Wie sich die Gewerkschaften ausgetrickst haben

Die "FAZ" trau­ert den Zeiten des Beginns von Corona und des Ukrainekriegs hin­ter­her. Damals hat­ten sich die Gewerkschaften ein­re­den las­sen, die Krisen trä­fen arm und reich glei­cher­ma­ßen und man müs­se ihnen soli­da­risch unter­ge­hakt begeg­nen. Das Ergebnis waren Tarifabschlüsse mit Reallohnverlusten. Anschließend konn­ten die Ergebnisse nach­ge­bes­sert wer­den. In letz­ter Zeit schie­ßen sich die Gewerkschaften vor allem mit irr­sin­nig lan­gen Laufzeiten der Tarifverträge ins eige­ne Knie.

Von einem "FAZ"-Redakteur ist nicht zu erwar­ten, daß er bei sei­ner Analyse aus Unternehmersicht auf die bewähr­ten Phrasen vom "Interessenausgleich zwi­schen Gewerkschaften und Arbeitgebern" ver­zich­tet. Für ihn tref­fen die Forderungen der Beschäftigten, wenig­stens den gegen­wär­ti­gen sozia­len Status zu hal­ten, auf "kri­sen­ge­plag­te" Branchen und schrump­fen­de "Spielräume der Unternehmen". Deshalb "sei­en in Tarifrunden, anders als gewohnt, kei­ne Zuwächse zu ver­tei­len", zitiert er den Sprecher "vom arbeit­ge­ber­na­hen Institut der deut­schen Wirtschaft". Dabei weiß auch er:

»Als Folge der Inflationsschübe nach dem rus­si­schen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 waren die Reallöhne zeit­wei­lig ein gan­zes Stück geschrumpft. Doch am Beginn die­ses Jahres hat­ten sie im Durchschnitt wie­der das Niveau von 2019 erreicht, als Folge einer Serie kräf­ti­ger Tarifabschlüsse in jün­ge­rer Zeit.«

Im Schnitt ver­die­nen also lohn­ab­hän­gig Beschäftigte so viel wie 2019. Währenddessen ver­zeich­nen selbst kri­seln­de Unternehmen wie in der Automobilindustrie zwar gerin­ge­re, aber immer noch vie­le Milliarden umfas­sen­de Profite. Gewiß gibt es vie­le klei­ne­re Firmen, die dar­an nicht teil­ha­ben kön­nen. Sie lei­den unter den Diktaten der Konzerne, denen sie zulie­fern, und poli­ti­schen Entscheidungen, die als "Energiekrise" daher­kom­men, als habe sie kei­ne Verursacher und Nutznießer. Gerade die benann­ten Themenfelder Corona und Krieg sind von einer gigan­ti­schen Subventionierung von Pharma- und Rüstungskonzernen geprägt.

Gegenwehr von unten sind Creutzburg ein Überziehen "mit bei­spiel­lo­sen Streiks" wie bei der Lufthansa, die dann – er sagt es nicht – zur Strafe die vor­zei­ti­ge Stillegung von Unternehmensteilen her­vor­ru­fen muß. "Viel Unmut hat­te zuvor schon die Gewerkschaft Verdi im öffent­li­chen Nahverkehr her­vor­ge­ru­fen". Das ist über­wie­gend her­bei­ge­schrie­ben, gehört aber zum Standardrepertoire der Propaganda.

Ausdrücklich lobt der Autor "die sonst so streik­be­rei­te Lokführergewerkschaft GDL", die sich "ganz ohne Streik und Verbalkrawall" auf einen sehr mode­ra­ten Abschluß ein­ge­las­sen hat.

»Volkswirtschaftlich bedeut­sa­mer sind die ersten bei­den gro­ßen Tarifabschlüsse des Jahres, erst im öffent­li­chen Dienst für eine Million Angestellte der Länder, dann in der Chemie- und Pharmaindustrie mit 585.000 Beschäftigten. Aber auch sie lie­fen eher in Richtung Moderation als Eskalation. Im öffent­li­chen Dienst began­nen Verdi, Beamtenbund und Co. nach einem Rekordtarifabschluss im Jahr 2023 zwar mit einer wei­te­ren sehr anspruchs­vol­len Forderung: sie­ben bis zwölf Prozent mehr Lohn je nach Tarifgruppe für die Laufzeit von einem Jahr. Doch die Einigung im Februar blieb signi­fi­kant dar­un­ter: 5,9 bis 7,3 Prozent mehr Geld für 27 Monate.

