
Als positives Beispiel wird in aberwitziger Weise die Kapitulation Nazideutschlands angeführt:
»… Kapitulation Deutschlands öffnete ein Fenster zur Freiheit
Die Befreiung vom Faschismus gelang Deutschland nicht aus eigener Kraft, sondern es bedurfte der klaren, vorausschauenden und durchaus mutigen Strategie der Alliierten, um eine der Gewaltherrschaft erlegene, der faschistischen Ideologie blind folgende und ihr kulturelles und zivilisatorisches Erbe vollständig vergessende Gesellschaft wieder zu sich selbst zu führen. Churchill und anderen war bewusst, dass von Deutschland weiterhin Krieg ausgehen würde, solange das NS-Regime nicht vollständig zerschlagen würde – und dass dies vollen Einsatz erforderte…«
"Churchill und andere", um Stalin nicht zu nennen, haben in der Tat im Potsdamer Abkommen festgelegt, die Grundlagen der NS-Herrschaft, insbesondere die der sie finanzierenden und von ihr profitierenden Großindustrie, zu zerschlagen. Autoritär, wie der Russe schon damals war, hat er das in seiner Besatzungszone umgesetzt. "Churchill und andere" hingegen bauten alsbald auf die bewährte Ost-Erfahrung des deutschen Militärs und der Nazi-Geheimdienste.
Vermutlich ist das Churchill zugeschriebene Zitat, man habe das falsche Schwein geschlachtet, so nicht gefallen. De facto integrierte man die quietschlebendigen Nazischweine in den neuen Kalten Krieg, der nicht wirklich neu war. Jenseits der Fixierung der Nazis auf die Ausrottung des Judentums überwog das gemeinsame Interesse an der Zerschlagung des Bolschwismus. Letzterer hat sich vorläufig erledigt, die Gemeinsamkeiten der westlichen Länder, alles mit allen Mitteln zu bekämpfen, das den Profitinteressen ihrer Konzerne entgegensteht, blieb erhalten.
Kiesewetter, direkt gewählter CDU-Abgeordneter, und Worschech, "wissenschaftliche Koordinatorin des KIU Kompetenznetzwerks Interdisziplinärer Ukrainischer Studien", kommen ins Philosophieren und dabei zur Erkenntnis: Freiheit geht nur mit NATO:
»… Der philosophische Unterschied zwischen der Freiheit von etwas – zum Beispiel vom Faschismus – und der Freiheit zu etwas – also der Freiheit, zu handeln oder sich zu entwickeln – ist elementar, denn Ersteres ermöglicht Letzteres; und „Freiheit zu“ bedeutet: Werte, Normen und Handlungsmuster werden neu etabliert. „Freiheit zu“ bedeutet die Art von Selbstbestimmung, die in der Charta von Paris und in der Schlussakte von Helsinki für den „westlichen“ Weg spricht…«
Während allenthalben in der Ukraine und den baltischen Ländern die oftmals krass antisemitischen, auf jeden Fall aber antikommunistischen, Kollaborateure mit den Nazis gefeiert werden, gilt für Rußland:
»Kapitulation Russlands wäre ein Weg in die Freiheit
Russland ist ein Terrorstaat, der von seinem imperialen Vernichtungswillen auch dann nicht ablässt, wenn er wirtschaftlich schwächelt. Es scheint unmöglich, dass dieses imperiale und in weiten Teilen totalitäre Russland zu einem Frieden bereit ist. Doch gibt es auch für Russland einen Weg zurück in eine zivilisierte und friedliche Welt: Der Weg dahin ist der militärische Sieg der Ukraine. Dies käme einer bedingungslosen Kapitulation Russlands gleich.
Ein Sieg der Ukraine ist weiter möglich – doch bislang verhindert das Fehlen einer entschlossenen europäischen Strategie und der umfassenden Unterstützung der Ukraine durch Europa das effektive Zurückdrängen Russlands. Derzeit gewinnt die Ukraine militärisch jedoch einen leichten Vorteil.
Europa braucht ein neues strategisches Ziel
Ein Momentum könnte daraus entstehen, wenn Europa sich endlich ein strategisches Ziel setzt: die bedingungslose Kapitulation Russlands. Diese könnte langfristig verhindern, dass Russland weiter die Ukraine terrorisiert und Europa mit hybridem Krieg, Sabotage und Polarisierung destabilisiert.
