"Ganz Berlin haßt Olympia!" – das zu behaupten, wäre etwas verwegen. Aber populär ist die geplante Bewerbung der Stadt keineswegs. Dabei trommeln Wirtschaftsverbände wie verrückt, auch die Expo wollen sie nach Berlin holen. In der Bevölkerung stößt das auch angesichts massiver Kürzungen im Kultur- und Sozialbereich bei gleichzeitigen Investitionen in die Kriegsvorbereitung auf wenig Gegenliebe. Eine Unterschriftensammlung der Olympiafans für ein entsprechendes Volksbegehren dümpelt vor sich hin. Da naht Rettung von Rechtsabweichlern bei Linken und Grünen:
»Linke und Grüne sind in Berlin gegen die Olympiabewerbung. Umso größer ist der Coup des Olympiabeauftragten Kaweh Niroomand zu bewerten, prominente Politiker aus den beiden Oppositionsparteien für das Kuratorium gewonnen zu haben, das die Berliner Bewerbung um die Spiele 2023, 2040 oder 2044 begleiten soll.
So hat der langjährige Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, am Donnerstag bei der konstituierenden Sitzung des 24-köpfigen Gremiums im Roten Rathaus seine Mitarbeit zugesagt…"
morgenpost.de (11.12.25)
Was kümmert ihn die Beschlußlage seiner Partei?! Auch Ramelow mußte sich nicht dafür verantworten, daß er schwere Waffen an die Ukraine liefern wollte, entgegen Parteibeschlüssen. Die Zustimmung linker LandtagsministerInnen zu den "Sondervermögen" blieb ebenso folgenlos, obwohl auch dies eindeutig der Beschlußlage widersprach.
Der Berliner Linken-Landeschef stellt dagegen klar:
»„Für Berlin ist die Olympiabewerbung derzeit vor allem ein intransparentes Verfahren, bei dem Millionen versenkt werden sollen, die an anderer Stelle fehlen“, sagte Schirmer der Morgenpost…«
Für Bartsch sind das "einzelne":
»Dass seine Partei in Berlin gegen eine Bewerbung arbeitet, ficht den Linken-Dino nicht an. Es gebe einzelne, die das kritisch sehen. Das sei aber auch in Ordnung…«
Noch gagaesker ist die Haltung der Grünen:
»Die Grünen seien nicht gegen Olympia, sondern hätten dazu eine kritische Haltung, sagte Oltmann der Morgenpost. Die Bundestagsfraktion habe sich jüngst einem Antrag von Union und SPD zur Unterstützung der Spiele angeschlossen. Das rechtfertigte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Andreas Audretsch, der aus Berlin kommt, mit den Worten, man unterstütze Olympische Spiele mit einem guten Konzept, die von der Bevölkerung unterstützt würden. Beides sei in Berlin nicht der Fall…«
Es gelte die Kritik "nun aufzunehmen und in eine positive Erzählung zu wenden", tönt der grüne Abweichler Oltmann.
Vermutlich wird auch das den Parteien kaum schaden, da CDU und SPD gerade noch unbeliebter sind in Berlin, von der AfD ganz zu schweigen. Ich warte noch auf den Slogan "Olympia gegen rechts".

Logisch: Wer die Grünen wählt, wählt Olympia. Nichtwähler sind Coronaleugner, Reichsbürger, Propalästinenser und Putinversteher. Das ist ungefähr so als wären Margarine-Esser gegen den Walfang und Tofu-Esser gegen die Brandrodung der Regenwälder. Und natürlich sind es nur die E‑Auto-Fahrer die das Klima schützen und den Kindern in Afrika eine Zukunft geben.
Und Deutschland füttert alle durch. Sie dürfen jetzt klatschen.