Abgeordnete sind ihrem Gewissen verpflichtet und stimmen nach sorgfältiger Abwägung für oder gegen Regierungsvorlagen. Das haben wir in der Schule gelernt und so wird es uns rund um die Uhr vorgebetet. Föderalismus ist ein gewichtiges Kontrollinstrument gegen eine übergriffige Regierung; das gehört ebenso zu den Glaubenssätzen "unserer Demokratie".
Wir haben gestern erlebt, daß beides bestenfalls eine Halluzination ist. Fraktionszwang und die Angst vor Mandatsverlust, wenn die Führung die Augenbrauen hochzieht, veranlaßten die Koalitionsabgeordneten, ein unmöglich von ihnen gelesenes und verstandenes Gesetz zur "Gesundheitsreform" abzusegnen. Den Vogel abgeschossen hat dabei der Bundesrat. Stolz wurde von dort verkündet, man habe der Bundesregierung 500 Millionen für die Krankenhäuser abgerungen. Abgesehen davon, daß es sich hierbei lediglich um reduzierte Kürzungen handelt, sehen wir einen monströsen (Selbst-)Betrug. Denn sowohl aus dem Finanz- wie aus dem Gesundheitsministerium verlautete: Diese Mittel werden nicht zusätzlich bereitgestellt. Sie müssen "aus dem System" erbracht werden – also mit weiteren Leistungskürzungen einhergehen.
Was die angebliche Beteiligung der Pharmakonzerne an der "Reform" angeht, handelt es sich um gezielte Desinformation:
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