Dezember 2020: 9 Verstorbene mit "COVID-19, Virus ist klinisch-epidemiologisch bestätigt". Berliner Protokolle (23)

Wundersame Mathematik durch­zieht die Protokolle des Berliner Krisenstabs schon immer. Am 10.12.20 wird im Protokoll "_GroßeLagen_gesamt-final – Kopie" von einer vier­tel­stün­di­gen Telefonkonferenz festgehalten:

sowie:

Weniger ist halt mehr, wuß­te schon Pippi Langstrumpf.

"Erstmalig ein Stand von mehr als 100 Sterbefällen in einer Woche verzeichnet"

Wir haben bis­her gese­hen, wie frei­zü­gig der Krisenstab mit der­ar­ti­gen Zahlen umgeht. In die­sem Fall kön­nen sie in Übereinstimmung gebracht wer­den mit den Daten des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg und des­sen Bericht über Todesursachen im Jahr 2020. Doch sehen wir sie uns genau­er an.

In der Tat fin­den wir hier für den Dezember 2020 1.046 Verstorbene "COVID-19, durch einen Labortest nach­ge­wie­sen". Es gibt eine wei­te­re Zahl, näm­lich 9 Verstorbene mit "COVID-19, Virus ist kli­nisch-epi­de­mio­lo­gisch bestä­tigt, jedoch nicht durch einen Labortest nach­ge­wie­sen". Das unter­stützt die Wahrnehmung, daß nur eine sehr klei­ne Zahl kli­nisch bestä­tigt dem Virus zum Opfer gefal­len ist, der Krisenstab aber mit der sehr viel höhe­ren Zahl posi­tiv Getesteter operiert.

Bemerkenswert ist auch: Die Zahl der kli­nisch bestä­tig­ten Todesfälle blieb im gesam­ten "Pandemiejahr 2020" kon­stant bei ca. 4 Fällen im Monat. Bei denen nur mit PCR-Test ent­fal­len mehr als 80 Prozent auf die Monate November und Dezember, in denen die Tests mas­siv hoch­ge­fah­ren wur­den. Auf bei­de Gruppen zusam­men kom­men 2020 weni­ger als 2.000 Todesfälle von ins­ge­samt fast 40.000.

Doch immer noch ver­fängt die Stimmungsmache nicht wie gewünscht. Der Vertreter der KV Berlin erkennt "einen Wuteffekt in der Bevölkerung" und schildert

Also: "kla­res Votum zur Lage: die Politik muss frü­her han­deln!"

Bei den Vivantes-Kliniken gebe es einen "Krankenstand von 20 %", wes­halb die Versorgung gefähr­det sei. Wie stets wer­den als Kranke posi­tiv Getestete und schlim­mer noch: völ­lig gesund in Quarantäne geschick­te Beschäftigte bezeich­net. Dazu bie­tet die Vertreterin der Gesundheitssenatorin "ein bila­te­ra­les Telefongespräch" an… Währenddessen lei­stet sich Berlin für sehr viel Geld ein "Überlauf-Krankenhaus", das nie genutzt wer­den wird:

Siehe dazu "Virologische Taliban in den Talkshows".

„zu kalte Anwendungsumgebung", aber Schnelltests sind prima

Das ist nicht nur schön­fär­be­ri­scher Unfug, son­dern steht in ekla­tan­tem Gegensatz zu den eigent­lich ver­ständ­li­chen Erklärungen des RKI. Lothar Wieler hat­te im Dezember 2020 eigens eine Broschüre sei­nes Hauses an Jens Spahn geschickt, in der dies zu nied­ri­ger Prävalenz gezeigt wird:

Mehr dazu in "In Wahrheit auf nem ziem­lich dün­nen Eis, weben weil wir die Wahrheit nicht ken­nen…" Aus dem frei­ge­klag­ten Schriftwechsel zwi­schen BMG und RKI (9).

"Die Ärzteschaft kann für die Anwendung des Impfstoffes und seine Zusammensetzung keine Verantwortung übernehmen"

Vermutlich der Vertreter der KV teilt mit:

Klare Worte, die recht bald vom finan­zi­el­len Interesse der Ärzteschaft über­la­gert wer­den sollen.

