Keine Sommerpause im Sommerloch

»… Verbandschefin Ostermann sag­te dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es dür­fe kei­nes­falls pas­sie­ren, dass über den Sommer jedes Vorhaben von den ver­schie­de­nen Interessengruppen zer­pflückt wer­de…«

Nach ihrem kurz­zei­ti­gen Flirt mit der AfD brauch­te Ostermann wohl wie­der Aufmerksamkeit. Am 7.8.23 erklär­te das FDP-Mitglied in einem FAZ-Interview unter dem Titel "Der Markt ist schlau­er als Technokraten":

»... Zum Beispiel muss die Steuerbelastung für Unternehmen auf weni­ger als 25 Prozent sin­ken und die Körperschaftssteuer auf 10 Prozent. Und der Solidaritätszuschlag muss ganz ver­schwin­den. Für Familienunternehmen ist es außer­dem extrem wich­tig, Gewissheit bei der Erbschaftsteuer zu bekom­men, dass Betriebsvermögen wei­ter­hin aus­ge­nom­men wird…

Der Sozialstaat muss auf das not­wen­di­ge Maß zurück­ge­fah­ren wer­den und sich an die Menschen rich­ten, die auch wirk­lich Hilfe benötigen…

Deshalb müs­sen wir Unternehmer laut wer­den mit unse­rer Stimme…«

Zum dama­li­gen Zeitpunkt erwirt­schaf­te­ten die Beschäftigten des Familienunternehmens einen Umsatz von rund 80 Millionen Euro.

6 Antworten auf „Keine Sommerpause im Sommerloch“

  1. "Deutschland ist ein Sozialstaat" und "Eigentum ver­pflich­tet", heißt es im Grundgesetz.

    Verfassungsfeinde und Demokratiegefährder, die den Sozialstaat abbau­en, und bestim­men wol­len, wer Hilfe "wirk­lich benö­tigt", soll­ten ent­eig­net werden.

    Sie haben sich des Besitzes von Produktionsmitteln unwür­dig erwie­sen und kön­nen der Anschlussverwendung im Jobcenter zuge­führt werden.

    1. "Deutschland ist ein Sozialstaat" und "Eigentum ver­pflich­tet", heißt es im Grundgesetz.

      Richtig @isnixgut. Deswegen gibt es ja das Wirtschaftswachstumsgesetz.

  2. die Kostensenkung akku­mu­liert Kapital, um damit mehr Geld machen zu kön­nen, nicht unbe­dingt Gewinn oder Reichtum.
    Man muß inve­stie­ren und wach­sen, um mehr Geld machen zu kön­nen, nicht unbe­dingt Gewinn oder Reichtum.
    die Sommerpause kostet Zeit. Demokratie ist der Interessenausgleich der Interessengruppen. Aber die Zeit ist schon knapp, wenn nicht schon um, des­halb ist die Demokratie eine Zeitverschwendung.

  3. Was sich Unternehmer tief unten, in ihrer dunk­len, schwar­zen Seele ein­gent­lich wün­schen, sind Sklaven, alt­deutsch: Zwangsarbeiter.

    Die bekom­men dann natür­lich auch Hilfe, wenn sie die "wirk­lich benötigen".

  4. war­um?

    11.06.2026, 12:24 Uhr – Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung
    Statement der Berliner Integrationsbeauftragten zum Arbeitsverbot für Geduldete

    Katarina Niewiedzial, Beauftragte des Berliner Senats für Partizipation, Integration und Migration: „Die GEAS-Novelle tritt am 12.6.2026 in Kraft. Der Bundestag stimmt mor­gen über ein Gesetz ab, das klei­ne Reparaturen der GEAS (Gemeinsames Europäisches Asylsystem)-Anpassungsgesetze auf den Weg brin­gen soll. Auf Initiative der Fraktionen CDU/​CSU und SPD sind dar­in Verschärfungen der Arbeitsverbote für Geduldete aus siche­ren Herkunftsstaaten vor­ge­se­hen. So sol­len Menschen aus der Türkei, aus Kolumbien oder Indien, aus Marokko, Tunesien, Ägypten, Bangladesch mit Duldung nicht mehr arbei­ten dürfen.

    Deutschland hat Spielräume bei der GEAS-Umsetzung. Arbeitsverbote für Menschen mit Duldung ver­langt GEAS nicht.

    Die geplan­te Verschärfung der Lebensbedingungen durch wei­te­re Arbeitsverbote für Menschen mit Duldung leh­ne ich ab. Wer gedul­det ist, kann oder darf nicht abge­scho­ben wer­den. Diesen Menschen den Zugang zu Arbeit zu erschwe­ren und sie durch zusätz­li­che Einschränkungen wei­ter an den Rand der Gesellschaft zu drän­gen, löst kein ein­zi­ges Problem. Im Gegenteil: Wer arbei­ten kann, soll­te arbei­ten und für den eige­nen Lebensunterhalt sor­gen dür­fen, unab­hän­gig von sei­ner Herkunft. Ich appel­lie­re daher an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, den geplan­ten Verschärfungen nicht zuzu­stim­men. Stattdessen soll allen Menschen mit Duldung die Aufnahme einer Arbeit erlaubt werden.

    Arbeitsverbote und ande­re inte­gra­ti­ons­hem­men­de Maßnahmen sind weder wirt­schaft­lich sinn­voll noch gesell­schafts­po­li­tisch klug.“

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