
Frau Bodderas bezieht sich auf einen Artikel vom 30.4.26 auf healthpolicy-watch.news. Dort heißt es:
»Da die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Nominierungsverfahren für den nächsten Generaldirektor offiziell eröffnet hat, scheint es laut Insidern in Berlin nun wahrscheinlich, dass Deutschland Helge Braun, den Stabschef in der Regierung der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, vorschlagen wird…
Aus deutscher Sicht möchte Berlin, dass sich sein finanzielles Gewicht als größter globaler Gesundheitsgeber nach dem Austritt der USA aus der WHO im Januar 2025 in Einfluss auf Führungsebene widerspiegelt…
Das deutsche Außenministerium, das formal für die Nominierung zuständig ist, lehnte es ab, Brauns mögliche Kandidatur zu bestätigen oder zu kommentieren, als es auf eine Anfrage von Health Policy Watch antwortete.
Zu den weiteren potenziellen Kandidaten aus Deutschland zählen der umstrittene ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach und der weniger bekannte Paul Zubeil.
Im Gegensatz dazu bietet Brauns doppeltes Profil als versierter Politiker, erfahrener Finanzmanager sowie ausgebildeter Arzt und Forscher, der erfolgreich parteiübergreifende Brücken geschlagen hat, einen deutlichen Vorteil. Außerhalb Deutschlands ist er jedoch kaum bekannt…
Als „Leiter des Bundeskanzleramtes“, also praktisch als Stabschef, in Angela Merkels letzter Amtszeit als Bundeskanzlerin von 2018 bis 2021 agierte Braun während der COVID-19-Pandemie an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Beratung und politischer Umsetzung und verglich das Bundeskanzleramt dabei insbesondere mit einer Intensivstation, auf der akute Probleme gelöst werden müssen.
Zwischen 2021 und 2025 leitete Braun dann den einflussreichen Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages und überwachte die Verteilung und Verwaltung von Hunderten von Milliarden Euro mit strenger Disziplin.
Dieses tiefgreifende Verständnis für makroökonomisches Management, gepaart mit seiner pragmatischen Verteidigung der umstrittenen deutschen Schuldenobergrenze sowie krisenbedingter Sonderfonds, macht ihn zu einem attraktiven Kandidaten für Geberländer, die derzeit mehr finanzielle Rechenschaftspflicht und eine Umstrukturierung bei der WHO in Genf fordern.
Als zentraler Vermittler zwischen den Ministerien erwarb sich Braun den Ruf eines äußerst pragmatischen Problemlösers, dessen frühere innenpolitische Zugehörigkeiten nicht zwangsläufig seinen künftigen Ansatz in der globalen Gesundheitspolitik bestimmen werden…
Vor allem lehnte die deutsche Regierung während seiner Amtszeit die Freigabe von COVID-19-Impfstoffpatenten ab, was scharfe Kritik von internationalen Verfechtern der gesundheitlichen Chancengleichheit hervorrief. Zur Verteidigung dieser Ablehnung schrieb Braun im Mai 2021 in einem Gastbeitrag für die deutsche Zeitung Die Zeit, dass „Patentschutz als Innovationsmotor in dieser Krise nicht das Problem, sondern eine wesentliche Grundlage für deren Lösung ist“.
Im Globalen Süden könnte diese Bilanz somit die Wahrnehmung verstärken, dass Deutschland pharmazeutische Interessen gegenüber einem gerechten Technologietransfer verteidigt – insbesondere angesichts der laufenden Verhandlungen zum PABS-Anhang. Jüngste Berichte von Tagesspiegel Background, wonach der ehemalige Minister vom Verband der forschenden pharmazeutischen Unternehmen Deutschlands angesprochen wurde, dessen nächster Präsident zu werden, wenn das Amt Ende 2026 frei wird, könnten diese Bedenken weiter schüren.
Schließlich hat Deutschland seine öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) insgesamt gekürzt, einschließlich der Beiträge an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), wo es historisch gesehen nach den Vereinigten Staaten der größte Geber unter den Mitgliedstaaten war.
Am Mittwoch gab die Regierung Merz ihre Haushaltspläne für 2027 bekannt, die weitere Kürzungen der ODA nach den drastischen Kürzungen um 17 % im letzten Jahr vorsehen. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland seine ursprüngliche Finanzzusage für 2024 an die WHO für die aktuelle Zweijahresperiode (2026–27) einhält, bleibt fraglich.
„Sie können zwar einen Kandidaten vorschlagen, aber ich glaube nicht, dass dies bei anderen Mitgliedstaaten auf große Resonanz stoßen wird“, sagte eine informierte Quelle aus der WHO. „In einer Zeit, in der Deutschland die Mittel für die globale Gesundheitsförderung an die Mitgliedstaaten kürzt, glaube ich nicht, dass sie einfach so den Spitzenposten beanspruchen können.“…«
Die Lobpreisungen Brauns erfolgen auf einem Portal, das so finanziert wird:

Selbstverständlich gibt es einiges zu Helge Braun hier zu lesen. Beispielsweise darüber, wie er die ohnhehin absurden Modellierungen des RKI noch einmal nach oben korrigierte:

"'Sie können zwar einen Kandidaten vorschlagen, aber ich glaube nicht, dass dies bei anderen Mitgliedstaaten auf große Resonanz stoßen wird', sagte eine informierte Quelle aus der WHO."
Wenn das nicht beruhigend ist!
Aber die "informierte Quelle" pappt damit vielleicht nur ein virtuelles Preisschild auf die Krone, damit "Deutschland die Mittel für die globale Gesundheitsförderung an die Mitgliedstaaten" exakt so *anpasst*, dass ein virtueller Pharmareferent jenen Laden übernehmen darf, der "Pandemien" auf Bestellung "ausrufen" kann.
Aber egal wer's wird: erwartet irgendjemand, dass es *besser* wird?
Die nexte Zoonose hat es schließlich bereits von Ushuaia bis in die Kapverden geschafft:
Ich meide schon mal prophylaktisch den Kontakt zu Nagetieren, Niederländern, Crews und Kreuzfahrtrückkehrern (sämtlich d/w/m).
Zulassungen, Patente, Zertifikate und Aktien erzeugen mehr Umsatz als die Impfstoffe. Und damit auch Profite. Von der Steuer abgesetzt werden dann die "Produktionskosten".