Eine solche Kapitulation würde aber auch Russland selbst sowie den ethnischen Minderheiten und Angehörigen kolonisierter Völker in Russland eine Chance auf Selbstbestimmung und eine freiheitliche, friedliche Entwicklung eröffnen. Die bedingungslose Kapitulation Russlands wäre nicht nur zentral für den Frieden in Europa, sondern auch eine Perspektive für die russische Gesellschaft, die sich derzeit kaum aus eigener Kraft aus Gewaltherrschaft und Ideologie lösen kann…«
Die letzte Taktik wurde nicht von den Nazis erfunden. Sie haben sie mit der Instrumentalisierung der im Baltikum und der Ukraine gepriesenen Organisationen von "ethnischen Minderheiten und Angehörigen kolonisierter Völker" und deren Eingliederungen in Armee- und SS-Einheiten nur zur Perfektion gebracht. Sie wurde nach dem Weltkrieg vom Westen weiter verfolgt, wenn auch ohne den offenen Bezug auf die genannte Tradition. Das geschah mit sanfteren Mitteln wie bei den "Farbenrevolutionen" in der Post-Sowjetunion, wenn nötig aber auch mit militärischer Gewalt wie beim Krieg gegen Jugoslawien und der politischen Unterstützung etwa der "Maidan-Revolution". Um von Lateinamerika und Afrika nicht zu reden.
Anders als in der genannten Charta von Paris vereinbart, wurde Schritt für Schritt durch NATO und EU der Einflußbereich Rußlands verkleinert und das Land mit einem Ring von westlichen Militärbasen umgeben, begleitet von der Kündigung von Rüstungskontrollabkommen. Das erklärt die Situation, in der Rußland sich bedroht fühlen mußte. Zugleich stellt die Entwicklung keine Rechtfertigung für den russischen Präventivkrieg dar. Er bleibt völkerrechtswidrig, so wie die Begründung des Kampfes für die "Entnazifizierung" der Ukraine unglaubwürdig ist. Neonazis à la Russe gibt es zuhauf und das Liebäugeln Putins mit "Rechtspopulisten" und Faschisten in ganz Europa entlarvt diese Behauptung.
Es gibt mithin keinen Grund dafür, solidarisch zu sein mit dem Krieg der russischen Oligarchen, nur weil er sich gegen die westlichen Oligarchen richtet. Die Interessen des russischen Kapitals sind so wenig die der Bevölkerung Rußlands wie die des deutschen Kapitals die "Deutschlands".
Hinreichend Gründe sind andererseits dafür vorhanden, dem Kriegskurs der Kiesewetter et al. entgegenzutreten. Sie betreffen nicht nur die unglaublichen Summen für die Militärindustrie, die dem maroden Land an allen Ecken und Enden fehlen. Sie handeln ebenso vom Größenwahn, der deutsche Militaristen schon immer auszeichnete und dessen Umsetzung das Land jeweils ein weiteres Stück kleiner machte. Sie stehen dafür, daß es weder der Wirtschaft noch erst recht den Menschen bekommt, Konflikte weltweit anzuheizen anstatt diplomatische Lösungen anzustreben. Nicht zuletzt geht es um die Frage, wessen Freiheit am Hindukusch, am Don oder in Gaza verteidigt werden sollen. Die der Menschen, die auch wegen der aggressiven Hochrüstungspolitik mit "Sparmaßnahmen" in allen Bereichen konfrontiert sind, gewiß nicht.
»… Warum nicht ein freies Radio für Russland ausstrahlen?
Wie lässt sich diese Kapitulation erreichen? Nato-Staaten sowie die EU- und EFTA-Staaten, deren Bruttoinlandsprodukt zehnmal höher liegt als das Russlands, haben die wirtschaftliche Kraft, Russlands Kriegsfinanzierung nicht nur zu beschneiden, sondern Sanktionen auch konsequent durchzusetzen.
Und wir müssen Verteidigung und Friedensherstellung umfassender denken als nur in militärischen Kategorien – warum sollte man nicht auch versuchen, in ganz Russland wieder Radio Free Europe/Radio Liberty (oder etwas Vergleichbares) auszustrahlen, auf Russisch natürlich?…
Warum nutzen wir nicht alle ökonomischen und diplomatischen Hebel, die wir haben, um das Regime in die Knie zu zwingen? Warum machen wir so weiter wie bisher und ertragen sogar ein „Russisches Haus“ im Herzen Berlins, statt diese Diktatur- und Terrorfiliale zu enteignen und zu schließen?…«
Warum sollte das, was seit Jahren gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt wird, nicht auch gegen Rußland funktionieren?

> Es gibt mithin keinen Grund dafür, solidarisch zu sein mit dem Krieg der russischen Oligarchen, nur weil er sich gegen die westlichen Oligarchen richtet. Die Interessen des russischen Kapitals sind so wenig die der Bevölkerung Rußlands wie die des deutschen Kapitals die "Deutschlands".
Das sehe ich genauso! Und das ist auf der ganzen Welt überall dasselbe, es geht um private Interessen!
Benötigen wir – auch dazu – ein Witzearchiv? Ein Erste-Witze.Koffer gar?
