"Freiheit oder Arschkarte"

»Das Licht in dem Raum ist gedimmt. Auf dem Tisch steht eine Zauberkugel. Ein jun­ger Mann, Jahrgang 2009, öff­net ein zusam­men­ge­fal­te­tes Stück Papier. „Oh nein“, ent­fährt es ihm laut. Das Los, das er gezo­gen hat, ver­heißt ihm: Einzug zum Wehrdienst.

Auf ande­ren Losen hät­te das Wort „Freiheit“ gestan­den. Zwei jun­ge Frauen, Mitarbeiter der Linken-Bundestagsfraktion, sit­zen ihm gegen­über. Sie lächeln. Das sei nicht das Ende für ihn, sagen sie und erklä­ren ihm, was er dage­gen tun kann, um dem „dunk­len Schicksal“, der Einberufung zum Wehrdienst, zu entgehen.

Die Station heißt „Freiheit oder Arschkarte“ und ist eine von vie­len an die­sem Samstag in einem Kulturzentrum in Berlin-Moabit. Die Linksfraktion im Bundestag hat zum „Anti-Wehrpflicht-Festival“ gela­den: Auf drei Etagen gibt es Gaming-Stationen mit „Antikriegsspielen“, Beratungsangebote zur Kriegsdienstverweigerung, Musik und frei­es Essen. Der Eintritt ist kostenlos…

Dass sie damit einen Nerv bei jun­gen Menschen trifft, belegt eine Forsa-Umfrage aus dem Oktober 2025: Knapp zwei Drittel der Achtzehn- bis Neunundzwanzigjährigen leh­nen einen mili­tä­ri­schen Pflichtdienst ab. Nur 14 Prozent wären bereit, ihn zu leisten..

Das Publikum, das sich an die­sem Samstag durch die Etagen bewegt, wirkt nicht wie eines, das erst über­zeugt wer­den muss. Diskussionen über die Notwendigkeit einer star­ken Bundeswehr in Zeiten der rus­si­schen Aggression blei­ben außen vor, statt­des­sen herrscht Einigkeit dar­über, dass die Aufrüstung in Deutschland ein schlech­tes Zeichen ist…«

6 Antworten auf „"Freiheit oder Arschkarte"“

  1. Im Gegensatz zu den Pseudogruenen raten sie aber den Wehrbediensteten nicht zum Kriegstreiben – oder irre ich mich da etwa? Jedenfalls sind sie mit die­sem Treiben nicht auf mei­ner Linie. Derzeit kann man von einem alll­ge­mei­nen Interesse an einer Wehrpflicht nicht aus­ge­hen, son­dern eher einem mit frag­wür­di­ger Zielsetzung. Das ent­spricht so nicht "mei­nem" Modell. Daher distan­zie­re ich mich von den aktu­el­len Interessen an Rekrutierungen und der Wahl der Mittel. Viele Rekruten, irgend­wie zusam­men­zu­krie­gen, ent­spricht nicht dem Wehrdienstgedanken einer rechts­staat­li­chen Demokratie. Es hakt ja schließ­lich am letz­te­ren – am Rechtsstaat. Wenn es den demo­kra­ti­schen Rechtsstaat nicht gibt, was will die Armee dann ver­tei­di­gen? Die Frage ist gar nicht retho­risch gemeint. – WAS?

    Und ich blei­be auch dabei: Wenn die Pseudolinken mei­nen sie arbei­te­ten einer Form von "Sozialismus" ent­ge­gen, muß cih ent­täu­schen. das taten die nazis nicht, und die tun es haar­ge­nau­so wenig.- Mmeine Auffassung! Wer miß­braucht "Die Rekruten"?

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