Es wäre nicht die "Süddeutsche Zeitung", wie wir sie kennen und hassen gelernt haben, wenn sie ein Interview vom 29.10.25 mit der emeritierten Biologin Diana Bell nicht unter die Überschrift „Das Virus findet immer neue Wirte“ stellen würde. Dabei setzt Bell ganz andere Schwerpunkte, als sie im Vorspann mit "Das Virus stelle eine der größten Bedrohungen für die Tierwelt dar" angekündigt wird. Das sieht sie zwar tatsächlich so, stellt aber Zusammenhänge her:
»… Seevögel etwa, die besonders stark von der Vogelgrippe betroffen sind, stehen bereits unter Druck durch Nahrungsmangel infolge von Überfischung, durch Meeresverschmutzung mit Plastik und Chemikalien – und natürlich durch den Klimawandel.
Was muss getan werden, um die Krankheit einzudämmen oder sogar zu überwinden?
Um das Schlimmste abzuwenden, müssen wir die Hauptquelle dieses Virus angehen: die Massentierhaltung von Geflügel.
Derzeit gilt die Ausbreitung über Zugvögel als wichtigster Übertragungsweg. Zu Unrecht?
Ich halte den Handel mit Geflügel und den illegalen Handel mit Wildvögeln für einen deutlich größeren Faktor. Als sich das Virus in den 1990er-Jahren von China nach Westen ausbreitete, hätten die Zugvögel, wenn sie tatsächlich die Überträger gewesen wären, zur falschen Jahreszeit in die falsche Richtung fliegen müssen. Die ersten in Europa festgestellten Infektionen stammten wohl von zwei Adlern, die illegal im Handgepäck aus Thailand geschmuggelt und am Flughafen Brüssel beschlagnahmt wurden. Illegale Geflügelimporte wurden in vielen Ländern, auch in Europa, als Ursache von Vogelgrippeausbrüchen identifiziert.
Zweifeln Sie generell daran, dass Zugvögel das Virus verbreiten?
Nein, aber sie bekommen zu viel Schuld zugeschoben. Es ist einfach bequemer, Wildvögel verantwortlich zu machen, als sich mit einer milliardenschweren Industrie wie der Geflügelwirtschaft anzulegen.
Daran, dass die Seuche durch den Vogelzug weiter verbreitet wird, gibt es keinen Zweifel – wir erleben es ja gerade in Deutschland. Was werfen Sie der Geflügelwirtschaft vor?
Es geht nicht um einzelne Haltungen, es geht um das System: Die Epidemie wird ständig durch Ausbrüche auf Farmen und beim Transport angeheizt. Milliarden Vögel werden jedes Jahr rund um den Globus bewegt – eine menschengemachte Vogelwanderung, sozusagen. In Geflügelfarmen werden oft Hunderttausende Tiere auf sehr engem Raum unter schlechten Bedingungen gehalten. Ihre Hinterlassenschaften werden oft als Dünger verwendet. Das nenne ich eine sehr effektive Methode, ein Virus wie eine Tsunamiwelle zu verbreiten…«
Was Bell vorschlägt, ist ein Bruch mit der Wachstumslogik des Kapitalismus, für den die Vernutzung von Menschen, Tieren und Umwelt ein Wesensmerkmal ist. Es bleibt erstaunlich, daß dieser Ausrutscher in dem Blatt, das seit Jahren für das Wachstum des Pharmamarktes wirbt, möglich war. Unter dem Interview wird auf einen alarmistischen Artikel der üblichen Verdächtigen verwiesen:

Dort wird die bezeichnende Frage gestellt "Was müsste passieren, damit es zu einer neuen Pandemie kommt?". Eine Antwort lautet:
