Ich bin nichts, ich kann nichts, gebt mir ein Ministerium

Eigentlich ist der alte Schmähspruch der Autonomen auf die Polizei gemünzt ("gebt mir eine Uniform"). Und womög­lich ist es frau­en­feind­lich, unter all den Nieten im Kabinett Frau Reiche herauszugreifen.

»… Ein Ministeriumssprecher erklär­te dem "Spiegel", man wol­le das Ministerium ange­sichts mul­ti­pler Krisen "bes­ser und agi­ler auf­zu­stel­len"…« (t‑online.de, 5.4.26). Die Privatisierung staat­li­cher Aufgaben ist nicht son­der­lich ori­gi­nell. Doch je unter­ir­di­scher die Zustimmungswerte für die Regierung wer­den, desto ver­bis­se­ner hal­ten die Reiches und Klingbeile an ihren neo­li­be­ra­len Glaubenssätzen fest. Daß Reiche mal eben ihr Personal des­avou­iert, gehört zur Arroganz der Blase.

8 Antworten auf „Ich bin nichts, ich kann nichts, gebt mir ein Ministerium“

  1. Möglicherweise liegt das dar­an, dass die Ministerien per­so­nell aus­ge­dünnt wor­den sind? Begonnen hat die­se Unsitte mei­nes Wissens nach unter dem Grinsekanzler:

    Die Genossen der Bosse woll­ten sich bei McKinsey u. Co ein­schlei­men und lieb­ten das Schulterklopfen im gro­ßen Business-Jetset. Oder man hat gleich Konzervertreter in die Ministerien geholt, die sich dort ihre eige­nen Gesetze geschrie­ben haben.

    Es ist so uncool, Beamte zu bezah­len, die ein­fach nur ihre Arbeit machen, wenn man mit dem Geld Amigos för­dern kann.

  2. Politiker/​Minister müs­sen vor Allem Eines können:

    Sich undurch­sich­tig machen. Denn eine Transparenz wür­de ihre Auftraggeber und Hintermänner sicht­bar machen; was auf gar kei­nen Fall pas­sie­ren darf.

    1. "Politiker/​Minister müs­sen vor Allem Eines kön­nen: Sich undurch­sich­tig machen. Denn eine Transparenz wür­de ihre Auftraggeber und Hintermänner sicht­bar machen; was auf gar kei­nen Fall pas­sie­ren darf."

      Gut gesagt, Erfurt!

  3. Bitte nicht "Blase" sagen! Das impli­ziert oben­drein eine frau­en­feind­li­che Zotigkeit. Es sei denn Sie mein­ten Klingelbeil. Dann wär's ver­mut­lich belei­di­gend. (wie der zumin­dest wirkt) Korrekt gegen­dert soll­te es wohl hei­ßen: "Nieten*innen" – Aber so genau weiß ich das gar nicht. Wo fin­det man das "Gendelwerk", das die G‑Sprache rege­len tute? (Ist "tute" eigent­lich der kor­rek­te Konjunktiv – Egal, Rechtsschreibsreforms!)

    Wenn "Nieten-innen" irgend­wie auf dem Arbeitsplan in der Automobilindustrie geschrie­ben steht, ist ver­mut­lich was ande­res gemeint. Jede Vereinfachung schafft neue zusätz­li­che Regeln. Wir ken­nen das. Sie müs­sen nur die Nip .……

    Es wird aber nicht lang­wei­lig. Ist also irgend­wie regie­rungs­feind­lich? 😉 – Wendegendern! Gendere auch Du die Wende her­bei. Grandiose taktik! 

    Der "Gender-Hannes" (si orits­chi­nell) – Nur echt mit dem Akkupanzer

  4. Es ist, wie immer, eine Frage der Perspektive. Aus Sicht der die­se Regierung und damit auch die­ses Ministerium nut­zen­den Interessengruppen des glo­ba­len Großkapitals ist das "Outsourcing" der Kernaufgaben nur kon­se­quent. Es könn­te ja durch­aus Personal des Ministeriums geben, das nicht pro­blem­los mit­macht bei der Durchsetzung der qua­si-Enteignungsmaßnahmen. Externe Auftragnehmer haben den Vorteil, dass die­se ange­wie­sen wer­den kön­nen (und als Sündenböcke zu die­nen geeig­net sind). 

    Es ist eben­falls eine Frage der Perspektive, wie Eignung defi­niert wird. Aus Sicht des glo­ba­len Großkapitals und des­sen ulti­ma­ti­ven Eigentümern dürf­te die genann­te Person eine aus­ge­zeich­ne­te Eignung auf­wei­sen, ja sich gera­de­zu für wei­te­re Führungsaufgaben bei der Durchsetzung der neo­li­be­ra­len Politik empfehlen.

  5. Nehmen wir Katherina beim Wort

    "Nach Angaben eines Sprechers sol­len Leistungen aus­ge­schrie­ben wer­den, die von Mitarbeitenden des Hauses nicht selbst erbracht wer­den könnten."

    "… man wol­le das Ministerium ange­sichts mul­ti­pler Krisen "bes­ser und agi­ler aufzustellen"

    "Rohstoffsicherheit, Zukunftstechnologien und Souveränität, außen­wirt­schaft­li­che Sicherheit oder indu­stri­el­le Transformation."

    https://search.brave.com/search?q=wie+viele+beamte+arbeiten+f%C3%BCr+das+wirtschaftsministerium+deutschland&source=web&summary=1&conversation=08ee26b3df5d2a3ccc5b4a2e2d0aff4d61d9#:~:text=Im%20Bundesministerium%20f%C3%BCr,den%20Folgejahren%20hindeutet.

    Schon vom deut­schen Steuerzahler bezahlt

    Und da sind kei­ne bei, die das kön­nen? (Was machen die eigentlich?)
    Katherina … Dann schmeiss die Nixkönner raus!
    Bezahlen "WIR" die eigent­lich dafür, damit die sich die Ei_​r schaukeln?

    Wozu es führt:

    https://vergabeblog.de/2009–11-07/gesetzgebungs-outsourcing-seit-2000-haben-externe-an-60-gesetzen-und-verordnungen-mitgewirkt/

  6. Bei der v.d.L. war das auch schon skan­da­li­siert wor­den. Und nach wie vor sitzt sie auf ihrem hohen Roß, ohne dass ihr je die Frisur verrutscht.sollte ich mich schä­men? ..darf frau das? Oder soll ich froh sein, dass die an der Spitze weib­lich gele­sen wird? und sicher gele­sen sein will. bus­si bus­si mit allen mög­li­chen Verbrechern…So böse..nun

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