Ehrlich ist er ja

Das Wort "Abstrichjunge" wür­de hier fehl­lei­ten. Auch "Lude" wäre unge­nau und ver­deck­te, daß es schlicht um Klasseninteressen geht. Eine kata­stro­pha­le Osteuropa-Politik, grö­ßen­wahn­sin­ni­ge Sanktionitis, eine ver­peil­te Autoindustrie und nicht zuletzt ein hor­ren­des Rüstungsprogramm sind eini­ge der Gründe, wes­halb zehn­tau­sen­de Fachkräfte auf die Straße gesetzt wer­den und die nicht bör­sen­no­tier­te Bevölkerung blu­ten soll. Sie tra­gen kei­ne Zylinder mehr und rau­chen kaum noch Zigarren, die Herren Kapitalisten. Ihr Auftreten gleicht inzwi­schen aber wie­der jenen Zeiten vor hun­dert und mehr Jahren. Das tun sie nicht unbe­dingt, weil sie Schlöcher sind (man­che sind es durch­aus). Sondern weil es ihr Job und ihre Funktion im Kapitalismus ist. Erst wenn mehr Menschen dies durch­schau­en und sich nicht wei­ter spal­ten und ablen­ken las­sen, wird sich das ändern. Was noch mal stirbt zuletzt?

9 Antworten auf „Ehrlich ist er ja“

  1. die Arbeit muß bil­li­ger wer­den, weil die ener­gie so teu­er ist.
    es ist eine fra­ge der produktivität.
    "mehr arbei­ten" – also län­ger am tag und im leben – weni­ger kol­le­gen – mehr arbeit – oder weni­ger kol­le­gen und län­ger am tag.

    1. @holger blank,

      es liegt in der Natur der kapi­ta­li­sti­schen Ökonomie daß die Profitraten sin­ken. Massenentlassungen sind nur ein Druckmittel, nur einer ande­re Art von Unterdrückung in Verbindung mit Kapitalexport, fort­schrei­ten­der Monopolisierung und der Verschmelzung von Staatskapital mit Privatkapital auf glo­ba­ler Ebene. Steigende Preise sind nur eine Begleiterscheinung die­ser kri­sen­haf­ten Entwicklung.

    2. @holger blank:

      Die Kunst der Werbeökonomie besteht auch dar­in, an der rich­ti­gen Stelle geschwol­len daher­zu­re­den. Die "Ökonomie" wird ihre "wah­ren Freunde" wohl schon sel­ber erken­nen. (.… und ggf. "ent­loh­nen" – ein "Axiom", wohl fast!) 😉

  2. Na, dann wis­sen wir ja auch was wir von Meldungen der Art "und wie­der eine Gruppe von *isten ver­haf­tet die Anschläge geplant hat­ten" zu hal­ten haben.

    In einem Staat der sein eigen Volk zum Feinde erklärt.

  3. Da braucht es kei­ne Hoffnung.
    Eine Gesellschaft, die sich zum Großteil offen­bar jeden Scheiß (das aus­zu­füh­ren, spa­re ich mir, ist zudem auch hin­läng­lich bekannt) ein­re­den lässt, kaum noch Empathie zeigt und ver­spürt und v.a. in den letz­ten gut 5 Jahren in einem rie­si­gen Milgram-Experiment wie­der ein­mal bewie­sen hat, daß uner­schüt­ter­li­cher Gehorsam zu ihren lieb­sten Eigenschaften gehört, wird nichts dazulernen.
    Dazu wür­den u.a. Selbstreflexion, kri­ti­sches Hinterfragen und v.a. das Überdenken der eige­nen Rolle in den letz­ten Jahren von­nö­ten sein. Und das ist von Menschen, die mehr Vertrauen in 'offi­zi­el­le' Verlautbarungen, etc. als in ihre Familie, soge­nann­te Freunde o.ä. setzt, nicht zu erwar­ten. Und der Autoritätsgläubigkeit und Obrigkeitshörigkeit wich­ti­ger sind als ihre eige­nen Kinder, usw.
    "Wenn mehr Menschen dies durch­schau­en". Ja, nee, is klar…
    Hat ja in der Vergangnenheit auch immer wie­der so gut geklappt.

  4. Selbstverständlich geht es um Klasseninteressen. Jedoch dürf­te der blo­ße Blick hier­auf bei dem zu beob­ach­ten­den Zustand wahr­schein­lich etwas zu kurz greifen.

    Sofern das Großkapital etwas gegen den Zustand der Deindustrialisierung hät­te, könn­te es dies über die pol­ti­schen Büttel recht ein­fach ändern. Nicht natio­nal, son­dern glo­bal (zumin­dest im soge­nann­ten Westen) ist das Großkapital orga­ni­siert. Das Finanzkapital ist heu­te die ent­schei­den­de Größe. Der Finazkapitalismus bedient sich des Neoliberalismus, um die bestehen­den Regeln zu ändern oder gar zu beseitigen.

    Der Finanzkapitalismus (Casinokapitalismus) ver­sprich höhe­re Renditen, als es der klas­si­sche Industriekapitalismus ver­mag. Wieviel davon Schein und Realität ist, ist eine ande­re Frage. Auch die Frage der Gewinner und Verlierer, ist eine ande­re Frage. Daher ist die in gro­ßen Teilen sich im Deinndustrialisierungsprozess befind­li­che EU exakt das, was vom Finanzkapital und sei­nen Bütteln gewünscht wird, und es tun­lichst zu ver­mei­den ist, etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Man neh­me Großbritannien und die USA ab Beginn der Achtziger Jahre des letz­ten Jahrhunderts als Beispiele. 

    Dass die USA nun­mehr "ons­ho­ring" ver­stärkt betrei­ben, ist offen­bar eine Erkenntnis, die ihre Basis in der zuneh­men­den "Unruhe" des loka­len (Mittelklasse-)Pöbels hat (Entschuldingung für den Ausdruck, aber dies dürf­te die Sichtweise der "hohen Herren" tref­fend reflektieren).

  5. Nö, ich arbei­te nicht, um deut­sche Großmannsucht und unter­neh­me­ri­sche Inkompetenz zu subventionieren.

    Und ich erwar­te, dass die Gewerkschaften die­se Haltung gegen­über den Ausbeutern glas­kar ver­tre­ten, sonst sind sie für die Tonne.

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