Ohne Worte

»… Auch über die Notwendigkeit einer "neu­en Ruck-Rede" wur­de am Rande der Klausur gespro­chen – unter Verweis auf einen Auftritt des Kanzlers in Saarbrücken an die­sem Freitag, dem 35. Jahrestag der deut­schen Wiedervereinigung.

Überschattet wur­de die Klausur durch zwei Zwischenfälle: Verkehrsminister Patrick Schnieder erlitt einen Kreislaufzusammenbruch und wur­de ins Krankenhaus gebracht. Der CDU-Politiker sei am Tisch zusam­men­ge­sackt, sag­te Regierungssprecher Stefan Kornelius. Danach sei es ihm zwar wie­der bes­ser­ge­gan­gen, zur Sicherheit wer­de er sich aber unter­su­chen las­sen. Ein Sprecher von Schnieders Ministerium teil­te am Nachmittag mit, der Minister befin­de sich der­zeit in ärzt­li­cher Behandlung und es gehe ihm wie­der besser.

Beim Familienfoto am Mittag fehl­te neben Schnieder auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Er ver­ließ die Villa Borsig am Morgen wegen eines Trauerfalls…

Klingbeil habe moniert, dass eine "nega­ti­vi­sti­sche Haltung" popu­li­stisch von poli­ti­schen Gegnern wie der AfD instru­men­ta­li­siert wer­de. Und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) habe Visionen statt Verordnungen gefor­dert…«

Weil er aus dem glei­chen Stall kommt, sei Pistorius an ein berühm­tes Wort eines sei­ner Vorgänger erinnert:

Weiter dpa:

»Erste Ruck-Rede vor 28 Jahren

Aber wie legt man den Hebel um? Vor 28 Jahren for­der­te der dama­li­ge Bundespräsident Roman Herzog in einer Rede, es müs­se ein Ruck durch Deutschland gehen. "Wir müs­sen Abschied neh­men von lieb­ge­wor­de­nen Besitzständen, vor allen Dingen von den gei­sti­gen, von den Schubläden und Kästchen, in die wir gleich alles legen", for­der­te er.

Bis zu einer weit­rei­chen­den Reformagenda der rot-grü­nen Regierung vom dama­li­gen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) dau­er­te es danach noch sechs Jahre. Heute wird viel dar­über gere­det, ob die von Schwarz-Rot gefor­der­ten Reformen ähn­lich weit gehen sol­len wie Schröders Agenda 2010.

Regierung arbeitet an Teamgeist

… Eine Klausurtagung der Fraktionsvorstände von Union und SPD in Würzburg mach­te im August den Anfang. Es folg­ten eine gemein­sa­me Reise der Fraktionschefs nach Kiew, ein Grillabend der Koalitionsabgeordneten in Berlin und zuletzt ein Besuch der Parteivorsitzenden auf dem Oktoberfest in München…

Industriellen-Villa statt Barock-Schloss

Auch die Wahl des Tagungsorts ist ein Statement. Die Ampel-Regierung hat­te sich für ihre Kabinettsklausuren ins Schloss Meseberg 70 Kilometer nörd­lich von Berlin zurück­ge­zo­gen. In dem Gästehaus der Bundesregierung haben sich Scholz, Robert Habeck (Grüne) und Christian Lindner (FDP) mehr­fach geschwo­ren, nicht mehr so viel zu strei­ten – und dann hat es doch wie­der nicht geklappt.

Vielleicht hat die­ser ungu­te "Geist von Meseberg" dafür gesorgt, dass das schwarz-rote Kabinett lie­ber in Berlin bleibt. Eine ehe­ma­li­ge Industriellen-Villa passt außer­dem bes­ser zu der "schnör­kel­lo­sen Arbeitskoalition", die Merz ein­mal aus­ge­ru­fen hat, als ein Barock-Schloss auf dem Land…«

Unfreiwillig benennt die Regierung damit ihren Bezugspunkt.

Borsig-Villa am Tegeler See in Berlin com​mons​.wiki​me​dia​.org

»… [Borsig ]leg­te Wert dar­auf, dass die neue Villa dem Potsdamer Schloss Sanssouci ähnelt. Das Gebäude wur­de schließ­lich von 1911 bis 1913 erbaut und war bis zum Herbst 1937 Wohnsitz der Familie Borsig. Nach dem Tod Ernst von Borsig († 1933) wur­de das Anwesen dem Deutschen Reich ver­kauft. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wur­de das Areal als Sitz der Reichsfinanzakademie genutzt
de​.wiki​pe​dia​.org

Ernst Borsig, zeit­wei­lig Vorsitzender der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, war schon früh von Hitler fas­zi­niert. Seine Vorstellungen zur Sozialpolitik pas­sen aber auch gut zu Klingbeil und Merz. 1932 war er der Meinung:

»Es kann sein, daß ohne die vom Staat aus­ge­üb­te Fürsorge viel­leicht 50.000 Menschen zu Grunde gehen, die mit Hilfe die­ser Fürsorge mit dem Leben fer­tig wer­den. Es kann aber auch sein, daß, wenn die­se Fürsorge nicht bestün­de, viel­leicht 4–5000 ande­re Menschen ihre Tatkraft und Fähigkeit in sol­chem Maße ent­wickeln wür­den, daß dies – rein wirt­schaft­lich betrach­tet – noch wich­ti­ger wäre. Vielleicht wür­den näm­lich die­se 4–5000 Menschen in der Lage sein, Werte zu schaf­fen, und viel­leicht wür­den sie sogar in der Lage sein, durch ihre erhöh­ten Leistungen auch jene mit durch­zu­schlep­pen.“«
zitiert nach de​.wiki​pe​dia​.org 

Wie man sich so von der sozia­len Demagogie der AfD abset­zen will, bleibt rätselhaft.

