Die "FAZ" trauert den Zeiten des Beginns von Corona und des Ukrainekriegs hinterher. Damals hatten sich die Gewerkschaften einreden lassen, die Krisen träfen arm und reich gleichermaßen und man müsse ihnen solidarisch untergehakt begegnen. Das Ergebnis waren Tarifabschlüsse mit Reallohnverlusten. Anschließend konnten die Ergebnisse nachgebessert werden. In letzter Zeit schießen sich die Gewerkschaften vor allem mit irrsinnig langen Laufzeiten der Tarifverträge ins eigene Knie.

Von einem "FAZ"-Redakteur ist nicht zu erwarten, daß er bei seiner Analyse aus Unternehmersicht auf die bewährten Phrasen vom "Interessenausgleich zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern" verzichtet. Für ihn treffen die Forderungen der Beschäftigten, wenigstens den gegenwärtigen sozialen Status zu halten, auf "krisengeplagte" Branchen und schrumpfende "Spielräume der Unternehmen". Deshalb "seien in Tarifrunden, anders als gewohnt, keine Zuwächse zu verteilen", zitiert er den Sprecher "vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft". Dabei weiß auch er:
»Als Folge der Inflationsschübe nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 waren die Reallöhne zeitweilig ein ganzes Stück geschrumpft. Doch am Beginn dieses Jahres hatten sie im Durchschnitt wieder das Niveau von 2019 erreicht, als Folge einer Serie kräftiger Tarifabschlüsse in jüngerer Zeit.«
Im Schnitt verdienen also lohnabhängig Beschäftigte so viel wie 2019. Währenddessen verzeichnen selbst kriselnde Unternehmen wie in der Automobilindustrie zwar geringere, aber immer noch viele Milliarden umfassende Profite. Gewiß gibt es viele kleinere Firmen, die daran nicht teilhaben können. Sie leiden unter den Diktaten der Konzerne, denen sie zuliefern, und politischen Entscheidungen, die als "Energiekrise" daherkommen, als habe sie keine Verursacher und Nutznießer. Gerade die benannten Themenfelder Corona und Krieg sind von einer gigantischen Subventionierung von Pharma- und Rüstungskonzernen geprägt.
Gegenwehr von unten sind Creutzburg ein Überziehen "mit beispiellosen Streiks" wie bei der Lufthansa, die dann – er sagt es nicht – zur Strafe die vorzeitige Stillegung von Unternehmensteilen hervorrufen muß. "Viel Unmut hatte zuvor schon die Gewerkschaft Verdi im öffentlichen Nahverkehr hervorgerufen". Das ist überwiegend herbeigeschrieben, gehört aber zum Standardrepertoire der Propaganda.
Ausdrücklich lobt der Autor "die sonst so streikbereite Lokführergewerkschaft GDL", die sich "ganz ohne Streik und Verbalkrawall" auf einen sehr moderaten Abschluß eingelassen hat.
»Volkswirtschaftlich bedeutsamer sind die ersten beiden großen Tarifabschlüsse des Jahres, erst im öffentlichen Dienst für eine Million Angestellte der Länder, dann in der Chemie- und Pharmaindustrie mit 585.000 Beschäftigten. Aber auch sie liefen eher in Richtung Moderation als Eskalation. Im öffentlichen Dienst begannen Verdi, Beamtenbund und Co. nach einem Rekordtarifabschluss im Jahr 2023 zwar mit einer weiteren sehr anspruchsvollen Forderung: sieben bis zwölf Prozent mehr Lohn je nach Tarifgruppe für die Laufzeit von einem Jahr. Doch die Einigung im Februar blieb signifikant darunter: 5,9 bis 7,3 Prozent mehr Geld für 27 Monate.
