Rolltreppen des Systems

Der Berliner Hauptbahnhof ist sehr schön. Er paßt sich präch­tig in das eben­falls wohl­ge­stal­te­te Regierungsviertel ein. Das ist sei­ne Schauseite. Der Hinterausgang dage­gen, der von vie­len Berufspendlern genutzt wird, führt seit zwan­zig Jahren auf eine Dauerbaustelle.

Der Berliner Hauptbahnhof ist ein Einkaufs- und Freßtempel. Für das Bahnfahren ist er weni­ger geeig­net. So paßt er sich präch­tig in die Geschäftspolitik der Bahn ein. Die ist seit vie­len Jahren geprägt von An- und Verkäufen diver­ser Logistik- und Verkehrsunternehmen sowie der Vernachlässigung von Personal, Infrastruktur und Fahrgästen.

Im Berliner Hauptbahnhof ste­hen seit zwei Wochen die mei­sten Rolltreppen still und ein Ende ist nicht abzu­se­hen. Das ist des­halb unpräch­tig, weil sich sämt­li­che Bahnsteige auf meh­re­ren Geschossen ober- und unter­halb des Eingangsbereichs befin­den. Wenig hilf­reich sind die wohl­ge­stal­te­ten glä­ser­nen Aufzüge. Sie sind sehr lang­sam, sehr klein und schlecht beschriftet.

Berichten zufol­ge waren eini­ge Rolltreppen urplötz­lich ste­hen geblie­ben, eini­ge sol­len den Rückwärtsgang ein­ge­legt haben. Weil die Ursache unbe­kannt war, wur­den sämt­li­che Exemplare still­ge­legt. Eine Information der Bahn, der­zu­fol­ge nach eini­gen Tagen die Hälfte wie­der lie­fe, erwies sich als falsch. "Die Bahn habe eigens eine 'Task Force' instal­liert, aller­dings müs­se man auf Ersatzteile war­ten", ist am 9.3.26 in der "Morgenpost" zu lesen. Erstaunlicherweise wer­den weder Arbeitskräftemangel noch Klimawandel vorgeschoben.

Es han­delt sich um eine sehr gebräuch­li­che und präch­ti­ge "Problemlösungsstrategie". Sie täuscht Aktivität vor, wo Schlamassel herrscht.

In die­sem Sinne ste­hen die Rolltreppen im Berliner Hauptbahnhof für den Zustand unse­res Gesellschaftssystems in wirt­schaft­li­cher wie mora­li­scher Hinsicht. Stillstand und Rückwärtsgang sind dabei nicht der Technik oder gar Naturgewalten und erst recht nicht "Pandemien" geschul­det. Sie sind Ausdruck eines Denkens und Handelns, in dem nicht die Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund ste­hen, son­dern die Erwirtschaftung von Gewinnen.

Eine schö­ne Zeit lang waren die­se bei­den Pole noch halb­wegs ver­ein­bar. In dem Maße, wie "wir", gestützt auf US-Waffen und Wirtschaftsmacht der Welt die Bedingungen für die Lieferung von Rohstoffen dik­tie­ren konn­ten und die Menschen vie­ler Länder als bil­li­ge Arbeitskräfte und Konsumenten unse­rer hier unver­käuf­li­chen Waren nutz­ten, fiel auch für die unte­ren Klassen eini­ges an Wohlstand ab. So erkauf­ten sich die Oberen das Wohlwollen und die Lethargie der Unteren. Allein: Die fet­ten Jahre sind vorbei.

Wer etwas von dem auf­ho­len­den Aufbegehren Asiens, Afrikas und Südamerikas haben wird, läßt sich noch nicht aus­ma­chen. Sicher ist, daß die Verteilungsspielräume hier­zu­lan­de klei­ner wer­den. Die Frage wird also sein, ob die Menschen ihre Oberen die Schäfchen ins Trockene brin­gen las­sen oder end­lich die Frage stel­len, was es mit dem Oben und Unten so auf sich hat und wie es sich viel­leicht ändern ließe.

Noch fruch­ten die alt­be­kann­ten Muster, die Unteren gegen­ein­an­der zu het­zen. Dazu gehö­ren die Bilder von ZugbegleiterInnen, die offen­bar genau so bedroht sind wie "unse­re Töchter", die nach unse­rem präch­ti­gen Kanzler wöchent­lich Massenvergewaltigungen zum Opfer fallen.