In der kri­sen­ge­plag­ten Chemieindustrie, die sich im Branchendurchschnitt seit meh­re­ren Jahren unter der Rentabilitätsschwelle bewegt, hat­te die Gewerkschaft IG BCE sich von vorn­her­ein vor­sich­tig posi­tio­niert… Am Ende ver­ein­bar­ten bei­de Seiten Erhöhungen von 2,1 Prozent im Januar 2027 und 2,4 Prozent im Januar 2028, ver­bun­den mit einer Pause in die­sem Jahr…«

Insbesondere in den von Verdi beacker­ten Bereichen sind die Ergebnisse über­aus bedenk­lich. In vie­len von ihnen gab es eine gro­ße Kampfbereitschaft der Beschäftigten, die die Führung kurz­zei­tig medi­en­wirk­sam insze­nier­te, um dann doch staats­tra­gen­de Abschlüsse vor­zu­neh­men. Die not­wen­dig fol­gen­de Enttäuschung wird nicht in ein Verhältnis gesetzt zum stei­gen­den Einfluß der AfD vor allem unter Arbeitern. Die nahe­lie­gen­de Erklärung, die Blauen ver­trä­ten ja nun wirk­lich nicht deren Interessen, hilft da lei­der gar nicht. Zwar sind die Träume rech­ter Listen bei den Betriebsratswahlen noch nicht auf­ge­gan­gen, doch "sozi­al­part­ner­schaft­li­che" Denke und zuwei­len Kumpanei von Gewerkschaftsfunktionären mit den Unternehmern wer­den wei­ter­hin wirken.

Allenthalben wird in Gewerkschaftsseminaren gelehrt, daß nur eine kon­se­quen­te und glaub­wür­di­ge Interessenvertretung zu Erfolgen führt. In der Praxis spielt all­zu oft die enge Verbundenheit, ja Gefolgschaft, zur SPD-Führung eine ent­schei­den­de­re Rolle. Auch wenn dies nicht die aus­schlag­ge­ben­den Faktoren sein mögen: In Sachen Friedenspolitik und Kritik an den Coronamaßnahmen tut sich prak­tisch nichts bei Gewerkschaftens. Die "FAZ" beschreibt eine

»... Serie von Krisentarifabschlüssen sind, die 2020 mit der Pandemie begann.

Damals wur­de zum Beispiel die IG Metall mit­ten in der Vorbereitung zu ihrer gro­ßen Tarifrunde von „Lockdowns“ und Kon­taktverboten erwischt. Kurzfristig ent­schied die Gewerkschaft, ohne kon­kre­te Lohnforderung anzu­tre­ten, und sie einig­te sich mit den Arbeitgebern im Eilverfahren auf einen Krisenpakt: kei­ne Lohnerhöhung im Jahr 2020, dann 2,7 Prozent im Jahr 2021. Dann aber wur­de die Industrie weni­ger stark von der Pandemie getrof­fen als ande­re Branchen. So stieg der Druck, in der fol­gen­den Tarifrunde auch dafür einen Ausgleich zu schaffen.

Ähnlich erging es 2022 der IG BCE, als kurz vor der Chemietarifrunde der rus­si­sche Präsident Wladimir Putin die Ukraine angriff. Auch die Chemiegewerkschaft ver­ein­bar­te dann mit den Arbeitgebern als Reaktion einen viel beach­te­ten Krisenpakt: 1400 Euro Einmalzahlung, aber kei­ne Erhöhung der Monatslöhne im Jahr 2022…«

24 Antworten auf „Wie sich die Gewerkschaften ausgetrickst haben“

    1. @Erfordia…: Das hat der Geschäftsführer der Firma, bei der ich zuletzt gear­bei­tet hat­te, auch gesagt: Ohne Gewerkschaften gin­ge es den Beschäftigten doch viel bes­ser. Dann hat er ein Viertel der Belegschaft raus­ge­wor­fen. Es war ver.di, die den Widerstand viel­fäl­tig unter­stütz­te. Er reich­te nur zu Sozialplänen, die aber ohne den Kampf wesent­lich schlech­ter aus­ge­fal­len wären. Verloren haben wir nicht wegen der Gewerkschaft, son­dern weil die ordent­lich ver­die­nen­den Angestellten dach­ten, sie kämen allei­ne klar und sich gera­de nicht organisierten.

