Die Pressemitteilung von Moderna und Merck wurde am 1.6.26 um 8:00 Uhr veröffentlicht, um 14:10 Uhr folgte der Jubelartikel von Christina Berndt.

Das Brodt schreibt:
»… Da in den fünf Jahren nur sehr wenige Studienteilnehmer starben, brachte die Auswertung des Gesamtüberlebens, also der Zeit, die Patienten nach der Therapie noch zu leben hatten, kein statistisch signifikantes Ergebnis. Die Nebenwirkungen waren überschaubar...«
Das liest sich in der Pressemitteilung ganz anders*:
»… Das Sicherheitsprofil von Intismeran Autogene in Kombination mit KEYTRUDA entsprach weiterhin den Ergebnissen früherer Analysen. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die auf Intismeran Autogene in Kombination mit KEYTRUDA zurückgeführt wurden, waren Müdigkeit (59,6 %), Schmerzen an der Injektionsstelle (59,6 %) und Schüttelfrost (51,0 %). Die Mehrheit der auf Intismeran Autogene zurückzuführenden unerwünschten Ereignisse war Grad 1 (31,7 %) und Grad 2 (51,9 %), wobei Müdigkeit das häufigste Ereignis des Grades 3 war (4,8 %) und keine Ereignisse des Grades 4–5 auftraten. Immunbedingte unerwünschte Ereignisse traten bei 45,2 % der Patienten auf, die die Kombination erhielten, und bei 44 % der Patienten, die KEYTRUDA allein erhielten. Intismeran autogene in Kombination mit KEYTRUDA führte nicht zu einer Potenzierung immunbedingter unerwünschter Ereignisse…
Immunvermittelte Nebenwirkungen, die schwerwiegend oder tödlich sein können, können in jedem Organsystem oder Gewebe auftreten, mehr als ein Körpersystem gleichzeitig betreffen und zu jedem Zeitpunkt nach Beginn der Behandlung oder nach Absetzen der Behandlung auftreten. Die hier aufgeführten wichtigen immunvermittelten Nebenwirkungen umfassen möglicherweise nicht alle möglichen schwerwiegenden und tödlichen immunvermittelten Nebenwirkungen…
KEYTRUDA kann eine immunvermittelte Pneumonitis verursachen. Die Inzidenz ist bei Patienten höher, die zuvor eine Thoraxbestrahlung erhalten haben…
Erhöhte Sterblichkeit bei Patienten mit multiplem Myelom
In Studien mit Patienten mit multiplem Myelom führte die Zugabe von KEYTRUDA zu einer Kombination aus einem Thalidomid-Analogon und Dexamethason zu einer erhöhten Sterblichkeit. Eine Behandlung dieser Patienten mit einer Anti-PD‑1/PD-L1-Therapie in dieser Kombination wird außerhalb kontrollierter Studien nicht empfohlen.
Embryofetale Toxizität
Aufgrund seines Wirkmechanismus kann KEYTRUDA bei Verabreichung an Schwangere den Fötus schädigen. Weisen Sie Frauen auf dieses potenzielle Risiko hin. Bei Frauen im gebärfähigen Alter ist vor Beginn der Behandlung mit KEYTRUDA der Schwangerschaftsstatus zu überprüfen und ihnen zu raten, während der Behandlung und für 4 Monate nach der letzten Dosis eine wirksame Empfängnisverhütung anzuwenden…«
Die Liste ist noch wesentlich länger. So soll das Ganze funktionieren:
»… Über Intismeran Autogene (mRNA-4157 oder V940)
Intismeran Autogene ist eine neuartige, in der Erprobung befindliche, auf Boten-RNA (mRNA) basierende individualisierte Neoantigen-Therapie (INT), die aus einer synthetischen mRNA besteht, welche für bis zu 34 Neoantigene kodiert und auf der Grundlage des einzigartigen Mutationsprofils der DNA-Sequenz des Tumors des Patienten entwickelt und hergestellt wird. Nach der Verabreichung in den Körper werden die algorithmisch abgeleiteten und RNA-kodierten Neoantigen-Sequenzen endogen translatiert und durchlaufen die natürliche zelluläre Antigenverarbeitung und ‑präsentation, einen entscheidenden Schritt der adaptiven Immunität. Individualisierte Neoantigen-Therapien sind darauf ausgelegt, eine Antitumor-Immunantwort zu trainieren und zu aktivieren, indem sie spezifische T‑Zell-Reaktionen auf der Grundlage der einzigartigen Mutationssignatur des Tumors eines Patienten erzeugen…«
Die vermeintliche Erfolgsgeschichte beruht auf dem gleichen Verfahren wie der imaginierte Schutz bei den "Corona-Impfstoffen". Bei diesen wurden Effektivitätssteigerungen gewaltigen Ausmaßes aus dem Vergleich von dritter und vierter Injektion zur ersten und zweiten modelliert. Auch jetzt geht man so vor, wie Berndt schreibt:
