
Das Wort "Abstrichjunge" würde hier fehlleiten. Auch "Lude" wäre ungenau und verdeckte, daß es schlicht um Klasseninteressen geht. Eine katastrophale Osteuropa-Politik, größenwahnsinnige Sanktionitis, eine verpeilte Autoindustrie und nicht zuletzt ein horrendes Rüstungsprogramm sind einige der Gründe, weshalb zehntausende Fachkräfte auf die Straße gesetzt werden und die nicht börsennotierte Bevölkerung bluten soll. Sie tragen keine Zylinder mehr und rauchen kaum noch Zigarren, die Herren Kapitalisten. Ihr Auftreten gleicht inzwischen aber wieder jenen Zeiten vor hundert und mehr Jahren. Das tun sie nicht unbedingt, weil sie Schlöcher sind (manche sind es durchaus). Sondern weil es ihr Job und ihre Funktion im Kapitalismus ist. Erst wenn mehr Menschen dies durchschauen und sich nicht weiter spalten und ablenken lassen, wird sich das ändern. Was noch mal stirbt zuletzt?

die Arbeit muß billiger werden, weil die energie so teuer ist.
es ist eine frage der produktivität.
"mehr arbeiten" – also länger am tag und im leben – weniger kollegen – mehr arbeit – oder weniger kollegen und länger am tag.
@holger blank,
es liegt in der Natur der kapitalistischen Ökonomie daß die Profitraten sinken. Massenentlassungen sind nur ein Druckmittel, nur einer andere Art von Unterdrückung in Verbindung mit Kapitalexport, fortschreitender Monopolisierung und der Verschmelzung von Staatskapital mit Privatkapital auf globaler Ebene. Steigende Preise sind nur eine Begleiterscheinung dieser krisenhaften Entwicklung.
@holger blank:
Die Kunst der Werbeökonomie besteht auch darin, an der richtigen Stelle geschwollen daherzureden. Die "Ökonomie" wird ihre "wahren Freunde" wohl schon selber erkennen. (.… und ggf. "entlohnen" – ein "Axiom", wohl fast!) 😉
Na, dann wissen wir ja auch was wir von Meldungen der Art "und wieder eine Gruppe von *isten verhaftet die Anschläge geplant hatten" zu halten haben.
In einem Staat der sein eigen Volk zum Feinde erklärt.
"Ehrlich" – oder was man darunter versteht? Noch mehr Fachkräfte führen zu längeren Arbeitszeiten. Ist das so?
Da braucht es keine Hoffnung.
Eine Gesellschaft, die sich zum Großteil offenbar jeden Scheiß (das auszuführen, spare ich mir, ist zudem auch hinlänglich bekannt) einreden lässt, kaum noch Empathie zeigt und verspürt und v.a. in den letzten gut 5 Jahren in einem riesigen Milgram-Experiment wieder einmal bewiesen hat, daß unerschütterlicher Gehorsam zu ihren liebsten Eigenschaften gehört, wird nichts dazulernen.
Dazu würden u.a. Selbstreflexion, kritisches Hinterfragen und v.a. das Überdenken der eigenen Rolle in den letzten Jahren vonnöten sein. Und das ist von Menschen, die mehr Vertrauen in 'offizielle' Verlautbarungen, etc. als in ihre Familie, sogenannte Freunde o.ä. setzt, nicht zu erwarten. Und der Autoritätsgläubigkeit und Obrigkeitshörigkeit wichtiger sind als ihre eigenen Kinder, usw.
"Wenn mehr Menschen dies durchschauen". Ja, nee, is klar…
Hat ja in der Vergangnenheit auch immer wieder so gut geklappt.
Selbstverständlich geht es um Klasseninteressen. Jedoch dürfte der bloße Blick hierauf bei dem zu beobachtenden Zustand wahrscheinlich etwas zu kurz greifen.
Sofern das Großkapital etwas gegen den Zustand der Deindustrialisierung hätte, könnte es dies über die poltischen Büttel recht einfach ändern. Nicht national, sondern global (zumindest im sogenannten Westen) ist das Großkapital organisiert. Das Finanzkapital ist heute die entscheidende Größe. Der Finazkapitalismus bedient sich des Neoliberalismus, um die bestehenden Regeln zu ändern oder gar zu beseitigen.
Der Finanzkapitalismus (Casinokapitalismus) versprich höhere Renditen, als es der klassische Industriekapitalismus vermag. Wieviel davon Schein und Realität ist, ist eine andere Frage. Auch die Frage der Gewinner und Verlierer, ist eine andere Frage. Daher ist die in großen Teilen sich im Deinndustrialisierungsprozess befindliche EU exakt das, was vom Finanzkapital und seinen Bütteln gewünscht wird, und es tunlichst zu vermeiden ist, etwas entgegenzusetzen. Man nehme Großbritannien und die USA ab Beginn der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts als Beispiele.
Dass die USA nunmehr "onshoring" verstärkt betreiben, ist offenbar eine Erkenntnis, die ihre Basis in der zunehmenden "Unruhe" des lokalen (Mittelklasse-)Pöbels hat (Entschuldingung für den Ausdruck, aber dies dürfte die Sichtweise der "hohen Herren" treffend reflektieren).
Nö, ich arbeite nicht, um deutsche Großmannsucht und unternehmerische Inkompetenz zu subventionieren.
Und ich erwarte, dass die Gewerkschaften diese Haltung gegenüber den Ausbeutern glaskar vertreten, sonst sind sie für die Tonne.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/deutsches-denken‑4–4‑rechte-intellektuelle-der-bundesrepublik-100.html
Interessant nicht nur im Hinblick auf die "müssen länger arbeiten" Rede.
Leider wird nicht erwähnt wie diese ewiggestrigen inzwischen den "mainstream" erreichen.
Heute wurde stündlich im DLF an die "Ereignisse" in Köln erinnert. Wozu? Wem dient das wohl?