Mobilitätsforschung: Es fehlt ein wissenschaftlicher Nachweis. Aus dem freigeklagten Schriftwechsel zwischen BMG und RKI (3)

"Das klingt sehr span­nend, was für uns?", fragt im August 2020 Jens Spahn in Bezug auf einen Focus-Bericht Lothar Wieler. Dessen Antwort verblüfft.

"Die Funktionalität ist als zwei­fel­haft ein­zu­schät­zen", "es fehlt bis­her aller­dings ein wis­sen­schaft­li­cher Nachweis". Ohne jede Frage hat Wieler hier recht. Nur: In der Folge waren der­ar­ti­ge Hochrechnungen auf der Grundlage von Bewegungsdaten eine wesent­li­che Argumentation des RKI. Im Sommer 2020 benö­tig­te Wieler andert­halb Monate für die Einschätzung. Seine Haupteinwände bezie­hen sich dar­auf, daß es sich hier um ein Konkurrenzprodukt aus dem glei­chen Stall han­delt. Gemeinsam mit dem RKI hat­te die Charité ihre "CovApp" ins Rennen geschickt. Noch ein Jahr spä­ter teil­te sie mit, und zwar aus dem Mund von Alexander Thieme, mit dem der "Focus" das Interview geführt hatte:

Beide Apps wur­den übri­gens von der Hasso Plattner Foundation finan­ziert (n‑tv.de, 19.3.20). Für deren Institut HPI ist Lothar Wieler nach sei­nem Abgang vom RKI tätig.

an der Heiden und Brockmann

Dafür, daß die ein­gangs von Wieler geschmäh­ten Bewegungsdaten zu einer wesent­li­chen Grundlage der Modellierung von Schauerdiagrammen wur­den, sorg­te im RKI Matthias an der Heiden. Der offi­zi­el­le Kontaktmann zur Gruppe, die das berüch­tig­te Schock-Papier des Innenministeriums ver­faßt hat­te, hat­te "(Wunsch Kanzleramt)" am 26.10.20 eigens für Helge Braun eine Horrorstatistik erstellt – zwei Tage, bevor das Bundeskabinett den "Entwurf eines Dritten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epi­de­mi­schen Lage von natio­na­ler Tragweite" beschlie­ßen soll­te. Die dar­ge­stell­ten Zahlen wur­den trotz aller Bemühungen (Stichwort "an oder mit Corona ver­stor­ben") auch nicht annä­hernd erreicht. Mehr dazu u.a. in Die Macht der Modellierer. Werden sie zur Rechenschaft gezo­gen? Kreationen des Kanzleramtschefs Braun und RKI-Protokolle, Nachträge (3): "EMA und Pfizer über­le­gen, ob sie ggf. die Phase III Studien aus­las­sen und direkt in eine brei­te Anwendung gehen".

Ein wei­te­rer Hauptakteur des Modellierungswahns war Dirk Brockmann. Der hat etwa im Herbst 2022 eine obsku­re Auswertung der "Daten aus Fitnesstrackern" an das RKI ver­bro­chen. In einem Beitrag über die ent­spre­chen­den Protokolle des RKI-Krisenstabs ist zu lesen:

Brockmann konn­te das noch top­pen. Im Frühjahr 2024 leg­te er dies vor:

Es ging dar­um, "rea­le Bluetooth-Kontakte über Smartphones in meh­re­re Runden eines Spielszenarios als neu­ar­ti­ge Methode zur Untersuchung von Impfentscheidungen und Krankheitsausbreitung zu inte­grie­ren".

… gibt es auf coro­dok zahl­rei­che wei­te­re Beiträge zu dem Herrn. Speziell über den "Mobilitätsforscher" fin­det man eini­ges Lustige über https://kodoroc.de/?s=mobilit%C3%A4t.

3 Antworten auf „Mobilitätsforschung: Es fehlt ein wissenschaftlicher Nachweis. Aus dem freigeklagten Schriftwechsel zwischen BMG und RKI (3)“

  1. «Es fehlt ein wis­sen­schaft­li­cher Nachweis» ist über­haupt ein schö­nes Motto für die gesam­te Seucheninszenierung.

