Aktuelles aus den Tollhäusern (17.10.25)

Heute aus der "FAZ".

"Etwas Ruhe nach dem Wehrpflichtsturm", lau­tet die Überschrift in der Druckausgabe. Dort und auch online heißt es: "Kurz vor sei­ner Regierungserklärung spricht Merz mit einer SPD-Politikerin". Nicht nur das: Er "plau­dert. Mit einer Frau, die alle­mal weni­ge Minuten vor Sitzungsbeginn dort [auf der Regierungsbank, AA] nicht unbe­dingt hin­ge­hört und nicht ein­mal eine Parteifreundin des christ­de­mo­kra­ti­schen Kanzlers ist". Im Ergebnis wird Siemtje Möller, stell­ver­tre­ten­de Vorsitzende der SPD-Fraktion, im Plenum eine Lobrede auf Merz und Pistorius hal­ten. Auch das passiert:

»Als er [Merz, AA] sein Mantra wie­der­holt, „wir wol­len uns ver­tei­di­gen kön­nen, damit wir uns nicht ver­tei­di­gen müs­sen“, erhält er von der einen und dem ande­ren SPD-Abgeordneten Beifall, den als fre­ne­tisch zu bezeich­nen aller­dings eine maß­lo­se Übertreibung wäre. Überhaupt klatscht wäh­rend der Rede von Merz über­wie­gend das sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Führungspersonal, das damit wohl gute Koalitionsstimmung machen will.«


"Trump erlaubt der CIA ver­deck­te Einsätze in Venezuela". "… Er begrün­de­te den Schritt damit, dass er den Drogenschmuggel und die ille­ga­le Migration unter­bin­den müs­se... Trump hat­te im August die mili­tä­ri­sche Präsenz in der Region mas­siv erhöht und meh­re­re Kriegsschiffe in die Karibik ent­sandt. Seither wur­den bei fünf Einsätzen mut­maß­li­che Drogenboote zer­stört. Insgesamt sind bis­her 27 Personen in der mili­tä­ri­schen Operation getö­tet wor­den…". Wetten, daß er doch den Friedensnobelpreis bekommt? In die­sem Jahr muß­te er sei­ner Putschistenfreundin noch den Vortritt las­sen. Im Februar war María Corina Machado mit Marine Le Pen und Geert Wilders auf einer Kundgebung der "rechts­po­pu­li­sti­schen Fraktion" im EU-Parlament Patrioten für Europa auf­ge­tre­ten (faz​.net, 12.10.25).


"Bildungsstudie: Der Leistungsabfall betrifft alle Schüler". Kurze Zusammenfassung: Kanonenfutter braucht kein natur­wis­sen­schaft­li­ches Wissen. Die Ostländer schnei­den nicht ganz so schlecht ab. Die Korrelation mit nied­ri­gen Impfquoten mag als Erklärung gewagt erschei­nen. Auch der Migrationshintergrund schei­det aus, da im Osten der Anteil von Kindern mit die­sem Hemmnis deut­lich klei­ner ist als im Rest des Landes. Wie wäre es damit:

»In den drei natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächern lie­gen Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen über dem Durchschnitt. Das liegt auch dar­an, dass dort etwa 20 Prozent der Mathematiklehrer über 60 Jahre alt sind, also noch zu DDR-Zeiten sehr gut aus­ge­bil­det wur­den. Möglicherweise wirkt sich der Generationswechsel schon bei der näch­sten Erhebung für Mathematik und Naturwissenschaften in der Sekundarstufe 1 aus.«

Die Hoffnung stirbt ja zuletzt.


"F.A.Z.-Elite-Panel: Eliten sehen in Merz einen star­ken Kanzler". Eliten, das sind für die "FAZ" "500 der rang­höch­sten Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung". 56 Prozent von ihnen hal­ten Merz für den star­ken Mann. 62 Prozent sind aber unzu­frie­den mit der Bundesregierung. 44 % der "Führungsspitzen aus der Wirtschaft" wol­len "eine Zusammenarbeit mit der AfD offen­hal­ten". Unter die­sen Befragten waren "96 Vorstände von Unternehmen mit mehr als 20.000 Beschäftigten". 59 Prozent aller Teilnehmenden fin­den das Zollabkommen der EU mit den USA pri­ma, wobei nur 52 Prozent es für eine gute Vereinbarung halten.


