Hoho!

Bastian Brinkmann ("Mit pro­jekt­ver­ant­wort­lich bei gro­ßen Investigativ-Recherchen wie den Panama Papers. Ausgezeichnet mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis") gibt ein schö­nes Beispiel dafür, wie in einer weit­ge­hend gleich­ge­rich­te­ten Medienlandschaft auch mal geäu­ßert wer­den darf, was sich vor­der­grün­dig als Kritik ver­ste­hen läßt.

Brinkmann ist erzürnt. Über den Schwindel von Lars Klingbeil mit dem Bürgergeld und der GKV:

»... Doch dann kam SPD-Chef Lars Klingbeil. Er gab den Verhandlungen über das Sparpaket im Gesundheitssystem einen bemer­kens­wer­ten Dreh. Klingbeil nimmt sich zwei Milliarden Euro aus den Krankenkassen, weil das sei­ne Arbeit als Finanzminister leich­ter macht. Er muss jetzt weni­ger im Haushalt spa­ren. Dabei war zuletzt das Gegenteil dis­ku­tiert wor­den: Die gesetz­lich Versicherten über­neh­men näm­lich den Großteil der Gesundheitskosten der Bürgergeldempfänger. Es geht um zwölf Milliarden Euro, die aus Beiträgen finan­ziert wer­den und nicht aus Steuern…

Die Krankenkassen sol­len zwar kom­men­des Jahr mehr Geld für die Gesundheitskosten der Bürgergeldempfänger bekom­men. Allerdings bie­tet Klingbeil 250 Millionen Euro. Das ist im Bundeshaushalt nur eine Nachkommastelle. Wer sich dafür fei­ern las­sen will, könn­te als Chef auch einen Bonus von fünf Euro an sei­ne Mitarbeiter aus­zah­len und sich dann wun­dern, dass die das lächer­lich fin­den«

"Besonders dreist" fin­det er das, und Recht hat er. Doch zuvor hat er sei­ne Überschrift mal eben relativiert:

»… Die gesetz­li­chen Krankenkassen über­wei­sen unzäh­li­ge Milliarden an Ärzte, Apotheker und die Pharmaindustrie. Bei denen zu kür­zen, erwärmt das Genossenherz: Ärzte fah­ren im Klischee häu­fig Porsche und wäh­len FDP, Apotheker sind auch nicht bes­ser, und die bösen Pharmakonzerne kas­sie­ren uns mit ihrem Chemiekram alle ab und kom­men sogar oft aus den USA, igitt. Nehmet den Reichen und gebet den gesetz­lich Versicherten, das wären Reformen, für die auch die Linken in der SPD ger­ne die Hand heben wür­den. Und jen­seits aller Feindbilder stimmt es sogar: Es fließt zu viel Geld in das Gesundheitssystem…«

Feindbilder also der Linken (?) in der SPD. Doch was stimmt? "Es fließt zu viel Geld in das Gesundheitssystem". Da muß man doch ein­fach sparen!

Sein Kommentar endet in Solidarität mit den Facharbeitern. Und wohl auch mit sich:

»Den Facharbeitern brockt die SPD noch mehr ein. Denn durch das Sparpaket erhöht die Regierung die Beitragsbemessungsgrenze, um Milliarden ein­zu­sam­meln. Das trifft auch ganz nor­ma­le Menschen mit IG-Metall-Tarifvertrag. Dabei wäre im Gesundheitssystem woan­ders noch viel Geld zu holen. Klar, man müss­te sich anle­gen mit den Ärzten, Apothekern und Pharmakonzernen. Aber war die SPD nicht mal dafür da?«

Das muß ver­dammt lan­ge her sein. Wohl mehr als hun­dert Jahre. Die neue­re Geschichte der Gesundheitspolitik ist geprägt von Leuten wie Ulla Schmidt (Preisträgerin des "Michael Müller hilft Award") und Karl Lauterbach. Also ver­knüpft mit Zusatzbeiträgen, Fallpauschalen und Krankenhausschließungen, im Fall Lauterbach auch von Milliarden-Vergeudung und rie­si­gen Verschiebungen in die Taschen der Pharmaindustrie unter dem Vorwand "Corona-Pandemie".