»… Solange das Virus noch ein Vogelgrippevirus ist, wird es eher an Zellen binden, die sich tief in der menschlichen Lunge befinden. Wenn es sich an den Menschen anpasst und die Übertragung von Mensch zu Mensch verläuft, werden jedoch auch die oberen Atemwege befallen – sonst ließe es sich nicht so leicht an andere weitergeben. Dabei sinkt meist die Pathogenität von Influenzaviren, die Infektion wird etwas milder, schwere Lungenerkrankungen werden weniger. Allerdings ist H5N1 im Labor derzeit erheblich aggressiver gegenüber menschlichen Zellen als das Coronavirus Sars-CoV‑2. Wenn H5N1 auf dem Weg zu einem Pandemievirus milder wird, bedeutet es keineswegs, dass es harmlos wird…«
Die Frage "Wie gut sind wir aufgestellt?" findet gänzlich überraschend diese Antwort von Oliver Keppler, Vorstand des Max-von-Pettenkofer-Instituts der Universität München:
»… [Es] müsste mehr in die Erforschung virushemmender Medikamente investiert werden, um im Falle einer neuen Pandemie die Zeit bis zum Vorliegen von Impfstoffen zu überbrücken.Immerhin: Eine an H5N1 angepasste Impfstoffproduktion wird bereits vorbereitet und kann rasch hochgefahren werden, ergänzt Oliver Keppler, „und man sollte sicherstellen, dass genügend Masken da sind, falls es wieder losgeht“. Das Gesundheitssystem müsse besser vorbereitet werden als zu Beginn der Corona-Pandemie. Auch die Virusüberwachung sollte nach Sicht der Experten ausgebaut werden: „Beim Abwassermonitoring in Bayern schauen wir jetzt auch nach H5N1, bislang haben wir aber nichts gefunden.“
Wie kommt man an Impfstoffe?
Solange es keine Pandemie gibt, gibt es auch keinen Pandemie-Impfstoff. Diesen kann es erst geben, wenn eine Pandemie schon ausgebrochen ist. Er werde in zwei Schritten entwickelt, von denen der erste vor einer Pandemie erfolgt, schreibt der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen auf seiner Webseite: „Da wird er als Prototyp-Impfstoff entwickelt, basierend auf einem ausgewählten Grippevirenstamm, der nicht derjenige sein muss, der später eine Pandemie verursacht.“ Wenn genügend Daten zur Wirksamkeit, Verträglichkeit und technischen Qualität vorliegen, erhalte der Impfstoff eine sogenannte Musterzulassung. Sobald eine Pandemie ausgerufen wurde und feststeht, wie das Virus genau aussieht, wird der Bauplan des Impfstoffs angepasst und die Produktion hochgefahren.
Die gute Nachricht ist: Das geht schnell, sobald der Erreger bekannt ist. Verschiedene Hersteller fingen frühzeitig mit der Entwicklung und dem Zulassungsprozedere an und könnten nun innerhalb weniger Wochen die Massenproduktion ankurbeln…«
Nun muß nur noch der Markt vorbereitet werden. Dabei wirkt Gülşah Gabriel, Leiterin der Abteilung Virale Zoonosen am Leibniz-Institut für Virologie in Hamburg mit:
»Auch wenn die saisonale [Grippe-]Impfung keinen verlässlichen Schutz gegenüber H5N1 bietet, sei es dennoch sinnvoll, sich aktuell impfen zu lassen, sagt Gabriel. „Dann ist man nicht beiden Viren gleichzeitig ausgesetzt.“
Wird es Schulschließungen geben?
Auch wenn es immer wieder heißt, dass Schulen in einer nächsten Pandemie geöffnet bleiben sollen: Welche Maßnahmen tatsächlich ergriffen werden, wird stark von dem Erreger abhängen, der dann umgeht. Gerade bei einer Grippe-Pandemie ist nicht auszuschließen, dass erneut Schulen und Kindergärten schließen müssen, um die Kinder zu schützen…«
Die Panikmache ist dringend nötig. Denn auch die "SZ" weiß:
»Wie sehr ist die Bevölkerung zum Mitmachen bereit?