"Kumulative Inzidenz"

Seit eini­ger Zeit greift man auch im Berliner Krisenstab zu einem durch­schau­ba­ren, aber wir­kungs­vol­len sta­ti­sti­schen Trick. Es wird die "kumu­la­ti­ve Inzidenz" ein­ge­führt, die den syste­mi­schen Vorteil hat, nie sin­ken zu kön­nen. Sie lag laut Protokoll vom 17.12.20 (das am 11.12.20 erstellt wur­de??) "bei 199,3", wes­halb die "leich­te Absenkung der Infektionsrate" nicht ins Gewicht fällt.

In wel­chem Maße die "Inzidenz" vom Testregime abhängt, ist an die­ser Aufstellung zu erkennen:

Mit ein­ge­sperr­ten und kaum irgend­wel­chen Risiken aus­ge­setz­ten (ur-)alten Menschen nicht nur in den Pflegeheimen wer­den durch unent­weg­tes Testen bis zum Tod die Zahlen nach oben getrieben

Die abschrecken­de Bürokratensprache ("Impfwillige" sol­len erfaßt wer­den, um "so eine dezi­dier­te Planung aus kapa­zi­ti­ver und logi­sti­scher Sicht zu ermög­li­chen") mün­det in die Formulierung:

2 Antworten auf „Dezember 2020: 9 Verstorbene mit "COVID-19, Virus ist klinisch-epidemiologisch bestätigt". Berliner Protokolle (23)“

  1. Was für eine Überraschung: Die Zahlen pas­sen nicht zu den Diagrammen. Viel grö­ßer ist die­se Überraschung:

    Diejenigen die die­se Zahlen ver­brei­ten inter­es­siert das gar nicht.

  2. "Zuführung"?
    und das auch noch "res­sour­cen­scho­nend"?
    kann­te bis dato ledig­lich die­se Variante:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Zuf%C3%BChrung_(Recht)#DDR

    klein­tei­lig ist der Wahn- und Unsinn der C‑Zeit auch – als "Anlage 2" – hier verfügbar:
    https://​ses​si​on​.cott​bus​.de/​b​u​e​r​g​e​r​/​s​i​0​0​5​0​.​a​s​p​?​_​_​k​s​i​n​r​=​2​651
    oder en gros und detail hier dargestellt:
    https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​J​i​c​o​V​H​N​t​Q5I
    (immer­hin hat nie­mand "Bergamo" als "Beweis" erwähnt).

    Den Zirkelschluss, dass man ja kei­ne "Maßnahmen" ver­hängt hät­te, wenn sie nicht not­wen­dig gewe­sen wären, schwebt unaus­ge­spro­chen über dem selbst­ver­schul­de­ten Vakuum der Köpfe der Rechtgläubigen und die­sen wird man ihnen nie­mals aus­re­den können.
    Ebensowenig den festen Glauben an deren Wirksamkeit, da ja anson­sten, logo, wesent­lich mehr Menschen gestor­ben wären.
    Als "Beweise" die­nen not­falls pass­ge­naue Statistiken von über jeden Zweifel erha­be­nen Glaubensgeschwistern oder (die Bekennenden und Praktizierenden vor­be­hal­te­ne) "anek­do­ti­sche Evidenz" – die neu­zeit­li­chen Äquivalente zu jenen Zeugenaussagen, die die "hei­li­ge" Inquisition zu ver­wen­den pflegte.

    Ich habe aller­dings die – viel­leicht über­op­ti­mi­sti­sche – Hoffnung, dass es bis zur Relativierung bestimm­ter "Maßnahmen" und (Teil-)Rehabilitierung der Häresie kei­ner 400 Jahre bedarf wie in die­sem Fall: https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​G​i​o​r​d​a​n​o​_​B​r​u​n​o​#​R​e​h​a​b​i​l​i​t​a​t​ion
    (immer­hin konn­te die damit befass­te Enquete aka "theo­lo­gi­sche Kommission" sogar ohne heid­ni­sche Vertreter zu ihrer bahn­bre­chen­den Erkenntnis gelan­gen – auch wenn es sich dabei ledig­lich um ein der eige­nen geschrumpf­ten Bedeutungslosigkeit geschul­de­tes Zugeständnis an den säku­la­ren, "wis­sen­schafts­af­fi­nen" Zeitgeist gehan­delt haben mag)

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