Wie es gerade paßt: Wo "die Wissenschaft" herrschenden Vorgaben folgt und sie vorantreibt, gilt sie als unabhängig und unpolitisch. In "autoritär geführten Ländern" soll sie "Haltung zeigen".

Dabei träfen die Worte des Chefs der Henkel-Stiftung doch auch hierzulande zu:
»Wenn wir uns ansehen, welcher Typ Mensch gerade in dem einen oder anderen Land an der Macht ist und mit welcher Brutalität und Gleichgültigkeit Politik gemacht wird, dann sehe ich Ansätze, dass sich da einiges verschoben hat…«
Doch Hanssler geht es naturgemäß eher um Derartiges:
»Die große Linie ist, möglichst nicht mit autoritären Regimen zusammenzuarbeiten. Ich betone: nicht mit den Regimen. Gleichwohl aber mit einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus diesen Ländern. Wir sehen sehr genau darauf, mit wem wir es zu tun haben. In Russland zum Beispiel arbeiten wir nicht mit der Staatlichen Akademie der Wissenschaften oder anderen tief im Staat verankerten Institutionen zusammen, aber durchaus mit einzelnen Wissenschaftlern…«
Paßt das? Das paßt:

Hansslers kryptische Antwort auf eine klare Frage bezieht sich nicht auf die Drosten, Montgomery und ungezählte andere regimehörige Personen:
»Kann man immer eine klare Linie ziehen zwischen einem Regime und einzelnen Wissenschaftlern?
Zu hundert Prozent wahrscheinlich nicht. Aber wir beziehen in unsere Entscheidungen auch Menschen ein, die diese Forscherinnen und Forscher kennen, die mit ihnen zusammengearbeitet haben und sie womöglich sogar gerade an ihren Lehrstühlen aufnehmen…
Unsere Aufgabe ist es, exzellente Forschung und Erkenntnisgewinn zu fördern und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihrer akademischen Freiheit zu stärken. Und doch können wir gleichzeitig offen sein für einen engagierteren Wissenschaftsbegriff. Wir geben uns keine Agenda, schon gar keine parteipolitische. Aber natürlich wirken wir über unsere Projekte trotzdem politisch. Wir können gar nicht unpolitisch sein…«
Das ist der einzige Punkt, an dem ich ihm Recht geben muß.
1976 gründete die Tochter von Gerda und Hugo Henkel die Gerda-Henkel-Stiftung. Der Name des Vaters wird von der Stiftung schamhaft verschwiegen. Über ihn berichtet Wikipidia (zutreffend, hier ohne Links und dort genannte Quellen) und dokumentiert damit ein Stück Kontinuität deutscher Wirtschaftsgeschichte:
»…Im Jahr 1914 wurde er Mitglied der Düsseldorfer Stadtverordnetenversammlung als Vertreter der Liberalen Vereinigung. Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.266.961). Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Joseph Goebbels berief Hugo Henkel im Oktober 1933 in den Verwaltungsrat des Werberats der deutschen Wirtschaft. Von Mai 1934 bis 1942 war er Mitglied des Düsseldorfer Gemeinderates und ab spätestens 1937 Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank AG.
Da Hugo Henkel zu den 42 Industriellen auf der Kriegsverbrecherliste des Sonderausschusses des US-Senats (Kilgore Committee) gehörte, wurde er im September 1945 inhaftiert und die Firma unter alliierte Kontrolle gestellt. Im Januar 1947 wurden er und seine beiden Söhne Jost und Konrad entnazifiziert. So konnten sie ihr Eigentum wiedererlangen und erreichen, dass die Demontagen in den Jahren 1948 bis 1950 deutlich geringeren Umfang hatten als zuvor geplant…«
2024 betrug der Bilanzgewinn der HENKEL AG & CO. KGAA fast 2,2 Mrd. Euro.
Die Firma Henkel war natürlich beteiligt an der hochpeinlichen Werbekampagne aus dem Dezember 2021 mit der von Hugo erfundenen Marke:

Mehr schöne Beispiele in
Das war gar nicht echt:


Der Heissluft-Fritteusen- und der Spa-Weekend-Industrie wird das Prämiensystem nicht gefallen! Oder sind Menschen bekannt, die 14 oder gar 20 Genspritzen überleben? Man hätte den philantropischen Stiftungen des Gesundheitsexperten rechtzeitig ein paar Mittel zukommen lassen müssen. Jetzt ist der Schaden da.
Heißluftfriteuse ist wirklich verlockend.
Weiß man eigentlich mittlerweile, wie viele Menschen auf dem Weg zum Kaffee-Vollautomaten verreckt sind oder schwerste Gesundheitsschäden davon getragen haben?
Apropos Ludwig Erhard:
Da ist mir ein Foto tief im Gedächtnis geblieben, das zeigt Kanzler Erhard im Förderkorb der Zeche Zollverein Essen, auf dem Weg in den Schacht.
Das Besondere an diesem Foto: Es wurde im Studio des WDR Köln gemacht. So geht Propaganda.
@Erfordia…: Ist das irgendwo nachzulesen? Mir ist das Foto von 1965 in der Zeche "Friedrich der Große" bekannt (https://www.konrad-adenauer.de/seite/energiepolitik/#gallery‑9).
Da gibts wohl mehrere Fotos dieser Art @aa.
Und auch für Sie habe ich neue Quellen:
https://rolfrost.de/user.html
Benutzerkonto erstellen und loslegen. Jede Menge PDF-Dateien.
@ Erfordia…: Danke, nein. Eine "Schülerhilfe kostenlos" mit Datensauger brauche ich wirklich nicht.
@aa,
Ok, ich habe den Titel geändert auf:
Wissen was in der DDR vermittelt wurde
Marx, Engels, Lenin, Staatsbürgerkunde und Geschichte
Jede Menge PDF-Dateien und natürlich auch die Möglichkeit zum Diskutieren
https://rolfrost.de/user.html
Alles selbst programmiert versteht sich 😉
Ich stelle gerade mit Entsetzen fest:
Mir ist nicht nur die Sprache, sondern sogar das Lachen abhanden gekommen!
Und wenn ich nur "sueddeutsche.de" lese, habe ich auch gleich noch Puls 200.
Ziel erreicht.
Allen ein gesundes neues Jahr.
Gegen all den Wahnsinn mit dem man *uns* zu dem Thema seit 2020 "angerufen" hat, gab's schon damals eine Methode, die *man* leider erst jetzt offenbart (die ich allerdings schon seit 2021 anwende – ohne das höfliche "gut – aber", denn nicht einmal das traf zu diesem Zeitpunkt noch zu);
https://www.polizei-beratung.de/medienangebot/detail/download/28786/type-100015
Btw.: "autoritär geführten Ländern"
ist die Sprache der Propaganda. Was natürlich bestens bei denen ankommt denen dieselbe Propaganda eine egozentrische Denkweise eingeimpft hat.
Um das mal richtig zu stellen: Alle Länder der Welt werden von Staaten geführt die die Interessen der herrschenden Klasse vertreten. Die Führungsrolle hat stets die herrschende Klasse und das ist diejenige Klasse die im Besitz der Produktionsmittel ist.