      1. Tja, @aa,

        die Frage ist immer wie­der die­se da: Wer bestimmt, wer wen.
        Und die Antwort ist: Stets bestim­men die Unternehmer!

  1. ich den­ke, das ist Klassenkampf.
    das System wird mone­ta­ri­siert, weil sich das Kapital ver­wer­ten muß. ich schä­me mich ein biß­chen, immer von kapi­tal und ver­wer­tung zu schrei­ben, aber ich kann es nicht anders denken.
    klas­sen­kampf bedeu­tet, das system wird im sin­ne des stär­ke­ren umge­baut, abge­baut und der wie­der­auf­bau wird unmög­lich sein.
    er wird nicht nur nicht so lan­ge dau­ern, wie er gebraucht hat, seit damals, son­dern der auf­bau wird sich nicht wiederholen.
    die wie­der­ho­lung wäre nur mög­lich in einer repro­duk­ti­on des systems unter neu­en bedin­gun­gen, so wie der auf­bau damals das system sta­bi­li­siert hat.
    das system ist nicht auf eine alte for­mel zurückzusetzen.
    es ent­ste­hen neue bedin­gun­gen für das system und dadurch für die men­schen. "die men­schen" = die Masse.
    man ist teil der ver­wer­tungs­ket­te oder fällt aus dem system = wer aus dem system fällt hat kein Recht auf Eigentum, nicht ein­mal eine hüt­te im wald.
    Der Proletarier ver­dient sein Existenzminimum, von dem er die Eigentümer sei­ner "Lebensmittel" ausbezahlt.
    man könn­te viel­leicht auf den han­dy­ver­trag ver­zich­ten, aber nicht auf das han­dy. man muß GEZ bezah­len, auch wenn man kein radio und fern­se­hen hat.
    "die men­schen" wer­den von den Rechnungen versklavt.

    1. > ich den­ke, das ist Klassenkampf.

      Vollkommen rich­tig @holger blank. Nur daß die­ser Kampf zugun­sten der Privatunternehmer ent­schie­den wird.

  2. Das Thema hat die Realität lan­ge schon ver­las­sen. Als Langzeitarbeitsloser kom­me ich in der Rechnung sowie­so gar nicht vor. – Schonmal aufgefallen?

    Meine Meinung zum "Wirtschaftsproblem"? Sehr ein­fach! Amerikanische Parteien soll­ten in Amerika agie­ren. Was soll auch anders, dabei groß­ar­tig herauskommen?

    Man könn­te höch­stens noch was zu den "Gewerkschaften" sagen. Auch die­ses "Problem" (aus Sicht der "Arbeitgeber") hat sich amerikanisiert.

    Man kann ein über­ge­ord­ne­tes Problem nicht im Detail behan­deln. Jedenfalls nicht zu Beginn einer Analyse. Später, viel­eicht. Es ist zu befürch­ten daß es ein "spä­ter" nicht mehr gibt. Das erklär­te dann aber schon wie­der das Verhalten man­cher Personen.

    Betrachte man hier­zu das, was wir über Harari und den WEF wis­sen. Die glo­ba­len Unternehmen wer­den auf die Zukunft ein­ge­schwo­ren – nicht die "arbei­ten­den oder nicht­ar­bei­ten­den Massen"! Die wer­den syste­misch an der Nase her­um geführt. Die "Massen" sind es, wel­che die Folgen tra­gen, nicht dei Oberen 'Zigtausend.