  2. "Die WHO betrieb in der Corona-Zeit „ein System zur Überwachung und Reaktion auf Gerüchte und Fehlinformationen“ (RMSRS). Das war – und ist wohl auch noch – eine KI-Software, die in ver­schie­de­nen Sprachen aus Medienplattformen wie Twitter, Facebook und YouTube, Blogs und Nachrichten-Websites Inhalte her­aus­fil­ter­te, die „COVID-19“ oder „Coronavirus“ erwäh­nen, und die­se auf ihr Risiko für das offi­zi­el­le Narrativ hin ana­ly­sier­te. Das KI-Tool scann­te vie­le Millionen digi­ta­le Konversationen und unter­zog Hunderttausende davon einer mensch­li­chen Analyse, „um Fehlinformationen und Desinformationen zu erken­nen“. Dieses System wird – unter einem Vorwand – mit EIOS offen­bar über Corona hin­aus auf Dauer gestellt.

    Die WHO rühmt sich, dass sie direkt an der Formulierung der Richtlinien gro­ßer Social-Media-Plattformen zum Themenbereich Covid-19 und Impfungen betei­ligt war. Sie konn­te mit fest­le­gen, was dort gesagt wer­den durf­te und was nicht. Sie ist stolz auf die gro­ße Zahl von Videos und ande­ren Inhalten, die durch ihre Mitwirkung zen­siert wur­den. Dazu gab die WHO nicht nur Richtlinien vor, son­dern sie gab über ein pri­vi­le­gier­tes Schnellmeldesystem, das ihr die Plattformen jeweils ein­rich­te­ten, mas­sen­haft indi­vi­du­el­le Löschempfehlungen für Videos und Texte, die sie für schäd­lich hielt. Sie koope­riert nach eige­nen Aussagen mit den Plattformen, damit sie früh­zei­tig über Abweichungen der öffent­li­chen Meinung von der offi­zi­el­len Darstellung infor­miert wird, die ein Gegensteuern erfor­dern könnten.

    Das wäre nur in Ordnung, wenn die WHO unfehl­bar und unzwei­fel­haft immer wohl­mei­nend wäre. Aber das erste ist sicher nicht der Fall, das zwei­te in Anbetracht der Abhängigkeit von den Spenden der Pharmabranche und von deren Stiftungen sehr wahr­schein­lich auch nicht. Zum Thema „irren kön­nen auch Behörden“ sei nur die ver­hee­ren­de Empfehlung der WHO erwähnt, Covid-Patienten mit Atembeschwerden früh­zei­tig zu intu­bie­ren und an eine künst­li­che Lunge anzu­schlie­ßen. Diese Empfehlung, bei der heu­te Einigkeit besteht, dass sie falsch war, hat unzäh­li­gen Menschen das Leben geko­stet. Durch die Unterdrückung von Kritik an ihren Empfehlungen und Diskreditierung aller Kritiker ver­hin­dert die WHO, dass sol­che Irrtümer früh­zei­tig kor­ri­giert werden."

    https://​nor​bert​haer​ing​.de/​m​a​c​h​t​-​k​o​n​t​r​o​l​l​e​/​w​h​o​-​p​u​b​l​i​c​-​h​e​a​l​t​h​-​i​n​t​e​l​l​i​g​e​n​ce/

  3. Brockmann ist kein harm­lo­ser [was auch immer], son­dern fel­sen­fest und unver­rück­bar von sei­nen abstru­sen Modellen über­zeugt. Ob dies aus der Selbstüberschätzung sei­ner Fähigkeiten resul­tiert oder wor­in es sei­ne Ursache hat, ist gleich­gül­tig. Das Potential, einen sol­chen "Experten" zu benut­zen, um Angst und ange­streb­te Ziele zu errei­chen, haben die Damen und Herren der Exekutive zutref­fend erkannt und ent­spre­chend genutzt.

    Weitere Beispiele für gran­dio­se Selbstüberschätzung und das "Pachten der Wahrheit" ist u.a. Priesemann. 

    Je über­zeug­ter ein sol­cher Experte von der Einzigartigkeit sei­ner Leistung ist, desto gefähr­li­cher für die Gesellschaft ist er.

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