
Es bedarf keiner sonderlichen Phantasie für die Erwartung, daß die "FAZ" das Datum nutzt, um eine volle Breitseite gegen Putin abzufeuern. Es stört dabei nicht, daß die Unterdrückung der ukranisischen Sprache erst mit der bürgerlichen Revolution von 1905 und der sozialistischen von 1917 endete. Ebenso wenig kann am festgefügten Bild kratzen, daß Schewtschenkos Werk in der Sowjetunion überaus populär war und mehrfach verfilmt wurde (eine unvollständige Übersicht auf de.wikipedia.org).
Eigentlich müßte die "FAZ" von Zar Alexander II. fasziniert sein. Er mußte sich im "Krimkrieg" (1853–1856) mit hunderttausenden Opfern dem Osmanischen Reich geschlagen geben. Schon damals hatten die Westmächte Frankreich und Großbritannien auf Seiten des Sultans gegen Moskau interveniert.
Zuvor waren die Zaren angesehene Partner der anderen gekrönten Häupter Europas. Diese hatten es seit 1815 vermieden, gegeneinander Krieg zu führen, und konzentrierten wie der Zar ihre Kräfte auf die Niederschlagung von Unabhängigkeitsbewegungen sowie der erstarkenden Sozialdemokratie, die sich zu dieser Zeit noch als Vertretung der Arbeiterklasse verstand.
Nach der Niederlage im Krieg identifizierte Alexander die Leibeigenschaft der Bauern als eine Ursache für die wirtschaftliche und militärische Rückständigkeit des Landes. 1861 wurde sie von ihm offiziell aufgehoben. An der ökonomischen Abhängigkeit der Bauern vom Adel änderte dies wenig, schuf aber die Voraussetzung für eine moderne Militärorganisation. Fron- und Zinslasten drückten unermeßlich und schufen so die Voraussetzungen für die Revolutionen von 1905 und 1917 ebenso wie das politische Unterdrückungsregime. Auch hier orientierte sich die Modernisierung an den westeuropäischen Staaten.
Nun mag es bei Putin Anklänge an die Vorstellung Alexanders geben, wie sie in dem "FAZ"-Artikel behauptet werden. Die dort wiedergegebenen Zitate finden sich allerdings in dieser Form im angegebenen, aber nicht verlinkten, Aufsatz Putins vom 12.7.21 nicht. Er ist unter dem Titel ”On the Historical Unity of Russians and Ukrainians“ hier zu lesen (Schewtschenko kommt auch vor).
Nicht von Putin, aber auf verblüffende Weise die Ignoranz des "FAZ"-Autors beschreibend, ist dieser Abschnitt seines Artikels:
»Ziel dieses Erlasses war „die Unterbindung der in Bezug auf den Staat gefährlichen Tätigkeit der Ukrainophilen“. Konkret bedeutete das: Im Zarenreich waren von da an Einfuhr und Druck von Büchern in ukrainischer Sprache sowie öffentliche Aufführungen in dieser Sprache verboten. Bibliotheken sollten von Büchern in ukrainischer Sprache „gesäubert“, Lehrer mit „ukrainophilen Tendenzen“ aus dem Schuldienst entfernt, Unterricht auf Ukrainisch unterbunden werden.«
Exakt so verfährt die ukrainische Regierung mit den "Russophilen".

Ich habe Verwandtschaft in Kiew. Die sind der Sowjetunion bis heute dankbar weil sie wissen: Die Ukraine ist ein Kind Lenin's und wird immer ihre Heimat bleiben.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/lettland-russen-sprache-100.html
"Sprache lernen oder Ausweisung riskieren
Stand: 15.03.2026 • 07:47 Uhr
Wer als russischer Staatsbürger dauerhaft in Lettland bleiben möchte, muss eine Sprachprüfung bestehen – sonst droht die Ausweisung. Vor allem für Ältere ist das ein mühsamer Prozess.
…"
Warum da wohl russischer Staatsbürger steht?
"…Bis 1990 war Lettland Teil der Sowjetunion. In dieser Zeit wurden gezielt Menschen aus anderen Sowjetrepubliken im Land angesiedelt, vor allem aus Russland. Auch Wladimir kam damals ins Land. So wie er hat heute etwa ein Viertel der Bevölkerung Lettlands russische Wurzeln. Ein Teil von ihnen besitzt die lettische Staatsbürgerschaft, ein weiterer nennenswerter Teil ist als "Nichtbürger" registriert – sie sind staatenlos im Sinne eines speziellen Status. Nur wenige haben tatsächlich einen russischen Pass…"
das erzeugt in mir den gedanken an eine ethnische säuberung.
