Wer badet das abenteuerliche Vorgehen der niederländischen Regierung gegen Nexperia aus? Aktuell tausende VW-Beschäftigte, die in Kurzarbeit geschickt werden. Daß der chinesische Konzern gegen die Übernahme seiner Niederlassung durch die Regierung Maßnahmen ergreifen würde, war zu erwarten.

Zwar sind sich Beobachter einig, daß der Schritt auf Druck der Trump-Administration erfolgte, doch wird jetzt ein populistisches Argument nachgereicht:
»Die niederländische Regierung habe die Kontrolle über den Chiphersteller aus Furcht vor der Zerschlagung des Unternehmens durch den chinesischen Eigentümer übernommen, berichtet nun die Nachrichtenagentur Reuters unter Bezug auf mehrere Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind. Demnach habe der chinesische Nexperia-Chef Zhang Xuezheng geplant, 40 Prozent der Belegschaft in Europa zu entlassen. Als Nächstes sei die Verlagerung von Anlagen aus dem Hamburger Werk geplant gewesen, berichtet Reuters.
Die Autoindustrie ist extrem stark betroffen
Zunächst war das harte Einschreiten der Niederlande, das von China mit einem Exportverbot für Nexperia-Chips beantwortet wurde, mit einem vergleichsweise harmlosen Fehlverhalten des Nexperia-Chefs begründet worden. Zudem gab es Berichte, wonach die USA ihren Einfluss geltend gemacht haben, die ihrerseits mit China einen Konflikt um Chips austragen…«
Auf gewisse Weise ist die deutsche Automobilindustrie auch Opfer des Digitalisierungswahns. Nicht nur Regensensoren gehören zu den "bis zu 500 Chips von Nexperia", die in einem Auto stecken. VW will nun einfachere Bausteine anderer Hersteller einbauen.
»Eine einfache Lösung ist auch das nicht, denn sie basiert auf der Kooperationsbereitschaft quer durch die Branche. Die Lieferketten in der Autobranche gehen über ein Dutzend Stufen oder mehr und werden mit jeder Stufe unübersichtlicher für den Autohersteller. So werden die gut hundert Fabriken von Volkswagen beispielsweise von 60.000 direkten Zulieferern beliefert. Diese Unternehmen haben ihrerseits oft Tausende Lieferanten und diese ebenfalls und so weiter. Insgesamt sind es mehr als eine Million Unternehmen, die ihre Produkte für die Autos und Lastwagen der verschiedenen Konzernmarken liefern. Manche bei Volkswagen schätzen sogar, es könnten letztlich über zwei Millionen Zulieferer sein.«
Wie hilfreich ist es da, daß Herr Wadephul lieber nicht nach China fährt…


Ob man die Überzüchtung einer profanen Karosse mit extremer Computerisierung als Digitalisierung sehen kann, mag dahingestellt bleiben. Das Thema ist nicht die Computerisierung der Fahrzeuge, sondern wesentliche Themen sind (a) Abhängigkeit von einer Lieferquelle für alle wesentlichen Kfz-Hersteller und deren Zulieferunternehmen bzw. den Produzenten bestimmeter Güter, und (b) ein vollkommen hirnloser Wirtschaftskrieg, der selbst den Grundsätzen der jahrzehntelang propagierten ökonomischen Arbeitsteilung widerspricht.
Die Abhängigkeit hat nicht Europa, sondern haben die Unternehmen selbst geschaffen. In einem kapitalistischen System ist nicht der Staat für die Entwicklung von Produkten „zuständig“, sondern es sind die Wirtschaftssubjekte in Gestalt der Unternehmen. Diese haben profitorientiert selbstverständlich versagt. Sie gingen von einem Zustand des günstigen Bezugs aus und sind – erneut – auf die Schnauze gefallen. Aus der Problematik von Lieferketten haben die Wirtschaftssubjekte nichts gelernt.
Auf die Spitze getrieben wird der Zustand durch die politisch motivierten hirnamputierten Sanktionen und Enteignungen. Auf der einen Seite beklagen sich die Wirtschaftssubjekte (Unternehmen) hierüber, andererseits spielen sie klaglos das Sanktionsspiel mit China und Russland mit. Das Gleiche ist vom Prinzip auch zu Nordstream anzumerken. Der nächste Schritt ist aus Kostengründen langfristig die Verlagerung der Produktion. Die Verluste werden in Form von staatlichen Unterstützungszahlungen und gewerkschaftlich-solidarischem Lohnverzicht selbstverständlich wieder sozialisiert.