In der krisengeplagten Chemieindustrie, die sich im Branchendurchschnitt seit mehreren Jahren unter der Rentabilitätsschwelle bewegt, hatte die Gewerkschaft IG BCE sich von vornherein vorsichtig positioniert… Am Ende vereinbarten beide Seiten Erhöhungen von 2,1 Prozent im Januar 2027 und 2,4 Prozent im Januar 2028, verbunden mit einer Pause in diesem Jahr…«
Insbesondere in den von Verdi beackerten Bereichen sind die Ergebnisse überaus bedenklich. In vielen von ihnen gab es eine große Kampfbereitschaft der Beschäftigten, die die Führung kurzzeitig medienwirksam inszenierte, um dann doch staatstragende Abschlüsse vorzunehmen. Die notwendig folgende Enttäuschung wird nicht in ein Verhältnis gesetzt zum steigenden Einfluß der AfD vor allem unter Arbeitern. Die naheliegende Erklärung, die Blauen verträten ja nun wirklich nicht deren Interessen, hilft da leider gar nicht. Zwar sind die Träume rechter Listen bei den Betriebsratswahlen noch nicht aufgegangen, doch "sozialpartnerschaftliche" Denke und zuweilen Kumpanei von Gewerkschaftsfunktionären mit den Unternehmern werden weiterhin wirken.
Allenthalben wird in Gewerkschaftsseminaren gelehrt, daß nur eine konsequente und glaubwürdige Interessenvertretung zu Erfolgen führt. In der Praxis spielt allzu oft die enge Verbundenheit, ja Gefolgschaft, zur SPD-Führung eine entscheidendere Rolle. Auch wenn dies nicht die ausschlaggebenden Faktoren sein mögen: In Sachen Friedenspolitik und Kritik an den Coronamaßnahmen tut sich praktisch nichts bei Gewerkschaftens. Die "FAZ" beschreibt eine
»... Serie von Krisentarifabschlüssen sind, die 2020 mit der Pandemie begann.
Damals wurde zum Beispiel die IG Metall mitten in der Vorbereitung zu ihrer großen Tarifrunde von „Lockdowns“ und Kontaktverboten erwischt. Kurzfristig entschied die Gewerkschaft, ohne konkrete Lohnforderung anzutreten, und sie einigte sich mit den Arbeitgebern im Eilverfahren auf einen Krisenpakt: keine Lohnerhöhung im Jahr 2020, dann 2,7 Prozent im Jahr 2021. Dann aber wurde die Industrie weniger stark von der Pandemie getroffen als andere Branchen. So stieg der Druck, in der folgenden Tarifrunde auch dafür einen Ausgleich zu schaffen.
Ähnlich erging es 2022 der IG BCE, als kurz vor der Chemietarifrunde der russische Präsident Wladimir Putin die Ukraine angriff. Auch die Chemiegewerkschaft vereinbarte dann mit den Arbeitgebern als Reaktion einen viel beachteten Krisenpakt: 1400 Euro Einmalzahlung, aber keine Erhöhung der Monatslöhne im Jahr 2022…«

Schön zu sehen in wessen Interesse die Gewerkschaften handeln. Im Interesse der Arbeiter ganz sicher nicht.
@Erfordia…: Das hat der Geschäftsführer der Firma, bei der ich zuletzt gearbeitet hatte, auch gesagt: Ohne Gewerkschaften ginge es den Beschäftigten doch viel besser. Dann hat er ein Viertel der Belegschaft rausgeworfen. Es war ver.di, die den Widerstand vielfältig unterstützte. Er reichte nur zu Sozialplänen, die aber ohne den Kampf wesentlich schlechter ausgefallen wären. Verloren haben wir nicht wegen der Gewerkschaft, sondern weil die ordentlich verdienenden Angestellten dachten, sie kämen alleine klar und sich gerade nicht organisierten.
Tja, @aa,
die Frage ist immer wieder diese da: Wer bestimmt, wer wen.
Und die Antwort ist: Stets bestimmen die Unternehmer!
@Erfordia: https://grammatikguru.de/whataboutism-totschlagargument/ ("whataboutism totschlagargument kaufen
Keine Produkte gefunden")
PS @aa,
historisch gesehen steht die Führungsrolle gar nicht den Gewerkschaften zu sondern der kommunistischen Partei.
