Der Bannführer des "Tagesspiegel", "Leiter Hauptstadtbüro, Mitglied der Chefredaktion" ist empört. Da hat Merkel einmal neben allem Schlimmen, das sie verantwortet, einen wahren Umstand angesprochen. Und schon landet sie in der Schublade der Russenversteherinnen.

"Nein, Angela Merkel hat nicht auf der Seite Russlands gestanden", weiß auch Sturm. Aber:
»Die Behauptung von Landsbergis ist falsch, aber sie offenbart den Frust, die Wut über die Altbundeskanzlerin östlich der Oder. Und diese Wut ist verständlich…«
Schließlich "besuchte sie den Putin-Freund Viktor Orbán in dessen Amtssitz. Sie ließ sich mit Orbán fotografieren und von ihm umgarnen".
»Das Gebaren Merkels ist nicht nur undiplomatisch, es ist stillos. Die Altkanzlerin kritisiert in einem äußerst sensiblen sicherheitspolitischen Moment ausgerechnet diejenigen, die geografisch wie politisch an vorderster Abwehrfront zu Russland stehen und die im Zweifel die Drecksarbeit für Deutschland werden machen müssen…«
Da ist sie wieder, die Drecksarbeit. Interessant in diesem Kontext, hatte Friedrich Merz das Wort doch für die mörderischen Exzesse der israelischen Armee verwendet.
»War sie es nicht, die das Schröder-Putin-Projekt Nord Stream 2, kräftig unterstützt von SPD und deutscher Wirtschaft, vorangetrieben und als „privatwirtschaftlich“ verbrämt hat? Hat nicht die Politik von Merkel und ihrem Außenminister Frank-Walter Steinmeier erst die Kriegskasse Putins gefüllt? Hat sie nicht viel zu lange an den Plaudereien mit Putin festgehalten?…«
Dann kommen die Vorwürfe, die das Herz eines jeden reaktionären Neoliberalen höher schlagen lassen:
»Die Mängel von Merkels Politik (sorgloser Handel mit Russland und China, Einwanderung in die Sozialsysteme, Überdehnung des Sozialstaates, Aussetzung der Wehrpflicht, Atomausstieg aus Rücksicht vor Landtagswahlen, marode Infrastruktur, fehlende Digitalisierung etc.) werden immer augenfälliger…«
Nicht nur, aber vor allem bei der Corona-Politik, war der "Tagesspiegel" übrigens stets ein zuverlässiger Propagandist der Merkel-Regierung.
Von Daniel Friedrich Sturm stammt auch:


Merkel ist eine gnadenlose Opportunistin, die entsprechend den Möglichkeiten, die macht auszüben und zu behalten, agiert hat. Immer mit besten Beziehungen zum Kapital (Geburtstagsfeier Ackermann, powered by Bundesrepublik Deutschland).
Kaum verweigert man den Konsum von Tagesspiegel und co. für ein paar Jährchen und schon hat man nicht mitbekommen, dass wieder jemand an vorderster Abwehrfront gegen den Russen steht.
Verwirrend dabei finde ich, daß auch der böse Ivan-Vlad Putin, genau wie die einheimischen Wertewestler großes Verlangen nach der Einführung von allerlei Digitalem hat, von Gesichtserkennung über Digitalgeld.
Was hat das wohl zu bedeuten?
Merkel steht ganz sicher fest an der Seite des großkapitals.
Für mich bedeutet Macht, dass man eigenständig wichtige Entscheidungen fällen kann. Opportunisten können demnach gerade keine Macht ausüben, weil sie auf die Gunst der tatäschlich Mächtigen angewiesen sind.