Bürger, die sich hängen lassen

»Wenn ein Volk mal sehr unzu­frie­den ist mit sei­ner Regierung, liegt das wahr­schein­lich an der Regierung. Aber wenn ein Volk dau­er­haft unzu­frie­den ist mit jeder Regierung oder gar vie­le Völker eines Kontinents dau­er­haft mit allen ihren Regierungen, dann stimmt mög­li­cher­wei­se auch etwas nicht mit: dem Volk…«

6 Antworten auf „Bürger, die sich hängen lassen“

  1. Klassiker von Horst E. Richter: "Patient Familie"

    Fall: Die Eltern tuen alles, um die Illusion einer guten Ehe und hei­len Familie auf­recht zu erhal­ten, sowohl nach außen, aber auch vor sich selbst und gegen­über den Kindern. An denen wer­den die Lügen sicht­bar, indem sie in der Schule ver­sa­gen, dro­gen­ab­hän­gig oder ander­wei­tig auf­fäl­lig wer­den, weil sie unter der Fassade ersticken und sich nicht mit­tei­len können.
    Da bei den Eltern ja alles in Ordnung ist, muss es an den Kindern lie­gen. Mit denen stimmt was nicht.

    Gut gemacht, zeit​.de. So kon­ser­viert man Illusionen und kran­ke Strukturen.

  2. Zitat:

    „Das Problem [sind] Bürger, die sich hän­gen lassen“.

    Ja genau!

    Diesen Vertrauensverlust gegen­über dem (zu wenig) arbei­ten­den Volk hat ja auch Bundeskanzler Friedrich Merz bereits rich­tig erkannt und kom­mu­ni­ziert (sinn­ge­mäß zitiert aus dem Artikel „Merz sagt: Mehr arbei­ten! – Wir fra­gen: Wofür eigent­lich?“ von Corinne Henker):

    "Zunächst wäre da sein Auftritt bei der IHK, wo er unter dem Beifall der anwe­sen­den Unternehmer for­der­te, dass Deutsche wie­der mehr arbei­ten müssten.

    Bald dar­auf ver­kün­de­te Friedrich Merz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau (Baden-Württemberg), die Arbeitnehmer in Deutschland wären zu lan­ge krank.

    Genau da liegt ein Kernproblem der deut­schen Politik:

    Die Ausnutzung schwar­zer Schafe zu einem Pauschalangriff auf die arbei­ten­de Bevölkerung, der man­geln­de Respekt vor der schrump­fen­den Zahl von Leistungsträgern, die das Land trotz aller poli­ti­scher Fehlentscheidungen, Bevormundungen und büro­kra­ti­scher Hürden über­haupt noch am Laufen halten.

    Aber in der Tat dürf­te mit jeder die­ser Respektlosigkeiten des Kanzlers deren Motivation wei­ter sinken".

    Und irgend­wann wird es wirk­lich Zeit für Friedrich Merz und sei­ne Regierung, die­ses "fau­le Volk" auf­zu­lö­sen und ein ande­res zu wäh­len, falls ihm das nicht doch noch zuvor­kommt und das Umgekehrte tut.

    Eine wirk­li­che Gefahr für Friedrich Merz und sei­ne Regierung sehe ich da aller­dings nicht:

    Denn selbst für eine mög­li­che Umkehr scheint die­ses "fau­le Volk" (bis­her noch) zu faul zu sein.

  3. Nur zur Klarstellung: Am 17. Juni war kein Aufstand son­dern ein kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­rer Putsch.

    Wilhelm Pieck dazu: Wenn Arbeiterwohnheime bren­nen, dann ist der Klassenfeind am Werk.

  4. Wer lässt hier wen hän­gen? Glaub eher, dass die betref­fen­den Politiker die Bürger im Stich las­sen, als umgekehrt…

    Viele Grüße
    Walter

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