Während die Berliner "Morgenpost" ihren Artikel "Gängiges Diabetesmedikament könnte Lebenserwartung von Frauen erhöhen" noch mit einer Reihe von Vorbehalten versieht (die Druckausgabe hat gar ein Fragezeichen in der Überschrift), schwelgt die "Süddeutsche Zeitung" in der Lobpreisung ähnlicher "Studien":

Es geht um das Lifestyle-Produkt Rapamycin und eine fünftägige "Aging Research and Drug Discovery"-Konferenz. Hier trafen sich u.a. "Longevity-Urgesteine wie Aubrey de Grey sowie Vertreter von Biotech- und Pharmaunternehmen, die die Veranstaltung sponsern".
»… Diesmal birgt die Konferenz eine Überraschung, genauer gesagt rückt ein Organ in den Fokus, das man bislang nicht unbedingt mit einem langen Leben in Verbindung gebracht hat: die Eierstöcke der Frau…
Die große Frage also lautet: Hängt der Alterungsprozess maßgeblich mit dem Ende der Fruchtbarkeit zusammen? Oder gilt umgekehrt, dass der allgemeine Alterungsprozess im Körper eben auch diese beeinträchtigt? Und falls die erste Frage mit Ja zu beantworten ist – welche Folgen hätte dies für die Altersmedizin? Konkreter: Was wäre, wenn sich das Altern der Eierstöcke aufhalten ließe?…«
"Auf einem Sofa im Außenbereich der Konferenz" trifft die begeisterte Autorin Yousin Suh:
»Sie hat mit ihrem Team einen molekularen Atlas erstellt, der zeigt, wie die Eierstöcke altern und welchen Einfluss die Genetik auf den Alterungsprozess hat. Dazu haben sie Eierstockgewebe von vier jungen Frauen im Alter von 23 bis 29 Jahren mit denen von vier „reproduktiv alten“ Frauen um die fünfzig Jahre verglichen. Die Studie ist Ende des vergangenen Jahres im Fachmagazin Nature Aging erschienen.
Das Ergebnis: Die Zellen der „alten“ Eierstöcke zeigten klassische hallmarks of aging, unverkennbare Merkmale des Alterns, wie man sie sonst in anderen Organen von Menschen in ihren Siebzigern oder älter findet…
Was ein wenig nach Frankenstein klingt, ist gar nicht so weit weg von der Realität, immerhin plant Yousin Suh tatsächlich, die Menopause ganz aufzuhalten. Sie testet deshalb mögliche Anti-Aging-Mittel nicht an Mäusen, sondern an Eierstöcken.
Das Medikament Rapamycin als Liebling der Longevity-Bewegung
Science-Fiction oder schon bald Realität? Nachfrage bei der Biologin Laura Wester vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns. Sie kann Suhs Idee durchaus etwas abgewinnen, immerhin seien „die Eierstöcke ein Schlüsselorgan, wenn es um das Altern geht“. Denn „die Alterung der Eierstöcke wird von denselben zellulären Signalwegen gesteuert, die auch bei anderen Zelltypen eine Rolle im Alterungsprozess spielen“, sagt Wester. Suhs Forschung sei seriös und datengetrieben, wenn auch die Stichprobe in der veröffentlichten Studie eher klein ist…
Angefangen hat Yousin Suh mit Rapamycin. Das Medikament hemmt den mTOR-Signalweg im Körper – und soll den Alterungsprozess ausbremsen. Medizinerinnen und Ärzte setzen das Medikament schon seit Jahrzehnten bei Krebspatienten und nach Organtransplantationen ein. Mit der Zeit hat sich das Immunsuppressivum auch zum Liebling der Longevity-Bewegung entwickelt. Manche nehmen es bereits als Anti-Aging-Mittel ein, obwohl der Beweis fehlt, dass Rapamycin wirklich das Leben von Menschen verlängern kann…
Zumindest Mäuse dürften davon profitieren, wenn ihre Eierstöcke länger arbeiten. In Mäusen konnte Rapamycin die schädlichen Auswirkungen einer Chemotherapie auf das Eierstockgewebe abdämpfen. Und als Forschende die Eierstöcke junger Mäuse in alte Tiere transplantierten, lebten diese länger. Doch was bei Tieren wirkt, muss nicht bei Menschen funktionieren. Denn Mäuse menstruieren nicht, was ihre Reproduktionsbiologie grundlegend vom Menschen unterscheidet…
Und so bleiben viele Fragen offen, nicht zuletzt auch, weil derzeit unklar ist, welche Rolle die Gene des Menschen spielen. Immerhin, Yousin Suh fand Genvarianten, die mitbestimmen, dass Frauen später in die Menopause kommen, auch bei deren Brüdern. Und wie ihre Schwestern leben auch die Brüder von Frauen, die später in die Menopause kommen, länger als die Brüder von Frauen mit früher Menopause…«
Einer der größten Hersteller von Rapamycin ist Pfizer. Der Konzern handelt es unter dem Namen Rapamune:

Da paßt vorzüglich:

Ich weiß nicht, ob mich der Anzeigen-Algorithmus für einen jungspundigen notorischen Nobelkarossenkäufer hält oder ob alle diese Werbung sehen. Gleich sieben derartige Werbeblöcke sind in diesen Artikel über das Altern von Frauen eingebettet:


Pa-Rampampam.
Immunsuppesivum als Anti-Aging-Mittel. Klingt vertrauenswürdig.
Und so weihnachtlich.
Ja genau. Mondlandungen, geklonte Schafe und transplantierte Schweineherzen. Die Milchstraße ist ein Molkereiprodukt und gegen Ohrenschmerzen hilft Ohrwell.
Und wer früher stirbt ist länger tod. Tut mir sehr leid, aber viele "Schlagzeilen", wohl eher pseudogescheiter Schreiber*innen hören sich genau danach an.
Hauptsache Umsätze generiert.
Keine KI/AI – wird sind doch schon dumm genug, oder? *
* geht natürlich NICHT gegen Politiker, ausdrücklich!
Heute kamen in den DLF Nachrichten Meldungen über Mammographie-"Brustkrebsvorsorge"– "nur —Prozent nähmen das in Anspruch, besser seien mind. 70 Prozent um das Risiko zu mindern". Ähnlich läuft es mit "Impfungen"…mindestens müssten es soundsoviel Prozent sein, um ein Risikio von…x.Prozent zu mindern. Niemals nicht geht es um individuelle Bedarfe, schon garnicht von Frauen (oder werden Männer zur zweijährlichen Hodenquetschenden Untesuchung wg. Prostatakrebs o.ä. eingeladen?) . Investitionen müssen sich auszahlen, koste es was es wolle. VOLKSgesundheit-im Sinne der Pharma-Medizintechindustrie bedeutet möglichst hohe Gewinne bei möglichst vielen, sei es bei "prophylaktischen" Untersuchungen oder Impfungen. Per se- gibt es keine gesunde Menschen, es sei denn sie unterziehen sich regelgerecht, dem Stand (Geschlecht) entsprechend Untersuchungen und Tests, die dann belegen, dass sie nicht krank seien. Zumindest nicht in diesen Momenten.
Btw., Diabetes Typ 2, auch Altersdiabetes genannt, ist meist keine wirkliche Erkrankung sondern einfach nur die Tatsache, daß es im Alter länger dauert, bis der Blutzuckerpegel wieder sinkt. Eine krankhafte Störung liegt vor, wenn der Zucker im Blut nicht mehr ordnungsgemäß zu Glykogenreserven bzw. Körperfett verstoffwechselt wird und sich sogenannte Metaboliten (Aceton, Ketone) im Blut anreichern.
Natürlich haben es Ärzte schwer, gegen ein solches Allgemeinwissen anzukämpfen, da bleibt nur die Behauptung einer vorliegenden Krankheit. Und wenn das nicht reicht, werden neue Viren und Mutanten erfunden. Wobei die Behauptung, daß sich Viren ständig verändern auch nicht neu ist, dieser Teufel wird seit den 80er Jahren geritten. Man kann davon halten was man will. Aber daß sich der BRD-Staat um das gesundheitliche Wohlergehen seines Volkes kümmert, hat sich stets als eine Lüge erwiesen.