Es bleibt zu hoffen, dass der Ausfall von Mikrochips auch die gesamte Kriegswaffenindustrie trifft. Statt von greinenden CEOs, COOs, CFOs, und wie sich die Gruppe der „Executives“ nennt, zu lesen, wäre ein Statusbericht zu den entsprechenden lebensrettenden Problemen der Kriegswaffenindustrie recht interessant. Dererlei wird selbstverständlich durch die sogenannten Qualitätsmedien nicht geboten.
@ Clarence O'Mikron,
Na, da schließe ich mich gleich grübelnd an.
Ich frage mich, besteht dieselbe Möglichkeit von Halbleiter-Mangel auch nebenan in Unterlüß bei Rheinmetall? Was passiert eigentlich, wenn die Rheinmetall-Zulieferer keine Elemente, keine Bauteile zur Produktion liefern können? Stehen dann auch in Unterlüß eventuell, rein hypothetisch die Montage-Bänder still? Oder werden Chips in Kriegsgeräten = Mordinstrumenten nicht eingesetzt? Jeder kann zwar auch mit einem Auto Menschen ermorden, doch üblicherweise sind das zivile Produkte, die nicht zum Töten benutzt werden. Also, hat jemand schon von Chipmangel bei der Rüstungsindustrie gehört oder gelesen?
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Ob man die Überzüchtung einer profanen Karosse mit extremer Computerisierung als Digitalisierung sehen kann, mag dahingestellt bleiben.
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Da allerdings Widerspruch!! 🙂 Das kann so nicht unwidersprochen stehen bleiben, @ Clarence O'Mikron.
Der Golf oder Golf GTI *IST* keine profane Karosse, auch der Lamborghini nicht, nicht der up!, nicht der Polo. Schon gar nicht der Käfer, der süße, niedliche Käfer mit Kulleraugen, mit dem ich als Kind das Glück hatte, als Beifahrerin bei meinen Eltern mitzufahren. Von Berlin damals noch bis nach Rimini, wir haben unseren Käfer geliebt. Ohne angeschnallt auf der Rückbank und ich lebe immer noch. Es gab vor Jahrzehnten auch keine Gurte für die Rücksitze und schon gar keine Anschnallpflicht. Wir hatten auch kein Navy und sind trotzdem überall angekommen. Allerdings hätte ich das elegante Infotainment von heute mit allen Details auch schon gern damals im Käfer gehabt.
Jedenfalls "Gurtpflicht": Wie, frage ich mich immer wieder, habe ich das nur überlebt?! Wahrscheinlich ähnlich, wie auch die sinnlosen "Coronaschutz"-Gesetze, nicht impfen lassen, nie testen lassen, kaum Masken tragen. Achtung: Anschnallen ist trotzdem wichtig, mache ich auch, schon weil es teuer wird, wenn die Versicherung mir nachweisen kann, ich war bei einem Unfall nicht angeschnallt. Der Gurt nimmt mir aber nicht, wie die elenden Plastikmasken zum "Virenschutz" die Luft zum Atmen.
Jedenfalls: Es gab viele Käferbesitzer und gibt es auch heute noch, die ihr Auto tatsächlich lieben, also die überhaupt nichts Profanes an der Karosse wahrnehmen.
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@ AllerseeNixe: Danke. Eine zutreffende Anmerkung Ihrerseits.
Echte Käfer (am besten mit Brezelfenstern), Karmann Ghia und ähnliche Klassiker sind nicht profan. Profan ist die schnörkellose Massenware von heute, die sich nur vom Namen her noch unterscheidet. Von der Ökonomie getriebene Plattformen der Hersteller machen das Kfz zur austauschbaren Massenware selbst zwischen den meisten Herstellern. Bezahlt wird der Name, dies ist eben ein Markengeschäft.
In Erinnerung geblieben ist mir der Käfer, in dem ich als Kind mitfahren durfte vor unglaublich langer Zeit. Keine Tankanzeige, nur mit Taschenlampe konnte der Füllstand ungefähr geschätzt werden. Oder der Mercedes mit unglaublichen Heckflossen.