Es gab mal diesen Witz, von dem mir nur noch die pointe in Erinnerung geblieben ist. Sehr Schade! – Obwohl, es war auch etwas zotig, und damit natürlich nix für "Kodoroc.de" 😀
Witz entfallen, die pointe-section:
.…. sitzt also diese ameise auf dem Elefanten, als dem die Kokosnuß von hoch oben auf den Kopf fällt, der darauf trompetet – "Ja, leiden mußt Du!", die Ameise! .…..
Wie fing der noch an, der Witz? – Hallo weiß das zufällig jemand? ["gesunder Witz", weil gut belachbar – weil lachen ist ja … 😉 ne]
Nach (inoffizieller) US-amerikanischer (bzw. den Kapitalinteressen der noch in den USA ansässigen "Eliten") darf es keine unabhängigen größeren Staaten geben, die autonom handeln können. Kiesewetter vertritt exakt diese Position. Das gesamte Geschwätz von Selbstbestimmung etc. ist in diesem Zusammenhang brechreizerregend. Kiesewetter bevorzugt die Balkanisierung und die Atomisierung, die in Nahost betrieben wird.
Wieso fordert Kiesewetter nicht die Unabhängigkeit von Baden-Württemberg?
Wie man mir erklärt hat, war das Ende des zweiten Weltkrieges selbst, das mit Abstand allerbeste daran. Daß allerdings, die Leute immer noch Angst hatten vor Heinrich Himmlers und wie die alle hießen, wird in der BRD-Geschichte normalerweise nicht erwähnt, denn die Mörder lebten zuweilen Tür an Tür – in Freiheit! Darum tue ich das jetzt.
Interessant aber ist, daß man bis zum heutigen Tag, nicht frei darüber sprechen kann – zumindest in Deutschland! Und in anderen Ländern haben die Leute ihre eigenen Probleme.
Die "NAZIS" töteten eine hohe Zahl Deutscher. Viele davon waren jüdischen Glaubens, viele nicht. Es gab Verurteilungen, die allerdings in keinem Verhältnis zu den Opferzahlen standen. Die Mörder waren, nicht immer "die üblichen Verdächtigen" der SS etc, , es waren auch "normale Mitbuerger", mit und ohne Parteizugehörigkeit dabei. Es waren beispielsweise Ärzte, die Patienten den rassehygienischen Begutchtern überwiesen, und es waren Richter, welche die Tötungen anordneten. Es waren u.a. Polizisten, die homosexuelle Männer u.a. beispielsweise in Lastwagen vergasten. Es gab "Sonderbehandlungen" um Kritiker und "Wahrheitsfanatiker" (meist erfolgreich) zum schweigen zu bringen, Zwangsarbeit und Lagereinweisungen verschiedener Art.
Alles in Allem, führten das Gros der zurückgebliebenen Täter, ihr "normales Leben" einfach weiter. – "Schwamm drüber" ?
Neben den flüchtigen Tätern gab es die Übersiedler. Techniker, Ingenieure und Wissenschaftler, welche in entsprechende amerikanische Programme integriert wurden. Nicht unbedingt alles Nazis, aber sie schienen der Garant für die doch an Amnestie erinnernden Zustände in der jungen BRD. Auch Militär und Geheimdienste profitierten – ganz Klar.
Man muß allerdings vermuten, daß das Ganze auch, die relative Milde der Hegämonen, gegenüber dem deutschen Volk begründete. Man darf allerdings nicht vergessen, daß die durch die Nazis, während ihrer Diktatur geschädigten und benachteiligten, offenkundig gefälligst den Mund zu halten hatten, in der "neuen BRD". Darüber, und die Folgen was denen passierte, die sich nicht daran hielten, gibt es scheinbar zu wenig Berichterstattungen – zumindest Offizielle! Das ist sehr Schade. Von der Nicht-Reparation ganz zu schweigen. Am Geld hing es vermutlich nicht. Wo ein (anerkannter) "Geschädigter", da ja auch ein, gar mehrere "Täter"?
Und – Das ist immer noch ein Problem. Generationen später!
"Zugleich stellt die Entwicklung keine Rechtfertigung für den russischen Präventivkrieg dar. Er bleibt völkerrechtswidrig, so wie die Begründung des Kampfes für die "Entnazifizierung" der Ukraine unglaubwürdig ist. Neonazis à la Russe gibt es zuhauf und das Liebäugeln Putins mit "Rechtspopulisten" und Faschisten in ganz Europa entlarvt diese Behauptung."
Solche wohlfeilen Sätze dürften wohl davor bewahren in die Sanktionsmühlen der EU für unliebsame Journalisten zu geraten. Auch die Schnüffler vom Verfassungsschutz werden beruhigt aufatmen.