Große Klappe und nichts dahinter

So spricht der Volksmund. Die Qualitätspresse drückt es so aus:

mor​gen​post​.de (13.1.26)

"USA: Zuckerbrot und Peitsche" und "Israel: Die näch­sten Luftangriffe sind pro­gram­miert" lau­ten zwei Zwischenüberschriften über die angeb­lich größ­ten Demokratien ihrer jewei­li­gen Hemisphäre. Eine drit­te ist "Deutschland und die Europäer: Viel Symbolpolitik" mit die­sem Text:

»Die Voraussagen des Kanzlers von den „letz­ten Tagen“ des Regimes sind voll­mun­dig. Doch die Machtmittel Deutschlands und der EU sind begrenzt. Sie bestehen vor­wie­gend aus Symbolpolitik. Der deutsch-ira­ni­sche Handel hat die homöo­pa­thi­sche Dimension von 1,5 Milliarden Euro. Würde er auf null gefah­ren, wür­de dies nahe­zu kei­nen zusätz­li­chen Druck auf den Mullah-Staat aus­üben. Die Revolutionsgarden auf die Terrorliste der EU zu set­zen, ist wegen der erfor­der­li­chen Einstimmigkeit schwie­rig. Der Effekt wäre de fac­to über­schau­bar, da die Vermögenswerte der Revolutionsgarden in der EU schon seit Längerem sank­tio­niert sind…«

Ohne Zweifel ist die theo­kra­ti­sche Herrschaft im Iran kei­ne Demokratie, weder im bür­ger­li­chen Sinne noch in einem eman­zi­pa­to­ri­schen Verständnis. Das Geheuchelte an den all­ge­gen­wär­ti­gen Medienberichten wird aber schon dar­an erkenn­bar, daß ver­gleich­ba­re und ver­mut­lich des­po­ti­sche­re Regime sich des west­li­chen Wohlwollens erfreu­en. Afghanische und tür­ki­sche Islamisten sind will­kom­men, wenn sie sich in die Antimigrationspolitik ein­fü­gen. Die sau­di­ara­bi­sche Autokratie mit ihrer eben­falls men­schen- und vor allem frau­en­ver­ach­ten­den Scharia wur­de allen­falls mah­nend erwähnt, wenn Führerscheine und Sportvereine dem männ­li­chen Geschlecht vor­be­hal­ten blie­ben. Der Islamistenführer in Syrien wur­de für den Regimewechsel gebraucht wie in grau­er Vorzeit die Taliban in Afghanistan. Die isla­mi­sti­schen Terrorbanden auf dem afri­ka­ni­schen Kontinent sind ein Ergebnis der ver­hee­ren­den Kriege des Westens gegen Libyen und den Irak.

Eine Parallele zur Corona-Medienpolitik fällt auf: das expo­nen­ti­el­le Steigen der model­lier­ten Kurve von Todesopfern. Bei Corona gab es Erkrankungen, im Iran gibt es Tote. Beides wur­de und wird aus poli­ti­schen Interessen ohne glaub­wür­di­ge Basis in die Höhe getrie­ben. Man zeigt uns Bilder einer bren­nen­den Moschee in Teheran und wir sol­len ernst­haft glau­ben, dies sei ein Werk der Revolutionsgarden. Der Aufruf des kai­ser­li­chen Sprosses und Möchtegernbefreiers, die Zentren des Landes zu erobern, kann damit rein gar nichts zu tun haben.

9 Antworten auf „Große Klappe und nichts dahinter“

  1. Die Toten im Iran sind die Opfer jahr­zehn­te­lan­ger west­li­cher Macht- und Sanktionspolitik. Der Iran durf­te nie einen eigen­stän­di­gen Weg gehen, weder unter dem Schah, und erst recht nicht nach der Revolution. Ein geschun­de­nes Land, das zu viel Öl und Gas, und zu wenig Macht und Waffen hat, um unter dem Würgegriff der Fürsten des Mammons und ihrer Profitinteressen zu gedeihen.