    Und nun real: Global sind die Gewerkschaften schon­mal gar nicht aufgestellt!
    Sie agie­ren alle­mal über eine begren­ste Zahl von Betrieben hin­weg, die es oben­drein, zum Teil jeden­falls, bald nicht mehr geben wird.
    Und das eigent­li­che "Gewerk" wird auf so weni­ge Personen ver­teilt sein, daß die­se eine poli­ti­sche Sonderrolle ein­neh­men wer­den. Und die­se "Sonderrolle" begün­stigt dann ver­mut­lich den "poli­ti­schen" Faschismus. Der ist ja aus demo­kra­ti­scher Sicht unpo­li­tisch – poli­tisch betrach­tet. Nur um mal einen Grund für "Verwirrungen" in der Interpretation aufzuführen.

    Der Demokrat ist für die Einflußnahme der Leute, in der Machtausübung. Das ist nicht mög­lich, wenn man nicht infor­miert ist. Kanne mane mache nixe! – Oh, da paßt ja schon wie­der ein "puz­zle­teil­chen"?

    1. @Wenigstens…: "Global sind die Gewerkschaften schon­mal gar nicht auf­ge­stellt!" Das trifft so nicht zu. Es sind zwar viel zu weni­ge inter­na­tio­na­le Initiativen und das Standortdenken ist hart­näckig, aber es gibt sie. Nur fin­den sie medi­al bei uns nicht statt. 

      Vor eini­gen Wochen gab es etwa in ganz Europa koor­di­nier­te Aktionen der Hafenarbeiter, die sich erfolg­reich wei­ger­ten, Schiffe mit Kriegsmaterial für den Nahen Osten, sprich nach Israel, zu bela­den. Auch die grenz­über­grei­fen­de Betreuung und Organisierung der pre­kär beschäf­tig­ten Lastwagenfahrer vor allem aus Ost- und Mitteleuropa gehört zu den so lobens­wer­ten wie müh­sa­men Beispielen.

      1. @aa: Letzteres ist inter­es­sant zu erfah­ren! Das ande­re aller­dings betrach­te ich von einem "brei­te­ren" Standpunkt aus. Dennoch ist gut zu hören daß auch "zusam­men­ge­ar­bei­tet" wird.
        Tatsächlich aber, sind die Gewerkschaften bran­chen­be­zo­gen und (in Deutschland) fast (wie) insti­tu­tio­na­li­siert. Es hat Alles Vor- und Nachteile. Allmächtig sind sie weis­gott nicht, und wer­den (und sol­len) es ja auch nicht sein.
        Aber, ich muß von mei­nem Standpunkt aus­ge­hen. Taktizität ist wich­tig, aber nicht die wirk­li­che Stärke der G. , wel­che sich ja um die Themenbereiche Arbeit bemü­hen, und auch soll­ten. Die AG ver­fü­gen schließ­lich über jed­we­de Expertise die für Geld zu bekom­men ist. Die "Ausgegrenzeten" wer­den in naher Zukunft einen eige­nen Faktor dar­stel­len. Man darf hier die Anschlüße nicht ver­lie­ren. Hier sind der­zeit die hef­tig­sten Bemühungen der Politiker wahr­nehm­bar, jed­we­de "Solidarisierung" im Keim zu ersticken und ggf. selbst anzu­lei­hern, um es von Beginn an unter Kontrolle zu hal­ten. – Kleiner Wink! Die "Unternehmen" sind mit von der Partie. deren "Führer" üben sehr star­ken Einfluß aus.

        Justiziabel ist es sowie­so. Es dürf­te aber mitt­ler­wei­le jedem auf­ge­fal­len sein daß auf dem Gebiet (sehr) gefähr­lich viel unter­bleibt. Persönlich ver­wun­dert war ich ein­gangs über die so genann­te "Rechtspflege". Da liegt extrem viel im Argen. Die Medizin und die Medien ste­hen ja berech­tig­ter­wei­se bereits im Fokus. Die Bevölkerung wür­de ich nicht zwangs­läu­fig "frei spre­chen" wol­len. Die leu­te, um die es immer­hin geht, ent­hal­ten sich in der Breite, und vie­le unter­stüt­zen eine Art anti­de­mo­kra­ti­scher "Restauration". Vermutlich wegen der wirt­schaft­li­chen Anreize. Das scheint zumin­dest mir, so in etwa die Lage zu sein. Die Ausgrenzung stellt einen zwar auf Abstand, aber es gibt Dinge sie sich mit Abstand ein­fach bes­ser beob­ach­ten las­sen als aus der Nähe. Es wird, von vie­len Seiten her, viel ver­sucht zu mani­pu­lie­ren. Es ist dabei bloß schwer zu beur­tei­len warum.

