
"… Silvia Dronsch aus Suhlendorf bei Uelzen hatte Merz bei einem Bürgerdialog Ende April im nahegelegenen Salzwedel in Sachsen-Anhalt eine Frage gestellt. Dabei berichtete sie zunächst mit Blick auf die geplante Gesundheitsreform, dass sie an Hautkrebs im vierten Stadium leide und ihr nun die Vorsorge genommen werde.
Damit ging sie auf zunächst kolportierte Pläne zur Abschaffung der kostenlosen Hautkrebsuntersuchung im Rahmen der Reform ein. Sie fragte den CDU-Politiker daraufhin, warum bei den Bürgern so stark gespart werde, nicht aber bei den Politikern – dabei deutete sie an, dass die Regierung für sich eine Lohnerhöhung plane.
Merz' schroffe Reaktion
Merz entgegnete scharf, dass weder er noch jemand anderes erwogen habe, die Bezüge der Mitglieder der Bundesregierung anzuheben. «Alles andere ist eine falsche Behauptung. Und ich wäre Ihnen einfach dankbar, wenn Sie das nicht einfach ungeprüft wiederholen.«…"
Frau Dronsch wollte "eine Entschuldigung von Merz hören. Telefonisch erreichte sie demnach letztlich einen Verantwortlichen im Büro des Kanzlers. Im Anschluss sei dann das Schreiben verschickt worden, berichtete die Zeitung: Der Brief habe eine Autogrammkarte des Kanzlers mit persönlicher Widmung enthalten, mit der er ihr «alles Gute» gewünscht habe. Ein Mitarbeiter habe ihr zudem in einem Begleitschreiben «Zuversicht» und «Kraft» gewünscht."

Die Geschichte, die im Artikel erzählt wird, klingt für mich doch arg konstruiert.
Zitat:
"…Dabei berichtete sie zunächst mit Blick auf die geplante Gesundheitsreform, dass sie an Hautkrebs im vierten Stadium leide und ihr nun die Vorsorge genommen werde."
Generell kann jede Person, bei der sich ein eigener Verdacht auf Hautkrebs ergibt, weiterhin eine entsprechende Untersuchung (Abklärung) in Anspruch nehmen. Für akut oder auch in der Vergangenheit bereits an Hautkrebs Erkrankte oder anderweitig besonders gefährdete Personen ist und bleibt eine engmaschige Verlaufskontrolle bzw. Vor und Nachsorge weiterhin der medizinische Standard.
Es fällt mir demnach sehr schwer zu glauben, dass eine Person, die laut dem Artikel an Hautkrebs im vierten Stadium leidet, nicht über diese Informationen verfügen soll.
Tatsächlich zeigt die Studienlage für die Allgemeinbevölkerung einen nur sehr geringen bis keinen Nutzen für routinemäßig durchgeführte Hautuntersuchungen auf.
Dazu ein Auszug aus "Skin Cancer Screening: Updated Evidence Report and Systematic Review for the US Preventive Services Task Force" (1):
Zitat aus der von amerikanischen Forschern erstellten Veröffentlichung:
"Schlussfolgerungen und Relevanz:
Eine umfangreiche nicht-randomisierte Evidenzbasis deutet auf einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einem früheren Stadium bei der Erkennung von Hautkrebs und einem verringerten Mortalitätsrisiko hin. Nicht-randomisierte Studien lassen jedoch darauf schließen, dass die Hautkrebsvorsorge mittels visueller Hautuntersuchung bei Jugendlichen oder Erwachsenen kaum oder gar keinen Nutzen hinsichtlich der Melanom-Mortalität bringt und dass kein Zusammenhang zwischen routinemäßigen Hautuntersuchungen durch Ärzte und einem früheren Stadium bei der Erkennung von Melanomen besteht. Die Evidenz ist uneinheitlich hinsichtlich der Frage, ob eine Hautuntersuchung durch Ärzte mit dünneren Melanomläsionen bei der Erkennung assoziiert ist." ;(1)
Des Weiteren ein Auszug aus der deutschen Publikation "Population Skin Cancer Screening and Melanoma Mortality Rates" (2):
Kernaussagen der Studie:
Frage:
Ist das 2008 eingeführte deutsche Hautkrebs-Früherkennungsprogramm mit einer gesunkenen Melanomsterblichkeit verbunden?