Zur Beitragsbemessungsgrenze:

Gesetzlich gere­gelt wird sie, ori­en­tiert an der Entwicklung der Einkommen, jähr­lich neu bestimmt. Sie liegt 2026 bei jähr­lich 69.750 Euro bezie­hungs­wei­se 5.812,50 Euro im Monat (bun​des​re​gie​rung​.de). Verdient jemand mehr, darf er oder sie sich pri­vat ver­si­chern, muß es aber nicht. Bliebe die Person in der gesetz­li­chen Kasse, wäre das sinn­voll für eine soli­da­ri­sche Versicherung. Erhöht sich die Bemessungsgrenze, ist die Flucht in die Privatversicherung etwas erschwert.

Bei der IG Metall errei­chen im Autoland Baden-Württemberg Beschäftigte in drei von sieb­zehn Entgeltgruppen eine monat­li­che Vergütung ober­halb der Grenze. Im Autoland Niedersachsen sind es noch weni­ger (igme​tall​.de, Abruf 30.4.26).

3 Antworten auf „Hoho!“

  1. "Verdient jemand mehr, darf er sich pri­vat versichern …"

    Darf er denn dann spä­ter auch wie­der zurück, wenn im Alter die pri­va­ten Versicherungsbeiträge ins Unermessliche steigen?

  2. Das mit der Wechselmöglichkeit in die pri­va­te Krankenversicherung bei Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze stimmt nicht. Ein Wechsel ist erst mög­lich, wenn man ein Jahr lang die Jahresarbeitsentgeltgrenze (der­zeit 6.450/77.400 €) über­schrit­ten hat. Bei einer dau­er­haf­ten Unterschreitung der JAEG wird man als frei­wil­lig gesetz­lich Versicherter sofort wie­der KV-pflich­tig. Von daher ist eine "Flucht" in die PV auf­grund der geplan­ten Erhöhung der BBG für Leute, die nur leicht dar­über ver­die­nen, nicht mög­lich, die höhe­ren Beitragseinnahmen sind also gesichert…
    Ab einem Alter von 55 Jahren und 5 Jahren PV kommt man nicht mehr in die gesetz­li­che KV, egal was man verdient.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

şans casino |
vidobet |
vidobet |
vidobet güncel giriş |
vidobet giriş |
casinolevant |
casinolevant |
casinolevant |
vidobet giriş |
şans casino |
casinolevant giriş |
casino şans |
şans casino giriş |
casino levant |
casino şans |
casino şans |
boostaro |
casinolevant giriş |
şans casino giriş |
casinolevant giriş |
şanscasino |
vidobet |
vidobet giriş |
levant casino |
vidobet giriş |
nigeria betting |
sports betting |
goka |
nigeria betting |
goka |
gokabet |
vidobet |
deneme bonusu veren siteler |
deneme bonusu veren siteler |
deneme bonusu veren siteler |
goka casino |
gokabet |
casinolevant |
casinolevant giriş |
gorabet |
casinolevant |
casinolevant |
casinolevant |
casinolevant |
casinolevant |
casinolevant |
casinolevant giriş |
casinolevant güncel giriş |
casinolevant |
casinolevant giriş |
casinolevant güncel giriş |
casinolevant |
casinolevant giriş |
casinolevant |
casinolevant giriş |
casinolevant |
casinolevant giriş |
casinolevant |
casinolevant giriş |
casinolevant |
casinolevant giriş |
casinolevant |
casinolevant giriş |
casinolevant |
casinolevant giriş |
natobet |
natobet |
natobet |
natobet