Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf

Zwei Meldungen der heu­ti­gen "Tagesschau": Frau Nahles, geübt im Verkünden sin­ken­der SPD-Wahlergebnisse, berich­tet von fal­len­den "Jobzahlen". Direkt im Anschluß erklärt Anja Kohl den Boom deut­scher DAX-Konzerne. Sie sei­en glo­bal auf­ge­stellt und ver­dien­ten irgend­wo immer. 

Kann Nikodemus​.AI helfen?

Was daher­kommt wie ein Naturgesetz (oder gar ein gött­li­ches?), beschreibt in Wirklichkeit ein Grundprinzip des Kapitalismus, in dem ein Jegliches dem Erzeugen von Profit unter­ge­ord­net ist. Verschärft wird der Trend durch die poli­ti­schen Handlanger, die mit Kriegsvorbereitung wie zuvor mit "Pandemiemaßnahmen" die einen hät­scheln und die vie­len ande­ren die Zeche zah­len las­sen. An die­sem Prinzip will kei­ne der rele­van­ten Parteien etwas ändern. Uneinig ist man sich allen­falls dar­in, wel­che Minderheit man aktu­ell zur Jagd frei­gibt, um vom Wesentlichen abzulenken. 

13 Antworten auf „Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf“

  1. "Minderheiten"

    Werden zur Jagd frei­ge­ge­ben, um die Mehrheit davon abzu­len­ken, dass sie eben­falls zu den Verlierern gehört.

    Unsere Gesellschaft ist gemacht, um den Reichtum der schät­zungs­wei­se obe­ren 5% zu meh­ren, die von Aktien, Renditen, Mieten, Erbschaften oder Vermögen leben.

    Ein Feudalsystem. Die Mehrheit der Verlierer merkt es nicht, weil die Tagesschau es ihnen nicht gesagt hat, und die Zeitung es nicht schreibt.

    1. @ Isnixgut: Danke für die Erinnerung, dass der Finanzkapitalismus sich weit­ge­hend zu erle­di­gen scheint und der Weg in eine neue Art des Feudalismus als über­ge­ord­ne­te Kategorie beschrit­ten wird. Eine durch­aus inter­es­san­te Diskussion.

  2. Zumindest wird Nahles nicht ver­bal aus­fäl­lig. Sonst hie­ße das "Ab mor­gen krie­gen sie in die Fresse". Die Diskussion, ob dies nicht letzt­lich den­noch in Form der Sanktionsorgien und Maßregelungen erfolgt, soll an die­ser Stelle unterbleiben. 

    "An die­sem Prinzip will kei­ne der rele­van­ten Parteien etwas ändern."

    Selbstverständlich nicht. Dies wür­de die die­se "frei­heit­li­che Demokratie" Finanzierenden ver­är­gern und es gäbe Probleme mit den Futtertrögen, in die die Rüssel der Bonzen und nie­de­ren Funktionärskategorien tief getaucht wer­den. Und dies betrifft nicht nur mone­tä­re Vorteile, son­dern jeg­li­che Vorteile, die die­se Personenkategorien genießen. 

    "Uneinig ist man sich allen­falls dar­in, wel­che Minderheit man aktu­ell zur Jagd frei­gibt, um vom Wesentlichen abzulenken."

    Das belieb­te "tei­le und herr­sche", seit Urzeiten in Gebrauch und ein ech­ter Evergreen. Solange sich die Massen tei­len und beherr­schen las­sen und nicht auf­mucken, wird sich nichts ändern. Zur Erinnerung: Das frei­heit­lich-demo­kra­ti­sche System läuft nun­mehr auf Autopilot. Mit den ent­spre­chen­den Maßnahmen zur Kontrolle und Steuerung. An wil­li­gen Bütteln in Form der Funktionärskategorien und Organisationen man­gelt es nicht.

  3. Nein, "das Grundprinzip des Kapitalismus", also der wirt­schaft­li­chen Freiheit, respek­ti­ve Klugheit, lau­tet: Kaufe gün­stig, ver­kau­fe teu­er. So wird ein Schuh dar­aus. Und noch vie­les ande­re, wor­auf sich ins­be­son­de­re Venezolaner jetzt freu­en kön­nen. Weil sie jetzt end­lich (nach rund 25 Jahren!) die Sozen mit ihrem unwirt­schaft­li­chen "Kapitalismus"-Fimmel, respek­ti­ve ‑Unfug, los sind.

