Es sollte ein schönes Shopping-Event werden. Russisches Geld für lau, das lohnte den vollen propagandistischen Einsatz. Herausgekommen ist jedoch etwas, das dem von der Werbeindustrie verkehrten Begriff "Black Friday" wieder zu seiner ursprünglichen Bedeutung verhilft: Ein denkwürdiges Desaster.
Krachend gescheitert ist nicht nur der Zugriff auf fremdes Vermögen, sondern auch die Erzählung des Führungsteams Merz/Macron. Wie bei den floppenden gemeinsamen Rüstungsvorhaben verhinderten divergierende nationale Kapitalinteressen fürs erste auch das Prestigeprojekt Mercosur. Zu allem Überfluß wurde dann auch noch der Kandidat von Merz für den Vorsitz der Konrad-Adenauer-Stiftung nicht gewählt. Einen schwärzeren Tag dürfte der Kanzler noch nicht erlebt haben.
Historische Entscheidungen sollten in Brüssel getroffen werden und so sind sie zu einer historischen Niederlage der deutschen Großmannssucht geworden. Mußte Merz schon, anders als im Wahlkampf versprochen, die Schuldenbremse himmeln und gewaltige "Sondervermögen" bei den Banken aufnehmen, so haben ideologische Verblendung und die atemberaubende Ausblendung der Wirklichkeit die Bundesregierung sogar dazu gebracht, das Teufelsinstrument gemeinsamer EU-Schulden zu akzeptieren. Zwar sind die EU und ihre Mitgliedsstaaten de facto pleite, dennoch kaufen sie vor allem bei der US-Rüstungsindustrie neue Waffen in aberwitziger Größenordnung für die Ukraine. Wie bei Corona gibt es keinerlei Plan B, keine Angebote an Rußland, sondern lediglich ein Weiter so bisheriger desaströser Politik.
Die über ihn einbrechende Häme hat sich Merz redlich verdient. Deshalb auch hier: "Merzilein, du mußt nicht traurig sein": „Black Fritzday“ weiterlesen