"Führerschein soll bil­li­ger und digi­ta­ler wer­den" bzw. "So soll der Führerschein gün­sti­ger und ein­fa­cher wer­den": "…Fahrstunden am Simulator, kür­ze­re Fahrprüfungen, kei­ne Präsenzpflicht mehr bei der Vermittlung von Theoriewissen: Mit die­sen Maßnahmen will Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder den lan­gen Weg zum Führerschein abkür­zen…". Da laut Schnieder der Führerschein "ein Schlüssel zur eige­nen Freiheit" ist, muß man was gegen die Durchfallquoten (45 % bei der Theorie, 37 % bei der prak­ti­schen Prüfung) tun. Was liegt da näher, als theo­re­ti­sche und prak­ti­sche Erfahrungen ein­zu­schrän­ken. Es soll "mög­lich sein, sich das Wissen voll­stän­dig über Apps anzu­eig­nen… Dadurch soll auch die Verpflichtung für Fahrschulen ent­fal­len, über­haupt Schulungsräume vor­zu­hal­ten, was wie­der­um die Länder ent­la­stet…" – Bürokratieabbau für die eige­ne Freiheit. Vielleicht kann man die Führerscheine auch ein­fach verlosen.


"Neuer Nestlé-Chef streicht 16.000 Stellen". "…In den ersten neun Monaten erziel­te Nestlé einen Umsatz von 65,9 Milliarden Franken. Bereinigt um Wechselkurseinflüsse sowie Zukäufe und Verkäufe von Geschäftsbereichen erreich­te der Hersteller von Nespresso, Maggi und Kitkat damit ein orga­ni­sches Wachstum von 3,3 Prozent…". In einem Kommentar unter dem Titel "Warum Nestlés har­ter Paukenschlag not­wen­dig ist" ist zu lesen: "… Den Aktionären zeigt er damit, dass er auch vor har­ten Maßnahmen nicht zurück­schreckt, um den trä­gen Riesen wie­der auf Kurs zu brin­gen. Und den Mitarbeitern führt er vor Augen, dass jeder Einzelne in eige­nem Interesse dazu auf­ge­ru­fen ist, die Schlagzahl zu erhö­hen…".

Wie der Lufthansa geht es dem Konzern kei­nes­falls schlecht. Aber Profitmaximierung geht halt am besten durch Personalabbau.

(Hervorhebungen in blau nicht im Original.)

3 Antworten auf „Aktuelles aus den Tollhäusern (17.10.25)“

  1. Trump erlaubt der CIA ver­deck­te Einsätze in Venezuela

    Soviel zum Thema UN und ihre wie­der­holt bewie­se­ne Rolle als voll­kom­men nutz­lo­se Organisation. Der Führer eines Staates erklärt einem ande­ren Staat qua­si den Krieg offi­zi­ell und nichts außer einem gewis­sen medi­al-wie­der­käu­en­den Echo ist zu vernehmen. 

    Als inter­es­sant sind bezüg­lich der UN nur eini­ge wirk­lich bril­lan­te Reden und Analysen in all den Jahren ihres Bestehens zu nen­nen. Die US-Sanktionierung die­ser Personen ist gera­de­zu eine Auszeichnung und Gütesiegel.

  2. Eliten sehen in Merz eine star­ken Kanzler

    Es ist die Frage, wie stark defi­niert ist. Stark im Sinne einer Durchsetzungsfähigkeit ohne Skrupel dürf­te recht gut die betref­fen­de Person charakterisieren. 

    Im Übrigen ist es voll­kom­men gleich­gül­tig, was irgend­wel­che von der Realität ent­ho­be­nen "Eliten" irgend­wie definieren.

  3. Ostländer sind obsku­re Objekte der Begierde. Beispiele:

    1938: Besiedlung Schlesien, Sudetenland durch deut­sche Unternehmer; Kleinkriminelle und Buchmacher mit dem Kapital aus der Staatsanleihe des Youngplan.

    Investition 1960: Abwerbung tau­sen­der Fachkräfte, Ärzte und Ingenieure aus der DDR dank Westpropaganda.

    Investition 1989: Bestechung von Führungskräften der Ministerien, VEB und Politbüro der DDR mit Millionen Steuergeldern aus der Staatskasse der BRD.

    Investitionen 1990: Übername des gesam­ten Volkseigentums der DDR in pri­va­te Unternehmen der EU.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert