Keine Studie ist zu blöd…

…, um vor media­ler Präsentation gefeit zu sein. Natürlich stammt sie von Pfizer, und es geht um Paxlovid, das Wundermittel gegen Impfversagen:

»COVID-19: Neue Daten bestä­ti­gen Nutzen von Nirmatrelvir/​Ritonavir
Eine bald nach Beginn der Pandemie ver­füg­ba­re Behandlung rückt erneut in den Fokus: die Kombination aus Nirmatrelvir und Ritonavir. Neue Daten zei­gen, dass die Wirkstoffe den Gene­sungs­prozess von COVID-19-Patienten deut­lich ver­kür­zen. Über die Ergebnisse berich­ten Forscher im Open Forum Infectious Diseases .

In der Studie wur­den 2.091 nicht hos­pi­ta­li­sier­te Hochrisiko­patienten (mitt­le­res Alter 45 Jahre; 50,4% Männer) zufäl­lig aus­ge­wählt. Sie erhiel­ten 5 Tage lang 2‑mal täg­lich ent­we­der Nirmatrelvir/​Ritonavir (300 mg/​100 mg) oder ein Placebo. Um die Wirksamkeit umfas­send zu erfas­sen, gaben die Teilnehmenden bis zu 28 Tage nach der Diagnose täg­lich Selbstauskünfte zu ihrem Gesundheitszustand.

Patienten, die Nirmatrelvir/​Ritonavir beka­men, erlang­ten ihr nor­ma­les Wohlbefinden im Median 3 Tage frü­her zurück Patienten in der Placebogruppe (10 Tage vs. 13 Tage; Hazard Ratio 1,27; p < 0,0001). Auch die Rückkehr in den Alltag ver­lief schnel­ler – im Durchschnitt um 1 Tag (11 Tage vs. 12 Tage; p < 0,0001).

Darüber hin­aus bes­ser­ten sich mit­tel­schwe­re bis schwe­re Symptome sowie all­ge­mei­ne COVID-19-Beschwerden unter der Therapie rascher und nach­hal­ti­ger als unter Placebo (p = 0,0025 bzw. p < 0,0002). Unterschiede in der Arbeitsproduktivität, bei all­täg­li­chen Einschränkungen oder in der Lebensqualität – gemes­sen mit der EuroQol-5-Dimension-5-Level-Skala – fan­den die Wissenschaftler jedoch nicht.«
deutsch​.med​scape​.com (28.8.25)

Sämtliche AutorInnen ste­hen in Diensten von Pfizer:

aca​de​mic​.oup​.com (1.8.25)

Siehe dazu u.a.:

Drohender Verfall. Paxlovid: Verlängerung der Haltbarkeit wird geprüft

Immer wenn er Pillen nahm

Neues Pfizerwerk: Produktion für die Tonne

"Ein signi­fi­kan­ter Nutzen von Paxlovid bei Standard-Risikopatienten wur­de in kei­nem der gewähl­ten Endpunkte erzielt"

Paxlovid: ExpertInnenrat will "RisikopatientInnen der ent­spre­chen­den Therapie zuführen"

Paxlovid: EMA warnt vor töd­li­chen Wechselwirkungen des Corona-Arzneimittels mit Immunsuppressiva

Hausärzte sol­len 15 Euro für Abgabe von Paxlovid erhalten

7 Antworten auf „Keine Studie ist zu blöd…“

  1. Ich grei­fe ein­fach mal mit­ten rein in die Studie und hole einen Ballen Mist raus:

    "mit Zuwächsen zwi­schen 0,37 und 0,41 m/​s"
    (Hervorhebung von mir)

  2. Echt. Ganze drei Tage schnel­ler. Wow. Ich bin beein­druckt. Dafür kann man schon mal ein paar Nebenwirkungen hin­neh­men und einen stol­zen Preis bezahlen. 

    Wie wär's denn mal mit einem Infomercial? Und einem Sonderpreis. Aber nur für die ersten 100 Bestellungen. Was sagen die Paxlovid-Beauftragten (m/​w/​d) dazu? 

    Hat Kalle schon einen Tweet rausgehauen?

  3. Die inne­re Größe eines Dr. Wodarg besit­ze ich nicht. Aber ich glau­be daß sein Vorschlag im Kern einen wirk­lich guten Lösungsansatz bie­ten könn­te. Im Gegensatz hal­te ich näm­lich den Mensch sel­ber für nicht so Gut wie Andere.

    Sein Vorschlag war, den behan­deln­den Arzt nach "Gesunden Patienten" zu ent­loh­nen – anstatt nach Behandelten. Das bedeu­te­te – ent­ge­gen dem all­ge­mei­nen "Leistungsprinzip" – das "Nicht-Arbeiten" zu bezah­len. Ja, das ist so nich kor­rekt for­mu­liert, und über Leistung läßt sich vor­treff­lich strei­ten. Im Kern ist es aber der rich­ti­ge Ansatz wenn man mit "Gesundheitswesen", ein wirk­li­ches Gesundheitswesen auch mein­te. ; "Nichts los auf Arbeit?"-"Sehr Gut,Weitermachen, Lohnerhöhung!"

    Wir sehen ja, was wir uns alles wohl erspa­ren könn­ten. Wären wir doch nur etwas vernünftiger?

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