10 Antworten auf „Rolltreppen des Systems“

  1. Vielleicht ist das gewollt: Aus dem Einkaufs- und Fresstempel wird ein Fitnessstudio: Treppe rauf, trep­pe run­ter. Gut für den Bierbauch, schlecht für Oma.

    Auf gesell­schaft­li­che Verhältnisse über­tra­gen, hie­ße das womög­lich: Nach dem Wohlstand kommt der Krieg: Gut für weni­ge, schlecht für den Rest.

  2. Die USA haben nicht nur den Präsidenten von Venezuela Nicolás Maduro ent­führt, son­dern vor allem das Land dazu gezwun­gen, Öl nur noch gegen das grü­ne Klopapier der USA (US-Dollar) zu ver­kau­fen und die Einnahmen auf einem Konto in Katar zu hin­ter­le­gen. Inzwischen ist das "Konto" beim Finanzministerium der USA. Wie prak­tisch für die Qualitätsmedien, daß sie mit Maduro eine Strohpuppe hat­ten, mit der sie laut­hals die Zuschauer und Leser täu­schen konn­ten. Man stel­le sich nur mal vor, die Leser wür­den nach dem Grund für den Angriff der USA auf Venezuela fra­gen; oder den Angriffen der USA gegen die Länder im nahen und mitt­le­ren Osten.

    Überall set­zen die USA ihre Marionetten ein, um die Vasallenstaaten zu kon­trol­lie­ren. Damit haben die "Eliten" der Vasallenstaaten über­haupt kein Problem, denn sie wer­den vom Paten gut ver­sorgt. Ebenso wenig stört die "Eliten", daß Trump ein Amokläufer ist. Nur zu! Das Problem ist, daß Trump die Vasallenstaaten ganz offen wie Vasallenstaaten behan­delt und somit die "Eliten" der Vasallenstaaten als kor­rup­te Kriminelle einer welt­weit ope­rie­ren­den Kleptokratie bloßstellt.

    1. Tja @Peter Pan, war­um nur wer­de ich das Gefühl nicht los, daß die­ser Maduro das gan­ze Spiel nur mitspielt!?

      Weil: Diese Führer Venezuela u.a. Staaten (*) weder Volk noch Vaterland ver­tei­di­gen son­dern die Interessen einer Minderheit die von der mate­ri­el­len und kul­tu­rel­len Rückständigkeit ihres Volkes profitiert.

      *) Das glei­che Spiel auch im Iran, in Libyen, Libanon, Syrien, Afghanistan.….

  3. Für Reisende mit schwe­rem Gepäck ist die­ser Bahnhof ein beson­de­res Vergnügen. 

    Ich ver­mu­te wir wer­den auf den Verteidigungsfall ein­ge­stimmt. Wenn dann alles zusam­men­bricht haben wir bereits gelernt unser Leben unter wid­ri­gen Umständen zu führen.

    Die Rolltreppen im Bahnhof sind natür­lich so lang­sam weil sie mit alter­na­ti­ver Energie betrie­ben wer­den: Dachseitig mit­tels eines Holzrades und eines Ochsen.

  4. Und man /​frau muss schnell sein. Echt SCHNELL, auch mit Gepäck. Es kann näm­lich ruck­ar­tig pas­sie­ren, dass die Anzeigetafel GLEISWECHSEL ver­kün­det. In 2 Minuten oder in 60 Sekunden musst Du dann die Treppen run­ter, rasen bis zum "gewech­sel­ten" neu­en Gleis 5 Bahnsteige ent­fernt, schnell wie­der hoch, sonst ist der Zug weg. Also, die von der DB machen sich einen Spaß draus: Gleiswechsel inner­halb von 60 Sekunden oder doch von drei Minuten? Mal sehen, wer von den Reisenden am schnell­sten sprintet?

    Wer nicht "geimpft" ist mit MRNA-Spritzen, ist klar im Vorteil, kein plötz­li­cher Herzinfarkt, kei­ne Lähmungserscheinungen!! Los, rennt! Aber beim Maskenkontrollieren waren die DB- und ande­re Bahnkontrolleure 100prozentig genau. Wehe, Du hat­test kei­ne dabei, die haben jeden erwischt, da war viel Personal im Einsatz zur Kontrolle. Vielleicht waren die DBler am Maskenumsatz betei­ligt, aus­schlie­ßen kann ich gar nichts mehr. 