    1. @SV: Die müs­sen sich ja halb­tot­freu­en, daß ihr Öl jetzt den Amis gehört! Aber die mei­sten Ossis haben 1989 auch nicht an den „Kapitalismus“-Fimmel glau­ben wol­len. Wem gehö­ren jetzt ihre Betriebe?

      1. @ admin: Danke für die Erinnerung. Dies kommt davon, wenn Kapitalismus mit dem präch­tig aus­ge­stat­te­ten Schaufenster gleich­ge­setzt wird, das in Westdeutschland gehegt und gepflegt wur­de. Zumindest das Bild davon. Selbst heu­te wird Kapitalismus oft­mals noch immer mit die­sem Schaufenster gleich­ge­setzt. Und mit Wettbewerb, den es auf­grund der infor­mel­len Quasi-Kartelle für die ent­schei­den­den Ressourcen und Güter kaum oder nicht gibt.

        Man muss immer wie­der in Erinnerung rufen, dass es bei der Einverleibung des Staates DDR letzt­lich kaum um Betriebe ging, son­dern um das Absatzgebiet. Produktionskapazität war aus­rei­chend im Westen vor­han­den. Und daher macht dann die Besetzung der ent­schei­den­den Gremien mit dem Personal der Wettbewerber bei der soge­nann­ten Privatisierung selbst­ver­ständ­lich Sinn. Neben der gezo­ge­nen "nuklea­ren" Option eines Währungsschocks. Und der Übernahme der Schulden der über­flüs­si­gen Betriebe mit­tels "Sondervermögen" mit den Forderungen in den Büchern der pri­va­ti­sier­ten Banken, die mit­tels die­sem Sondervermögen bedient wur­den. Es dürf­te ein Meisterstück eines Herrn Staatssekretär Köhler gewe­sen sein. Das waren Zeiten …

        Venezuela bie­tet da einem impe­ria­len Kolonialherrn trotz­dem deut­lich mehr. Rohstoffe und ein Absatzgebiet für die pro­du­zier­ten Güter. Geradezu klassisch.

      2. Hauptsache, das Geld geht nicht an die Sozen. Die geben am lieb­sten das Geld ande­rer Leute aus, bis auch das weg ist. Es gab aller­dings nicht weni­ge SED- und LPG-Bonzen, die dann nach Ende der Tyrannei der „Kapitalismus“-Brabbler unter Hammer und Sichel, zu Großgrundbesitzern wurden.

        1. Tja @sv, es war schon amü­sant, nach 1990 einen ehe­ma­li­gen Abteilungsleiter der SED-Kreisleitung Erfurt/​Nord plötz­lich als Aktionär und Geschäftsführer einer Steuerkanzlei wie­der­zu­tref­fen. Der auch noch damit rum­ge­protzt hat, daß der BRD-Staat mit einer Viertel-Million DM Anteiler an sei­ner Kanzlei ist.

  4. Der Sog des Kapitals. Aus dem Besitz an Aktien ergibt sich auto­ma­tisch ein ein­zi­ges Ziel: Profit. Entweder in Form von Dividenden oder infol­ge An- und Verkauf. Jede Investition hat das­sel­be Ziel und jede Investition ist im Grunde genom­men ein Handel und ein spe­ku­la­ti­ves Geschäft. Mit Wirtschaft haben Aktienkurse natür­lich nicht das Geringste zu tun und jeder Investor inve­stiert und sub­ven­tio­niert auch nur weil er sich Profite davon verspricht.

    Den Wenigsten jedoch ist bewusst, was die­se Ziele für Konsequenzen haben. Denn anstel­le der Befriedigung mensch­li­cher Bedürfnisse füh­ren die­se Ziele zu einer Überproduktion an mate­ri­el­len Gütern, zu einer gna­den­lo­sen Ausbeutung von Mensch und Umwelt, zur Zerstörung von Klima, Natur und Umwelt und schließ­lich zum Untergang der gan­zen Menschheit.

    Mehr dazu im Kapital, oder hier in Kurzform leicht verständlich:
    https://​rol​frost​.de/​p​r​o​d​u​k​t​i​o​n​.​h​tml

    1. @Erfordia:

      Und seit wann führt die "Erkenntnis" zur Lösung. Auch so ein "Phenomen"? Letztenendes ist es ja auch die Taktik der Regierenden, eine "Wahrheit" vor die Wahrheit zu rücken. Und war­um machen Sie das eigent­lich ja ganz genau so, wie unse­re Regierung.

      WER, Welche Wahrheit ver­schlei­ern möch­te, ist doch sehr offen­sicht­lich. Aber oft sehen die Leute aus­ge­rech­net (!) das Offensichtlichste nicht. Auch ein Phenomen.

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