Der November 2020 beginnt reichlich verquast im Krisenstab. Im Protokoll der "Tagl. Früh-Telko" vom 1.11.20 lesen wir:

Trotz der Schwärzung ist der Urheber der genialen Kohortenidee als Boris Palmer zu erkennen. Hinter der Forderung nach einem neuen Lockdown soll wohl der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich stecken. Eine entsprechende Äußerung habe ich nicht finden können, wiewohl er sonst sämtliche Verschärfungen abnickte. Lustig ist, daß der Stab von einem Brief des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg aus der Presse erfährt.
Gravierender war die Sorge um die als hinderlich angesehene Einmischung des Parlaments:

"In BE sind zurzeit ca. 200 ITS-Betten frei!", lesen wir. Das sind etwa so viele, wie am 3.11.20 positiv Getestete dort gemeldet wurden (218). Im Protokoll "_interneLagen-gesamt-final" vom gleichen Tag liest man: "170 Pat. sind auf ITS (-2)". Im letzten Beitrag wurde gezeigt, daß Berlin über insgesamt 1.583 Intensivbetten verfügte und deren Belegung im Jahr 2020 so niedrig war wie seit 2012 nicht mehr.
Auch an diesem Tag werden munter 4- und 7‑Tage-R-Werte, 7- und 14-Tage-Inzidenzen gemischt, um möglichst bedrohliche Zahlen darstellen zu können.
Wahrnehmung der stattlichen Obhut
Es ist zu befürchten, daß man im Krisenstab so dachte, wie man schrieb, und seine Maßnahmen als stattlich ansah. Was aber erst noch medienwirksam wahrgenommen werden mußte:

Die im Bürokratensprech abgefaßte Drohung an Heimbetreiber ist bezeichnend. Der Druck auf die Heime, wirkungslose und menschenverachtende Maßnahmen durchzuführen, wird am 4.11.20 erhöht. Im Gespräch sind Bußgelder bis zu 25.000 Euro "gegen heimbetreibende":

RKI-Zahlen "aktuell nicht belastbar"
Der Stabliche Pressebeobachter kann diesmal beitragen:

Ist es erstaunlich, daß nicht nur in Charlottenburg-Wilmersdorf "durchgefeiert" wird?
Noch ist man halbwegs bemüht, Recht und Gesetz nicht allzusehr mit Füßen zu treten. Am 5.11.20 lesen wir:

Bald schon sollte jeder Glücksritter mit dieser Aufgabe betraut werden. Legerer geht man mit dem Gesundheitspersonal um:

Bundeswehr senkt Senkung der Wartezeiten
Wie schön, daß die millionenschwere Notfallklinik, die nie PatientInnen sehen sollte, anderweitig genutzt wird. Am 6.11.20 ist in "_interneLagen-gesamt-final" zu erfahren:

Wird fortgesetzt.

Bußgeldandrohungen, und schwups wurden Einzelhändler zu Hilfspolizisten. Ab und zu das Ordnungsamt patroullieren lassen und alle machten mit.
Je nach Bundesland wurde unterschiedlich verfahren, so als sollte ausprobiert werden, was am besten wirkt.
https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/coronavirus-und-maskenpflicht-so-teuer-wird-ein-verstoss-in-ihrem-bundesland-70277638.bild.html
"…Ein Bußgeld sei zunächst nicht vorgesehen. „Das wollen wir uns erst ansehen, ob das überhaupt erforderlich ist“, sagte Justizsenator Till Steffen (Grüne).
Anders sieht es jedoch für Ladenbetreiber aus, die Menschen ohne Maske ins Geschäft lassen. Ihnen drohen nach Angaben der Gesundheitsbehörde Bußgelder in Höhe von 500 bis 1000 Euro. …"