Das wird dann bei den "Corona-Impfstoffen" 2046

Die Parallelen zur Beschönigung der Stoffe von Biontech et al. ist unüber­seh­bar. Die "Zeit", die sonst auto­ma­tisch fast jede dpa-Meldung zu gesund­heit­li­chen Fragen auf ihre Webseite ein­flie­ßen läßt, kürzt hier. Dem fällt etwa die­se Information zum Opfer: "Die EU hat die Genehmigung für Glyphosat zuletzt bis Ende 2033 ver­län­gert". Selbst das Lobbyblatt "Pharmazeutische Zeitung" bringt den Text vollständig:

"Eine Studie aus dem Jahr 2000, die eine zen­tra­le Rolle in der Debatte um die Sicherheit des Pestizids Glyphosat spielt, ist von der Fachzeitschrift »Regulatory Toxicology and Pharmacology« for­mell zurück­ge­zo­gen wor­den. Das Papier war seit damals ein wich­ti­ges Argument für Angaben des dama­li­gen Herstellers Monsanto, das Herbizid Roundup® und sein Wirkstoff Glyphosat hät­ten kei­ne krebs­er­re­gen­den Wirkungen.

In einer Stellungnahme des Bayer-Konzerns, der Monsanto 2018 über­nom­men hat­te, hieß es: »Von Monsanto hat sich nie­mand als Autor betei­ligt und der Bezug des Unter­nehmens zu dem Papier wur­de ord­nungs­ge­mäß offengelegt.«

Die Studie habe weit­hin als weg­wei­send in der Debatte gegol­ten, hieß es vom Fachverlag Elsevier, in dem das Fachblatt erscheint. Nun sei aber unklar, ob die gezo­ge­ne Schlussfolgerung – dass Glyphosat und das Präparat Roundup nicht krebs­er­re­gend sind – tat­säch­lich kor­rekt ist. Es wur­den Bedenken hin­sicht­lich der Urheberschaft der Studie, der Gültigkeit der Ergebnisse im Zusammenhang mit einer fal­schen Darstellung der Beiträge der Autoren und des Studiensponsors sowie poten­zi­el­ler Interessenkonflikte der Autoren geäu­ßert, schreibt der zustän­di­ge Chefredakteur Martin van den Berg in der Mitteilung. Demnach gibt es meh­re­re Punkte, die zur Rücknahme führ­ten, unter anderem:

Bewertung der Karzinogenität

Die Schlussfolgerungen der Studie hin­sicht­lich der Karzino­genität von Glyphosat basie­ren aus­schließ­lich auf Studien von Monsanto, die kein tumor­aus­lö­sen­des Potenzial zeig­ten, schreibt van den Berg. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe es ande­re Langzeitstudien zur chro­ni­schen Toxizität und Karzinogenität gege­ben, deren Daten nicht berück­sich­tigt wurden.

Mangelnde Unabhängigkeit der Autoren

Ein Rechtsstreit in den USA brach­te Korrespondenz von Monsanto ans Licht, aus der her­vor­geht, dass die drei in der Studie genann­ten Autoren wohl nicht allein für den Inhalt ver­ant­wort­lich waren. Stattdessen hät­ten mög­li­cher­wei­se Mitarbeiter von Monsanto ohne ord­nungs­ge­mä­ße Nennung als Mitautoren an der Erstellung mitgewirkt.

Falsche Darstellung der Beiträge

Die anschei­nen­den Beiträge der Mitarbeiter von Monsanto als Mitautoren wur­den im Abschnitt Danksagungen nicht aus­drück­lich als sol­che erwähnt. »Diese Auslassung lässt ver­mu­ten, dass die Autoren ihre jewei­li­gen Rollen und den koope­ra­ti­ven Charakter der vor­ge­stell­ten Arbeit falsch dar­ge­stellt haben könnten.«

Fragen zur finanziellen Vergütung

Weitere wäh­rend des Rechtsstreits offen­ge­leg­te Korres­pondenz mit Monsanto deu­tet der Mitteilung zufol­ge dar­auf hin, dass die drei offi­zi­ell genann­ten Autoren mög­li­cher­wei­se eine finan­zi­el­le Vergütung von Monsanto für ihre Arbeit an der Studie erhal­ten haben, was nicht offen­ge­legt wurde.

Historischer Kontext und Einfluss

Die Studie hat­te jahr­zehn­te­lang einen erheb­li­chen Einfluss auf regu­la­to­ri­sche Entscheidungen in Bezug auf Glyphosat und Roundup, wie es hieß. »Angesichts sei­nes Status als Eckpfeiler für die Bewertung der Sicherheit von Glyphosat ist es uner­läss­lich, dass die Seriosität die­ses Übersichts­artikels und sei­ner Schlussfolgerungen nicht beein­träch­tigt wird.«

Angesichts die­ser Punkte gebe es kein Vertrauen mehr in die Ergebnisse und Schlussfolgerungen, das mache die Rücknahme not­wen­dig, betont van den Berg.