    https://​www​.rnd​.de/​r​e​i​s​e​/​m​a​s​k​e​n​p​f​l​i​c​h​t​-​i​n​-​b​u​s​-​u​n​d​-​b​a​h​n​-​w​e​l​c​h​e​-​r​e​g​e​l​n​-​g​e​l​t​e​n​-​f​u​r​-​f​a​h​r​g​a​s​t​e​-​u​n​d​-​p​e​r​s​o​n​a​l​-​M​L​P​Z​J​E​4​J​M​N​C​7​F​K​L​D​V​2​I​U​6​Y​A​3​Z​I​.​h​tml

  5. "die fet­ten Jahre sind vorbei"?
    was bedeu­tet das? die Einengung von Verteilungsspielraum?
    es gibt noch poten­ti­al für eine Verteilung von unten nach oben.
    es ist eine fra­ge der poli­tik, ob man fünf pro­zent vom brut­to­so­zi­al­pro­dukt für rüstung ausgibt.
    "fett" heißt, man kann geld spa­ren vom ein­kom­men, trotz mie­te und ener­gie­wen­de und zeitenwende?
    "die fet­ten jah­re sind vor­bei" ist ein abge­sang, depres­siv, eine ablen­kung von der "Frage".
    die wun­der­sa­me geld­ver­meh­rung ver­än­dert sich mit ihren bedin­gun­gen. jede reform des kapi­ta­lis­mus ist repa­ra­tur der wun­der­sa­men geld­ver­eh­rung, also ihre auf­recht­erhal­tung, damit kre­di­te nicht blo­ße schul­den werden.
    "die fet­ten jah­re sind vor­bei" weil gera­de das passiert?
    das geld ver­liert an wert und alles dreht sich um den wert des gel­des, nicht dar­um, wie­viel geld man hat.
    das geld hat kei­nen wert und soll sich ver­meh­ren, zumin­dest mehr, als es an wert ver­liert, also muß eine nach­fra­ge her­ge­stellt wer­den, nach geld.
    man geht mehr arbei­ten, weil der ver­mie­ter ein geld­nach­fra­ger ist.
    man beginnt einen krieg, weil man den belei­hen kann.
    das wirt­schafts­wachs­tum macht fett?
    das fett wird abge­schmol­zen, man magert ab, man sieht aus­ge­mer­gelt aus, für das wirt­schafts­wachs­tum, das auf­rü­stungs­ka­pi­tal erzeugt.
    "die fet­ten Jahre sind vor­bei": der tech­no­lo­gi­sche fort­schritt ist wie ein wett­rü­sten und die­ses hat deutschland/​europa viel­leicht ver­lo­ren. die tech­no­lo­gie defi­niert "uns", nicht "wir" sie.
    digi­ta­li­sie­rung ist dehu­ma­ni­sie­rung, digi­ta­li­sie­rung ist ratio­na­li­sie­rung. die arbeit ernährt den mann nicht mehr.
    "deutsch­land" ist teil eines systems, das sich selbst zer­stört, indem es sich selbst erzeugt, aufrechterhält.
    bei der system­fra­ge hängt dann auch der welt­un­ter­gang mit dran.
    "die fet­ten jah­re sind vor­bei"? Die Ausgebeuteten (jeder der Geld braucht) wer­den dün­ner, erschöpft, depres­siv, krank.
    das system ent­hält viel hei­ße luft, hat kei­ne substanz.
    "fett" wird ange­setzt, "fett" ist über­schuß, "fett" wird abgesaugt.
    "die fet­ten jah­re sind vor­bei" = die leu­te bekom­men kno­chen hin­ge­wor­fen, sie ver­hun­gern, ver­ar­men, weil die kno­chen abge­nagt sind und irgend­wann wer­den auch die kno­chen noch gebraucht und ver­wer­tet. Dann gibt es halt Würmer zum Mittag.
    "Deutschland" muß ein Billiglohnland wer­den, aber die Lebenshaltungskosten ent­spre­chend eines rei­chen Landes.
    Ich ent­kom­me dem Abgesang nicht.
    "die fet­ten Jahre sind vor­bei": ich wer­de gezwun­gen, din­ge zu kau­fen, zu bezah­len, die ich nicht haben will, Sichtwort ana­lo­ges Leben, aber auch: Impfung per Pflicht, die im Abo den Anbieter berei­chert. ich kann mich nicht mehr durch ver­zicht ent­zie­hen, durch aske­se mei­net­we­gen, bis ich schließ­lich mei­ne atem­luft abrech­nen muß.