Die Propaganda ist inzwischen so absurd geworden, dass wir vielleicht endlich über die wirklichen Gründe sprechen sollten, warum Russland Europa angeblich überfallen würde:
Um sich Deutschlands Energiepolitik-Kompetenz anzueignen und endlich zu lernen, wie man funktionierende Kernkraftwerke abschaltet, während man teure Energie von allen anderen importiert.
Um Großbritanniens weltberühmte Strategie der Messerkontrolle zu übernehmen, bei der Kriminelle die Gesetze ignorieren, während Großmütter wegen Tweets verhaftet werden.
Um Frankreichs revolutionären Geist einzufangen, der heute größtenteils daraus besteht, Müllberge anzuzünden und alle paar Monate wegen einer Erhöhung des Rentenalters Autobahnen zu blockieren.
Um die Schuldenstruktur der Europäischen Union zu übernehmen, weil Russland offenbar auf seine eigenen Sanktionen und Rezessionsrisiken geschaut und gedacht hat: „Wisst ihr, was wir wirklich brauchen? Italienische Schulden noch dazu.“
Um den niederländischen Tulpenmarkt wiederzubeleben und die ursprüngliche Spekulationsblase neu zu entfachen. Immerhin sind Tulpen greifbar – im Gegensatz zu modernen Staatsanleihen.
Um die Kontrolle über Europas großartige Demografiestrategie zu erlangen, bei der die Geburtenraten einbrechen, während Regierungen darüber diskutieren, Gasherde zu verbieten und Pronomen zu regulieren.
Um sich die gesamte Schweizer Schokolade zu sichern, nachdem das Offshore-Bankwesen bereits seinen Glanz verloren hat.
Um den Nervenkitzel offener Grenzen und historisch hoher Kriminalitätsraten in kulturell bereicherten Städten zu erleben.
Um Europas Universitätssystem zu übernehmen, in dem Studenten mit Schulden, Aktivismus-Erfahrung und keinerlei marktfähigen Fähigkeiten ihren Abschluss machen.
Um Europas industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu erben, die inzwischen weitgehend daraus besteht, Fabriken zu schließen, Produkte aus China zu importieren und gleichzeitig allen anderen Vorträge über CO₂-Emissionen zu halten.
Um die Regierung der Regierungen zu regieren, indem man die Europäische Kommission übernimmt.
Um die brillante Strategie der Europäischen Zentralbank zu übernehmen, Billionen zu drucken und gleichzeitig zu behaupten, die Inflation sei nur „vorübergehend“.
Um Europas Militärbestände zu sichern – vorausgesetzt, man kann sie überhaupt finden.
Um sich die Londoner Immobilienpreise anzueignen, die inzwischen so aufgebläht sind, dass Manhattan dagegen vernünftig wirkt.
Um von Brüssel zu lernen, wie man künstliche Intelligenz reguliert, bevor man herausgefunden hat, wie man zuverlässig Strom erzeugt.
Um Europas berühmte „grüne Wirtschaft“ zu übernehmen, in der Bürger einige der höchsten Strompreise der Welt bezahlen, während China jede Woche neue Kohlekraftwerke baut.
Um die NATO-Beschaffungssysteme zu erben, bei denen wahrscheinlich selbst eine Kaffeemaschine sechs Ausschüsse und siebzehn Berater benötigt, bevor sie genehmigt wird.
Um endlich Zugang zu Europas verbliebener Mittelschicht zu erhalten, bevor diese die EU verlässt.
Um aus erster Hand die Aufregung zu erleben, durch fünfzehn Länder zu fahren und gleichzeitig online wegen „Hassrede“ untersucht zu werden, weil jemand einen Witz gemacht hat.
Um den Euro zu retten, bevor Brüssel selbst seine Zerstörung vollendet.
https://www.kundschafter-ddr.de/der-wahre-grund-warum-russland-europa-angeblich-ueberfallen-wuerde/
@Erfordia…: Wieder mal überwiegend reaktionärer Müll.
@aa,
Müll ja. Soll nur zum Nachdenken anregen. Die Originalseite :
https://uncutnews.ch/der-wahre-grund-warum-russland-europa-angeblich-ueberfallen-wuerde/
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