert. Auch der eben­so recht­lich bin­den­de zur Nichtbebauung des Tempelhofer Feldes wird ignoriert.

Der Finanzsenator, der heu­te als Nachfolger für den abge­setz­ten Spitzenkandidaten zur Abgeordnetenhauswahl und Regierenden Lügenmeister benannt wur­de, und ein Banker zei­gen, an wel­chem Körperteil ihnen die Verfassung vor­bei geht.

Sie pla­nen schon mal Mietwohnungen für 16 Euro in Plattenbauweise. Noch akzep­tie­ren sie den gesetz­lich vor­ge­schrie­be­nen Anteil von 30 Prozent der Wohnungen, die ver­gün­stigt ange­bo­ten wer­den müs­sen. Sie freu­en sich auf "Investitionen" in Höhe von mehr als 6 Mrd. Euro und die dabei abfal­len­den Gewinne – auf einem Gelände, das dafür nicht zur Verfügung steht. Den immensen Leerstand an Geschäftsgebäuden zu nut­zen oder gar eine Verdichtung der aus­ge­dehn­ten Villenviertel Berlins in Betracht zu zie­hen, kommt ihnen nicht in den Sinn.

Allerdings regt sich auf ver­schie­de­nen Gebieten Widerstand:

»„Hände weg vom Grundgesetz“ und „Immobilienkonzerne ent­eig­nen“. Das for­dern die Demonstranten am Freitagmorgen vor dem Bundesratsgebäude an der Leipziger Straße in Berlin-Mitte…

SPD und CDU/​CSU hat­ten am ver­gan­ge­nen Mittwoch im Koalitionsausschuss beschlos­sen, ein Gesetz auf den Weg zu brin­gen, das Vergesellschaftungen, bezie­hungs­wei­se die Enteignung von Immobilienkonzernen bun­des­weit unter­sagt. Damit soll ins­be­son­de­re die Umsetzung des Volksentscheids „Deutsche Wohnen & Co. ent­eig­nen“ (DWE) in Berlin blockiert werden.

Die DEW-Initiative kün­digt einen Sommer der Proteste an. „Eine Million Menschen, also 59,1 Prozent der Berlinerinnen und Berliner, haben vor fünf Jahren für die Vergesellschaftung gestimmt. Das sind nicht irgend­wel­che Zahlen, son­dern das ist der Wille der Berliner Bevölkerung“, so DWE-Sprecher Julian. „Mit unse­rem Gesetzentwurf wol­len wir errei­chen, dass die Mieten zukünf­tig nicht mehr wei­ter stei­gen.“…«


»... „Die Polizei war mit 250 Einsatzkräften vor Ort und muss­te Platzverweise aus­spre­chen und frei­heits­be­schrän­ken­de Maßnahmen zur Identitätsfeststellung durch­füh­ren.“…«

Das reiht sich ein in die eben­falls heu­te beschlos­se­ne umfas­sen­de Überwachung der Gesellschaft mit­tels KI, Gesichtserkennung und Datenabgleichen aus allen erdenk­li­chen Quellen.

»… Bündnis-Sprecherin Eden Große hat­te beim Pressegespräch am Freitag den Fokus der Aktivisten so erklärt: „Wir haben bereits zwei Demos mit meh­re­ren Tausend Menschen orga­ni­siert. Derzeit sind wir vor allem dar­auf fokus­siert, uns im Kiez mehr zu ver­net­zen. Wir wol­len die Menschen infor­mie­ren und ihnen eine Handlungsperspektive geben.“ Einmal im Monat orga­ni­siert das Bündnis ein Nachbarschaftscafé.

Warum das Team sich gegen die Waffenproduktion mobi­li­siert, erklär­te Milla Malikas: „Was wir hier und in ganz Europa beob­ach­ten kön­nen, ist, wie der Kapitalismus in der Krise funk­tio­niert: Weil unter ande­rem die deut­sche Autoindustrie kri­selt, wer­den Milliarden an Sondervermögen in die Rüstungsindustrie inve­stiert.“ Doch die Konversion der deut­schen Industrie in Kriegswirtschaft sei „Augenwischerei“ und mache uns alle noch ärmer. Gleichzeitig sei jeder Fünfte in Deutschland von Armut bedroht, in Wedding sei sogar jedes drit­te Kind von Kinderarmut bedroht…«


Es stellt sich die Frage, war­um nie­mand einen Verbotsantrag gegen CDU und SPD stellt. Die gesi­chert ver­fas­sungs­wid­ri­gen Maßnahmen legen das eigent­lich nahe. Aber der größ­te Teil der regie­rungs­er­pich­ten Linken scheint im Starren auf mög­li­che Verfassungsverstöße der AfD nicht zu rea­li­sie­ren, daß die Zerstörung der bür­ger­li­chen Demokratie nicht nur in den USA, son­dern auch hier­zu­lan­de vol­le Fahrt auf­nimmt. Sie sind dabei ähn­lich blind wie bei dem Umstand, daß die Programme der AfD zur Migration längst von der EU-Realität ein­ge­holt werden.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf Aktivitäten von unten. Wenn sie klug und nicht sek­tie­re­risch ange­gan­gen wer­den, kön­nen sie die weit ver­brei­te­te Wut und Empörung in der Bevölkerung auf eine eman­zi­pa­ti­ve Weise begleiten.