Ergebnisse:
In dieser vergleichenden Wirksamkeitsstudie, die Bevölkerungsdaten aus Deutschland und neun Nachbarländern heranzog, wurden die Trends der altersstandardisierten Melanomsterblichkeitsraten zwischen 2009 und 2022 in Deutschland mit denen in Nachbarländern verglichen, in denen es kein bevölkerungsbasiertes Hautkrebs-Früherkennungsprogramm gibt. Es wurde kein statistisch signifikanter Unterschied bei der jährlichen prozentualen Veränderung der Melanomsterblichkeit festgestellt.
Bedeutung :
Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit früheren Studien, die keinen Vorteil hinsichtlich der Melanomsterblichkeit im Zusammenhang mit dem aktuellen deutschen Hautkrebs-Früherkennungsprogramm nachweisen konnten."
Zum Thema empfehle ich überdies ausdrücklich die Dokumentation des SWR aus dem Jahre 2014 mit dem Titel "Krank durch Früherkennung" (3).
(1) Skin Cancer Screening: Updated Evidence Report and Systematic Review for the US Preventive Services Task Force >>> https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13178561/
(2) Population Skin Cancer Screening and Melanoma Mortality Rates >>> https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/article-abstract/2849622
(3) SWR – Krank durch Früherkennung >>> https://www.youtube.com/watch?v=tQu5bNObkfQ
"Der Brief habe eine Autogrammkarte des Kanzlers mit persönlicher Widmung enthalten, mit der er ihr «alles Gute» gewünscht habe."
Er hat sich also nicht entschuldigt, und muss das noch nachholen. Ich gehe davon aus, dass die "Welt" am Ball bleibt, und ihm das nicht durchgehen lässt.
Betrug, Tücke und Täuschungen wohin man schaut.
" … dabei deutete sie an, dass die Regierung für sich eine Lohnerhöhung plane. "
Es heißt – glaube ich – "Diäten".
Lohn gibt's fürs Arbeiten.
[sagt ein ehemaliger Niedrig-Gehaltsempfänger! – Jetzt ein behördlich als "Jobcenterkunde", vielfach verkannter, diskriminierter, schwerbehinderter Langzeit-Arbeitsloser]
Erstaunlich, daß der Kanzler auch Krebs heilen kann wusste ich noch nicht.
Dazu passend auch ein Artikel in der https://ostdeutscheallgemeine.com/article/autogrammkarte-fuer-krebskranke-frau-friedrich-merz-und-die-kunst-der-herzlosen-geste-10081157
Hier wird auch noch mal erinnert, wie Merz die Rückgabe eines Arbeitslaptops durch einen Obdachlosen "honorierte".
Sofern diese Begebenheit den Tatsachen entspricht :
Was erwartet man denn von solchen Flitzpiepen ?
Verständnis ? Empathie ? Sofortige Reduktion der Politdarsteller-Saläre ? Und ein sogenannter "Bürgerdialog" (schon der Begriff ist ein einziger Witz) ist und war auch nie etwas anderes als PR.
Da geht es nur darum, vermeintliche 'Bürgernähe' zu demonstrieren (ausgerechnet von Menschen, die abgehobener, ignoranter und arroganter nicht sein könnten), die 'Antworten' sind schon von vorneherein abgesprochen und einstudiert.
Ohne die Teilnehmer in irgendeiner Weise diskreditieren zu wollen, aber wer zu einer solchen Veranstaltung geht, lässt sich benutzen und instrumentalisieren.
Mit solchen Typen lässt sich nicht reden, denn der Alltag, die Sorgen und Nöte, etc. des niederen Pöbels interessiert die nicht mal im Ansatz. Kann man von seelenlosen Gestalten auch nicht wirklich erwarten.