        1. @Wenigstens die puz­zle­tei­le pas­sen zusammen ?

          > Tatsächlich aber, sind die Gewerkschaften bran­chen­be­zo­gen und (in Deutschland) fast (wie) institutionalisiert.

          Genau. Ein deut­li­ches Zeichen dafür daß die­se Gewerkschaften den Unternehmen näher ste­hen als der arbei­ten­den Klasse.

  3. … und bit­te nicht ver­ges­sen: Die soge­nann­te Sozialpartnerschaft fand als Maßnahme vor allem im ersten Weltkrieg zur Sicherstellung der Kriegsfähigkeit.

    Da eine kapi­ta­li­sti­sche Arbeiterpartei (SPD) ein Widerspruch ist, kön­nen die­ser zuge­hö­ri­ge Gewerkschaften nicht funk­tio­nie­ren. Daran ändern auch sich wie­der­ho­len­de Analysen nichts.

    Selbstverständlich gibt es (noch) wirk­sa­me Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter. Aber nur dann, wenn die­se eben nicht Teil einer kapi­ta­li­sti­schen Arbeiterbewegung sind.

    1. @O'Mikron

      > Da eine kapi­ta­li­sti­sche Arbeiterpartei (SPD) ein Widerspruch ist

      Richtig! Die SPD war noch nie eine Partei der Arbeiterklasse. Sie wur­de mit dem Ziel gegrün­det, die Arbeiterklasse zu spal­ten und ist ein Tummelplatz revi­sio­ni­sti­scher Kräfte die alles dafür tun, daß die Arbeiterklasse ihre histo­ri­sche Mission nicht erfül­len kann. So führ­te der stän­di­ge Kampf zwi­schen rechts und links inner­halb die­ser Partei letzt­end­lich aber auch zur Gründung der KPD gegen Ende des 1. WK aus dem Spartakusbund heraus.

      MFG

      1. @Erfordia…: Neben den übli­chen Phrasen auch noch Geschichtsblindheit. Wann wur­den die SPD bzw. ihre Vorläufer gegrün­det? War das Ziel von August Bebel und Wilhelm Liebknecht die Spaltung der Arbeiterklasse? Daß sie spä­te­stens seit 1914 mit der Zustimmung zum kai­ser­li­chen Krieg und 1918 mit der Niederschlagung der Arbeiteraufstände auf die Seite des Verrats an ihren Mitgliedern über­ge­gan­gen ist, ist eine ande­re Geschichte.

          1. @passee kom­pos­see

            Lasalle war ein Freund Bismarck's. Das üble Spiel bestand dar­in, die Arbeiterklasse zu spal­ten und mit die­sen Ziel wur­de der ADAV gegrün­det. Eine Partei die weder etwas mit Sozialismus noch mit Arbeitern zu tun hat son­dern nur dazu dien­te, den Opportunismus inner­halb der Arbeiterklasse vor­an­zu­trei­ben. Denn jede Entwicklung in Richtung Sozialismus (SDAP) wur­de im Keim erstickt, juri­stisch in den Bismarck'schen Sozialistengesetzen verankert.

            Es gab meh­re­re Versuche die Spaltung der Arbeiterklasse zu über­win­den (Bebel, Liebknecht Wilhelm), jedoch pas­sier­te mit der Verschmelzung von ADAV und SDAP auf dem Vereinigungsparteitag in Gotha genau das Gegenteil. Linke Sozialdemokraten unter­nah­men mit der Gründung der USPD einen wei­te­ren Versuch zur Schaffung einer links­ori­en­tier­ten Arbeiterpartei ohne rech­te Einflüsse aber auch die­se Partei hat­te nicht lan­ge Bestand.