»… In der neuen Studie von Moderna wurden nun insgesamt 157 Patienten mit schwarzem Hautkrebs in einem höheren Stadium behandelt. 107 von ihnen erhielten nach ihrer Operation Pembrolizumab und Intismeran, die übrigen 50 zur Kontrolle nur Pembrolizumab. Dabei zeigte sich: Die mRNA-Impfung senkte das Risiko für einen Rückfall oder Tod um 49 Prozent und für das Auftreten von Fernmetastasen oder Tod um 59 Prozent…«
Im Gegensatz zu ihrer Überschrift und dem Frohlocken im Rest ihres Artikels schließt Berndt so:
»Offen blieben allerdings praktische Fragen, gab Thomas Eigentler, der Leiter des Hauttumorzentrums an der Berliner Charité, gegenüber dem SMC zu bedenken: etwa die Machbarkeit der individuellen mRNA-Produktion innerhalb weniger Wochen, die Kosten und die Frage, ob die Therapie auch Patientinnen und Patienten helfen kann, bei denen das Melanom nicht operativ entfernt werden kann.«
Auch beim zweiten Artikel war Berndt recht fix. Um 14:14 Uhr hatte sie am 31.5.26 eine am gleichen Tag publizierte Studie in PR umgesetzt. Wieder nimmt sie nicht zur Kenntnis, daß sich die Liste der AutorInnen wie ein "Who is who" der Pharmaindustrie ausnimmt und sie vom Hersteller "supported" wurde.
»… ERGEBNISSE
Insgesamt 500 Patienten, darunter 91,8 % mit RAS-G12-Mutationen, wurden randomisiert der Behandlung mit Daraxonrasib (248 Patienten) oder einer Chemotherapie (252 Patienten) zugewiesen. Das mediane Gesamtüberleben in der RAS-G12-Population betrug 13,2 Monate unter Daraxonrasib und 6,6 Monate unter Chemotherapie, während es in der Gesamtpopulation 13,2 Monate bzw. 6,7 Monate betrug; die Hazard Ratio lag in beiden Populationen bei 0,40 (P < 0,001). Das mediane progressionsfreie Überleben in der RAS-G12-Population betrug 7,3 Monate unter Daraxonrasib und 3,5 Monate unter Chemotherapie, und das in der Gesamtpopulation betrug 7,2 Monate bzw. 3,6 Monate; die Hazard Ratios betrugen 0,45 bzw. 0,49 (P < 0,001 für beide Vergleiche). Unerwünschte Ereignisse, die nach Beginn der Behandlung auftraten, wurden bei allen Patienten in der Daraxonrasib-Gruppe und bei 97,7 % der Patienten in der Chemotherapie-Gruppe berichtet; die Inzidenz von unerwünschten Ereignissen des Grades 3 oder höher betrug 61,8 % bzw. 69,6 %. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse, die zu einem Abbruch der Behandlung führten, traten bei 1,2 % der Patienten in der Daraxonrasib-Gruppe und bei 11,2 % der Patienten in der Chemotherapie-Gruppe auf.«
Berndt strickt daraus: "Nebenwirkungen scheinen unter der neuen Therapie geringer zu sein als unter der klassischen Chemotherapie". Ein von ihr zitierter deutscher Tumorforscher gibt zu bedenken:
»… So sei die Studie nicht verblindet und die Nachbeobachtung der ersten Auswertung nur relativ kurz gewesen. Zudem seien in der Chemotherapie-Gruppe manche Patienten gar nicht erst behandelt worden…«
Den einen wird das bekannt vorkommen. Andere schwafeln von einem "revolutionären Durchbruch". Dabei handelt es sich noch nicht einmal um ein mRNA-Präparat… Berndt ist nicht allein. Auch die "Welt" jubelt am 31.5.26: "Neues Krebs-Medikament verdoppelt die Überlebenszeit".
(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)
* Update:
KEYTRUDA ist nicht das mRNA-Produkt, sondern die Ergänzung zu dessen Gabe. In dem von Berndt genannten Artikel erscheint es unter dem Namen "pembro", was für den Wirkstoff Pembrolizumab des Merck-Produkts KEYTRUDA steht.

Es geht dabei lediglich darum, dem Begriff "m(od)RNA" einen neuen Farbanstrich zu verleihen, um damit die vermeintlichen vielseitigen, innewohnenden Qualitäten jener Substanzgruppe zu preisen.
Eben einfach REVOLUTIONÄR…!?
Was allerdings im Vergleich dazu, die wiederholte Verabreichung der Covid-19-modRNA-Präparate bei an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Personen anbetrifft, so wurde hier eine signifikante Verschlechterung der Gesamtüberlebensrate festgestellt.