MFG
https://www.freidenker.org/?p=24913
ich denke, das ist Klassenkampf.
das System wird monetarisiert, weil sich das Kapital verwerten muß. ich schäme mich ein bißchen, immer von kapital und verwertung zu schreiben, aber ich kann es nicht anders denken.
klassenkampf bedeutet, das system wird im sinne des stärkeren umgebaut, abgebaut und der wiederaufbau wird unmöglich sein.
er wird nicht nur nicht so lange dauern, wie er gebraucht hat, seit damals, sondern der aufbau wird sich nicht wiederholen.
die wiederholung wäre nur möglich in einer reproduktion des systems unter neuen bedingungen, so wie der aufbau damals das system stabilisiert hat.
das system ist nicht auf eine alte formel zurückzusetzen.
es entstehen neue bedingungen für das system und dadurch für die menschen. "die menschen" = die Masse.
man ist teil der verwertungskette oder fällt aus dem system = wer aus dem system fällt hat kein Recht auf Eigentum, nicht einmal eine hütte im wald.
Der Proletarier verdient sein Existenzminimum, von dem er die Eigentümer seiner "Lebensmittel" ausbezahlt.
man könnte vielleicht auf den handyvertrag verzichten, aber nicht auf das handy. man muß GEZ bezahlen, auch wenn man kein radio und fernsehen hat.
"die menschen" werden von den Rechnungen versklavt.
> ich denke, das ist Klassenkampf.
Vollkommen richtig @holger blank. Nur daß dieser Kampf zugunsten der Privatunternehmer entschieden wird.
Das Thema hat die Realität lange schon verlassen. Als Langzeitarbeitsloser komme ich in der Rechnung sowieso gar nicht vor. – Schonmal aufgefallen?
Meine Meinung zum "Wirtschaftsproblem"? Sehr einfach! Amerikanische Parteien sollten in Amerika agieren. Was soll auch anders, dabei großartig herauskommen?
Man könnte höchstens noch was zu den "Gewerkschaften" sagen. Auch dieses "Problem" (aus Sicht der "Arbeitgeber") hat sich amerikanisiert.
Man kann ein übergeordnetes Problem nicht im Detail behandeln. Jedenfalls nicht zu Beginn einer Analyse. Später, vieleicht. Es ist zu befürchten daß es ein "später" nicht mehr gibt. Das erklärte dann aber schon wieder das Verhalten mancher Personen.
Betrachte man hierzu das, was wir über Harari und den WEF wissen. Die globalen Unternehmen werden auf die Zukunft eingeschworen – nicht die "arbeitenden oder nichtarbeitenden Massen"! Die werden systemisch an der Nase herum geführt. Die "Massen" sind es, welche die Folgen tragen, nicht dei Oberen 'Zigtausend.
Und nun real: Global sind die Gewerkschaften schonmal gar nicht aufgestellt!
Sie agieren allemal über eine begrenste Zahl von Betrieben hinweg, die es obendrein, zum Teil jedenfalls, bald nicht mehr geben wird.
Und das eigentliche "Gewerk" wird auf so wenige Personen verteilt sein, daß diese eine politische Sonderrolle einnehmen werden. Und diese "Sonderrolle" begünstigt dann vermutlich den "politischen" Faschismus. Der ist ja aus demokratischer Sicht unpolitisch – politisch betrachtet. Nur um mal einen Grund für "Verwirrungen" in der Interpretation aufzuführen.
Der Demokrat ist für die Einflußnahme der Leute, in der Machtausübung. Das ist nicht möglich, wenn man nicht informiert ist. Kanne mane mache nixe! – Oh, da paßt ja schon wieder ein "puzzleteilchen"?
@Wenigstens…: "Global sind die Gewerkschaften schonmal gar nicht aufgestellt!" Das trifft so nicht zu. Es sind zwar viel zu wenige internationale Initiativen und das Standortdenken ist hartnäckig, aber es gibt sie. Nur finden sie medial bei uns nicht statt.
Vor einigen Wochen gab es etwa in ganz Europa koordinierte Aktionen der Hafenarbeiter, die sich erfolgreich weigerten, Schiffe mit Kriegsmaterial für den Nahen Osten, sprich nach Israel, zu beladen. Auch die grenzübergreifende Betreuung und Organisierung der prekär beschäftigten Lastwagenfahrer vor allem aus Ost- und Mitteleuropa gehört zu den so lobenswerten wie mühsamen Beispielen.
@aa: Letzteres ist interessant zu erfahren! Das andere allerdings betrachte ich von einem "breiteren" Standpunkt aus. Dennoch ist gut zu hören daß auch "zusammengearbeitet" wird.
