Wundersame Mathematik durchzieht die Protokolle des Berliner Krisenstabs schon immer. Am 10.12.20 wird im Protokoll "_GroßeLagen_gesamt-final – Kopie" von einer viertelstündigen Telefonkonferenz festgehalten:

sowie:

Weniger ist halt mehr, wußte schon Pippi Langstrumpf.
"Erstmalig ein Stand von mehr als 100 Sterbefällen in einer Woche verzeichnet"
Wir haben bisher gesehen, wie freizügig der Krisenstab mit derartigen Zahlen umgeht. In diesem Fall können sie in Übereinstimmung gebracht werden mit den Daten des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg und dessen Bericht über Todesursachen im Jahr 2020. Doch sehen wir sie uns genauer an.
In der Tat finden wir hier für den Dezember 2020 1.046 Verstorbene "COVID-19, durch einen Labortest nachgewiesen". Es gibt eine weitere Zahl, nämlich 9 Verstorbene mit "COVID-19, Virus ist klinisch-epidemiologisch bestätigt, jedoch nicht durch einen Labortest nachgewiesen". Das unterstützt die Wahrnehmung, daß nur eine sehr kleine Zahl klinisch bestätigt dem Virus zum Opfer gefallen ist, der Krisenstab aber mit der sehr viel höheren Zahl positiv Getesteter operiert.
Bemerkenswert ist auch: Die Zahl der klinisch bestätigten Todesfälle blieb im gesamten "Pandemiejahr 2020" konstant bei ca. 4 Fällen im Monat. Bei denen nur mit PCR-Test entfallen mehr als 80 Prozent auf die Monate November und Dezember, in denen die Tests massiv hochgefahren wurden. Auf beide Gruppen zusammen kommen 2020 weniger als 2.000 Todesfälle von insgesamt fast 40.000.

Doch immer noch verfängt die Stimmungsmache nicht wie gewünscht. Der Vertreter der KV Berlin erkennt "einen Wuteffekt in der Bevölkerung" und schildert

Also: "klares Votum zur Lage: die Politik muss früher handeln!"
Bei den Vivantes-Kliniken gebe es einen "Krankenstand von 20 %", weshalb die Versorgung gefährdet sei. Wie stets werden als Kranke positiv Getestete und schlimmer noch: völlig gesund in Quarantäne geschickte Beschäftigte bezeichnet. Dazu bietet die Vertreterin der Gesundheitssenatorin "ein bilaterales Telefongespräch" an… Währenddessen leistet sich Berlin für sehr viel Geld ein "Überlauf-Krankenhaus", das nie genutzt werden wird:

Siehe dazu "Virologische Taliban in den Talkshows".
„zu kalte Anwendungsumgebung", aber Schnelltests sind prima

Das ist nicht nur schönfärberischer Unfug, sondern steht in eklatantem Gegensatz zu den eigentlich verständlichen Erklärungen des RKI. Lothar Wieler hatte im Dezember 2020 eigens eine Broschüre seines Hauses an Jens Spahn geschickt, in der dies zu niedriger Prävalenz gezeigt wird:

"Die Ärzteschaft kann für die Anwendung des Impfstoffes und seine Zusammensetzung keine Verantwortung übernehmen"
Vermutlich der Vertreter der KV teilt mit:

Klare Worte, die recht bald vom finanziellen Interesse der Ärzteschaft überlagert werden sollen.
"Kumulative Inzidenz"
Seit einiger Zeit greift man auch im Berliner Krisenstab zu einem durchschaubaren, aber wirkungsvollen statistischen Trick. Es wird die "kumulative Inzidenz" eingeführt, die den systemischen Vorteil hat, nie sinken zu können. Sie lag laut Protokoll vom 17.12.20 (das am 11.12.20 erstellt wurde??) "bei 199,3", weshalb die "leichte Absenkung der Infektionsrate" nicht ins Gewicht fällt.
In welchem Maße die "Inzidenz" vom Testregime abhängt, ist an dieser Aufstellung zu erkennen:

Mit eingesperrten und kaum irgendwelchen Risiken ausgesetzten (ur-)alten Menschen nicht nur in den Pflegeheimen werden durch unentwegtes Testen bis zum Tod die Zahlen nach oben getrieben
Die abschreckende Bürokratensprache ("Impfwillige" sollen erfaßt werden, um "so eine dezidierte Planung aus kapazitiver und logistischer Sicht zu ermöglichen") mündet in die Formulierung:


Was für eine Überraschung: Die Zahlen passen nicht zu den Diagrammen. Viel größer ist diese Überraschung:
Diejenigen die diese Zahlen verbreiten interessiert das gar nicht.
"Zuführung"?
und das auch noch "ressourcenschonend"?
kannte bis dato lediglich diese Variante:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zuf%C3%BChrung_(Recht)#DDR
kleinteilig ist der Wahn- und Unsinn der C‑Zeit auch – als "Anlage 2" – hier verfügbar:
https://session.cottbus.de/buerger/si0050.asp?__ksinr=2651
oder en gros und detail hier dargestellt:
https://www.youtube.com/watch?v=JicoVHNtQ5I
(immerhin hat niemand "Bergamo" als "Beweis" erwähnt).
Den Zirkelschluss, dass man ja keine "Maßnahmen" verhängt hätte, wenn sie nicht notwendig gewesen wären, schwebt unausgesprochen über dem selbstverschuldeten Vakuum der Köpfe der Rechtgläubigen und diesen wird man ihnen niemals ausreden können.
Ebensowenig den festen Glauben an deren Wirksamkeit, da ja ansonsten, logo, wesentlich mehr Menschen gestorben wären.
Als "Beweise" dienen notfalls passgenaue Statistiken von über jeden Zweifel erhabenen Glaubensgeschwistern oder (die Bekennenden und Praktizierenden vorbehaltene) "anekdotische Evidenz" – die neuzeitlichen Äquivalente zu jenen Zeugenaussagen, die die "heilige" Inquisition zu verwenden pflegte.
Ich habe allerdings die – vielleicht überoptimistische – Hoffnung, dass es bis zur Relativierung bestimmter "Maßnahmen" und (Teil-)Rehabilitierung der Häresie keiner 400 Jahre bedarf wie in diesem Fall: https://de.wikipedia.org/wiki/Giordano_Bruno#Rehabilitation
(immerhin konnte die damit befasste Enquete aka "theologische Kommission" sogar ohne heidnische Vertreter zu ihrer bahnbrechenden Erkenntnis gelangen – auch wenn es sich dabei lediglich um ein der eigenen geschrumpften Bedeutungslosigkeit geschuldetes Zugeständnis an den säkularen, "wissenschaftsaffinen" Zeitgeist gehandelt haben mag)