Zehntausende Antisemiten wälzen sich durch Berlin

Nein, sol­che Schlagzeilen haben für den Augenblick kei­ne Chance. Selbst die "Bildzeitung" berich­tet sach­lich. Dem "Tagesspiegel" blieb es vor­be­hal­ten, sei­ne übli­chen Brandmarken zu set­zen (s.u.).

Der "Tagesspiegel" muß dage­gen schon in der Einleitung sei­nes Berichts dar­auf ver­wei­sen, daß "auch umstrit­te­ne Gruppen wie 'Eye 4 Palestine'" zu den Aufrufern gehör­ten. Was die drei Redakteurinnen für strit­tig hal­ten, müs­sen sie nicht aus­füh­ren. Als empö­rend emp­fin­den sie dies:

Erinnert sich noch jemand dar­an, wie das Zeigen des Buchstaben "Z" unter Strafe gestellt wurde?

»Die Polizei hat­te zuletzt von 50.000 Teilnehmern auf der Zubringerdemo gespro­chen. Bei der Abschlusskundgebung schätzt die Polizei die Zahl auf etwa wei­te­re 10.000 Menschen, sodass man ins­ge­samt von 60.000 Menschen aus­ge­he. Eine Polizeisprecherin schloss aber gegen 19.30 Uhr eine grö­ße­re Zahl nicht aus. Schätzungen der Polizei sei­en grob und dien­ten nur der Einsatzplanung.«

Bei den gro­ßen Demos 2020 gegen die Corona-Maßnahmen hat­te sich der "Tagesspiegel" stets an den gro­tesk her­un­ter­ge­rech­ne­ten Zahlen der Polizei ori­en­tiert. Darüber und über jah­re­lan­ge Hetze gegen Corona- und Friedensdemos in dem Blatt gibt es jede Menge zu lesen via https://​www​.coro​dok​.de/​?​s​=​t​a​g​e​s​s​p​i​e​gel.

Heute liest sich sol­ches so:

Gezeigt wird ein Twitter-Video, bei dem unter weni­gen ver­spreng­ten Israel-Bewunderern auch Transparente immer noch ver­peil­ter Großmütter zu sehen sind:


Und das gab es auch noch:

6 Antworten auf „Zehntausende Antisemiten wälzen sich durch Berlin“

  1. Anmerkungen zur Demonstration:
    1.Teilnehmerzahl: Ich zähl­te an der Bushaltestelle vor dem Alten Museum, 100m westl. der rech­ten Omas. Zur Zählweise, exakt abge­zähl­te 100er Blöcke, drei mal. Mit die­ser Kalibrierung hat man bei eini­ger Übung ganz gut 100er Blöcke im Blick, Kontrollzählung aller paar Tausend zur Überprüfung der Kalibrierung. Der Demozug hat­te zu die­sem frü­hen Zeitpunkt auf der Straße 36.000 Demonstranten. Nicht gezählt wur­den die mit­strö­men­den Menschen auf den bei­den angren­zen­den Trottoirs, so dass mensch zu die­sem frü­hen Zeitpunkt auf ca. 40.000 Teilnehmende kom­men kann. Erfahrungsgemäß kann eine Zunahme mit den Faktoren 1,5 bis 2 (viel­leicht auch mehr !) bis zur Abschlusskundgebung gerech­net werden.
    Teilnehmerzusammensetzung: Dem Augenschein nach eine alters­mä­ßig eher jun­ge Demonstration mit einem Durchschnitt durch die Bevölkerung, säku­lar geprägt (sic!!!). Klare Dominanz des "refor­mi­stisch-libe­ra­len" Spektrums. Die gerin­ge Präsens des geron­to­p­hi­len Friedens- und Querspektrums wur­de nicht nur von mir als (auch aus olfak­to­ri­schen Gründen) als ange­nehm empfunden.
    Politische Aussage und gleich­zei­tig Kritik: Ein wesent­li­ches Moment der herr­schen­den Propaganda ist die Dekontextualisierung der Ereignisse, sowohl topo­gra­phisch-regio­nal wie auch histo­risch. Dem wur­de so gut wie nichts ent­ge­gen­ge­setzt (Besetzung, kolo­ni­al-impe­ria­le Kriege, UN-Beschlüsse, Geschichte des Widerstands ((ein­schließ­lich der Fehler und reak­tio­nä­ren Wendungen)), Reflektion der Kapitalistischen Produktionsweise bezüg­lich der Krisenerscheinungen). Die Ebene iden­ti­tä­rer Bezüge (Heimat, Moral und Gerechtigkeit) wur­de nicht ver­las­sen. Letzteres ist eine not­wen­di­ge Bedingung für jeg­li­che Emanzipation.
    Persönliches: In die­ser gro­ßen Menge der Protestierenden ent­deck­te ich gan­ze 3 (drei) Bekannte aus prä-coro­ni­sti­schen Zeiten. Den Vermissten rufe ich zu: Fahret hin in Frieden !

    1. @Andreas Beck

      "…Die gerin­ge Präsens des geron­to­p­hi­len Friedens- und Querspektrums wur­de nicht nur von mir als (auch aus olfak­to­ri­schen Gründen) als ange­nehm empfunden.…"

      echt jetzt? Ich glaub­te erst ich hät­te mich ver­le­sen. Selten so einen Mist gelesen.

  2. Erschreckend ist, mit wel­cher Gleichgültigkeit, wenn nicht gar Enthusiasmus, die Bürger Israels (erster Klasse, nicht zwei­ter Klasse mit palä­sti­nen­si­schen Wurzeln) die­sen Genozid ermög­li­chen. Dieser Genozid ist der Test, wie weit die soge­nann­ten "Eliten" gehen kön­nen, um Ziele zu erreichen. 

    Im Übrigen sei wie­der auf das Interview von Eichmann im Life Magazine ver­wie­sen, in dem der beab­sich­tig­te Handel mit Kastner aus­ge­führt wird. Kastner als Erzzionist (und spä­te­rer Abgeordneter der Knesset) war bereit, für weni­ge Zionisten, die nach Palästina aus­rei­sen hät­ten dür­fen, hun­dert­tau­sen­de "Übriger" ihrem Schicksal zu über­las­sen. Ein Handel gegen Lastwagen für das Deutsche Reich. Unterschiede im Fanatismus sind kaum erkenn­bar. (Ok, das nähert sich sicher bereits dem A‑Unwort.)

  3. ich habe das pla­kat warschau/​gaza auch gesehen.
    was hat war­schau 1945 mit der ver­harm­lo­sung des holo­caust zu tun, wenn das war­schau­er ghet­to 1943 ver­nich­tet wurde?

    man hät­te auch hiro­shi­ma und gaza ver­glei­chen kön­nen, ohne den holo­caust zu verharmlosen.
    hät­te man dann den atom­bom­ben­ab­wurf auf hiro­shi­ma verharmlost?
    kann man mit bil­dern von gaza hiro­shi­ma verharmlosen?
    kann man mit bil­dern von hiro­shi­ma gaza verharmlosen?
    ver­harm­lost das bild eines toten kin­des in gaza, den Tod eines Kindes in Hiroshima?
    der ver­gleich soll mit­ge­fühl erzeu­gen. hat man in pearl har­bor mit­ge­fühl mit toten japa­ni­schen kin­dern von 1945?

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