Tatsächlich aber, sind die Gewerkschaften branchenbezogen und (in Deutschland) fast (wie) institutionalisiert. Es hat Alles Vor- und Nachteile. Allmächtig sind sie weisgott nicht, und werden (und sollen) es ja auch nicht sein.
Aber, ich muß von meinem Standpunkt ausgehen. Taktizität ist wichtig, aber nicht die wirkliche Stärke der G. , welche sich ja um die Themenbereiche Arbeit bemühen, und auch sollten. Die AG verfügen schließlich über jedwede Expertise die für Geld zu bekommen ist. Die "Ausgegrenzeten" werden in naher Zukunft einen eigenen Faktor darstellen. Man darf hier die Anschlüße nicht verlieren. Hier sind derzeit die heftigsten Bemühungen der Politiker wahrnehmbar, jedwede "Solidarisierung" im Keim zu ersticken und ggf. selbst anzuleihern, um es von Beginn an unter Kontrolle zu halten. – Kleiner Wink! Die "Unternehmen" sind mit von der Partie. deren "Führer" üben sehr starken Einfluß aus.
Justiziabel ist es sowieso. Es dürfte aber mittlerweile jedem aufgefallen sein daß auf dem Gebiet (sehr) gefährlich viel unterbleibt. Persönlich verwundert war ich eingangs über die so genannte "Rechtspflege". Da liegt extrem viel im Argen. Die Medizin und die Medien stehen ja berechtigterweise bereits im Fokus. Die Bevölkerung würde ich nicht zwangsläufig "frei sprechen" wollen. Die leute, um die es immerhin geht, enthalten sich in der Breite, und viele unterstützen eine Art antidemokratischer "Restauration". Vermutlich wegen der wirtschaftlichen Anreize. Das scheint zumindest mir, so in etwa die Lage zu sein. Die Ausgrenzung stellt einen zwar auf Abstand, aber es gibt Dinge sie sich mit Abstand einfach besser beobachten lassen als aus der Nähe. Es wird, von vielen Seiten her, viel versucht zu manipulieren. Es ist dabei bloß schwer zu beurteilen warum.
@Wenigstens die puzzleteile passen zusammen ?
> Tatsächlich aber, sind die Gewerkschaften branchenbezogen und (in Deutschland) fast (wie) institutionalisiert.
Genau. Ein deutliches Zeichen dafür daß diese Gewerkschaften den Unternehmen näher stehen als der arbeitenden Klasse.
… und bitte nicht vergessen: Die sogenannte Sozialpartnerschaft fand als Maßnahme vor allem im ersten Weltkrieg zur Sicherstellung der Kriegsfähigkeit.
Da eine kapitalistische Arbeiterpartei (SPD) ein Widerspruch ist, können dieser zugehörige Gewerkschaften nicht funktionieren. Daran ändern auch sich wiederholende Analysen nichts.
Selbstverständlich gibt es (noch) wirksame Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter. Aber nur dann, wenn diese eben nicht Teil einer kapitalistischen Arbeiterbewegung sind.
@O'Mikron
> Da eine kapitalistische Arbeiterpartei (SPD) ein Widerspruch ist
Richtig! Die SPD war noch nie eine Partei der Arbeiterklasse. Sie wurde mit dem Ziel gegründet, die Arbeiterklasse zu spalten und ist ein Tummelplatz revisionistischer Kräfte die alles dafür tun, daß die Arbeiterklasse ihre historische Mission nicht erfüllen kann. So führte der ständige Kampf zwischen rechts und links innerhalb dieser Partei letztendlich aber auch zur Gründung der KPD gegen Ende des 1. WK aus dem Spartakusbund heraus.
MFG
@Erfordia…: Neben den üblichen Phrasen auch noch Geschichtsblindheit. Wann wurden die SPD bzw. ihre Vorläufer gegründet? War das Ziel von August Bebel und Wilhelm Liebknecht die Spaltung der Arbeiterklasse? Daß sie spätestens seit 1914 mit der Zustimmung zum kaiserlichen Krieg und 1918 mit der Niederschlagung der Arbeiteraufstände auf die Seite des Verrats an ihren Mitgliedern übergegangen ist, ist eine andere Geschichte.
@aa,
offensichtlich können Sie nicht zwischen Rechts und Links unterscheiden.
