Was immer die "besuchsbezogene 'Geschwister-Regelung'" gewesen sein mag, über die sich der Krisenstab am 13.10.20 unterhielt, so kann man doch die Irritation der BeamtInnen bei der "tägl. Früh-Telko" nachvollziehen:

Einig ist man sich über den Wert der Massentests und "bittet Presse und Medien darum, die erhöhten Kapazitäten nach Hinzunahme von Reserven des DRK-Blutspende-Dienstes und der Deutschen Bahn wahrzunehmen und offensiv darzustellen".
Erfreut zeigt man sich am 15.10.20 über zusätzliche Rechte der Bundeswehr:

Getrübt wird die Freude allerdings über die Lage in "Mar-He": "ein dort eingesetzter BW-Soldat wurde positiv getestet, die anderen Kontaktpersonen wurden gleich ihm und einem Gesundheitsaufseher in Quarantäne beordert –das verfügbare Personal ist damit im GesA stark eingeschränkt, es muss auch mit einer Zunahme von Infektionsfällen dort gerechnet werden".
Maulkorb für Fachleute. Berlin ist "sogar verschärfter aufgestellt"
Während die AmtsärztInnen einen "Strategiewechsel" fordern – so sei die "Kontrolle der Eindämmungsverordnung nicht mehr leistbar" – betont eine geschwärzte Person, dies sei "eine politisch-administrative Problematik": "Offentlichkeits-/ Medienarbeit ist nicht Sache von Amtärztinnen". Wir wir sahen, ist es nicht das erste Mal, daß die Exekutive dem Gesundheitspersonal der Mund verbieten will. Ach ja: Es liegen 44 positiv getestete Menschen auf Berliner Intensivstationen…
Besonders stolz ist man auch darauf:

Ein "Ausbruch" bei einer Hochzeit in Neukölln wird von "mangelnder Mitwirkung der Teilnehmenden" begleitet. Die gleiche Person, die am Vortag die AmtsärztInnen abkanzelte, wird am 16.10.20 so zitiert:

Das "Beherbergungsverbot" ist in Niedersachsen und Baden-Württemberg gerichtlich gekippt worden, Sachsen-Anhalt und das Saarland heben es deshalb auf. In Berlin fürchtet der Krisenstab auch das Kippen der Sperrstundenregelung. Sollte es dazu kommen, "dann wird über das Alkonolausschank- /Verkaufsverbot erwogen". So kraus wie die Gedanken ist auch durchgängig die Sprache.
Mögliche Abriegelung von Städten
Der Wahnsinn hat durchaus Methode und kann keinesfalls durch Nichtwissen oder Überforderung der Verantwortlichen und schon gar nicht mit dem aktuellen "Infektionsgeschehen" erklärt werden. Davon zeugt auch diese Passage:

Offenbar ist hier wieder die gleiche Scharfmacherin am Werk. Sie führt auch ein Interview an diesem Tage an, wonach der Vorsitzende der "Fachgesellschaft Intensivmedizin" eine zu geringe ITS-Bettenkapazität in Berlin behauptete. Immerhin wird diese Aussage von anderen als "nicht korrekt" zurückgewiesen.
Die Dramatik der Situation sieht man an diesem Eintrag:

Das hindert die Krisenstäbler aber nicht daran, am 20.10.20 zu phantasieren: "Es wird nochmal die exponentielle Steigerung des Ausbruchsgeschehens unterstrichen!". In Zahlen bedeutet das: "476 Neuinfektion" nach 503 und 551 in den Tagen davor.
Die bereits bekannte Person will die Zensur nun auf den Krisenstab ausweiten:

Andererseits lassen die Gesundheitsämter nicht locker, wie am 21.10.20 zu erfahren ist:

Look down unmittelbar vor der Tür [sic]
Die Bürokratie zeigt sich davon gänzlich unbeeindruckt. Im Gegenteil:

Wird fortgesetzt.
(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

"Lock down", "whorst" 🙂
Das interessanteste fehlt – wie immer! Was haben wir für diese Sitzungen bezahlt, und wie hoch sind unsere Folgekosten.
Ansonsten verstehe ich die Leutchen. Der Mensch sucht halt nach Gesellschaft und Anerkennung. Gut wenn's obendrein so fürstlich entlohnt wird. Wer hat das alles schon. Sie etwa?
Weiß Einer wer sich in der Zeit um die Politik kümmert. Das ist also der so genannte "Fachkräftemangel". Aber wer kümmert sich jetzt um die Stellenausschreibung. Die "gewählten Volksvertreter" vertreten. Könnte man da nicht einen Posten für schaffen. Kann doch relativ nicht so teuer sein, Arbeit gäb's jedenfalls genug! (an der Stelle)