9 Antworten auf „CDU/​SPD: Durchpeitscher und Verfassungsfeinde“

  1. > »„Hände weg vom Grundgesetz“ und „Immobilienkonzerne ent­eig­nen“. Das for­dern die Demonstranten am Freitagmorgen vor dem Bundesratsgebäude an der Leipziger Straße in Berlin-Mitte…

    So ein Quatsch. Das GG erhebt Privateigentum zum ober­sten Grundsatz !

  2. "Was bleibt, ist die Hoffnung auf Aktivitäten von unten. Wenn sie klug und nicht sek­tie­re­risch ange­gan­gen wer­den, kön­nen sie die weit ver­brei­te­te Wut und Empörung in der Bevölkerung auf eine eman­zi­pa­ti­ve Weise begleiten."

    kodo­roc ist so eine Aktivität.
    Danke!

  3. Ich gön­ne Vonovia wirk­lich nichts, vor allem die hohen und undurch­sich­ti­gen Nebenkostenabrechnungen für zT null Leistung – kein Hausmeister, kei­ne Reinigung. kei­ne Gartenpflege zu sehen – sind m.E .ein Skandal.
    Aber wer soll denn heu­te bit­te Wohnraum bau­en, in dem man weni­ger als 15 Euro Kaltmiete neh­men kann???
    Mittelständische pri­va­te Bauherrn kön­nen das jeden­falls nicht, leider!
    Handwerksfirmen und Baumaterial sind min­de­stens 30% teu­rer als vor Corona, und die vie­len 60er – 70er Jahre-Bauten sind nun­mal ver­al­tet. Die oft lang­jäh­ri­gen Mieter muss­ten dank Indexverträgen 15 Jahre bis 2022 lang kaum Mieterhöhung hin­neh­men. Neuvermietung ohne Elektro-Sanierung ist nicht erlaubt, die Nebenkosten sind wegen des ein­fa­chen Dämmungsstandards oft hoch – das war nicht so schlimm, solan­ge Heizen und Strom bil­lig waren.
    Das Schlimme ist der extre­me Kaufkraftverlust, und mit der Migration hat der Staat den Konzernen soviel staat­lich finan­zier­te "Mieten" in die maro­den Blöcke und Hochhäuser gespült, dass sich die Sanierung nun erst wohl lohnt. Dann muss aber halt mehr Mete gezahlt wer­den. Mietwohnungsbau ren­tiert sich ein­fach zu wenig, und die heu­ti­gen Mieter – egal woher – sind ein­fach nicht mehr so sorg­sam und machen einem oft schon in kür­ze­ster Zeit einen Strich durch die Rechnung.
    Ich wür­de nie­man­dem emp­feh­len, pri­vat zu bau­en. Und der Staat baut auch nicht bil­li­ger als Vonovia.

    1. @Sica, das Problem ist, daß Wohungen nicht gebaut wer­den damit Menschen woh­nen kön­nen son­dern der Pofite wegen. Ein Verkauf der Wohnungsbaugesellschften an den Staat wür­de dar­an nicht das Geringste ändern.

      1. @Erfordia…: Mit Ihren Worten ist es "ein­fach nur ätzend", wie Sie wie­der mal die Erfahrungen von Millionen Menschen igno­rie­ren. Sie haben durch­aus vom "sozia­len Wohnungsbau" erheb­li­chen Nutzen gehabt. Der hat zwar die grund­sätz­li­chen Marktgesetze nicht gebro­chen, aber vie­len Menschen ermög­licht, jen­seits der Profitmaximierung von Immobilienkonzernen ein halb­wegs erträg­li­ches Leben zu füh­ren. Ich geste­he ger­ne zu, daß der­ar­ti­ge Wohltaten auch im Sinne des Systems waren, hiel­ten sie die Menschen doch davon ab, über grund­sätz­li­che Alternativen nachzudenken. 