Warum passiert das jetzt?

Im Jahr 2017 sei­en in einem Gerichtsverfahren inter­ne E‑Mails des Chemiekonzerns Monsanto ver­öf­fent­licht wor­den, die nahe­leg­ten, dass Mitarbeiter des Unternehmens an der Erstellung der ein­fluss­rei­chen Studie mit­ge­wirkt hat­ten, heißt es in einem Beitrag des Fachmagazins »Science« zur Rücknahme.

Erst vor weni­gen Monaten hat­te ein Forschungsduo im Fachjournal »Environmental Science & Policy« berich­tet, wie stark die Studie den­noch wei­ter zitiert wird und Einfluss hat: Die Studie gehört dem­nach zu den 0,1 Prozent der meist­zi­tier­ten Studien in der Glyphosat-bezo­ge­nen Forschung. Die Enthüllungen über Monsantos ver­deck­te Beteiligung hät­ten dar­an kaum etwas verändert.

Was sagt der Hersteller?

Der jet­zi­ge Monsanto-Eigner Bayer wies die Kritik zurück. Bei der zurück­ge­zo­ge­nen Studie han­de­le sich um einen rei­nen Übersichtsartikel ord­nungs­ge­mäß ein­ge­reich­ter Studien, erklär­te Konzernsprecher Philipp Blank in einer Stellungnahme auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. »Glyphosat ist das in den letz­ten 50 Jahren am umfas­send­sten unter­such­te Herbizid.« Unter füh­ren­den Regulierungsbehörden welt­weit herr­sche Einigkeit, dass Glyphosat bei sach­ge­mä­ßer Anwendung sicher sei.

Wie ist der Forschungsstand?

Glyphosat gilt nach Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheits­agentur (WHO) als wahr­schein­lich krebs­er­re­gend für den Menschen. Behörden wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sehen bei Einhaltung der Anwendungsregeln kein rele­van­tes Krebsrisiko.

Der ver­meint­li­che Widerspruch ist dabei nicht wirk­lich einer: Die IARC beur­teil­te die Krebsgefahr, also die gene­rel­le Möglichkeit, dass Glyphosat Krebs ver­ur­sacht. In die Bewertung der Behörden floss das Alltagsrisiko als Faktor ein. Die EFSA bewer­tet das Krebsrisiko bei den Mengen, die ein Mensch übli­cher­wei­se etwa über Lebensmittel auf­nimmt, als vernachlässigbar.

Wofür wird Glyphosat genutzt?

Es han­delt sich um ein soge­nann­tes Totalherbizid, das nahe­zu alle grü­nen Pflanzen schä­digt. Glyphosat wird seit Mitte der 1970er-Jahre vor allem unter dem Handelsnamen Roundup® genutzt und ist heu­te in zahl­rei­chen Pflanzen­schutzmitteln ver­schie­de­ner Hersteller ent­hal­ten. Landwirte sprü­hen es bei­spiels­wei­se vor der Aussaat auf Felder, um uner­wünsch­te Konkurrenzpflanzen zu vernichten.

Die EU hat die Genehmigung für Glyphosat zuletzt bis Ende 2033 ver­län­gert. In einem Teil der Mitgliedstaaten, dar­un­ter Deutschland, sind Anwendungen in Haus- und Kleingärten sowie auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, ver­bo­ten oder stark ein­ge­schränkt. In den USA hat­ten in den ver­gan­ge­nen Jahren an Krebs erkrank­te Menschen, die Roundup ver­wen­det hat­ten, mehr­fach hohe Schadenersatzsummen zuge­spro­chen bekommen."

3 Antworten auf „Das wird dann bei den "Corona-Impfstoffen" 2046“

  1. Zitat:
    "Glyphosat ist das in den letz­ten 50 Jahren am umfas­send­sten unter­such­te Herbizid…Unter füh­ren­den Regulierungsbehörden welt­weit herr­sche Einigkeit, dass Glyphosat bei sach­ge­mä­ßer Anwendung sicher sei".

    Ich habe gera­de ein Déjà-vu:

    "mRNA- Impfstoffe sind dank extre­mer Teleskopierung wäh­rend der Entwicklung und nach­fol­gen­der Schnellzulassung die inner­halb eines Jahres am kür­ze­sten an der gesam­ten Menschheit gete­ste­ten Impfstoffe der Welt.

    Unter füh­ren­den Aufsichtsbehörden wie FDA, CDC, RKI /​PEI und deren Experten aus DER Wissenschaft herrscht deshalb
    welt­weit Einigkeit dar­über, dass mRNA-Impfstoffe bei sach­ge­mä­ßer Anwendung wirk­sam und sicher sind.

    Alle gegen­tei­li­gen Meinungsäußerungen ent­beh­ren jeg­li­cher Evidenz und sind Verschwörungsmythen zuzuordnen.

    Das darf zumin­dest solan­ge nicht hin­ter­fragt wer­den, bis sich in der Praxis das Gegenteil herausstellt".

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