    1. hol­ger blank schrieb:
      ich wer­de gezwun­gen, din­ge zu kau­fen, zu bezah­len, die ich nicht haben will, Sichtwort ana­lo­ges Leben, aber auch: Impfung per Pflicht, die im Abo den Anbieter berei­chert. ich kann mich nicht mehr durch ver­zicht ent­zie­hen, durch aske­se mei­net­we­gen, bis ich schließ­lich mei­ne atem­luft abrech­nen muß.
      .….……
      Wie tref­fend! C02-Steuer für jeden, der noch aus­at­met! DAS ist es. Jeder, der über­haupt die Frechheit und die Dreistigkeit hat, noch gebo­ren zu wer­den oder aktu­ell lei­der, lei­der immer noch ein- und aus­at­met, wird für die­se Boshaftigkeit, ja für die­sen puren Egoismus!, von Geburt an bis zum Tod mit C02-Steuer belangt. Das ist der näch­ste Schritt der Regierungen oder son­sti­gen Epstein- Irgendwas-Cliquen, die angeb­lich "den Planeten ret­ten" wol­len. Per Hochrechnung "Modellierung" wer­den pro Erdenbewohner die Atemzüge fest­ge­legt und damit der Preis, den jeder zah­len muss.

      Die aktu­ell Wohlhabenden kön­nen sich freu­en, sie zah­len jeden Preis. (Jedenfalls solan­ge sie noch wohl­ha­bend sind, das kann sich täg­lich ändern.) Die Armen müs­sen lei­der FFP2-Masken zum Schutz des Planeten tra­gen oder sie müs­sen sich "imp­fen" las­sen mit Mod-RNA oder ähn­li­chem Zeug, das sie schnel­ler able­ben lässt oder krank macht, damit sie drin­nen blei­ben. Wobei – hmm – selbst wer als Longpostvacopfer im abge­schlos­se­nen Raum vor sich hin siecht, pro­du­ziert beim Ausatmen noch C02, das dann durch die Fenster und Türen nach drau­ßen geht. Da sind die Plötzlich-und-Unerwartet-Toten doch sehr viel rück­sichts­vol­ler und zuvor­kom­men­der gewe­sen, die sind schnell nach so genann­ter "Impfung" weg und atmen nicht mehr.

      Dass Autohersteller ins­ge­samt weni­ger wer­den, nicht mehr so viel C02 pro­du­zie­ren­de Autos pro­du­zie­ren, ist dabei nur ein Nebenfeffekt, Hauptsache der Planet wird geret­tet, auch die paar Brandherde im Iran oder ande­ren Kriegsgebieten mit ver­ruß­tem Himmel, bren­nen­den Ölfeldern, qual­men­den Ölquellen, die pro­du­zie­ren kein C02. Gar keins! Das ist was Anderes, was die aus­qual­men, die Kriegsgebiete, das sieht nur so aus wie Qualm, Ruß, Feuer, Abgase fos­si­ler Energie.

  6. Oh nein, die Rolltreppen des Systems ste­hen nicht still. Vielmehr ist es so, daß sie nur unbe­merkt im Hintergrund wei­ter mah­len und alles zer­quet­schen was dem System in die Quere kommt.

    Und unter dem Decknamen "Bürokratismus", "Fachkräftemangel" und "Allmende" treibt der Staat die Monopolisierung vor­an und klei­ne Unternehmen in den Ruin bzw. in die Hände dunk­ler Gestalten die über inter­na­tio­na­le Fonds Immobilien, Wälder und land­wirt­schaft­li­che Nutzflächen die sich inner­halb der Ländergrenzen Deutschlands befin­den verwalten.

    Aus der Sicht der Unternehmer sieht das so aus:
    https://apolut.net/im-gespraech-ulrich-gausmann‑3/

    Eigentum sichern? Genau das Eigentum ist das Problem!

  7. Je Weniger, in der glei­chen Zeit, auf die Bahnsteige kom­men, desto gerin­ger die Gefahr eines Gedränges! ( … wenn dei Züge pünkt­lich fah­ren -> Dann ande­re Schuld!)

    So mini­miert man die Gefahr einer Panik und damit den siche­ren Tod tau­sen­der harm­lo­ser Bahnreisender. (etwas ver­kürzt dar­ge­legt, wir haben ja nicht ewig Zeit … ) ; Aus medi­zi­ni­scher Sicht .….….….

    Werde ich jetzt end­lich Politikberater?

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