        Das Gesagte gilt auch für vie­le Bereiche, die spä­te­stens seit der Agenda 2010 der "Sozialstaatlichkeit" ent­zo­gen und dem Markt über­ge­ben wur­den. Gesundheitswesen, Bahn, Post, Rente etc. wur­den plan­mä­ßig pri­va­ti­siert oder jeden­falls den Marktgesetzen unter­wor­fen. Für sehr vie­le Menschen macht das einen Unterschied, auch wenn das alles zuvor im Rahmen des Kapitalismus statt­fand. Ihr ver­ehr­ter Herr Lenin und auch die ver­mut­lich von Ihnen weni­ger geschätz­te Frau Luxemburg haben übri­gens klu­ge Sachen zum Verhältnis von Reform und Revolution geschrie­ben. Sollten Sie mal reinsehen.

        1. @aa,

          der Begriff sozia­ler Wohnungsbau ist irre­füh­rend. Was bit­te ist denn sozi­al ange­sichts derer die gar kei­ne Wohnung haben? Und was bit­te dar­an ist sozi­al, Menschen Strom, Wasser, Gas und Heizung abzu­dre­hen? Oder Menschen die Wohnung wegen Eigenbedarf zu kündigen?

          Sehen Sie: Das Problem ist immer wie­der das­sel­be. Es ist eben nur lös­bar, wenn Wohungen gebaut wer­den damit Menschen woh­nen kön­nen. Dann gäbe es kei­ne Obdachlosen, kei­ne Wohungslosen. Dann gäbe es auch bezahl­ba­re Mieten und kei­ne Räumungsklagen. 

          Wohnen ist ein mensch­li­ches Bedürfnis!

          Aber was zeigt uns die Geschichte in die­ser Sache? Sie zeigt uns, das der Kapitalismus das Wohnungsproblem nicht löst son­dern her­vor­bringt. Das wuss­te auch Rosa Luxemburg!

          Und ich sage Ihnen: In der DDR war das Wohnungsproblem gelöst. Das ist Fakt!

  4. "und muss­te Platzverweise aus­spre­chen und frei­heits­be­schrän­ken­de Maßnahmen zur Identitätsfeststellung durchführen"
    Wer denkt sich solch ein grenz­de­bi­les Geschwafel eigent­lich aus ?
    Das oben Zitierte soll­te man wohl eher mal mit den 'Einsatzkräften', den übli­chen Verdächtigen aus Politik, Medien, Finanzwelt und son­sti­gen Hintergrundwesen veranstalten…
    Spaß bei­sei­te. Mauscheleien, Korruption, Machtspielchen, uvm. hat es ja auch frü­her schon gege­ben. Aber was da mitt­ler­wei­le an zutiefst aso­zia­lem, inhu­ma­nen, ignoranten/​arroganten und in vie­ler­lei Hinsicht ein­fach nur bös­ar­ti­gem Verhalten zuta­ge tritt (auch wenn dies natür­lich medi­al absicht­lich und ent­spre­chend ver­brei­tet wird), ist ein­fach nur noch irrsinnig.
    Man könn­te glatt mei­nen, daß die ent­spre­chen­den Protagonisten (und ihre will­fäh­ri­gen Helfer, sowie der nicht uner­heb­li­chen Menge der völ­lig abge­stumpf­ten, beque­men oder ein­fach nur fei­gen Mitläufer) mit Absicht auf den Abgrund zusteuern.
    Legislative, Judikative, Exekutive ? Ein völ­li­ger Witz. Von weni­gen Ausnahmen abge­se­hen, geht es auch dort nur um das ewig Gleiche : Geld, Macht, Kontrolle.
    Und in der der­zei­ti­gen Form haben sie kei­ner­lei Legitimation mehr. Aber auf Glaub- und Vertrauenswürdigkeit, Berechtigung, etc. wird da ja schon lan­ge nicht mehr gesetzt.
    Es gibt ja den Spruch, Macht sei ein star­kes Aphrodisiakum. Kann ich nicht nach­voll­zie­hen. Was geilt einen dar­an auf, über ande­re zu herr­schen ? Dafür muss man schon reich­lich gestört sein.
    Mich ekeln sol­che Gestalten, die in ihrem Wesen nur dumm, plump und zutiefst erbärm­lich sind, ein­fach nur an.

    1. Tja lie­ber @Brian,

      die feh­ler­haf­te Entwicklung (Machtgier, Profitgier) man­cher (weni­ger) Menschen zieht uns ja alle run­ter in den Abgrund. Der Sog des Kapitals zer­stört auch Unternehmen, also nicht nur das Leben ein­fa­cher Arbeiter. Der stän­di­ge Gedanke alles zu ver­lie­ren macht die Menschen krank.

  5. 16-Stöcker in Schlachtensee und Parteienverbot für CDU und SPD. Dann stürmt das SEK die Parteizentralen der Aufrüstungs- und Verarmungscliquen. Fänd ich gut.

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