Wenn es zur Pandemie kommt, wäre wahrscheinlich wieder eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen wie etwa Masken notwendig. In der Corona-Pandemie hatte das Ansehen der Maßnahmen in der Bevölkerung zuletzt gelitten, wie die Psychologin Cornelia Betsch von der Universität Erfurt in der Zeitschrift Nature berichtet hat. Rund um den Jahreswechsel 2022/23 glaubten demnach mehr als die Hälfte der Ungeimpften und immerhin etwa zehn Prozent der Geimpften, dass die Corona-Maßnahmen ein „Vorwand“ waren, „um bürgerliche Freiheiten einzuschränken“…«
Das ist nicht aus der "Bunten", sondern von der Qualitätsagentur dpa:


Die Virusangstmache ist für vieles nützlich, auch für die Verteuerung alter und Begünstigung neuer industrieller Nahrungsmittel (Laborfleisch, Insekteneiweiß).
Natürlich geht es nur um Profite. Denn die Massentierhaltung ist ja nur die Folge von Profitgier. Von daher führt die Massentierhaltung zur Überproduktion an Schlachtgetier und auch dazu daß die Tiere krank werden. Keine Sekunde lang geht es darum, Menschen zu versorgen.
Tote Wild-Vögel haben schon immer da rumgelegen wo Wild-Vögel sterben. Den Staat hat das noch nie interessiert. Interessant wird es erst, wenn sich tote Vögel dazu eignen, bestimmte Unterdrückungsmaßnahmen zu erfinden und durchzusetzen.
dpa: 30. Oktober 2025: "Was die Großoperation bei den Kliniken bringt": es geht um das "Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz".
"Wofür braucht es überhaupt eine Reform? … zu viele Kliniken … große Probleme: finanzielle Schwierigkeiten, Personalengpässe, ein Drittel der 480.000 Betten sind laut Gesundheitsministerium nicht belegt. … Dabei sei klar, dass Deutschland nicht den medizinischen Bedarf und nicht das Personal für 1.700 Krankenhäuser habe."
Es fehlt Personal für einen medizinischen "Überbedarf", der nicht gedeckt werden kann, durch Personalmangel und fehlender Kranker.
Bei einer "Grippe-Pandemie", also einer "Grippewelle", muß das System vor dem Zusammenbruch des "Überbedarfs" geschützt werden.
Wenn der "Überbedarf" abgebaut ist, ist das System schneller "überlastet" und eine "Gesundheitslage von nationaler Tragweite" verlangt den "Ausnahmezustand".
Die schlimmste Situation entsteht durch eine "Kostenlawine".
Lawinen und Wellen.
Panikmache gepaart mit einem über fürsorglichen Nannystaat scheint der neueste Trend in unserer Gesellschaft zu sein. Die neoliberalen Linken und die Rechten schenken sich in dieser Hinsicht überhaupt nichts. Die die an den hebeln der Macht sitzen – egal, ob Links oder Rechts (eh alle durchwegs Neoliberal) wissen sich schon jeglicher Kritik zu erwehren.
Corona war (absichtlich oder unabsichtlich sei dahingestellt) die beste Gelegenheit für die Regierenden herauszufinden wie weit sie gehen können und was sich die Bevölkerung alles gefallen lässt. Im Extremfall läufts dann so Schuldige suchen – Schuldige vaporisieren. Die Geschichte bietet einige Beispiele dafür. Im Augenblick reicht aber noch die jeweiligen Kritiker mundtot zu machen. Entweder mit den "eigenen Waffen". Zur Not geht es auch mittels DSA https://gesetz-digitale-dienste.de/dsa/
Es bleibt nur noch zu hoffen, dass das "Nie wieder" (hier von mir in der universalistischen Anweisung gedacht) nicht [weiter] aufgeweicht wird! Unter "weiter" meinte ich, dass schon einmal der Anfang damit gemacht wurde indem man Kritiker als Verschwörungstheoretiker und Hassredner bezeichnet werden und dadurch Debanking und Hausdurchsuchungen erfahren müssen. Gegen ungeliebte politische Kontrahenten (mag man halten von ihnen was man wolle) wird eine "Brandmauer" (alleine schon der Name) aufgezogen oder gar dessen Verbot in Erwägung gezogen – da sag ich nur: wehret den Anfängen!