            Bebels Traum einer rei­nen Arbeiterpartei nahm erst mit der Gründung der KPD gegen Ende des 1. WK Gestalt an. Liebknecht (Karl) erkann­te, daß eine sol­che Partei nur zum Führer der Arbeiterklasse wer­den kann wenn sie nach mar­xi­sti­schen Grundsätzen han­delt. Von daher hat die KPD ihre Wurzeln im Spartakusbund und eben nicht in der SPD. Mithin ist die Auffassung, daß die Geschichte der SPD mit der Geschichte der Arbeiterbewegungen gleich­zu­set­zen ist, ein­fach nur falsch.

            Denn die SPD ist und bleibt eine bür­ger­li­che Partei, dar­an ändert auch die Tatsache nichts, daß es in die­ser Partei demo­kra­tisch-sozia­li­sti­sche Kräfte gibt.

            Nur zum Verständnis. Man muß sich ein­fach nur mal rich­tig damit befas­sen @aa.

        1. > War das Ziel von August Bebel und Wilhelm Liebknecht die Spaltung der Arbeiterklasse?

          Natürlich nicht lie­ber @aa. Aber die auf dem Gothaer Parteitag 1875 gegrün­de­te SAP, die ab 1890 SPD hieß, ist ja Ergebnis der Vereinigung von ADAV (Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein) der von Lasalle gegrün­det wur­de und der SDAP (Sozialdemokratische Arbeiterpartei, W. Liebknecht, Bebel) und in die­sen bei­den Parteien steck­te ja die Spaltung schon drin!

          Und so wur­de die­se Spaltung, die sich auch in den Bismarck'schen Sozialistengesetzen zeig­te, mit dem Gothaer Programm nicht überwunden.

          Wir kön­nen spe­ku­lie­ren, ob August Bebel, wäre er ein über­zeug­ter Marxist gewe­sen, dem Gothaer Programm über­haupt zuge­stimmt hät­te. Fakt jedoch ist, daß auch Bebel, ein enger Freund der Liebknecht's erst spä­ter begriff, daß die­se dem Gothaer Programm fol­gen­de SPD nie­mals einer Führungsrolle der Arbeiterklasse gerecht wer­den kann, eben weil die­se SPD, in der es zwei­fels­frei auch sozia­li­stisch-demo­kra­ti­sche Kräfte gibt, in ihrem Wesen eine bür­ger­li­che Partei ist und auch bleibt. Nicht zuletzt wegen der Spaltung Rechts/​Links.

          mfg

  4. https://www.t‑online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/coronavirus/id_100519740/corona-symptome-infektion-erkennen-so-verhalten-sie-sich.html

    Darf ein Gewerkschaftsmitglied oder Nicht-Gewerkschaftsmitglied trotz posi­ti­vem Coronatest zur Arbeit gehen? Was, wenn er oder sie ohne Symptome, also SYMPTOMLOS krank, völ­lig gesund, ande­re Gewerkschaftsmitglieder ansteckt? Oder ande­re Kollegen ansteckt, die manch­mal auch nicht orga­ni­siert und gar nicht krank sind? 

    🙂 🙂 Oder soll­ten alle lie­ber zu Hause blei­ben??? So ganz allein im Bett? Oder doch lie­ber zu zweit?

      1. Ja, sogar noch im Oktober 2025 gab es die­se Verhaltenstipps für Gewerkschaftsmitglieder und Nicht-Gewerkschaftsmitglieder, wann sie ins Büro oder ans Band oder hin­ter die Ladentheke gehen "soll­ten". Die Autorin sagt zum Glück nicht, ob ich allein in mei­nem Bett lie­gen muss, darf, kann oder doch zu zweit. Oder zu dritt, das DARF ich noch selbst bestim­men!! 🙂 Auch mit wem, sagt sie nicht. Ich konn­te im Oktober 2025 viel­leicht auch mir aus­su­chen, ob ich ein Bett oder eine Couch wäh­le, auf der ich zur Potatoe wer­de, so unge­impft und sym­ptom­los krank ohne jeden Schnupfen, ohne den gering­sten Ansatz von Husten, ohne jedes Symptom einer Coronainfektion, ohne Anzeichen von Vireninfektionen. Nur lei­der, lei­der, lei­der: mit einem "posi­ti­ven Coronatest". 

