
Bekanntlich war ein anderer Goldstandard für die Behauptung und Durchsetzung einer Pandemie unantastbar. Sein Erfinder muß nicht um seine Arbeitsbedingungen fürchten.
»… Wie alles begann
Als die Charité und die Gewerkschaft Verdi im Jahr 2021 nach wochenlangen Streiks den TV‑E unterzeichneten, war die Euphorie groß. Erstmals wurden verbindliche Mindestbesetzungen für die Stationen festgelegt. Das Prinzip war so simpel wie genial: Wenn eine Schicht unterbesetzt ist, sammeln die Beschäftigten Belastungspunkte, die später in zusätzliche Freizeit oder Geld umgewandelt werden können. Die Charité wurde quasi über Nacht zum Pionier einer neuen Ära, zu einem Leuchtturmprojekt.
„Nach mehr als vier Jahren Laufzeit lässt sich das Resümee ziehen, dass der Tarifvertrag einen Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung und Bindung von Fachpersonal darstellt und die Kontinuität der personellen Ressourcenverfügbarkeit sichert und damit sehr wertvoll ist“, bestätigt Pflegepersonalchefin Carla Eysel auf Nachfrage von kma. Er habe die Personalsituation deutlich verbessert, die Qualität gestärkt und durch die Cheps Verlässlichkeit im Arbeitsalltag geschaffen (Chep steht für Charité Entlastungspunkte)…
Verdi: So kann man keine Politik machen
Verdi-Gewerkschaftssekretärin Gisela Neunhöffer bestätigt das Vorgehen der Charité: „Auch wenn das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz, kurz GKV-Spargesetz, noch nicht beschlossen ist, wirft der Entwurf seine Schatten voraus. Die Charité fürchtet zu Recht die Auswirkungen beider Gesetze und will sich durch die Kündigung in eine bessere Verhandlungsposition bringen.“ Sie ist sich sicher, dass die Kündigung an der Charité zu einem massiven Konflikt führen wird.
Die Gewerkschafterin befürchtet jedoch, dass es am Ende alle Kliniken betreffe; nicht nur diejenigen, die Entlastungstarifverträge geschlossen haben, sondern alle, die Tarifverträge verhandeln. Sie sieht in diesem politischen Vorgehen einen direkten Angriff auf die Krankenhausbeschäftigten, der nun losgetreten werde – unverständlich auch vor dem Hintergrund, dass eine höhere Tarifbindung als Ziel im Koalitionsvertrag festgeschrieben wurde…
Ausblick
Die Kündigung des Tarifvertrages an der Charité ist mehr als nur ein lokales Ereignis; sie ist ein Symptom für ein System, das seine eigenen Reformen finanziell nicht decken kann. Sollten keine adäquaten Folgeregelungen gefunden werden, könnte der Berliner Paukenschlag der Anfang vom Ende einer kurzen, aber hoffnungsvollen Ära der verbindlichen Entlastung für Pflegekräfte sein. Die kommenden Verhandlungen werden zeigen, ob das „Modell Charité“ überlebt.
Alexandra Heeser (Freie Journalistin)«
Wieder so eine dpa-Meldung, die nicht automatisch in die Mainstreammedien einfließt:


Wie wärs mit kostenloser Gesundheitsvorsorge? Kostenlose Arztbesuche und Rezepte ohne Zuzahlung? Operationen ohne Zuzahlung? Das alles und noch viel mehr hatten wir in der DDR. Nicht zuletzt als Verdienste des FDGB!
Und Verdi?
PS: Verdi sollte endlich damit aufhören, den Menschen zu verprechen sich für soziale Dinge einzusetzen die im Kapitalismus nicht realisierbar sind!
@Erfordia…: Sie werden das gewiß wieder als Fälschung abtun. Ihr vermutlich (und hoffentlich) hoch verehrter Herr Lenin hat dazu einstmals geschrieben:
»Der „Linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit im Kommunismus
VI. Sollen Revolutionäre in den reaktionären Gewerkschaften arbeiten?
Die deutschen „Linken“ betrachten es für sich als entschieden, daß diese Frage unbedingt verneinend zu beantworten ist. Ihrer Meinung nach genügen Deklamationen und zornige Ausrufe gegen die „reaktionären“ und „konterrevolutionären“ Gewerkschaften (besonders „solid“ und besonders dumm macht das K. Horner), um „zu beweisen“, daß Revolutionäre, daß Kommunisten in den gelben, sozialchauvinistischen, paktiererischen, Legienschen, konterrevolutionären Gewerkschaften nicht zu arbeiten brauchen, ja sogar nicht arbeiten dürfen.
Wie sehr die deutschen „Linken“ aber auch überzeugt sein mögen, daß diese Taktik revolutionär sei, in Wirklichkeit ist sie grundfalsch und enthält nichts als hohle Phrasen.«
https://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1920/linksrad/kap06.html
Ach @aa,
ich habe ja nur geschrieben wie Gewerkschaft geht. Und zwar aus eigenen Erfahrungen die ich in 40 Jahren DDR gemacht habe. Einen solchen Sozialstaat den wir da hatten, wird es im Kapitalismus niemals geben – Diesen Fakt endlich zu begreifen ist das auf was es ankommt.
Und was die Geschichte der SPD u.a. Parteien betrifft die sich als revolutionär bezeichnen, habe ich auch schon Einiges geschrieben. Sicher gibt es in der Linken, wie auch in der SPD sozialistische und demokratische Kräfte, aber in ihrer Gesamtheit sind diese Parteien opportun und damit alles andere als marxistisch/leninistisch.
msg