MFG
@all
https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/sozialdemokratie-1888
@passee kompossee
Lasalle war ein Freund Bismarck's. Das üble Spiel bestand darin, die Arbeiterklasse zu spalten und mit diesen Ziel wurde der ADAV gegründet. Eine Partei die weder etwas mit Sozialismus noch mit Arbeitern zu tun hat sondern nur dazu diente, den Opportunismus innerhalb der Arbeiterklasse voranzutreiben. Denn jede Entwicklung in Richtung Sozialismus (SDAP) wurde im Keim erstickt, juristisch in den Bismarck'schen Sozialistengesetzen verankert.
Es gab mehrere Versuche die Spaltung der Arbeiterklasse zu überwinden (Bebel, Liebknecht Wilhelm), jedoch passierte mit der Verschmelzung von ADAV und SDAP auf dem Vereinigungsparteitag in Gotha genau das Gegenteil. Linke Sozialdemokraten unternahmen mit der Gründung der USPD einen weiteren Versuch zur Schaffung einer linksorientierten Arbeiterpartei ohne rechte Einflüsse aber auch diese Partei hatte nicht lange Bestand.
Bebels Traum einer reinen Arbeiterpartei nahm erst mit der Gründung der KPD gegen Ende des 1. WK Gestalt an. Liebknecht (Karl) erkannte, daß eine solche Partei nur zum Führer der Arbeiterklasse werden kann wenn sie nach marxistischen Grundsätzen handelt. Von daher hat die KPD ihre Wurzeln im Spartakusbund und eben nicht in der SPD. Mithin ist die Auffassung, daß die Geschichte der SPD mit der Geschichte der Arbeiterbewegungen gleichzusetzen ist, einfach nur falsch.
Denn die SPD ist und bleibt eine bürgerliche Partei, daran ändert auch die Tatsache nichts, daß es in dieser Partei demokratisch-sozialistische Kräfte gibt.
Nur zum Verständnis. Man muß sich einfach nur mal richtig damit befassen @aa.
> War das Ziel von August Bebel und Wilhelm Liebknecht die Spaltung der Arbeiterklasse?
Natürlich nicht lieber @aa. Aber die auf dem Gothaer Parteitag 1875 gegründete SAP, die ab 1890 SPD hieß, ist ja Ergebnis der Vereinigung von ADAV (Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein) der von Lasalle gegründet wurde und der SDAP (Sozialdemokratische Arbeiterpartei, W. Liebknecht, Bebel) und in diesen beiden Parteien steckte ja die Spaltung schon drin!
Und so wurde diese Spaltung, die sich auch in den Bismarck'schen Sozialistengesetzen zeigte, mit dem Gothaer Programm nicht überwunden.
Wir können spekulieren, ob August Bebel, wäre er ein überzeugter Marxist gewesen, dem Gothaer Programm überhaupt zugestimmt hätte. Fakt jedoch ist, daß auch Bebel, ein enger Freund der Liebknecht's erst später begriff, daß diese dem Gothaer Programm folgende SPD niemals einer Führungsrolle der Arbeiterklasse gerecht werden kann, eben weil diese SPD, in der es zweifelsfrei auch sozialistisch-demokratische Kräfte gibt, in ihrem Wesen eine bürgerliche Partei ist und auch bleibt. Nicht zuletzt wegen der Spaltung Rechts/Links.
mfg
https://www.t‑online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/coronavirus/id_100519740/corona-symptome-infektion-erkennen-so-verhalten-sie-sich.html
Darf ein Gewerkschaftsmitglied oder Nicht-Gewerkschaftsmitglied trotz positivem Coronatest zur Arbeit gehen? Was, wenn er oder sie ohne Symptome, also SYMPTOMLOS krank, völlig gesund, andere Gewerkschaftsmitglieder ansteckt? Oder andere Kollegen ansteckt, die manchmal auch nicht organisiert und gar nicht krank sind?
🙂 🙂 Oder sollten alle lieber zu Hause bleiben??? So ganz allein im Bett? Oder doch lieber zu zweit?
@nicht organisierte…: Dieser himmelschreiende Unfug von Melanie ist tatsächlich erst ein halbes Jahr alt!