🙂
Und heute schreiben wir, hoffentlich die meisten von uns nicht MRNA-verseucht, erstaunlicherweise "trotzdem" (oder gerade deshalb?) noch am Leben und gesund, unsere Erinnerungen und auch Gedanken für die Zukunft hier auf. Bis bald mal wieder!
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Aber wehe man erklärt "dem Deutschen" wie blöd er vermutlich ist .…..
Vieleicht könnte man ja aus Waschmaschinen … äh .… ich sage lieber nix mehr weiter .….
Frau Bearbock weiß möglicherweise Rat. Die ist doch so 'gscheit. Wie wär's mit feministischen Autos? Da würden sich doch bestimmt Abnehmer*innen finden. 😀
Aber Scherz und Häme beiseit, ein vernuenftiges Auto produzieren hätte bestimmt geholfen. Seit den Neunzigern längst überfällig. Meinetwegen mit einem Chip, von dem sie sich dann streiten können in welchem Bundesland der hergestellt werden würde.
Was ökologisch gut und richtig, muß ökonomisch ja nicht falsch sein. Bloß das "Buisines" denkt naturgemäß im Profit, und nicht im Sinngehalt. Selber schuld wer es passiv stützt. Aber aus eigener Erfahrung, es ist aussichtslos! Vernunftbegabungen sind des Menschen liebstes Theorem, oder etwa nicht? Und auch damit läßt sich Geld verdienen – schaltet mal die Glotze ein. Massenhaftes Moralin, 's wirkt fast wie wenn's Gratis wäre. IST es aber (auch) nicht.
Würden die Grünen soviel (tatsächlich) "bewegen" wie sie uns teuer zu stehen kommen, hätten wir wenigstens einen guten Nutzen nebenbei. Aber auch das bleibt aus. "Greenwashing" is just a buisines. In Deutschland sogar ein sehr lukratives. Wer das noch nicht verstanden hat .….
Wie lange die Chips reichen ist denen die sie produzieren und denen die damit handeln völlig Wurst (Karl Marx, Das Kapital).
Zum Vergleich: Wie lange reichen die Hühner noch die derzeit zu tausenden gekeult werden?
@Erfordia..: Soso, Karl Marx hat schon über Chips geschrieben, im "Kapital", wo sonst…Hätte er das getan, wäre es auch völliger Quatsch. Im 1. Band hingegen ist zu lesen von "hervorragenden Spinnern", "großen Wurstfabrikanten" und "einflußreichen Schuhwichshändlern".
"TRIER Den Geburtstag des Ökonomen hat die Fleischer-Innung Trier-Saarburg zum Anlass genommen, eine eigens kreierte Wurst nebst Grillsteak anzubieten…
Für die Rezeptur der Karl-Marx-Wurst nutzten die Metzger die wenigen Überlieferungen seiner Lebensweise, zum Beispiel seine angebliche Vorliebe für Moselwein. Er stammt aus dem Moseltal, welches mit seinen Nebentälern Saar und Ruwer Deutschlands älteste Weinbauregion bildet. „Er hat gern gesoffen“, erzählt Obermeister Manfred Schmitt lachend. Außerdem kaufte Marx gern beim Metzger. Da er allerdings nur wenig Geld besaß, durfte er bei den Metzgern in London, wo er seit 1849 lebte, bald nicht mehr anschreiben lassen. Der Entwickler der Marx-Wurst, Patrick Böttel, ist davon überzeugt, dass sein Produkt auch dem Namensgeber schmecken würde…"
https://afz.fleischwirtschaft.de/verkauf/nachrichten/Marketing-Zu-Tisch-bei-Karl-Marx-36849, 8.8.18
Danke @aa. Ihre Reaktion zeigt, daß Sie nicht im Geringsten verstanden haben, was Karl Marx im Kapital geschrieben hat.
Um es mal anders zu sagen: Den Buchmachern an der Börse ist es egal ob sie mit Chips oder mit Schweinehälften handeln.
Marxwurst? – Sehr einfach! – Fair-Trade, Essbar, Haltbar
Kleiner Scherz 😀
(Da wüßte man was man hätte) [Konjunktiv!]