Dazu ein Auszug aus "Repeated COVID-19 Vaccination as a Poor Prognostic Factor in Pancreatic Cancer: A Retrospective, Single-Center Cohort Study" (1):
Zitat:
"Es ist bekannt, dass wiederholte COVID-19-Impfungen zu einem Anstieg des Spike-spezifischen Immunglobulins G4 (IgG4) führen, und es bestehen Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Krebsimmunität. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen wiederholten COVID-19-Impfungen und der Prognose bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (PC) zu untersuchen. Die Studienergebnisse zeigten, dass wiederholte COVID-19-Auffrischungsimpfungen mit einer schlechteren Gesamtüberlebensrate bei Patienten mit PC assoziiert sind. Insbesondere zeigt unsere Analyse, dass hohe, durch die Impfung induzierte IgG4-Spiegel mit einer ungünstigen Prognose bei diesen Patienten korrelieren. Diese Erkenntnisse liefern wichtige Informationen über das Zusammenspiel zwischen Impfung und Krebsprogression, was erhebliche Auswirkungen auf Strategien zur Patientenversorgung hat. Unsere Studie unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Forschung zu den Langzeitwirkungen von mRNA-Impfungen auf die Krebsprognose, was angesichts der sich wandelnden Landschaft im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Krebsbehandlung nach wie vor ein dringendes Anliegen ist. (1)
Auch wenn bei an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Personen natürlich ein völlig anders geartete Nutzen-Risiko-Abwägung Berücksichtigung findet wie bei gesunden Personen, so bleibt trotzdem fraglich, ob denn im Vorfeld Untersuchungen durchgeführt wurden, um die vorweg beschriebenen immunologischen Fragestellungen ausreichend bewerten zu können.
Dazu ein Auszug aus "IgG4 Antibodies Induced by Repeated Vaccination May Generate Immune Tolerance to the SARS-CoV‑2 Spike Protein" (2):
Zitat:
"…Eine erhöhte IgG4-Synthese infolge wiederholter mRNA-Impfungen mit hohen Antigenkonzentrationen kann bei anfälligen Personen ebenfalls Autoimmunerkrankungen auslösen sowie das KREBSWACHSTUM und eine autoimmune Myokarditis begünstigen…"
(1) Repeated COVID-19 Vaccination as a Poor Prognostic Factor in Pancreatic Cancer: A Retrospective, Single-Center Cohort Study >>> https://www.mdpi.com/2072–6694/17/12/2006
(2) IgG4 Antibodies Induced by Repeated Vaccination May Generate Immune Tolerance to the SARS-CoV‑2 Spike Protein >>> https://www.mdpi.com/2076–393X/11/5/991
Nur zur Info:
Immunglobuline der Gruppe A sind Antikörper der spezifischen Abwehr der Schleimhäute. Spezifisch deswegen, weil diese Antikörper nur bei bestimmten Viren gebildet werden und zur Immunisierung führen, während die unspezifische Abwehr (z.B. ein bestimmter pH-Wert oder Flimmerhaare) rein mechanisch bzw. chemisch wirken und von daher nicht zur Immunität führen.
Die Einteilung der Immunglobuline in Gruppen erfolgt also anhand der Bereiche in denen sie wirken.
Korrektur/Ergänzung:
Mir ist leider erst im Nachhinein bewusst geworden, dass es sich bei "KEYTRUDA" nicht (!) um ein Produkt auf modRNA-Basis handelt.
Die jedoch von mir geschilderten potenziell möglichen negativen Auswirkungen durch die gesteigerte Bildung von IgG4-Antikörpern, verursacht durch modRNA-Präparate, lassen sich ebenso auf andere tumoröse Erkrankungen (wie z.B. Melanome) übertragen.
@André B.: Ja, das mRNA-Produkt ist Intismeran. Untersucht wurde seine (verheerende) Wirkung in Kombination mit KEYTRUDA.Ich habe das im Beitrag ergänzt.
Die Wirkung beruht darauf, daß man jemanden der Krebs hat so ziemlich alles unterjubeln kann.
Auch im öffentlichen Rundfunk läuft die Werbung auf Hochtouren.
https://www.deutschlandfunk.de/schwarzer-hautkrebs-welche-vorteile-haette-eine-mrna-impfung-100.html
Wieso das als Impfung bezeichnet wird? Man vermeidet die sachlich richtige Bezeichnung Transfektion oder Gentherapie.
Impfungen retten Leben, heißt es, Und Covid Impfstoffe waren alle gleich? Abgesehen dass es allein in der BRD 4 oder 5 verschiedene Marken gab, bezweifle ich die Gleichheit der gespritzten Dosen.
Unerwünschte Wirkungen werden verschwiegen.