Ja, sogar noch im Oktober 2025 gab es diese Verhaltenstipps für Gewerkschaftsmitglieder und Nicht-Gewerkschaftsmitglieder, wann sie ins Büro oder ans Band oder hinter die Ladentheke gehen "sollten". Die Autorin sagt zum Glück nicht, ob ich allein in meinem Bett liegen muss, darf, kann oder doch zu zweit. Oder zu dritt, das DARF ich noch selbst bestimmen!! 🙂 Auch mit wem, sagt sie nicht. Ich konnte im Oktober 2025 vielleicht auch mir aussuchen, ob ich ein Bett oder eine Couch wähle, auf der ich zur Potatoe werde, so ungeimpft und symptomlos krank ohne jeden Schnupfen, ohne den geringsten Ansatz von Husten, ohne jedes Symptom einer Coronainfektion, ohne Anzeichen von Vireninfektionen. Nur leider, leider, leider: mit einem "positiven Coronatest".
Meine Kollegen, hypothetische Kollegen am Arbeitsplatz plus Teamleiter /Teamleiterin, sind aber wahrscheinlich eher nicht besonders erfreut und amused, wenn ich aus vermeintlichen "Infektionsschutz"gründen ständig symptomlose Krankheiten habe, die ich auf der Couch auskuriere, und sie machen meine Arbeit mit. Ich kann mir gut vorstellen, ein bestimmtes Arbeitsvolumen, bestimmte Arbeitsabläufe brauchen die dafür passende ZAHL an Mitarbeitern, die das täglich schaffen. (Plus-Minus eventuelle reale Krankheitsausfälle, die immer eingeplant werden müssen.) Stehen dann aber alle oder die meisten symptomlosen Kranken nicht zur Verfügung, geraten sämtliche Tagespläne, Wochenpläne, Monatspläne, Projektziele durcheinander. Der positive Coronatest machts möglich. Was auch immer der Test da getestet hat oder angezeigt haben KÖNNTE.
@nicht organisierte .….
Letzteres kontrollierten "sie" am liebsten, allumfassend wohl ! 😀
Wer sind diese bloß? – Einfach zu wenige von ihnen wollten bisher meine Bekanntschaft machen. – Oder eher, WAS sind "sie", Gottwesenartige, 'gschwullschädlige wie der bayer sagt oder .…. haben "sie" gar Pferdefüße, ein graufälliges Blutbild ?
Und ist "Corona" das einzige was ihnen gefährlich werden kann. Jedenfalls geben sich unsere xy-beinigen Herrscher ganz schön fictionär. Gehimnisvoll, geheimnisvoll!
https://www.t‑online.de/finanzen/aktuelles/id_101222314/vw-chef-blume-will-produktionskapazitaet-weiter-senken.html
Na ja, "seit Corona" – die oder "sie" haben bei (beliebiges Beispiel irgendeiner deutschen Firma) VW noch nicht verstanden, dass es Coronaviren schon lange vor 2019 gab und heute immer noch gibt. Seit Corona. Was sagen denn die Gewerkschaften überall und generell, wenn sie nicht mehr allzu viel zahlende Mitglieder haben werden "seit Corona"? Oder "wegen Corona"? Meine Güte aber auch! Was dieses Coronavirus alles kann! Große Industrie mit allen Zulieferern, Mittelstand lahmlegen, Gewerkschaften um zahlende Mitglieder bringen, panische Leute zur gefährlichen "Schutzimpfung" nötigen. Alles nur "wegen Corona", "seit Corona".
Auszug:
"2019 seien die Werke des VW-Konzerns auf zwölf Millionen Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt gewesen. "Aber seit Corona liegt der Durchschnitt bei neun Millionen Fahrzeugen in komplett veränderten Märkten", sagte Blume."
Auszug Ende
Was er nicht versteht als Arbeitgeber, ist: es war nicht Corona, es war nicht ein Virus, das wirtschaftlichen Schaden angerichtet hat. Sondern es waren die Maßnahmen gegen das angeblich tödliche oder mörderische Virus.
@nicht .….
Anderen Meldungen zufolge, verlagert VW Produktionskapazitäten und "Kapital". Sollte es so sein, wird Herr Blume das so nicht sagen. Ansonsten macht nämlich jemand anderes den gut bezahlten Job. So leicht kann man extrem "gut verdienen" – die freien Stellen sollen allerdings auch hier sehr rar sein.