        Meine Kollegen, hypo­the­ti­sche Kollegen am Arbeitsplatz plus Teamleiter /​Teamleiterin, sind aber wahr­schein­lich eher nicht beson­ders erfreut und amu­sed, wenn ich aus ver­meint­li­chen "Infektionsschutz"gründen stän­dig sym­ptom­lo­se Krankheiten habe, die ich auf der Couch aus­ku­rie­re, und sie machen mei­ne Arbeit mit. Ich kann mir gut vor­stel­len, ein bestimm­tes Arbeitsvolumen, bestimm­te Arbeitsabläufe brau­chen die dafür pas­sen­de ZAHL an Mitarbeitern, die das täg­lich schaf­fen. (Plus-Minus even­tu­el­le rea­le Krankheitsausfälle, die immer ein­ge­plant wer­den müs­sen.) Stehen dann aber alle oder die mei­sten sym­ptom­lo­sen Kranken nicht zur Verfügung, gera­ten sämt­li­che Tagespläne, Wochenpläne, Monatspläne, Projektziele durch­ein­an­der. Der posi­ti­ve Coronatest machts mög­lich. Was auch immer der Test da gete­stet hat oder ange­zeigt haben KÖNNTE.

    1. @nicht orga­ni­sier­te .….

      Letzteres kon­trol­lier­ten "sie" am lieb­sten, all­um­fas­send wohl ! 😀

      Wer sind die­se bloß? – Einfach zu weni­ge von ihnen woll­ten bis­her mei­ne Bekanntschaft machen. – Oder eher, WAS sind "sie", Gottwesenartige, 'gschwull­schäd­li­ge wie der bay­er sagt oder .…. haben "sie" gar Pferdefüße, ein grau­fäl­li­ges Blutbild ?

      Und ist "Corona" das ein­zi­ge was ihnen gefähr­lich wer­den kann. Jedenfalls geben sich unse­re xy-bei­ni­gen Herrscher ganz schön fic­tion­är. Gehimnisvoll, geheimnisvoll!

      1. https://www.t‑online.de/finanzen/aktuelles/id_101222314/vw-chef-blume-will-produktionskapazitaet-weiter-senken.html

        Na ja, "seit Corona" – die oder "sie" haben bei (belie­bi­ges Beispiel irgend­ei­ner deut­schen Firma) VW noch nicht ver­stan­den, dass es Coronaviren schon lan­ge vor 2019 gab und heu­te immer noch gibt. Seit Corona. Was sagen denn die Gewerkschaften über­all und gene­rell, wenn sie nicht mehr all­zu viel zah­len­de Mitglieder haben wer­den "seit Corona"? Oder "wegen Corona"? Meine Güte aber auch! Was die­ses Coronavirus alles kann! Große Industrie mit allen Zulieferern, Mittelstand lahm­le­gen, Gewerkschaften um zah­len­de Mitglieder brin­gen, pani­sche Leute zur gefähr­li­chen "Schutzimpfung" nöti­gen. Alles nur "wegen Corona", "seit Corona". 

        Auszug:
        "2019 sei­en die Werke des VW-Konzerns auf zwölf Millionen Fahrzeuge pro Jahr aus­ge­legt gewe­sen. "Aber seit Corona liegt der Durchschnitt bei neun Millionen Fahrzeugen in kom­plett ver­än­der­ten Märkten", sag­te Blume."
        Auszug Ende

        Was er nicht ver­steht als Arbeitgeber, ist: es war nicht Corona, es war nicht ein Virus, das wirt­schaft­li­chen Schaden ange­rich­tet hat. Sondern es waren die Maßnahmen gegen das angeb­lich töd­li­che oder mör­de­ri­sche Virus.

        1. @nicht .….

          Anderen Meldungen zufol­ge, ver­la­gert VW Produktionskapazitäten und "Kapital". Sollte es so sein, wird Herr Blume das so nicht sagen. Ansonsten macht näm­lich jemand ande­res den gut bezahl­ten Job. So leicht kann man extrem "gut ver­die­nen" – die frei­en Stellen sol­len aller­dings auch hier sehr rar sein.

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