Entschuldige @aa bin schon wieder mal abgschweift und z.T. offTopic geworden 😀
Viele Grüße
Walter aka Der Ösi
Rund um den Jahreswechsel 2022/23 glaubten demnach mehr als die Hälfte der Ungeimpften und immerhin etwa zehn Prozent der Geimpften, dass die Corona-Maßnahmen ein „Vorwand“ waren, „um bürgerliche Freiheiten einzuschränken“…«
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Wenn ich in 2022 feststelle, ich bin nur maximal 5 bis 6 Tage irgendwie schlapp, ohne Fieber, mit Geruchs- und Geschmacksverlust, meine Kontakte dito, alle un"geimpft", WAS soll ich denn dann "glauben"?! Der Artikel ist köstlich, @ aa. Ich leugne keine Labor-Corona-Viren und ja, sie können auch MIT Symptomen krank machen. Aber diese lächerlichen 6 Tage im Sommer 2022. Bitte, kann mir noch irgend jemand helfen? Ich finde es lächerlich bis extrem komisch. VOR DIESEN BANALEN, HARMLOSEN SYMPTOMEN SOLLTE ICH ANGST HABEN? Das geht einfach nicht, es ist ein Witz, ein totaler Witz. Soll ich mal erzählen, wie es mir gerade jetzt geht? Gut bis hervorragend, ich genieße jede einzelne Minute in diesem Herbst. Ich wünsche allen Mitbloggern und Mitbloggerinnen und auch den Nur-Lesenden ein herrlich gruseliges Halloween-Wochenende und weiter Power, Kraft und gute Laune.
🙂
Angst oder abgeschwächt: bedenklich gestimmt dagegen macht mir nur, dass ganz Deutschland demnächst wieder in einen sinn- und evidenzlosen Lockdown geschickt werden könnte wegen Viren oder Bakterien. Das überlebt die gesamte Wirtschaft nicht und den "Standort Deutschland" wird es dann nicht mehr geben oder eben nur noch sehr demoliert, zerstört, mutwillig HERUNTERGEWIRTSCHAFTET durch Lockdowns und Einsperren der gesamten Bevölkerung halt. Herunter gewirtschaftet. Was anderes fällt mir nicht ein. Es ist wie eine Dauerschleife. Man kann ein Land nicht "lahmlegen" und den Firmen nur geringe "Coronasoforthilfen" als Schweige- und Stillhaltegeld anbieten, es geht nicht.
https://kodoroc.de/2025/10/25/rki-verhindert-antikoerpertests-aus-dem-freigeklagten-schriftwechsel-zwischen-bgm-und-rki/#comment-20226
Lieber Dr. Sommer
ich bin von der beknackten Maskenpflicht befreit, weil ich immer Atembeschwerden bekomme, wenn ich mich verarscht fühle.
Meine Frage: Kann ich mein Attest bei der nächsten Pandemie dann weiter verwenden, oder muss ich mir ein neues ausstellen lassen?
Und wie ist das mit dem Petting? Hilft das gegen Vogelgrippe?
Viele Grüße,
dein Achim aus Freiberg
Ehrlich gesagt, finde ich die story mit den Adlern auch nicht sehr glaubwürdig. Vielleicht gab es so ein Vogelgrippe Virus immer schon, und nicht erst seitdem es Tests gibt, die es nachweisen.
In einem Bericht im Deutschlandfunk wurde immerhin erwähnt, daß Freilandtiere, die plötzlich eingesperrt werden schon dadurch krank werden können. Der Witz ist auch, wenn eine Stallpflicht angeordnet ist, dürfen die Produzenten sie immer noch als Freilandtier verkaufen. Wenn sie sie freiwillig einsperren, dann nicht.
@o.W.
natürlich gab es diese Viren schon immer, denn die Virenvielfalt geht einher mit der Artenvielfalt. Es ist jedoch so, daß man nicht jeden Virus nachweisen kann, sondern nur unter der Voraussetzung daß:
1. dessen Antigene im Serum sind,
2. Antikörper isoliert und in einer molekular definierten Menge vorliegen.
3. Antikörper und Antigene spezifisch und erkennbar (!) miteinander reagieren, so dass eine Titration möglich ist.