8 Antworten auf „Ohne Worte“

  1. Eher vier wohl, als 5000. Das reich­te ver­mut­lich nicht. Da setz­ten die Gefürsorgten allein schon im Handel mehr um, und schaf­fen und erhal­ten Arbeitsplätze. Von der Umsatzsteuer mal ganz ganz abge­se­hen. Mit der unter­hielt man – natür­lich nicht zur Gänze wohl – die Reichsregierung nebst Familien, Günstlingen, Gesinde, Handwerkern und Amigos. Ein gesam­ter Komplex, den "die arbei­ten­de Bevölkerung" unmög­lich allei­ne "wup­pen" kann. Nein – wir "Abgehängten" tun was wir können.

    Aber jetzt rea­li­sie­re man, wen März und Klingbeil so alles dar­nie­der­dar­ben las­sen wol­len. Sie sind sogar schon lan­ge dabei, und wis­sen es nur nicht so ganz genau. Weil sie es ganeu­ge­nom­men, auch so ganz genau, ver­mut­lich gar nicht wis­sen wol­len. Das wäre aber auch sowas von Anti-Hau-Ruck-Stimmend.

    Und es blieb ja weiß­god nicht bei " .… lieb­ge­wor­de­nen Besitzständen, vor allen Dingen von den gei­sti­gen, von den Schubläden und Kästchen, in die wir gleich alles legen … " – Nöh, bei wei­tem nicht! Da kam lei­der wesent­lich mehr zusam­men. Da hat unser Herzog wohl gewal­tig dane­ben gelegen.

  2. "Schlechte Laune vertreiben"

    Womit die Rolle der Bundesregierung tref­fend beschrie­ben wäre: Vollstrecker des Kapitals in Clownsmaske.

    Vielleicht könn­te eine Narrenkappe beim Gruppenfoto die Stimmung heben. Und bei der näch­sten Hetz-Rede des Kanzlers gegen den Sozialstaat ein paar lusti­ge Helau und Alaaf.

    Doch spä­te­stens, wenn die Flaks fröh­lich knat­tern, die Luftabwehrraketen när­risch her­um­sau­sen, und die Artillerie rhyt­misch schun­kelt, gibt es für die Laune in den Vorstandsetagen kein hal­ten mehr.

  3. Merze soll­te man in Ställen hal­ten; sonst schwim­men einem die Felle weg.

    (Anm.: Ich wür­de nie­mals Tiere dau­er­haft in Ställen hal­ten und schon gar nicht in Kisten, in denen sie sich nicht bewe­gen können.)

    Mein Vorschlag an die Politbüros und deren Zuhälter:
    Wie wäre es mit einer neu­en Inszenierung einer Pandemie mit Lügen, Propaganda, Qualitätsmedien, Faktencheckern, schau­spie­le­ri­sche Akte mit angeb­lich auf Straßen umkip­pen­den Toten, Überforderung des Gesundheitswesens, R‑Werten, Inzidenzen, ein Jahr der schlimm­sten Pandemie ohne sta­ti­stisch signi­fi­kan­te Zahlen von Toten, nicht zu hin­ter­fra­gen­der "Wissenschaft", Verleumdungen, prü­geln­den Polizisten, tota­li­tä­ren Richtern, durch­ge­knall­ten Gesetzgebern, Außerkraftsetzen der Verfassung mit Verordnungen und Gesetzen, Experten, PCR-Beschiss von Dr. Osten, blu­ti­gen Nasen, Genproben, Ethikhuren, Leyen und ihr Führer, WHO, Stiko, Menschenfreunden, Ausgangssperren, wie­der­hol­te Schließungen von Schulen, Zerstörung von Unternehmen, Familien und Vereinen, alten oder gar ster­ben­den Menschen ohne Beisein der Familie, Folter mit Masken (bevor­zugt Kinder, Jugendliche und alte Menschen), Verfolgung von ver­ant­wor­tungs­vol­len Ärzten und Juristen, Geldstrafen und Gefängnis für soge­nann­te "Querdenker" (Einstein als Physiker war einer, ich bin auch einer), Enteignungen, expe­ri­men­tel­lem gen­tech­ni­schem Spritzmittel, Impflagern, Impfpflicht sprich Zwang zur Teilnahme an gen­tech­ni­schen Experiment, toten und schwer ver­letz­ten "Impflingen", Impfpässe, digi­ta­len Zertifikaten, eGK, ePA, Green Pass, Bargeldabschaffung und schließ­lich noch digi­ta­les Alugeld (digi­ta­ler Euro) eines tota­li­tä­ren Regimes?

    Eine sol­che Palette von Maßnahmen wür­de bestimmt "die schlech­te Stimmung im Land dre­hen". Dass "unse­re Demokratie" in Wirklichkeit "Eure Kleptokratie" ist, wird bestimmt nie­mand merken.

    Bekomme ich jetzt einen Beratervertrag?

    1. > Bekomme ich jetzt einen Beratervertrag?

      Beraten allein reicht nicht. Beteilige die Regierung an Deinem Unternehmen, das ist die Mindestvoraussetzung.

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