    Die Krokodilstränen und die geheu­chel­te Entrüstung west­li­cher Werte-Clowns sind erbärm­lich. Hinter dem Vorhang froh­locken sie über das Chaos, das sie her­bei­wün­schen, und gei­fern bereits in den Startlöchern, um wie die Heuschrecken über die Bodenschätze des Landes herzufallen.

  2. Diese "Themen" sind immer will­kom­men um von den Problemen abzu­len­ken. Der Wahrheitsgehalt ist zweit­ran­gig, wie man an der schlech­ten Recherche fest­stel­len kann. Zwichen Berlin und Theran schei­nen etwa 3500 km zu liegen.

    Auch Ausweichsarbeitszeit wird bezahlt, war­um also mit den eigent­li­chen Aufgaben aus­ein­an­der­set­zen. Interessnt wen Merz so alles für "faul" erach­tet, in der Öffentlichkeit. Auch das lenkt ab und ist schnell daher­ge­sagt vom "Bundeskanzler". Hauptsache aber – in sei­ner "Kasse klin­gelt es". Minimaler Aufwand – maxi­ma­ler Effekt. So defi­nie­ren man­che leu­te "Erfolg". Der Kanzler aus der zwei­ten Wahl ver­mut­lich auch.

    Herr Merz aller­dings, und das ist auch wich­tig zu erwäh­nen, ist nicht unge­wöhn­lich. Führerdenke und Hybris lie­ge­en zei­ten­be­dingt wohl wie­der nahe bei­ein­an­der. Auf wes­sen Kosten?

    Neulich hör­te ich für Herrn Merz den Titel "Der Kanzler den die Deutschen ver­dient hät­ten"! – Naja, da ist wohl auch was dran.

  3. ich hät­te noch zu sagen, daß es im Iran nicht um den Freiheitskampf unter­drück­ter Minderheiten, um den Kampf um Emanzipation, um Demokratie geht, son­dern um die Machtfrage, denn der Regime-Change ist ein Systemwechsel und ein Wechsel der Herrschaft, bei der es nicht um Demokratie geht, son­dern um Kontrolle, Beschlagnahmung der Verfügbarkeit über Bodenschätze, eine stra­te­gi­sche Position.
    Bürgerrechte wer­den in einem Bürgerkrieg kaum beachtet.
    Die Bombardierung von Atomanlagen ver­strahlt Männer und Frauen, in wel­chem Körper auch immer.

  4. Eine Parallele zur Corona-Medienpolitik fällt auf: das expo­nen­ti­el­le Steigen der model­lier­ten Kurve von Todesopfern. Bei Corona gab es Erkrankungen, im Iran gibt es Tote. Beides wur­de und wird aus poli­ti­schen Interessen ohne glaub­wür­di­ge Basis in die Höhe getrieben. 

    ———
    Für mich als Maskengegnerin und Maskenverweigerin ist noch etwas Anderes wich­tig. In Deutschland wur­den Männer, Frauen und Kinder gezwun­gen, sich mit Masken zu ver­klei­den aus vor­ge­scho­be­nen Gründen, sogar drau­ßen bei Demonstrationen oder ein­zeln im Auto soll­ten Masken getra­gen wer­den. Wie oft habe ich hier ein­zel­ne Frauen oder Männer in ihren Autos gese­hen, EINSAM, ganz allein, aber sie tru­gen eine FFP2-Maske. Einmal habe ich abends in 2021 einen beleuch­te­ten Bus an mir vor­bei fah­ren sehen, drin­nen saßen der nicht-mas­kier­te Busfahrer und hin­ten ein Fahrgast. Der Fahrgast trug? Na? Eine FFP2-Maske. Er war der ein­zi­ge Fahrgast, der Bus war anson­sten leer. Wen woll­te er denn vor sei­nen angeb­lich gefähr­li­chen Aerosolen schüt­zen? Vor wes­sen "Fremdaerosolen", vor wes­sen Corona- oder Influenzaviren woll­te er sich schüt­zen? Abends habe ich auch manch­mal Menschen im Vorraum einer Bank gese­hen, die sich gehor­sam die Maske auf das Gesicht setz­ten, um im lee­ren Vorraum die Automaten zu nut­zen. Sie taten das, denn drau­ßen stand ein Schild:

    Bitte tra­gen Sie eine Maske!
    Bitte immer den Helm abnehmen!

    Das ist die pure Wahrheit, das habe ich erlebt. Wen woll­ten die Bankkunden damals im lee­ren Vorraum schüt­zen? Die Automaten? Die Ablage, die Papierkörbe? Wie weit war die Gehirnwäsche fort­ge­schrit­ten in 2020, 2021, 2022, 2023 in Deutschland? 

    In 2025 sehe ich hier ver­schlei­er­te Frauen bei 32 Grad Hitze am Strand, wäh­rend ihre klei­nen Kinder und die Männer in Badehosen sich ins erfri­schen­de Wasser stür­zen. Den Frauen ist das ver­bo­ten. Ich star­re die­se bedau­erns­wer­ten Frauen jedes Mal an, sie weh­ren sich nicht gegen eine vor­ge­schrie­be­ne Kleiderordnung. Sie sit­zen schweig­sam, in dunk­le Kleidung gehüllt bei sen­gen­der Hitze auf der Decke an irgend­ei­nem Strand, auf irgend­ei­ner Wiese. So, wie der ein­sa­me Fahrgast im Bus mit FFP2-Maske vor lan­ger Zeit.

    In dem Land, wo jetzt pro­te­stiert wird, müs­sen sich Frauen mit Schleiern ver­klei­den. Wenn ich die Hintergründe der Proteste an die­ser Stelle aus­klam­me­re – es ist nie­mals rich­tig, dass es Leute gibt, die mich und ande­re zwin­gen, sich nach einer Norm zu klei­den. Wenn jetzt also sich die Frauen gegen staat­lich ver­ord­ne­te Vermummung und Kleidervorschriften weh­ren, dann habe ich dafür vol­les Verständnis. Das geht gar nicht anders. Für mich ist es ein Albtraum, ein Nightmare, mich ver­klei­den zu müs­sen, nicht so sein zu dür­fen, wie ich BIN. Wenn mir heiß ist, tra­ge ich Shorts, wenn ich frie­re, eine Winterjacke und zie­he mir Kapuzen, Mützen und Kopftücher über den Kopf, den Schal bis vor die Augen. Das mache ich, so wie es mir passt. Ein gutes Gefühl, ich ver­mum­me mich gegen Eiskälte. 

    Wenn ich einen Führerschein machen will, um Auto zu fah­ren, kann ich das machen, wenn ich lie­ber Rad statt Auto fah­re, dito. Diese trau­ri­gen ver­schlei­er­ten Frauen und Mädchen kön­nen ja nie­mals Rad fah­ren! Es geht nicht mit den lan­gen Mänteln und den lan­gen Kleidern. Warum weh­ren sie sich nicht gegen den Zwang? Warum machen die das mit, was der Mann, die Brüder, die Onkel ihnen vor­schrei­ben? Was ist der Unterschied zwi­schen sinn­lo­sem Maskenzwang und dem sinn­lo­sen Zwang zur Verschleierung für Frauen? 

    ~ ~ ~

  5. https://www.t‑online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_101078636/iran-proteste-800-hinrichtungen-gestoppt-iran-widerspricht-trump.html#focus‑0

    Das habe ich gera­de bei T‑Online gefun­den. Wenn das ein ech­tes Foto und nicht K.I.-generiert ist, war­um tra­gen die Demonstranten Masken???? Guckt Euch das mal an. Sie demon­strie­ren für FREIHEIT und gegen Verschleierung, gegen jede Art von BEVORMUNDUNG (!!) aber tra­gen Gesichtsmasken VOR DEM MUND (und der Nase). Sind die krank? Haben die alle schwe­re Corona- oder ande­re Infektionen? Also, wenn das deren Antwort auf das Regime ist, dann habe ich kein Mitleid mit die­sen Menschen. Freiwillig Gesichtsmasken auf­set­zen, drau­ßen!!, ich fas­se es nicht. Wenn sie krank sind, kön­nen sie nicht drau­ßen demon­strie­ren, wenn sie gesund sind, brau­chen sie kei­ne "Coronaschutz"-Masken.

    Sehr unan­ge­nehm, die­ser Anblick. 

    ~ ~ ~

  6. Jetzt will man nach Syrien abschieben
    (Humanität, "unse­re Werte" und so)

    https://​taz​.de/​A​b​s​c​h​i​e​b​u​n​g​e​n​-​n​a​c​h​-​S​y​r​i​e​n​/​!​6​1​6​7​7​61/

    Geht auch per Schiff, wenn "es sich lohnt"

    https://​www​.welt​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​/​a​r​t​i​c​l​e​6​9​c​d​0​7​3​e​5​4​8​3​6​f​6​5​2​f​8​8​b​2​4​b​/​s​y​r​i​e​n​-​o​f​f​e​n​-​f​u​e​r​-​a​l​l​e​-​d​e​n​k​b​a​r​e​n​-​w​e​g​e​-​m​i​n​i​s​t​e​r​-​p​o​s​e​c​k​-​h​a​e​l​t​-​r​u​e​c​k​f​u​e​h​r​u​n​g​-​p​e​r​-​s​c​h​i​f​f​-​f​u​e​r​-​m​o​e​g​l​i​c​h​.​h​tml

    Baschar al-Assads Regime war jahr­zehn­te­lang eine ent­schei­den­de Säule der „Achse des Widerstands" und
    Irans Einfluss groß.
    Die neu­en Machthaber (Rebellen unter Führung der isla­mi­sti­schen Miliz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) in Damaskus tole­rie­ren ira­ni­sche Präsenz nicht mehr.

    Mit dem Ende der Assad-Herrschaft ist der Iran macht­po­li­tisch im Nahen Osten weit­ge­hend iso­liert und hat sei­nen wich­tig­sten regio­na­len Verbündeten verloren.
    Um den ver­blei­ben­den Einfluss zu wah­ren, ver­sucht der Iran nun, reli­giö­se Konflikte zu schü­ren und die fra­gi­le Lage in Syrien zu desta­bi­li­sie­ren, da direk­te mili­tä­ri­sche Präsenz nicht mehr mög­lich ist. 

    Die poli­ti­sche Lage ist also wei­ter­hin vola­til, da alte Feindschaften, regio­na­le Spannungen und der Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) die Stabilität gefährden. 

    Hayat Tahrir al-Sham (HTS) und der Islamische Staat (IS) sind zwei riva­li­sie­ren­de jiha­di­sti­sche Gruppen, die im syri­schen Bürgerkrieg gegen die Regierung von Baschar al-Assad kämp­fen, jedoch unter­schied­li­che stra­te­gi­sche Ziele und histo­ri­sche Wurzeln aufweisen. 

    Die wirt­schaft­li­che und huma­ni­tä­re Lage ist kata­stro­phal, mit zer­stör­ter Infrastruktur und Millionen von Binnenvertriebenen.

    Im Nordosten blei­ben kur­di­sche Kräfte sowie tür­kisch unter­stütz­te Milizen ein­fluss­reich, wäh­rend Israel wei­ter­hin mili­tä­risch in den Süden und auf die Golanhöhen interveniert. 

    Nachbarland Irak:

    https://​www​.zdfheu​te​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​a​u​s​l​a​n​d​/​i​r​a​k​-​p​r​o​-​i​r​a​n​i​s​c​h​e​-​m​i​l​i​z​e​n​-​s​t​r​e​i​t​k​r​a​e​f​t​e​-​i​r​a​n​-​k​r​i​e​g​-​t​r​u​m​p​-​1​0​0​.​h​tml

    Und in die­sen Hexenkessel will man jetzt nach Syrien abschieben
    Wie men­schen­ver­ach­tend kann man sein?

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